Von der Prahmfähre zur Schwebefähre

Handbetrieb: Unser Paul auf der Prahmfähre Gräpel
Handbetrieb: Unser Paul auf der Prahmfähre

"Um das auf der gegenüberliegenden Flussseite gelegene Ackerland erreichen zu können, waren die Bauern der Gemeinde lange Zeit auf eine tideabhängige Furt angewiesen. Der Tidenhub beträgt hier bis zu 2 Meter und so kam später ein Floß zum Einsatz, um auch bei Flut auf die andere Seite gelangen zu können. Um 1910 wurde von den Bauern eine einfache Prahmfähre, eine flache Fähre ohne eigenen Antrieb, in Dienst gestellt, die an einem Seil gezogen, auch Wagen über den Fluss bringen konnte.

 

Der Gastwirt des angrenzenden Gasthofs war lange Zeit der Fährmann und so betrieb auch Karin Plates Vater die Fähre weiter, als er den Gasthof übernahm. Heute erinnert die Skulptur "Ostegucker" am Fähranleger an den weithin bekannten Fährmann.

 

Restaurant-Tipp:
"Gasthof Plate" in an der Prahmfähre in Gräpel. Der gemütliche Biergarten des Lokals liegt direkt an der Oste.

 

Weiter geht es entlang der Oste in Richtung Großenwörden, vorbei an der motorbetriebenen Prahmfähre von Brobergen, durch Wiesen- und Weideflächen, die zu Fahrradtouren einladen.

 

Ein schönes Ziel ist beispielsweise der Vogelbeobachtungsturm in der Nähe von Laumühlen (N53°37'02", O 9°11'05"), der einen guten Blick über die Landschaft gewährt.

 

Unweit des Flusses liegt die Gemeinde Himmelpforten, die zur Weihnachtszeit besondere Bedeutung erlangt, denn hier gibt es seit den 1960er Jahren ein Weihnachtspostamt, an das Kinder aus aller Welt ihre Weihnachtspost richten können. Wer will, kann sich hier auch ganzjährig mit Weihnachtsdekoration versorgen.

 

Zurück an der Oste trifft man auf eine technische Besonderheit. Hier verbindet eine der letzten betriebsfähigen Schwebefähren der Welt die Orte Hemmoor und Osten - allerdings nur für Fußgänger und Radfahrer; Autofahrer nehmen die nahegelegene Brücke. Auf dem Zuweg zur Fähre in Hemmoor informieren Tafeln über die insgesamt nur 8 Fähren dieser Art weltweit.

 

Unser Fährmann, Thomas Schult, der wie seine Kollegen auf der Schwebefähre und den Pramfähren ehrenamtlich tätig ist, ist im Hauptberuf Redakteur bei den Cuxhavener Nachrichten und der Niederelber Zeitung und weiß viel über die Region und ihre Besonderheiten zu berichten. So erfahren wir, dass die hiesige Schwebefähre 1909 von den Einwohnern des einst wohlhabenden Ortes Osten gebaut wurde und hören von den Schwierigkeiten des Hochwasserschutzes entlang der Oste.

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Handbetrieb: Unser Paul auf der Prahmfähre Gräpel

Fährmann Thomas Schult vor einer der letzten betriebsfähigen Schwebefähren in Hemmoor
Fährmann Thomas Schult vor einer der letzten betriebsfähigen Schwebefähren