Fähre, UNESCO Weltkulturerben und Tipps zum Autofahren


Die Fähre von Kapellskär nach Naantali


Wohnmobil mit Hund:  Fähre von Kapellskär ( Schweden) nach Naantali (Finnland)
Anstehen vor der Fähre von Kapellskär nach Naantali


Für die Überfahrt von Schweden nach Finnland wählen wir die Verbindung von Kapellskär (Schweden) nach Naantali (Finnland). Die Fähre benötigt für die knapp 200 Kilometer etwa 8,5 Stunden und legt dabei auf etwa halber Strecke noch einmal kurz an den Åland-Inseln an.

 

Buchung

 

Wir buchen das Fährticket für uns (2 Personen, Wohnmobil, Hund) vorab im Internet direkt bei Finnlines – überraschenderweise sind die einschlägigen Buchungsportale deutlich teurer. Wir entscheiden uns für die Tagfähre, da für die Nachtfähre deutlich höhere Preise aufgerufen werden. Bei Fahrzeugen wird bei der Länge bis/über 6 Meter und in der Höhe bis/über 2,10 Meter unterschieden. Im Fährpreis sind zwei Mahlzeiten pro Person inklusive.

 

Stellplatz im Hafen

 

Unsere Fähre startet kurz vor 11 Uhr. Die Nacht zuvor verbringen wir auf dem Parkplatz am Hafen. Dieser ist nach Ankunft und Abfertigung der letzten ankommenden Fähre überraschend ruhig und zudem günstig. Bezahlt wird per Karte am Automaten. Nicht weit vom Hafen gibt es auch einen Campingplatz, der uns aber für die kurze Nacht zu teuer ist. Auf Nachfrage gibt es an der Rezeption kein Entgegenkommen.

 

Fähre von Schweden nach Finnland mit dem Wohnmobil
die leere Fähre

Der Check-IN für die Fähre öffnet zwei Stunden vor und schließt pünktlich eine Stunde vor Abfahrt. Wir sind rechtzeitig vor Ort und erhalten nach Vorzeigen unseres Online-Tickets Bordkarten für uns, das Wohnmobil und für unseren Hund.

 

Mit uns reihen sich nur noch 4 weitere Wohnmobile, 2 PKWs und etwa 10 LKWs in die Schlange ein und so ist die riesige Fähre fast leer. Vielleicht liegt es daran, dass wir an einem Montag im September unterwegs sind – normal ist das wahrscheinlich nicht.

 

 

Stromanschluss auf Fähre

 

Im Bauch des Schiffs werden wir in eine Außenreihe eingewiesen, wo wir das Wohnmobil mit unserem eigenen Kabel an eine der dort vorhandenen Steckdosen anschließen können. Das ist super, denn so muss unser Kühlschrank nicht über unsere Batterie laufen. Das wäre zwar möglich, da wir seit kurzem eine Lithium-Batterie dabei haben, so ist es aber natürlich viel einfacher.

 

Kabine

Unsere Kabine liegt auf Deck 8 und ist als Haustierkabine gekennzeichnet. Ins Restaurant und den anderen Gemeinschaftsräume (darunter die Sauna die wir nicht ausprobiert haben) darf der Hund nicht mit, im Außenbereich gibt es aber eine Hundetoilette. Es handelt sich dabei allerdings nur um eine kleine Kunstrasenfläche mit einem Metallpfosten, von der unser Adi wenig begeistert ist. Er pieselt heimlich in eine bereits vorhandene Pfütze um die Ecke.

 

Es stellt sich heraus, dass die Entscheidung für eine Außenkabine goldrichtig war. Die Kabine ist groß, hat ein eigenes Bad mit Toilette und Dusche und bei dem Fenster handelt es sich nicht um ein Bullauge, sondern um ein zwar nicht zu öffnendes, aber großes Fenster, durch das wir während der Überfahrt einen tollen Blick auf die Welt der Schären haben. Der Boden in der Kabine wie auch auf den Gängen ist aus PVC, so dass auch ein kleines Malheur einfach entfernt werden könnte. Adi erklärt schnell das Schuhfach des offenen Schranks hinter der Kabinentür zu seiner „Höhle“ und legt sich dort entspannt zur Ruhe.

Mit Hund von Schweden nach Finnland
Bild: "Ich möchte einen echten Baum"

Haustiere

 

Haustiere sind auf dieser Verbindung erlaubt, müssen aber bei der Buchung angegeben werden und benötigen ein eigenes, kostenpflichtiges Ticket. Auch auf der Tagfähre muss beim Mitführen eines Haustiers eine Kabine gebucht werden, in die bis zu zwei Haustiere (Hund oder Katz) mitgenommen werden dürfen. Auch eine Kabine ist tagsüber deutlich günstiger als auf der Nachtfähre. Wir können zwischen einer Innenkabine für 2 Personen ohne Fenster mit Stockbetten und einer Außenkabine für 4 Personen mit Fenster wählen. Da uns nicht klar ist, ob uns die Außenkabine zur Alleinbenutzung zur Verfügung stehen würde, setzen wir uns telefonisch mit der Service-Hotline von Finnlines in Deutschland in Verbindung. Sehr freundlich wird uns erklärt, dass wir gerne eine Außenkabine buchen dürfen und wir diese selbstverständlich für uns alleine haben.

 

 

 

Mahlzeiten

 

Auch wenn die Betten bequem sind, sollte man nicht das im Preis enthaltene Buffet verschlafen. Es ist nämlich ziemlich lecker. Die Öffnungszeiten des Restaurants und der Bar sind einem Aushang zu entnehmen. Aber Achtung: Es handelt sich hier bereits um finnische Zeit – die Uhr also gleich beim Einsteigen eine Stunde nach Vorn drehen. Wasser und Kaffee zum Essen sind ebenfalls inklusive, andere Getränke (Säfte, Bier etc.) können zugekauft werden. Wir gehen getrennt essen, da wir unseren Hund in der fremden Umgebung in der Kabine nicht alleine lassen wollen.

 

Kurz vor Ankunft in Finnland werden wir über Lautsprecher informiert, dass das ansonsten verschlossene Autodeck nun wieder geöffnet ist. Wir nehmen unser Auto vom Strom und rollen kurz später vom Schiff. Es gibt weder eine Zoll- noch eine Passkontrolle. Mehr Infos zur Einreise mit Hund nach Finnland findest Du in unseren Länderinformationen: Tipps zum Reisen durch Skandinavien.

 

Seekrankheit

 

Die Überfahrt ist trotz frischem Nordwind im Wesentlichen ruhig, nur im ersten Drittel rollt das Schiff außerhalb der schützenden Inseln der Schären etwas. Das ganze dauert aber nicht lange und lässt sich auf dem Bett liegend gut verschlafen. Auch unser Hund übersteht die Episode gut, ist zwar irritiert, aber beruhigt sich schnell wieder. Dies hat aber eventuell auch etwas damit zu tun, dass wir ihm vor Abfahrt zwei Hunde-Entspannungstabletten gegeben haben, mit denen wir schon bei anderen Gelegenheiten gute Erfahrungen gemacht haben.

 

Internet

 

Unser Schiff, die Finnfellow, hatte kein WIFI/Internet. Nach Angaben der Reederei ist das von Schiff zu Schiff unterschiedlich. Manche haben Internet in der Lounge. Hier sollte man sich im Vorfeld informieren oder sich mit reichlich Lese- und Hörmaterial zum Zeitvertreib eindecken.

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Tipps zum Autofahren in Finnland:


Rentiere auf einer Straße mit mfahrendem Auto
Autofahren in Finnland kann gefährlich werden

Finnlands einsame Straßen

 

In Finnland ist das Fahren auf den Straßen schon sehr erholsam. Sie sind in der Regel gut ausgebaut und man ist oft allein auf weiter Flur. Entgegen unseren Erwartungen ist der Verkehr im Norden etwas stärker als im Süden.

 

Tipps und Informationen über das Autofahren in Finnland
typisch für Finnland: leere Straßen

Ein Beispiel:

Wir sind in Südfinnland eine Landstraße über 70 km gefahren. Entgegen kamen 5 Autos, überholt wurden wir einmal (wir waren "langsamer als erlaubt" unterwegs).

 

 

Vorschriften

 

Hier die wichtigsten Regeln, die wir gefunden haben und unsere Empfehlungen:

  • Wenn die erlaubte Geschwindigkeit nicht durch Schilder geregelt ist, gilt 50 innerhalb und 80 außerhalb geschlossener Ortschaften, aber es gibt viele Strecken, auf denen man 100 bzw. sogar 120 km/h fahren darf. Diese sind entsprechend beschildert.
  • Die Strafen für zu schnelles Fahren sind hoch. Das erkennt man vor allem daran, dass Finnen die Tempolimits sehr achten. Die Landstraßen sind vor allem im Süden gepflastert mit Blitzen, im Norden warnen sie mit Schildern, Blitzer sind allerdings selten. Wir haben gelesen, dass bis 20km/h zu schnell rund € 200,-- und bei über 50 km/h zu schnell 14 Tagessätze bezogen auf das Gehalt fällig werden können.
  • Im Winter muss jeder zumindest Winterreifen oder besser Spikes haben, dann gilt eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h für alle.
  • Egal ob Winter oder Sommer, in Finnland ist das Fahren mit eingeschaltetem (Abblend-) Licht Pflicht.
  • Die Alkoholgrenze liegt bei 0,5%. Es soll angeblich viele Kontrollen geben und die Strafen sollen hoch sein.
  • Die Regeln für Fahrzeuge über 3,5 t sind scheinbar ein wenig unübersichtlich. Fakt scheint zu sein, dass ausländische Wohnmobile, die laut Hersteller für eine Geschwindigkeit von über 100 km/h zugelassen sind, 100 km/h fahren dürfen. Andere dürfen nur 80 km/h. Wie das genau definiert ist, wissen wir allerdings nicht.
  • Maut: soweit uns bekannt ist, gibt es in Finnland keine Maut

Anmerkung: Bitte beachtet, dass wir für die Richtigkeit keine Haftung übernehmen. 

 

 

Elch beim Sprung über die Leitplanek in Finnland
Elch beim Sprung über die Leitplanke

Tiere auf der Straße:

 

Auf Finnlands Straßen muss man immer wachsam bleiben. Unverhofft können hier immer wieder Tiere auf die Straße und damit vor das Auto laufen. So wi dieser Elch: Er war einfach zu schnell da, um ein scharfes Foto zu schießen-

Winterdiesel tanken in Finnland tanken.
Winterdiesel tanken

Tanken:

 

Sprit ist für uns teuer, aber günstiger als in Schweden. Tankstellen gibt es viele, nach Norden hin werden es allerdings immer weniger. Es kann nämlich sein, dass man eine Tankstelle findet, die nur 3x in der Woche offen hat. Manchmal muss man auch einen langen Umweg einplanen, um noch zum begehrten Sprit zu gelangen. Wir suchen nach einer Tankstelle, wenn der Tank 2/3 leer ist.

 

Tanken ist einfach. Ich habe von der Anekdote gelesen, dass Finnen Touristen daran erkennen, dass diese zum Bezahlen an der Tankstelle stehen bleiben. Finnen hingegen tanken, suchen einen Parkplatz und gehen dann bezahlen. Die Tankstellen, die wir angefahren haben, hatten alle Zahlautomaten an den Säulen. Die allermeisten waren sogar in Deutsch, sodass das Tanken wirklich kein Problem war. Diesel heißt Diesel oder Dieseli oder einfach nur D.

 

Tipp:

Rechtzeitig in Skandinavien auf Winterdiesel umsteigen.

 

Übrigens gibt es an vielen Tankstellen auch die Möglichkeit Frischwasser aufzufüllen.

 

 

Winterdiesel tanken in Finnland tanken.


Rauma: Zwei UNESCO Weltkulturerbe an einem Tag


die hölzerne Altstadt von Rauma
die hölzerne Altstadt von Rauma
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Diese Etappe führt uns entlang der Süd-West-Küste Finnlands nach Rauma, einer Stadt im Süd-Westen Finnlands, die gleich zwei UNESCO-Weltkulturerbestätte ihr Eigen nennen kann.

 

Auf dem Weg dorthin fahren wir durch die finnischen Schären gen Norden. Immer wieder sehen wir in den abgeernten Feldern und auf den Wiesen entlang der Straße Familien von Kranichen und Singschwänen auf den Feldern, die sich bereit für den Zug gen Süden machen. Unsere ersten Nächte in Finnland verbringen wir an der Küste.

 

Rauma

 

Rauma wurde 1442 gegründet und ist damit die drittälteste Stadt Finnlands. Obwohl sie nur knapp 40.000 Einwohner hat, beherbergt sie auf ihrer Gemarkung zwei UNESCO-Weltkulturerbestätten.

 

1. UNESCO-Weltkulturerbe: die hölzerne Altstadt

 

Zum einen ist da die Altstadt mit ihren hölzernen Häusern, die ein typisches Beispiel einer nordischen Holzstadt darstellt. Von Feuersbrünsten seit dem 17. Jahrhundert weitestgehend verschont, sind die alten Häuser auch heute noch voller Leben. Geschäfte und Kaffees laden zum Bummeln ein. An einem trüben Septembermorgen fällt uns aber auf, dass die ein oder andere Fassade etwas mehr Liebe, beispielsweise in Form eines frischen Anstrichs, vertragen könnte

 

Wir schlendern durch die Straßen vorbei an Häusern, wie wir sie so ähnlich auch schon in den USA gesehen haben, haben die Siedler dort doch die Holzbauweise Skandinaviens für ihre neuen Siedlungen so oder zumindest ähnlich übernommen.

 

Unser Parkplatz:

  •  Rauma: kostenloser Parkplatz mit Stadtplan angrenzend an die Altstadt (61°07'39"N 21°31'09"E)

2. UNESCO-Weltkulturerbe: das Gräberfeld von Sammallahdenmäki

Das bronzezeitliche Gräberfeld liegt außerhalb der eigentlichen Stadt und ist von zwei Parkplätzen aus zu Fuß gut zugänglich. Das älteste Grab wird auf die Zeit von etwa 1500 BC, die jüngsten der knapp 40 Steinhaufengräber etwa 100 BC datiert.

 

Besonders isn Auge fällt ein großes rechteckiges Grab. Der Sage nach soll es von Riesen gebaut worden sein. Es heißt, dass die ersten Christen mit den Riesen eine Wette abgeschlossen hätten, wer zuerst eine Kirche fertigstellen würde. Gewonnen hätte derjenige, der zuerst die Glocke läute. Die Christen stellten zwei Pfosten auf, hängten eine Glocke dazwischen und läuteten diese. Als sie das Läuten hörten, hatten die Riesen gerade das Fundament ihres Baus fertiggestellt. Sie gaben die Baustelle auf und beließen sie in dem Zustand, in dem wir sie heute vorfinden.

 

Die Gräber selbst sind interessant, aber nicht wirklich atemberaubend. Die idyllische Lage im Wald macht einen Besuch mit Spaziergang aber durchaus lohnenswert.

 

Unser Parkplatz:

  • außerhalb von Rauma: kostenloser Parkplatz am Waldrand (61°07'17"N 21°46'33"E) N


Unsere Wohnmobil-Stellplätze:

  • Naantali: Parkplatz im Wald unweit des Fähranlegers (60°27'16"N 21°56'27"E), bei unserem Besuch kostenlos, in der Vergangenheit angeblich gegen geringe Gebühr. Da in der Umgebung gebaut wird, ist fraglich, ob der Parkpatz auch zukünftig nutzbar sein wird.
  • Oinassaarentie: kleiner Parkplatz an Bootsanleger nahe Wanderhütte mit Feuerstelle und Trockentoilette; direkt am Wasser. Bitte diesen wunderschönen Ort sauber halten, so dass er auch in Zukunft nutzbar sein wird. Wir haben den Grillplatz von leeren Dosen und Flaschen der vorherigen Nutzer gereinigt. Der Mülleimer stand direkt nebenan! (60°50'25.2"N 21°17'23.7"E

 






seit dem 15.9.21

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1 Aufgrund des Kleinunternehmerstatus gem. § 19 UStG erheben wir keine Umsatzsteuer und weisen diese daher auch nicht aus.