Fähren und Tunnel


Norwegen ist ein Land der Fährverbindungen, aber auch der Tunnel. Das erfahren wir heute wieder einmal mehr, als wir der Küstenstrasse nach Süden folgen. Es geht per Fähre vom Festland zu Inseln und zurück. Kilometer lange Tunnel führen durch die steilen und für Strassen anderweitig nur schwer oder garnicht passierbaren Gebirge. Manches Mal sieht es so aus, als ob man direkt in eine Steilwand einfährt, so plötzlich taucht das nächste "Loch" im Berg auf.

 

Heute leitet uns sogar ein Pilotfahrzeug an einer Baustellle im Tunnel vorbei. Nicht nur, dass auf halbem Weg im Tunnel mit grossem Gerät gearbeitet wird, die Tunnelbeleuchtung ist noch dazu ausser Betrieb. Wir fühlen uns wie hinter dem Safety Car bei der Formel 1, nur dass die Strecke durch ein im wahrsten Sinne des Wortes "schwarzes Loch" führt.

 

Wenn wir nicht gerade im Tunnel stecken, ist die Strecke sehr schön. Häufig fahren wir direkt am Wasser entlang, neben uns steile Berghänge. Je weiter wir Richtung Süden kommen, umso grüner wird es um uns herum. Trotzdem, an den Hängen über uns liegt immer wieder Schnee. Auf halber Strecke kommen wir am Saltfjellet-Gletscher vorbei, dem tiefstgelegenen Gletscher des europäischen Festlands.

 

Für uns unbemerkt überschreiten wir heute auf einer Fähre, mit einem deutschen Motorradfahrer plaudernd den Polarkreis. Heute Nacht geht für uns das erste Mal seit Wochen wieder die Sonne unter. Da das aber irgendwann zwischen 1 und 3 Uhr nachts passieren wird, werden wir davon wahrscheinlich nichts mitbekommen.


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