Exkurs: Geschichte der Hugenotten in der Ardeche und in den Cevennen

Von Les Ollières sur Eyrieux nach Randeviller in der Nähe von Besancon

Unser Reisebekanntschaften, Christine und Pierre aus Belgien, die in der Ardeche ein Ferienahus besitzen, bringen uns die Kultur der Ardeche näher. Wir besuchen eine kleine Kirche, die von den katholischen Bewohnern des kleinen Orts Saint Vincent de Durfort in Eigenregie restauriert wurde. Direkt nebenan steht ein protestanticher Tempel (evangelische Kirchen werden hier so genannt), der völlig schmucklos ist und auch keinen Turm besitzt.

 

Dieses für uns außergewöhnliche Gebäude bringt uns dazu, uns ein wenig mit der Geschichte der Protestanten in Frankreich zu beschäftigen. Frankfreichs Bevölkerung ist in der Hauptsache katholisch - Protestenten stellen auch heute nur eine Minderheit darstellen.

 

Die Cevennen und die Ardeche bildeten währen der Protestantenverfolgung und den Hugenottenkriegen im 16. Jahrhundert die letzten Rückzugsräume der Hugenotten, in denen sie sich Partisanenkämpfe mit dem Militär lieferten. Die Religionsausübung erfolgte im Geheimen, man lebte sehr zurückgezogen, Fremden gegenüber war man äußert misstrauisch. Wenn man dies weiß, sieht man Zeichen dafür auch noch heute. Die Dörfer sind oft noch immer schwer zugänglich, Häuser wirken wie kleinen Burgen, Fensterläden bleiben häufig auch noch am Tag geschlossen. Christine erzählt, wie schwer es für ihre Eltern war, in der Dorfgemeinschaft Fuß zu fassen, als sie das Ferienhaus vor 50 Jahren kauften.

 

In vielen Häusern gab und gibt es versteckte Räume. Hier konnten sich sich verfolgte Menschen verbergen oder es wurden Gegenstände versteckt, die die die Zugehörigkeit zum Protestantismus hätten verraten können. Auch in der Domaine de Baffie lässt die fehlende Übereinstimmung zweier Wände im Obergeschoss vermuten, dass es dort einen solchen Raum geben könnte.

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