Neu auf unserer Seite:

Wohin im Herbst?
Naturschauspiele im Herbst

überarbeitet
Nordkap und die Lofoten

unser letztes Abenteuer vor Corona:

Marokko



oft gelesen:


Schreibe uns, folge uns oder empfehle uns an Freunde weiter ...

RSS Feed:

empfehle uns:

Abonnieren:

 

   Facebook




Die Reise als fortlaufender Text:


Reisestart: Mit der Fähre auf die Insel

Mit der Fähre auf die Insel GRoßbritanien
Mit der Fähre auf die Insel


Unsere Reise beginnt in Hoek van Holland in der Nähe von Rotterdam, wo unsere vorgebuchte Fähre nach Harwich um 14:15 Uhr ablegen soll. Nach einer Zwischenübernachtung in Huizen bei Amsterdam sind wir mehr als 2 Stunden vor Abfahrt am Kai und sind überrascht: Nicht nur darüber, dass wir am Counter namentlich begrüßt werden, sonder auch darüber, dass wir sofort auf die Fähre fahren dürfen. Wir stellen Paul auf dem zugewiesenen Platz auf Deck 3 ab und suchen uns einen Platz auf dem Passagierdeck.

 

Auf die Buchung einer Kabine haben wir für die 6,5 Stunden lange Überfahrt verzichtet. Durch die frühe Ankunft haben wir zwar freie Platzwahl; wir werden hier allerdings nun insgesamt 8 Stunden verbringen. Die Überfahrt ist ruhig, zieht sich aber endlos in die Länge. Um 19 Uhr lokaler Zeit (eine Stunde früher als auf dem Kontinent) kommen wir an und machen das, was man in Großbritannien so gerne macht. Wir reihen uns in eine Schlange ein: in die Schlange vor der Passkontrolle. Viel schlimmer kann das eigentlich auch nach dem Brexit nicht werden.

 

Unser Stellplatz für heute liegt nur 5 Fahrminuten von Harwich entfernt und sehr nett gelegen. Unverständlicherweise ist die Wiese neben einer Farm trotzdem fast leer und so kommen wir gleich mit den beiden anderen Gästen, Nicole und Kai aus Deutschland, ins Gespräch, die am nächsten Tag die Rückfahrt antreten wollen und uns von ihren Erfahrungen in Schottland berichten.

 

Unsere Stellplätze:

  • Huizen: kostenfreier Stellplatz an einer Wiese in der Nähe des Yachthafens ohne VE
    (N 52°18'31.2", O 5°14'23.9")
  • Ramsey: kostenpflichtiger Stellplatz auf einer Wiese neben einer Farm mit VE
    (N 51°56'04", O 1°12'33")

Von Harwich aus fahren wir am nächsten Tag an der englischen Küste entlang Richtung Norden. Auch wenn unser Ziel Schottland ist, soll auch auf dieser Reise der Weg das Ziel sein und so wollen wir den ein oder anderen interessanten Punkt längs der Strecke besuchen.

$


Nationalpark "The Broads"

unser Stellplatz am Kanal im Nationalpark "The Broads"
unser Stellplatz am Kanal im Nationalpark "The Broads"


Bei Norwich in Norfolk liegt der Nationalpark "The Broads" eine vom Menschen durch den Abbau von Torf gestaltete Landschaft mit Flüssen, Seen, Sumpfgebieten, Schilf und Wälder. Wir fühlen uns an Ostfriesland erinnert, denn die Gegend durchziehen Kanäle, die mit dem Sport- und auch mit Hausbooten erkundet werden. Um den aus dem Bootstourismus resultierenden Problemen Herr zu werden, wurde "The Boads" einem Nationalpark gleichgestellt.

 

Wir finden einen Stellplatz am wohnmobilfreundlichen Inn "The Reedcutter", wo wir mit Pam und Michael aus Australien ins Gespräch kommen, die ebenfalls mit dem Wohnmobil unterwegs sind. Mehr zu den beiden demnächst in unserer Rubrik "unterwegs getroffen".

 

Bitte kein Gegenverkehr:


Beispiel ENGlands enge Straßen:


Unser Stellplatz:

  • Cantley: Parkplatz am Inn "The Reedcutter", kostenfrei, Einkehr obligatorisch

    (N 52°34'35"; O 1°30'51.8")


Robin Hood's Bay / North York Moors National Park



Ein neuer Tag, ein neuer Nationalpark: Heute fahren wir durch die North York Moors eine direkt oberhalb der Steilküste gelegene Hochfläche mit Moor- und Heideflächen. Nationalparks befinden sich Großbritannien nicht in Staats- sondern üblicherweise in Privatbesitz und stehen auch nicht unter staatlicher Verwaltung. Oftmals umfassen sie auch besiedelte Flächen.

 

Wir fahren durch die zu blühen beginnende Heide zur Küste und hinunter in das ehemalige Piratennest Robin Hood's Bay. Obwohl stark auf Touristen ausgerichtet hat der Ort einen gewissen Charme und so parken wir unser Wohnmobil auf einem der kostenpflichtigen Parkplätze oberhalb des Orts und laufen über steile Treppen hinunter zum kleinen Hafen.


Unser Tipp:

 

Das kleine Kaffee "Tea, Toast and Post" im alten Postbüro oberhalb des Hafens bietet prima Kaffee aus der French Press und kleine Gerichte in urigem Ambiente mit viel Folk Musik.

 

Unsere Stellplätze:

  • Cleethorpe: Parkplatz (Meridian Car Park) mit Blick auf den Humber (N 53°32'27" W 0°00'04.2") direkt am Greenwich Meridian (Hinweisschild am Fußweg in Richtung Stadt)
  • Wildcamping an der Steilküste

Impressionen


North Pennines und Hadrian's Wall

Hadrian's Wall
Hadrian's Wall

North Pennines
North Pennines

Vor Middlesbrough entschließen wir uns die Seiten zu wechseln und an die Ostküste zu fahren, um Schottland im Uhrzeigersinn zu umrunden und um kurzfristig dem Ballungsgebiet zwischen Middlesbrough und Newcastle auszuweichen.

 

Auf dieser Route durchfahren wir die "North Pennines" einem nördlichen Ausläufer des Gebirgszugs der Penninen und ein als "Area of Outstanding Natural Beauty" deklariertes Gebiet. Wir sind fasziniert von der Kargheit und Einsamkeit der durch Heide und Moore geprägten Gegend. Es scheint, als ob es rechts uns links der Straße nur Schafe zu sehen sind, die immer wieder unvermittelt die Straße kreuzen.

 

 

 

Hadrian's Wall

Kurz vor der Grenze zu Schottland treffen wir auf die sich  sich über 117 Kilometer quer durch England erstreckende "Hadrian's Wall". Diese römische Befestigungsanlage wurde um 112 n. Chr. in nur 10 Jahren von den Römern erbaut, um die Einwanderung aus dem Norden in das zum römischen Reich gehörende Gebiet im Süden zu begrenzen und um Zölle zu erheben. Sie ist damit das Gegenstück des Limes, den die Römer auf dem Europäischen Festland errichteten. Bis 410 n. Chr. wurden die aus einer Mauer und Wallanlagen bestehenden Grenzeinrichtungen in Betrieb und nach heute kann man in ihrem mittleren Bereich Überreste und Rekonstruktionen von Mauern, Türmen und Kastellen besichtigen.

 

Man kann erahnen, wie dieses Bauwerk einst die Landschaft prägte und das Land aufteilte. Seit 1987 gehört der Hadrians Wall zum UNESCO-Weltkulturerbes und ist eine der bekanntesten Touristenattraktionen Nordenglands.

 

Wir parken auf einem kleinen kostenfreien Parkplatz (N 54°59'20", W 2°34'45") in Gilsland und besichtigen ein auf der gegenüber liegenden Straßenseite gelegenes, frei zugängliches Stück der Mauer.

 

Unser Stellplatz bei Lambley:

  • Wanderparkplatz (N 54°55'47"; W 2°30'06") in der Nähe des Lambley Viaduct (die aufgegebene Eisenbahnbrücke aus dem 19. Jahrhundert kann besichtigt werden und liegt nur 10 Minuten zu Fuß entfernt)

$

Hadrian's Wall
Hadrian's Wall

Gezeitenwelle im River Nith



Heute überschreiten wir bei Carlisle die Grenze zwischen England und Schottland und fahren weiter entlang der auch als "Schottische Riviera" bezeichneten Südküste Galloways. Hier wachsen aufgrund des durch den Golfstrom beeinflussten milden Klimas in manchen Gärten sogar Palmen. In Glencaple finden wir einen offiziellen Übernachtungsplatz am Bootsanleger und kommen mit unseren Nachbarn Susanne und Manfred aus Kusel ins Gespräch, die sich schon auf der Rückreise befinden.

 

Das der Fluss neben uns gezeitenabhängig ist, fällt uns allen gleich auf: Bei unserer Ankunft ist praktisch kein Wasser da. Plötzlich wird die Wasseroberfläche aber völlig ruhig und.....es kommt vom Meer aus eine Welle herangerauscht. Wir alle greifen zu Handy oder Kamera und rennen zum Ufer. Hier seht ihr das Ergebnis:

 

 

 

Bei dem hier auftretenden Phänomen handelt sich um eine Gezeitenwelle, eine tidenabhängige Welle, wie sie im Unterlauf von Flüssen mit hohem Tidenhub auftritt. Bei Flut wird das Wasser entgegen der Fließrichtung des Flusses flussaufwärts gedrückt und es entsteht eine oberhalb des Ruhewasserspiegels gelegene Welle. Am River Nith ist diese Welle zwar keine der sogenannten "Boren", also keine besonders hohe Gezeitenwelle. Trotzdem sind wir alle beeindruckt.

 

Nicht weit entfernt liegt eine kleine Sehenswürdigkeit für diejenigen,  die sich wie wir, noch mit viel Vergnügen an die  Kinderserie "Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt" des WDR aus den 1970er Jahren erinnern. Eine der Aufgaben der Protagonisten bestand darin, in Schottland eine dreieckige Burg zu finden. Schloss Caerlaverock ist die Lösung des Problems. Bereits im 13. Jahrhundert erbaut, ist es heute zwar nur noch eine Ruine, aber sein Grundriss ist definitiv dreieckig!

 

Unser Stellplatz:

  • Glencaple: offizieller Stellplatz am Bootsanleger ohne VE (N 55°00'09" W 3°34'26.7")
  • alternativ nur 4 Meilen entfernt: kostenfreie Campsite im Wald neben den Caerlaverock Nature Reserve und dem gleichnamigen Schloss, VE(N54°58'20" W 3°32'01")

$


Durch die "Lowlands" - Galloway Forest Park

unser Übernachtungsplatz im Galloway Park
unser Übernachtungsplatz im Galloway Park


Galloway Park
Galloway Park

Die Low Lands liegen südlich der Highlands und bilden das Zentrum Schottlands. Hier gibt es große landwirtschaftlich genutzte Flächen, aber auch die Industriestadt gehört dazu. Wir durchqueren Galloway und Ayrshire und machen einen Zwischenstopp im Galloway Forst Park, der zum Biosphärenreservat "Galloway and southern Ayrshire" gehört. Wir beobachten in einem Gehege wilde Ziegen, die es aber auch in den umliegenden Hügeln gibt.

Unweit des Geheges erinnert ein obeliskörmiges Denkmal, dass an den hier im 18. Jahrhundert als Sohn eines Schäfers geborenen und hier in einfachsten Verhältnissen aufgewachsenen Linguisten Alexander Murray, der sich praktisch ohne Schulbildung zu einem anerkannten Wissenschaftler hochgearbeitet hat.

 

Stellplätze:

  • Galloway Forrest Park: diverse Parkplätze

Vorbei an Glasgow in die Highlands

kilometerlange "single-track-roads" entlang der Küste
kilometerlange "single-track-roads" entlang der Küste


Wir düsen über die Autobahn vorbei an Glasgow und lassen auch den bekannten Loch Lomond links (bzw. eigentlich rechts) liegen, da hier jetzt am Wochenende der Bär steppt. Mit 71 Quadratkilometern Fläche ist er  sowohl der größte See Schottlands als auch Großbritanniens. 

 

Im Einzugsgebiet von Glasgow und nur 23 Kilomter entefernt von diesem gelegen, ist er ein Naherholungsgebiet für die Großstädter; jedes zweite der unglaublich vielen uns auf und entlang der Straße begegnenden Autos hat wenigstens ein Kanu oder ein Mountainbike auf dem Dach.

 

Außerdem gibt es im Nationalpark ein sogenanntes Camping Management System, bei dem man einen Stellplatz online gegen 3 Pfund Gebühr buchen muss. Wie zu erwarten, ist hier kurzfristig aber nichts mehr zu bekommen und so suchen wir uns einen Übernachtungsplatz außerhalb des Parks.

 

Wir gelangen nun in die Highlands und auch hier tobt jetzt am Wochenende in der Hauptsaison auf den schönsten Strecken unweit Glasgows der Tourismus. Es sind überraschend viele Asiaten unterwegs und am Straßenrand werden fleißig Selfies gemacht. Wir versuchen, uns auf die atemberaubende Landschaft zu konzentrieren und trotz einsetzenden Nieselregens den Rest zu vergessen.

 

Auf der nur sehr dünn besiedelten Halbinsel Morvern hat der Trubel aber plötzlich ein Ende. Es macht den Eindruck, als ob die vielen engen und nur einspurigen Single Track Roads doch viele von einer Weiterfahrt abhalten, und für Busse scheint es hier ohnehin kein Durchkommen zu geben. So genießen wir trotz gemischtem Wetters die Fahrt entlang des Loch Linhe, der eigentlich ein Fjord ist und finden, wie einige andere Wohnmobilfahrer, direkt am Ufer einen tollen Stellplatz für die Nacht.

 

Unsere Stellplätze:

  • Tyndrum/nahe Loch Lomond: Wanderparkplatz an der A85 (N 56°24'37" W 4°51'21")
  • Morvern: an der Küstenstraße B8043 (enge, einspurige Straße mit Ausweichbuchten)

$


Isle of Mull - Innere Hebriden



Single-track-road auf Mull
Single-track-road auf Mull

 

Auf Mull sind fast alle Straßen Single Track Roads, das heißt einspurige Straßen auf denen in regelmäßigen Abständen Ausweichbuchten vorgesehen sind. Das funktioniert auch wirklich wunderbar, solange wir daran denken, dass wir nach links ausweichen müssen. Warten ist selbstverständlich und freundlich Grüßen gehört auch dazu. Dies gilt auch für Radfahrer und Fußgänger. Wir haben noch selten so viel Höflichkeit im Straßenverkehr erlebt.

 

Hier ein kleiner Eindruck einer Single-Track-Straße:

Mit der Fähre soll es von Corran aus auf die Hebrideninsel Mull gehen. Am Fähranleger heißt es für uns aber erst einmal warten. Die nächsten zwei Fähren sind aufgrund der niedrigen Tide gestrichen. Hier zeigen sich wieder einmal die Vorteile eines Wohnmobils. Wir kochen Kaffee und halten eine ausgedehnte Siesta bevor es um 16 Uhr endlich weitergeht.

 

 

 

 Die Landschaft ist atemberaubend, wie auch unser erster Stellplatz hoch über zwei Seen an dem am Abend direkt vor dem Wohnmobilfenster auch noch eine Kornweihe vorbeifliegt. Leider sind wir zu langsam für ein Beweisfoto.

 

In der Nacht regnet es, wie es dies hier an 230 Tagen im Jahr tut. Denn die Insel hat durch die Auswirkungen des Golfstroms ein sehr gemäßigtes aber feuchtes Klima. Und das Klima ist wechselhaft, denn schon am Vormittag klart es auf und es wird ein perfekter Tag bei Sonnenschein und knapp 18 Grad. Schon am Vormittag sind aber bei max. 12 Grad die ersten Schotten in kurzen Hosen unterwegs. Auf unsere Nachfrage, ob es dafür nicht doch etwas zu frisch sei, heißt es: "Es ist Sommer."

 

Wir umrunden die Insel im Uhrzeigersinn, praktisch immer am Wasser lang. Die Vogelwelt hält sich am bedeckt und wir vermisse die erhofften Greifvögel. Aber wenigstens bekommen wir Grylleisten zu sehen - ein Vogel von dem wir bisher auch noch nichts gehört hatten. Wir finden einen Stellplatz mit traumhaftem Blick auf eine Robbenkolonie.

$


Unser Vogelführer:

Dieses Buch gilt als eines der Standardwerke für Ornithologen. Es ist auch als App erhältlich, aber das Suchen von Vögeln im Buch ist deutlich einfacher.

Unser Spektiv:

Da unser Fokus auf der Fotografie liegt, haben wir nur ein Einsteiger-Modell dabei, das uns von verschiedenen Fachleuten als Spektiv mit sehr gutem Preis/Leistungsverhältnis empfohlen worden ist:


* Kaufe bei Amazon und unterstütze dabei unsere Homepage:
Wenn Du über diesen Link etwas bestellst, kostet das für Dich keinen Cent mehr, aber wir erhalten von Amazon eine kleine Vermittlungsprovision. Vielen Dank.


Robben und ein Seeadler auf einer Insel, die langsam in der Flut verschwindet.
Robben und ein Seeadler auf einer Insel, die langsam in der Flut verschwindet.

Der nächst Morgen belohnt uns nicht nur mit Sonne, sondern auch mit einem Seeadler, der sich es sich direkt neben den Robben gemütlich macht. Wir fahren weiter in Richtung Tobermory, der "Inselhauptstadt" von wo aus uns eine Fähre wieder aufs Festland bringen soll.

Ein Fährhafen mit Charme: Tobermory.
Ein Fährhafen mit Charme: Tobermory.

 

 

Auch dieser Streckenabschnitt ist schön, aber nicht so beeindruckend wie der vorausgegangene. Während wir auf die Fähre warten, gehen wir Lebensmittel im gut sortierten, örtlichen Supermarkt einkaufen und genießen den Charme des kleinen Hafenstädchens.

 

 

Restaurant-Tipp:

 

Bei Tobermory: Sgriob-ruadh Farm, Café in der Garden Barn (Gewächshaus) mit Kuchen, Kaffee, kleinen Gerichten und natürlich dem Isle of Mull Cheese aus eigener Produktion (N 56°37'11" W 6°05'17")

 

Hochlandrind versperrt den Wendehammer.
Hochlandrind versperrt den Wendehammer.

 

Tipp für kleine bzw. schmale Fahrzeuge:

 

Abstecher zum Grasspoint über eine SEHR enge Single Treck Road; am Ende Parkmöglichkeit für max. 4 Fahrzeuge. Es lohnt den Hügel hinter dem Parkplatz zu erklimmen. Der Blick ist umwerfend. Achtung: Eventuell ist der Wendeplatz am Ende der Straße belegt - in unserem Fall von einem Schottischen Hochlandrind, das einfach nicht weichen wollte.

Unserere Stellplätze

  • Mull: Parkplatz an der A849 (oberhalb des Loch an Ellen und des Loch Airde Glais) zur Vogelbeobachtung (N56°24'19" W 5°51'17")
  • Mull: Wildcamping an der B8035

"No sky" auf der Isle of Skye

Isle of Skye
Isle of Skye


typische Landschaft auf Skye
typische Landschaft auf Skye

Unser nächstes Ziel ist die Insel Skye. Obwohl sie seit 1995 über eine Brücke mit dem Festland verbunden ist, nehmen wir auf der Hinreise die Fähre (Fährticket rund £15,--) von Malleig nach Armadale auf Skye. Wir haben nicht reserviert und müssen daher 4 Stunden auf einen freien Platz warten. Wir parken "Paul" auf dem kostenfreien Parkplatz am Ortseingang und erkunden erst einmal die Gegend. Direkt am Hafen entdecken wir eine Bäckerei, in der wir Brot kaufen, das den Namen verdient, d.h. das so etwas wie eine feste Kruste hat. Lecker! 

 

Wir landen im Inselsüden an, der nett ist, uns aber nicht wirklich beeindruckt, und stellen fest, dass hier deutlich mehr los ist, als bisher. Trotzdem finden wir einen netten Übernachtungsplatz an einer Wiese am Wasser, den wir uns aber mit einigen anderen Wohnmobilen und Zelten teilen. Wir beobachten, wie zwei Einheimische ein Schild montieren, das darauf hinweist, dass man doch bitte keine Feuerstellen hinterlassen solle, da dies schlecht für das weidende Vieh sei. Man hat hier in der Hauptsaison also doch so seine Schwierigkeiten mit den vielen Campern. Verboten das Übernachten hier allerdings nicht und wir werden von den beiden trotzdem freundlich gegrüßt.

 

Umringt von Schafen schlafen wir bei heftigem Regen ein, um am nächsten Morgen bei Nieselregen inmitten einer Rinderherde wieder aufzuwachen. So schnell kann sich die Szenerie ändern. Wir kommen mit unseren Nachbarn aus den beiden Wohnmobilen neben uns ins Gespräch und wundern uns einmal mehr, wenn man unterwegs so trifft. Mutter und Tochter aus dem kleineren Auto sind Australier, leben aber in Vietnam und besuchen hier Bruder bzw. Onkel. Dessen Frau ist gerade eine Runde Power-Joggen und entpuppt sich als ehemalige Leistungsschwimmerin und IronMan-Teilnehmerin, die jetzt für für einen ganz besonderen Extrem(st)-Triathlon trainiert. Unter anderem, will sie dabei den Ärmelkanal durchschwimmen und den Mont Blanc besteigen. Mehr dazu hier: www.seatosummitextreme.com.

$

Seeadler bei waghalsigen Flugmanövern
Seeadler bei waghalsigen Flugmanövern

 

Wir fahren nun in den Inselnorden, der sich als landschaftlich schroffer und reizvoller präsentiert, aber auch hier Hüllen sich die Berge in Wolken. Hier haben wir auch endlich mehr Glück bei der Vogelbeobachtung und so können wir von der Kreuzung der Straßen A863 und B885 am Amar River aus sechs Seeadler bei waghalsigen Flugmanövern zusehen.

 

Eine Single Track Road bringt uns zum Leuchtturm Neist Point auf dessen Parkplatz wir auch die nächste Nacht verbringen. Hier lernen wir einen italienischen Landschaftsfotografen kennen, der Fotoreisen organisiert und gerade auf der Suche nach guten Locations ist. Er gibt uns einige wertvolle Tipps. An den steil abfallenden Klippen tummeln sich Möwen, Grylleisten, Lummen und zu unserer großen Freude auch Eissturmvögel. Diese wendigen Flieger könnte man auf den ersten Blick ebenfalls für Möwen handeln. Ihr brettartiger Flug fällt aber sofort auf, sobald man etwas genauer hinschaut.

 

Am Fähranleger von Uig erkundigen wir uns nach einer Fährverbindung nach Harris, einer der äußeren Hebriden, Ein Übersetzen wäre erst in zwei Tagen möglich, eine Rückfahrt erst am Ende des Monats so gut gebucht sind die Fähren in der Hauptsaison. Ein Vorbuchen wäre ratsam gewsen. Wir setzen unsere Fahrt fort und verbringen den Abend in Portree, dem Hauptort der Insel. Bevor wir Skye am nächsten Morgen verlassen, machen wir noch einen kurzen Abstecher zum alten Fähranleger bei Kylerhea, da es hier zwei Beobachtungshütten für Otter gibt (ausgeschildet). Leider müssen wir feststellen, dass diese nur unter der Woche zugänglich sind und so macht und dies zusammen mit dem Wetter, dass die Landschaft in Nieselregen hüllt einen Strich durch die Rechnung.

 

 

Unsere Stellplätze:

 

  • nahe der B8063: Wildcamping auf Wiese am Loch Slapin (N57°12'03" W 6°00'14")
  • Neist Point: Parkplatz am Leuchtturm (N57°25'24"W 6°47'15")
  • Portree: Parkplatz für Wohnmobil vor der Jugendherberge (N 57°24'42" W 6°11'43")

 $


Das Schloß des Highlanders: Eilean Donan Castle

Das Schloß des Highlanders: Eilean Donan Castle
Das Schloß des Highlanders: Eilean Donan Castle


Kurz vor oder für uns hinter der Brücke nach Skye liegt wohl eine der berühmtesten Burgen Schottlands: "Eilean Donan Castle". Hier wurden nicht nur für den "Highlander" sondern auch für "James Bond", "Braveheart" und andere gedreht und so ist sie eine der meistfotografierten Gebäude der schottischen Highlands. Auch wir machen ein obligatorisches Erinnerungsfoto, wenn auch heute grau in grau.

 

 

 

Schottlands Schafe:

 

Nicht nur das Linksfahren will auf einer Reise durch Schottland gelernt sein. Auch die allgegenwärtigen Schafe sind eine Herausforderung. Schaf- und Rinderzucht machen einen Großteil der schottischen Landwirtschaft aus und da sowohl Schafe und Rinder frei grasen, sind sie allgegenwärtig.  Vor allem für die Schafe ist klar: die Straße gehört uns. Viele lassen sich noch nicht einmal von einem dicht vorbeifahrenden Auto beim Grasen aus der Ruhe bringen, geschweige, dass sie die Fahrbahn freiwillig freigeben würden.

 

Hier der Beweis: (siehe Video):

 

 

 

Besonders wenn die Lämmer noch klein sind, folgen sie ihren Müttern oft im letzten Moment über die Straße. Kein Wunder, dass manch Schotte sie als kleine Bomben bezeichnet und vermutet, dass sie mit dem Teufel oder zumindest mit der örtlichen Autoreparaturwerkstatt verbündet sind. Wer ein Schaf verletzt, ist übrigens verpflichtet, dies umgehend der Polizei zu melden.

 

Neben den Midges, den kleinen, fliegenden und blutsaugenden Quälgeistern, die einem den Abend und mehr verderben können (Infos dazu: hier), werden oft auch die Schafe oder die Schafzucht als die "Geisel Schottlands" bezeichnet. Einerseits, weil durch sie die einst dicht bewaldeten Highlands zu einer wilden Ödnis wurden, andererseits aber, da während der sogenannten "Highland Clearances", die ursprüngliche, meist gälischstämmige Bevölkerung gewaltsam der Schafzucht Platz machen musste.

 

$

Schafzucht ist ein wichtiger Industriezweig in Schottland:


Halbinsel Applecross

Leuchtturm von Rona bei Sonnenuntergang
Leuchtturm von Rona bei Sonnenuntergang


Halbinsel Applecross
Halbinsel Applecross

 

 

Uns zieht es weg vom Verkehr auf die urwüchsige Halbinsel Applecross, einer der wildesten Regionen in den Highlands. Die Straßen hier sind steil, eng und kurvig und daher nur für kleinere Wohnmobile zu empfehlen. Wir kommen an einem älteren Modell vorbei, das liegengeblieben ist. Offenbar ist irgendetwas zu heiß geworden. Das Mobil sehen wir am Abend wieder - auf der Ladefläche eines Abschleppfahrzeugs.

 

 Rotwild an der Passstraße

 

Uns begeistert die Passstraße "Bealach na Bà", die hinter jeder Kurve einen neuen Blick freigibt, ganz unvermutet auch immer wieder auf Rotwild, das gar nicht scheu, Bilder aus großer Nähe erlaubt. Auch die anschließende Küstenstraße ist sehr eindrucksvoll, hat man doch einen Ausblick den über den Sound of Raasay auf die Inseln Raasay und Skye. Leider können wir trotz intensivem Absuchen des Wasser weder Wale noch Delphine sehen, die sich hier immer wieder zeigen sollen. Auch Vögel bekommen wir erneut praktisch keine zu sehen.

 

Das folgende Video zeigt einen kleinen Teil der Passstraße:

 

 

 

 

Unsere Stellplätze:

  • Stromeferry: Parkplatz mit großartigem Blick (N 57°21'01" W 5°32'43")
  • Appelcross: einer der Parkplätze entlang der Küstenstraße

Auf dem letzten Stellplatz am Morgen:

 

 

 

 

Ein bisschen Naturkunde: Landschaft und Geologie der Highlands

 

Die Landschaft der Highlands, wie wir sie heute sehen, wurde von den Eiszeiten geschaffen, während denen das Land von einer kilometerdicken Eisschicht bedeckt war. Ursprünglich hohe Berge wurden durch Erosion dabei auf das heutige Maß abgeschliffen; der höchste Berg Schottlands (und Großbritanniens) der Ben Nevis in der Nähe von Fort Williams ist nur 1.345 m hoch.

 

Die sich zurückziehenden Gletscher hinterließen die typischen sanften Täler und weichen Hügel, die Seen ("Lochs") und Fjorde ("Firths"), schroffen Bergrücken und viele Findlinge.

 

Auch wenn man denken könnte, dies hätte auch unweigerlich die heutige Kargheit und Weite der Highlands bedingt, so waren diese noch bis vor einigen hundert Jahren von weiten Mischwäldern bedeckt. Die Gras- und Heideflächen entstanden erst durch die Intensivierung der Weidehaltung, insbesondere der von Schafen. Auch von Menschen ausgewildertes Rotwild, das sich in Ermangelung natürlicher Feinde (der letzte Wolf wurde vor mehr als 260 Jahren geschossen) immer weiter ausbreitete und jeden Wald, so er nicht durch Zäune geschützt wird, kurz hält. Heute werden Versuche zur Wiederaufforstung unternommen.

$


Schottische Highlands - entlang der Westküste



Corrieshalloch Gorge
Corrieshalloch Gorge

Entlang der Westküste folgen wir nun zweispurig ausgebauten A-Straßen Richtung Norden bis Ullapool. Hier herrscht reger Verkehr und Michael wünscht sich aufgrund der geringen Fahrbahnbreite oft das gemütliche Fahren auf den Singel Track Roads zurück.

 

Wir kommen am Loch Maree, einem schönen und wie so oft für uns "vogelfreien" Binnensee vorbei und die besuchen die "Corrieshalloch Gorge" (N 57°45'18" W 5°01'22" - kein Eintritt, Spende erbeten), wo eine die Schlucht überspannenden Hängebrücke und eine Aussichtsplattform einen direkten Blick in die Tiefe und auf einen tosenden Wasserfall ermöglicht. Kein Ausflug für Menschen mit Höhenangst.

 

Ullapool ist ein Fährhafen von dem die Fähren nach Harris und Lewis ablegen und Versorgungsknotenpunkt für die Region sowie durchreisende Touristen. Darüber hinaus gibt es einige Lokale und uns wird erzählt, dass es hier in den Pubs zumindest in der Saison oft Live-Musik zu hören gibt. Wir legen einen dringend notwendigen Einkaufsstopp bei TESCO (hier gibt es auch kostenfreies WIFI) ein. Da wir den Ort aber ansonsten wenig attraktiv finden, ziehen wir danach gleich weiter, natürlich aber nicht, ohne vollgetankt zu haben, denn Tankstellen sind in den Highlands dünn gesät.

 

Für uns geht es auf der A835 zu zügig voran und so nutzen wir die erste Möglichkeit diese gen Westen zu verlassen und landen auf "The Summer Isles". Auf einer kleinen Runde über die Halbinsel mit ihren kleinen Ferienhäuschen sehen wir Skuas, räuberische Möwen, Sterntaucher und jede Menge Bremsen, von denen eine leider Iris in den Fuß beißt.

 

Die Küstenstraße, die bis Lochinvern auch "wee mad road" (kleine verrückte Straße) genannt wird und für größere Fahrzeuge definitiv nicht geeignet ist, bringt uns zum Leuchtturm von Stoer. Von hier aus führt ein 3km langer Wanderweg zum "Man of Stoer", einer der Steilküste vorgelagerten Steinformation. Da der Bremsenstich Iris außer Gefecht gesetzt hat, lassen wir die Wanderung aber aus.

$

Leuchtturm als solcher ist in Betrieb nur heutzutage voll automatisiert und aus der Ferne überwacht. Das benachbarte Wärterhaus kann man daher als Ferienhaus mieten; am Tor prangt ein Schild "Rent a Lighthaus". Wir finden unseren Stellplatz auf dem Parkplatz vor dem Turm aber deutlich besser, blockiert uns doch keine Mauer die Sicht auf den Ozean. Am Morgen ziehen Eissturmvögel, Basstölpel, Skuas und andere Vögel von ihren Brutplätzen in Richtung ihrer Futterplätze auf hoher See vorbei.

 

Eigentlich steht nun ein Besuch von Handa Island, einer für die an ihrer Steilküste nistenden Seevögel bekannte Insel, auf unserem Programm. Von Tempten gibt es eine Fährverbindung mit einer wirklich kleinen Fähre; ein 5km Rundweg führt dann an den Vogelfelsen vorbei. Auch dieser Ausflug muss aber dank Iris dick angeschwollenem Fuß für uns ausfallen.

 

Das Gleiche gilt auch für den geplanten Trip nach Cape Wrath, einem weiteren Vogelfelsen. Diesmal ist aber das schottische Militär Schuld.. Bei unserem Besuch im Juli 2018 ist das auf einem Militärgelände gelegene Gebiet für Besucher aufgrund von Truppenübungen gesperrt. Wenn die Truppe nicht am Üben ist, bringt den Besucher eine kleine Fähre von Keoldale über den Kyle of Durness. Die restlichen 11 Meilen werden per Minibus zurückgelegt.

 

Wir beschließen unsere Tour entlang der Westküste in Durness einem kleinen Ort, der seine militärische Vergangenheit nicht verleugnen kann und außer einem SPAR-Laden und einem Campingplatz selbst wenig zu bieten hat.

 

Seine Traumstrände haben mit ihrem hellen Sand aber schon fast karibisches Flair: Wenn das Wasser nur nicht so kalt wäre.

 

 

Unsere Stellplätze:

  • Gruinard Beach: Strandparkplatz an A832 (N 57°51'07" W 5°27'06")
  • Achnahaird Bay: Parkplatz unweit des Strands
  • Stoer Lighthaus: Parkplatz vor dem Leuchtturm
    (N 58°14'18.7" W 5°24'05")
  • Kinlochbervie/Droman-Bucht: Parkplatz an Slipanlage (N 58°29'01 " W 5°06'44", sehr enge Zufahrtsstraße); VE gegen Spende am kostenpflichtigen Stellplatz in Kinlochbervie
    (N 58°27'34" W 5°03'22")

$


Ruinen der Balnakeil
Ruinen der Balnakeil

"Highland Clearances" - Vertreibung der Einheimischen

 

Häufig trifft man in Schottland auf verfallene Gebäude. Meist handelt es sich dabei um Einzelgehöfte oder auch ganze Siedlungen, die im späten 18. bis ins frühe 19. Jahrhundert von ihren Bewohnern aufgegeben wurden. Dies geschah aber nicht freiwillig. Vielmehr mussten die Menschen und ihre Behausungen der immer weiter wachsenden Schafzucht und den hierfür notwendigen Weideflächen weichen.

 

Das Land gehörte meist weit entfernt lebenden Gutsherren; die Besitzverhältnisse selbst waren traditionell gewachsen und nicht wirklich geklärt. Entschied ein Großgrundbesitzer, dass er mehr Land für seine Schafe benötigte, ließ er (oder auch sie) die bisherigen Bewohner gewaltsam vertreiben. Meist mussten diese Haus und Hof kurzfristig, das heißt innerhalb von 48 Stunden oder teilweise sofort verlassen, und verloren damit nicht nur das Dach über ihrem Kopf sondern auch praktisch alles Hab und Gut und ihre Lebensgrundlage.

 

Diese für viele Schotten traumatische Epoche wird "Highland Clearances" oder kurz "Clearance" genannt und gibt der allgegenwärtigen Schafzucht einen schalen Beigemack. Diese "Räumung" des Hochlands beendete das Clanwesen und zwang viele der so Vertriebenen zur Auswanderung (oftmals war auch diese erzwungen) oder als billige Arbeitskräfte für die aufstrebende Industrie in die Großstädte. Auch Missernten, eine sich vergrößernde Bewölkerung und dadurch verursachte Hungersnöte taten ihr Übriges, um die Menschen aus den Highlands zu vertreiben.

 

Wir besichtigen unweit des Ortes Durness die Ruinen der Siedlung "Ceannabeinne" (N 58°33'05" W 4°41'19") und folgen dem ausgeschilderten Trail durch die kaum noch sichtbaren Überreste der ehemals 14 Häuser dieses Ortes in landschaftlich traumhafter Lage. Allein das ehemalige Schulhaus hat überdauert und dient heute als Ferienhaus. Zwischen den Infotafeln grasen Schafe, was sonst.

 

$

 

Impressionen zur Westküste der Schottische Highlands:


Entlang der Nordküste



Die Smoo Caves
Die Smoo Caves

Kurz hinter Durness kommen wir zu den Smoo Caves, denen wir einen kurzen Besuch abstatten. Über steile Stufen geht es von den Klippen hinunter zum Eingang auf Meereshöhe.

 

Die ersten beiden Höhlen sind frei zugänglich, weiter ins Höhlensystem im Karstgebiet unter Durness kommt man mit einer geführte Tour per Schlauchboot.

 

Wir übernachten auf einem Parkplatz gegenüber der "Golden Eagle Zip Line", mit der, wer will, an einem gespannten Seil hängend über die Schlucht gleiten kann. . Es ist allerdings so windig, dass nur Vögel aber kein Mensch "vorbeigeflogen" kommt; man scheint den Betrieb eingestellt zu haben. Vom Auto aus haben wir einen Blick auf den gegenüberliegenden Strand und die im Grasland davor aufgebauten Zelte. Diese Art improvisierter Campingplätze ergeben sich in Schottland an schönen Plätzen immer wieder. Freies Campen ob mit Wohnmobil oder Zelt ist erlaubt; es wird nur erwartet, dass man den den Platz hinterher sauber wieder verlässt. Meist soll man auch das Feuermachen unterlassen, den das Land ist in diesem Jahr wie ganz Europa ausgetrocknet und schon ein Funke kann einen Flächenbrand entzünden.

 

Auf der Fahrt entlang der Küste gen Osten verändert sich nun die Landschaft. Die kargen Gipfel und Bergkämme werden weniger, dafür dominieren Moorgebiete das Bild. Am Loch Hope verlassen wir die Küstenstraße und fahren an dessen Ostufer in Richtung Norden, um einen Abstecher ins Landesinnere zu machen. Auf einer "Single Track Road" kommen wir am Broch Dun Dornaigil (N 58°21'58" W 4°38'20") vorbei.

 

Brochs sind runde Wohngebäude, wie man sie nur in Schottland findet. Vor etwa 2000 Jahren begann man diese turmartigen Häuser zu bauen und nutze diese noch viele hunderte von Jahren weiter. Dicke Wände umschließen einen Wohnraum; bei den aufwändigeren Konstruktionen befinden sich zwischen äußeren Doppelwänden Gänge und Treppen. Ins Innere gelangt man durch einen engen Flur, der manchmal auch mit einem Wachraum versehen ist. Im Grunde erinnern die Brochs an kleine Burgen und wahrscheinlich sind sie auch deren Vorläufer. Der Broch Dun Dornaigilist ist frei zugänglich und wurde bisher nicht genau untersucht, d.h. noch nicht komplett ausgegraben.

 

Bei Tongue stoßen wir wieder auf die Durchgangstraße, verlassen diese aber kurz später wieder um auf einer engen Nebenstraße dem Küstenverlauf zu folgen. Hier scheint die Zeit noch früher stehen geblieben zu sein, als in den übrigen Northern Highlands. Kleine Farmen säumen die Straße; über einen Zaun hängen zwei Fuchskadaver und auf einem alten Anhänger liegt getrockneter Torf, der offenbar zum Heizen verwendet werden soll.

 

Weiter geht es für uns an der Küste nach Thurso, wo wir unsere Vorräte auffüllen und es seit zwei Wochen zum ersten Mal wieder eine stabile und schnelle Internetverbindung gibt. Von Thurso aus, kann man per Fähre auf die Orkney und sogar weiter auf die Shetland Inseln fahren. Dafür reicht aber unsere Zeit nicht aus und so verschieben wir diese Besuche auf ein nächstes Mal.

 

Unsere Stellplätze:

  • Durness: Parkplatz an der "Golden Eagle Zip Line" (N 58°32'52.9" W 4°40'35.2")
  • Tongue: Parkplatz an der A838 am View Point Tongue (N 58°29'32" W 4°26'08")

$

Dunnet Head - der nördlichste Punkt des britischen Festlands



Vorbei geht es am endlosen Sandstrand von Thurso zum Dunnet Head, dem nördlichster Punkt des britischen Festlands. Hier steht einer der 206 Leuchttürme Schottlands (incl. Isle of Man). Knapp hundert davon wurden innerhalb von 150 Jahren von einem Mitglieder "Leuchtturmbauer-Familie" Stevenson entworfen. Der 1831 gebaute Leuchtturm Dunnet Head geht auf Robert Stevenson zurück. Und ja, Robert Stevenson hat etwas mit Robert Louis Stevenson, dem Autor der "Schatzinsel", zu tun. Dieser ist sein Enkel, dem die Idee zu seinem Roman bei der Arbeit an einem der Leuchttürme seiner Familie gekommen sein soll, denn auch er sollte ursprünglich Ingenieur werden.

 

Weit weniger imposant ist der 1924 erbaute Leuchtturm von Duncansby Head an unserem nur etwa 20 Meilen entfernt liegenden, nächsten Stellplatz, aber auch dieser wurde von einem Mitglieder der Familie Stevenson konzipiert. Dieses Mal ist es aber Charles Alexander Stevenson, ein weiterer Enkel von Robert.

 

Beide Leuchttürme sind noch in Betrieb, aber nicht mehr bemannt. Auch hier erfolgt die Steuerung mittlerweile vollautomatisch bzw. ferngesteuert, moderne Leuchtmittel ersetzen schon lange die wartungsintensive Petroleumlampe.

Unsere Stellplätze:

  • Dunnet Head: Parkplatz vor dem Leuchtturm (N 58°40'09" W 3°22'37'')
  • Duncansby Head: Parkplatz vor dem Leuchtturm (N 58°38'37" W 3°01'34")

Vogelbeobachtung an der Küste der Highlands

Die Steilküsten im Nord-Osten Schottlands bieten reichlich Gelegenheit zur Vogelbeobachtung. Besonders gut fanden wir die Klippen um Duncansby Head (vom Parkplatz aus an der Küste Richtung Süden gehen), aber auch das Gebiet um Dunnet Head (hier östlich des Parkplatzes) ist interessant.

 

 



Hier die wichtigsten von uns beobachteten Vogelarten:


 Papageientaucher

 

Papageientaucher gehören zu den Alkenvögel. Ihr breiter, bunter Schnabel und die roten Füße geben ihnen ein clowneskes Erscheinungsbild, was sie ungeheuer beliebt macht. Bei unserem Besuch Anfang August ist die beste Beobachtungszeit der späte Nachmittag bis frühe Abend, ab ca. 17 Uhr. Tagsüber sind die Vögel an den Klippen nicht zu sehen.

 Skua

 

Der Skua ist eine Raubmöwenart und ein echter Pirat. Anstatt selbst auf Nahrungssuche oder -fang zu gehen, jagen Skuas anderen Vögeln, darunter auch den viel größeren Basstölpeln die Nahrung ab. Oft "nerven" sie andere Vögel so lange, bis diese ihre Beute loslassen oder auch hochwürgen, nur um endlich in Ruhe gelassen zu werden.

 

Eissturmvogel

 

Eissturmvögel gehören zur Ordnung der Röhrennasen und so sieht ihr Schnabel aus der Nähe betrachtet etwas speziell aus. Sie brüten in lockeren Kolonien und beeindrucken durch ihren schnellen, brettartigen Flug. Bei der Landung aber zeigt sich, dass sie für ein Leben in der Luft ausgelegt sind: Ihr Landeanflug ist selten elegant. Werden sie bedroht, speien sie dem Angreifer ihr Magenöl entgegen.

Krähenscharbe

 

Krähenscharben gehören zur Familie der Kormorane und so sind exzellente Taucher. Vom echten Kormoran kann man sie dadurch unterscheiden, dass sie keinerlei Weiß am Körper haben und im Gegensatz zu diesem meist sehr dicht über dem Wasser fliegen. Wie der Kormoran müssen sie ihr Gefieder nach dem Tauchgang trocknen. Oft sieht man sie daher mit weit ausgebreiteten Flügeln auf Felsen sitzen.

 

Drei-Zehen-Möwe

 

Drei-Zehen-Möwen lebe in großen Kolonien. Schon von weitem kann man das Geschrei der Tiere hören, wie sie ihre dicht an dicht an die Felswände gebauten Nester anfliegen und verteidigen. Am ehesten kann man die Drei-Zehen-Möwe mit der Sturmmöwe verwechseln, diese ist allerdings deutlich größer. Ihr Ruf ist ein deutliches "kiti-uääh" und so heißt sie dann im Englischen auch ganz einfach "Kittiwake".

 

Gryllteiste

 

Die Gryllteiste gehört wie der Papageientaucher zu den Alkenvögeln und ist diesem in Figur und Flug sehr ähnlich. Sie hat kräftig rote Füße, aber ansonsten ist sie dezent schwarz gefärbt und hat je einen großen weißen Fleck auf den Flügeln. Der schmale Schnabel ist schwarz.

Meist bekommt man Grylleisten nur aus der Ferne zu sehen, wenn sie unauffällig auf dem Wasser schaukeln oder auf Felsen sitzen. 

Basstölpel

 

Basstölpel sind gänsegroße Vertreter der Familie der Tölpel, die trotz ihrer Größe ungemein elegante Flieger sind. Zum Fischfang stürzen sie sich teils aus großer Höhe Kopf voran ins Wasser. Basstölpel sind als großer, weißer Vögel mit schwarzen Flügelspitzen gut zu erkennen mit dem Fernglas fällt der gelbliche Kopf mit der schwarzen Gesichtszeichnung ins Auge.

 

Tordalk

 

Auch der Tordalk gehört zur Familie der Alkvögel und hat wie der Papageientaucher einen breiten Schnabel, durch den er sich auch von den Lummen unterscheidet, die ebenfalls ein ausschließlich scharz-weißes Gefieder aufweisen. Im Gegensatz zu diesen hat er auch einen alk-untypisch längeren Schwanz. Ihre Nahrung fangen Tordalke tauchend.

 


Unser Vogelführer:

Dieses Buch gilt als eines der Standardwerke für Ornithologen. Es ist auch als App erhältlich, aber das Suchen von Vögeln im Buch ist deutlich einfacher.

Unser Spektiv:

Da unser Fokus auf der Fotografie liegt, haben wir nur ein Einsteiger-Modell dabei, das uns von verschiedenen Fachleuten als Spektiv mit sehr gutem Preis/Leistungsverhältnis empfohlen worden ist:


* Kaufe bei Amazon und unterstütze dabei unsere Homepage:
Wenn Du über diesen Link etwas bestellst, kostet das für Dich keinen Cent mehr, aber wir erhalten von Amazon eine kleine Vermittlungsprovision. Vielen Dank.


Entlang der Ostküste von Duncansby Head nach Inverness



 Im Vergleich mit der West- und Nordküste ist die Ostküste weit weniger wild und so ist sie auch deutlich dichter besiedelt und die Küstenregion oft landwirtschaftlich genutzt. Rund um Wick, dem mit 7000 Einwohnern Hauptort der Grafschaft Caithness, gibt es neben diverse Brochs (beispielsweise: Nybster Broch (N 58°33'18" W 3°05'02"): Nicht so imposant wie der Broch Dun Dornaigil, dafür besser untersucht. Die Funde werden in einem kleinen Museum an der Straße ausgestellt.) einige Relikte aus noch älter Zeit zu besichtigen.

Iris im Heinrich Schliemann-Fieber
Iris im Heinrich Schliemann-Fieber

An einer kleinen Seitenstraße liegen beispielsweise die "Cairns of Camster" (N 58°22'44" W 3°15'51"), Cairn bedeutet eigentlich "Steinhaufen". Hier beschreibt das Wort aber eine Grabanlage aus der Jungsteinzeit, die aus mehreren Grabhügeln besteht und vor etwa 5000 Jahren errichtet wurde. Die Gräber wurde zwar in jüngerer Zeit rekonstruiert; sie enthalten aber eine originalen Kern, zu dem man über sehr enge und niedrige Gänge vordringen kann. Man fühlt sich dabei schon ein klein wenig wie Heinrich Schliemann. Aber Achtung: Nicht steckenbleiben. Wenige Meilen weiter trifft man auf den "Hill O' Many Stanes" (N 58°19'44" W 3°12'16"), auf dem vor 4000 Jahren etwa 200 Steine in 22 Steinreihen angeordnet wurden. Da die Steine aber recht klein sind, ist die Anlage, deren Zweck unklar ist, relativ unscheinbar.

 

Die Suche noch einem Übernachtungsplatz bringt uns in den Küstenort Latheronwheel mit seinem kleinen, unterhalb der eigentlichen Siedlung gelegenen Hafen. Der Ort wurde im frühen 19. Jahrhundert gegründet und erlebte seine Blüte zur Zeit des Heringsbooms, zu der sich 50 Fangboote den Hafen teilten. Die Brücke unweit des Hafens wurde 1726 erbaut und war Teil der schottischen Pony-Express Route, über die hier im 18. Jahrhundert die Post in den Norden transportiert wurde.

 

Die Ortsbewohner haben am Hafen einen hübschen Picknickplatz angelegt, von dem aus man die Umgebung erkunden kann.

 

Zu unserer Überraschung halt ein Einheimischer mit dem Auto kurz nach unserer Ankunft direkt neben uns an und erklärt uns die Wanderwege in der Umgebung, so dass auch wirklich nichts mehr schief gehen kann. Am Ende der Unterhaltung drückt er uns dann auch noch eine Tüte mit frisch gefangenen Makrelen (ausgenommen und filetiert!) in die Hand und wünscht uns einen schönen Abend: Das ist die viel gerühmte schottische Gastfreundschaft!

 

Wir trennen uns nun von der Küste und fahren landeinwärts zu den "Shin Falls". Auch wenn noch nicht wirklich Lachs-Saison (September/Oktober) ist, hoffen wir an den Wasserfällen des Flusses Shin, die ersten Lachse beim Sprung nach oben in Richtung ihrer Laichgewässer beobachten zu können. Und tatsächlich, mit etwas Geduld und noch mehr Mückenspray zur Abwehr der hungrigen Midges gelingen uns einige beeindruckende Bilder.

 

 In Inverness, das für Highland-Verhältnisse eine Großstadt ist, gehen wir einkaufen und machen einen kurzen Halt am Chanonry Point (N 57°34'26" W 4°05'39"), der dafür bekannt ist, dass hier kurz nach Einsetzen der Flut häufig Delfine zu sehen sind. Besser ist es, nicht wie wir am Wochenende vorbeizuschauen, da es dann hier sehr voll und die Parkmöglichkeiten begrenzt sind. Wir können nur einen kurzen Blick auf die Bucht erhaschen und sehen leider keinen einzigen Delfin.

 

 

Unsere Stellplätze:

  • Latheronwheel: Picknickplatz am kleinen Hafen
    (N 58°16'13" W 3°22'52"). Bitte eine Spende in die Spendenbox werfen!
  • Shin Falls: Großparkplatz vor dem Besucherzentrum
    (N 57°57'34" W 4°24'27")

$

 

Impressionen:


Vorbei an Loch Ness durch das Landesinnere gen Süden

Nessi, das Ungeheuer von Loch Ness
Nessi, das Ungeheuer von Loch Ness


Eine Tour durch Schottland ohne Loch Ness wenigstens einen kurzen Besuch abgestattet zu haben, ist wahrscheinlich nicht vollständig. So legen auch wir einen kurzen Stopp ein, allerdings nicht auf der Nordseite des Sees, an der man üblicherweise nach Nessi Ausschau hält, sondern an Südufer nahe Inverness, wo am Pub "The Dores Inn" (N 57°22'56" W 4°19'58") der "Nessi Hunter" Steve Feltham seit 1991 regelmäßig in seinem umgebauten Wohnmobil auf das Erscheinen des Seeungeheuer wartet.

 

Foto:

guckt ein wenig dumm aus der Wäsche:
das Schottisches Moorschneehuhn

 

 

Wir wenden Loch Ness relativ schnell den Rücken zu und fahren über kleine Straßen durch die Landschaft südlich des Sees vorbei an vielen kleinen "Lochs" und treffen dabei auf Schottische Moorschneehühner, die uns fast direkt vor das Auto laufen.

 

Namensgebend für den Ort Carrbridge, in dem wir die nächste Nacht verbringen, ist die Brücke über den Fluss Dulnain, die die älteste Brücke der Highlands sein soll, gebaut 1717 um Särge auch bei Hochwasser auf den Friedhof auf der dem Ort gegenüber liegenden Flussseite transportieren zu können.

 

Auf der Suche nach Prachttauchern erkunden wir leider erfolglos den weiter nördlich gelegenen See Inlorb um uns über die alte Militärstraße A939 gen Süden zu bewegen, die immer wieder atemberaubende Ausblicke auf die Landschaft des Cairngorms National Park ermöglicht und Steigungen bis 20% aufweist. Vorbei geht es an Schloss Balmoral, dem Sommersitz der Queen, von dem von der Straße aus aber leider nichts zu sehen ist, bis nach Braemar.

 

Der kleine Ort Braemar profitierte schon im 19. Jahrhundert von seiner Nähe zu Belmoral, schon Queen Victoria soll zu den örtlichen Highland Games hier residiert haben, als ihr eigenes Schloss noch im Bau war. Heute ist Balmoral ein zentraler Anlaufpunkt für Wanderer; ein großes Hotel steht bei unserem Besuch kurz vor der Widereröffnung.

 

 

 

Unsere Stellplätze:

  • Carrbridge: Parkplatz nahe dem Ortszentrum (N 57°16'57" W 3°48'47")
  • Braemar: Parkplatz oberhalb des River Dee (N 56°59'25" W 3°27'07")
  • A9: Parkplatz am Einkaufszentrum (N 56°46'09" W 3°55'55"); empfehlenswerter Fish&Chips Imbiss

 

 

Scones

 

Die Tea Time ist etwas typisch britisches und so wird auch in Schottland häufig eine Nachmittagsmahlzeit eingelegt, die weit über unser Stück Kaffee mit Kuchen hinausgeht. Gerne werden Sandwiches gereicht.Wir aber haben unsere Begeisterung für Scones entdeckt, die aber auch zum Frühstück und natürlich auch mit Kaffee wunderbar schmecken.

 

Obwohl auch die Scones urbritisch sind, basieren sie wahrscheinlich auf Dutch Shortbread (so etwas wie Keksen). Heute ähneln das Gebäck aber eher kleinen Kuchen und ist so etwa zwischen einem Rosinenbrötchen und einem Cupcake angesiedelt. Serviert werden Scones mit Butter und Marmelade oder auch mit geschlagener Sahne.

 $

Impresseionen:


Der Kreis schließt sich: Über Fort Williams zurück in die Lowlands

Neptun's Stairscase in der Nähe von Fort Williams
Neptun's Stairscase in der Nähe von Fort Williams


Menhir und Hügelgrab: an der Route, aber keinen Umweg wert
Menhir und Hügelgrab: an der Route, aber keinen Umweg wert

Für uns schließt sich nun der Kreis um die Highlands, denn wir fahren jetzt zurück an die Westküste. Dabei legen wir noch einen Stopp am Naturschutzgebiet "Creag Meagaidh", wo wir auf einer kurzen Wanderung in die Berge die wichtigsten Landschaften der Region, von altem Wald entlang des Flusses, wie es ihn den Highlands nicht mehr oft gibt, bis in alpine Regionen durchqueren.

 

Bei Fort Williams besuchen wir die "Neptun's Stairscase" (N 56°50'43" W 5°05'48"), eine achtstufige Schleusenanlage im kaledonischen Kanal, der seit dem 19. Jahrhundert die Schottische Ost- und Westküste verbindet. Nur ein Drittel der Kanalstrecke ist künstlich, der übrige Teil wird durch Seen der tektonischen Verwerfung "Great Glen", darunter der Loch Ness, gebildet.

 

In der Nähe von Oban trennen wir uns kurz vom Wasser und erreichen schon wenige Meilen entfernt von Ort und Küstenstraße, vollständig einsame Regionen, die wir auf engen Straßen durchqueren. Längs der Strecke treffen wir auf bei Strontoiller (N 56°24'22" W 5°23'33") auf den knapp 4 m hohen Menhir „Clach na Carraig“ aus der Bronzezeit, daneben die Reste eines Hügelgrabs. Es soll hier auch einen Steinkreis geben, aber der scheint auf Privatgelände zu liegen und zumindest bei unserem Besuch nicht zugänglich zu sein.

 

Wir steuern nun entlang diverser "Lochs" und durch teilweise enge Täler ("Hell's Glen") die Fähre bei Dunoon an, die uns unter Umgehung von Glasgow in die Lowlands bringt.

 

Diese ist zwar mit ca. £ 17 (Stand: 2018) relativ teuer, da sie uns aber den langen und wenig attraktiven Weg durch die Stadt erspart und uns auch nicht noch einmal an Loch Lomond vorbeiführt, halten wir sie für die attraktivere Route.

 

Kurz hinter der Fähre führt uns ein Abstecher in den "Clyde Muirshiel Regional Park" allerdings noch einmal in eine Region in der die Lowlands aussehen wie die Highlands - und das nur 20 Meilen von Glasgow entfernt.

 

Im Küstenort Largs erinnert ein Gedenkturm (N 55°46'36" W 4°51'29"), der sogenannte "Pencil" an die Zeiten, in denen Schottland von Sandinavien aus regiert wurde und speziell an einen "Sieg" der Schotten über die Armada Hakon III, der aber eigentlich mehr einer überstürzten Flucht der Wikinger aufgrund diverser Missverständnis gleichzusetzen ist. Trotzdem wird hier einmal im Jahr ausgiebig gefeiert.

 

Auf den Weiden der Lowlands grasen nun vermehrt Kühe, von denen vor allem die "belted Galloways" auffallen, erinnern sie aus der Ferne doch stark an Schabrackentapire und weniger an die allseits bekannten Wiederkäuer.

 

Bei Girvan verlassen wir die Westküste, aber nicht ohne noch einmal am Hafen Fish&Chips gegessen zu haben.

 

Durch die Region Dumfries und Galloway gelangen wir an die Grenze zwischen Schottland und England, die wir kurz nach Gretna Green überqueren.

 

 

 

 Unsere Stellplätze:.

  • Naturschutzgebiet "Creag Meagaidh": Wanderparkplatz (N 56°57'05" W 4°29'43.3")
  • an der B828: Wanderparkplatz (N 56°13'20" W 4°51'36.8")
  • Girvan: Großparkplatz am Hafen (N 55°14'36" W 4°51'44"); Tipp: am Imbiss "Grazianos" unweit des Parkplatzes Fish&Chips kaufen und mit Strandblick essen; so machen es jedenfalls die Einheimischen
  • Glencaple: offizieller Stellplatz am Bootsanleger ohne VE (N 55°00'09" W 3°34'26")

$


Yorkshire Dales

düsteres Hochland der Yorkshire Dales
düsteres Hochland der Yorkshire Dales


typisches Bild der Yorkshire Dales
typisches Bild der Yorkshire Dales

Die Yorkshire Dales, kurz oft auch nur Dales genannt, sind eine dünn besiedelte, ländliche Region im Nordwesten Englands. Bereits 1954 wurde hier der Yorkshire Dales Nationalpark eingerichtet, der sich heute über eine Fläche von etwa 2.000 Quadratkilometern erstreckt.

 

In den Tälern wird die Landschaft von in Trockensteinmauern eingefassten Viehweiden bestimmt.

 

Das karge und oft düstere Bergland, auch "moor" genannt, ist mit Heidekraut, Farn und Binsen bewachsen und für die Landwirtschaft ungeeignet.

 

Der Nationalpark zählt jährlich etwa 8 Millionen besucher. Trotzdem hat der Tourismus in der Region nur in einem angenehm erscheinenden Maß Einzug gehalten. Die Orte wirken mit ihren Bed-and-Breakfasts-Unterkünften den kleinen privaten Campingarealen  immer noch mehr als beschaulich.

Vor allem in den Tälern im Norden (besonders schön: Swaledale) findet man kleine Dörfer, deren alte Steinhäuser aus der Zeit gefallen zu scheinen.

 

Es würde nicht wundern, wenn gleich James Harriot, der Tierarzt aus der in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts in den Dales spielenden englischen TV-Serie "Der Doktor und das liebe Vieh", um die Ecke kommen würde. Wenig hat sich verändert seit dieser Zeit; nur die Autos scheinen moderner geworden zu.

 

Es verwundert daher wenig, dass nach einer Nacht inmitten einer einsamen Heidelandschaft morgens eine Jagdgesellschaft an unsere Tür klopft. Mit ausgesucht englischer Höflichkeit fragt man uns, ob wir gut geschlafen hätten, um uns im Anschluss darauf hinzuweisen, dass es „günstig wäre, wenn wir jetzt unseren Platz räumen würden, da wir ansonsten für den Rest des Tages mitten in der hier gleich stattfindenden Moorhuhn-Treibjagd festsäßen“.

 

 

Stellplätze in den Yorkshire Dales:

  • Die Yorkshire Dales sind ein Paradies für Wanderer und so haben viele Farmen eine Wiese als einfaches Campingareal ausgewiesen. Hier finden auch Wohnmobile einen Platz für eine oder mehrere Nächte.

$

 

Impressionen der typischen Landschaft der Yorkshire Dales


Rückreise

Ein letztes Bier am Reedcutter in den Broads.
Ein letztes Bier am Reedcutter in den Broads.

Unsere Reise neigt sich dem Ende zu und so machen wir uns durch die Mitte Englands auf in Richtung Harwich. Auf dem Rückweg legen wir noch einen Stopp im Peak District, einem weiteren Nationalpark, ein.

 

Wir beschließen unsere Reise dort, wo sie auch begonnen hat, im Lokal "The Reedcutter" in den Broads.

 

Unsere Stellplätze:

  • Peak District: Wanderparkplatz
  • Cantley: Parkplatz am Inn "The Reedcutter", kostenfrei, Einkehr obligatorisch und sehr zu empfehlen (N 52°34'35"; O 1°30'51")
  • Harwich: Parkplatz vor dem Fähranleger; Übernachtung toleriert, Ticket/Reservierung für die Morgenfähre sichtbar im Fahrerhaus platzieren (N 51°56'40" O 1°15'01"; links auf dem Parkplatz neben den Wartespuren entlang des Zauns)

Tipps: mit dem Wohnmobil nach Schottland

Mit dem Wohnmobil in Schottland: Reisetippe

Mit dem Wohnmobil nach Schottland:

 

Reisetipps und was uns noch so auffiel:

 

 

 

·        Linksfahren:

 

Das Linksfahren ist nur in den ersten Tagen gewöhnungsbedürftig. Tipp: Man sollte sich einzelne Situationen (Kreisverkehr, auf einer großen Kreuzung links und rechts abbiegen, wenden usw.) im Kopf vorstellen und das Verhalten verinnerlichen. Nur wenn man plötzlich spontan reagieren muss, wird es knifflig - dann reagiert man oft so, wie man es von zuhause gewohnt ist. "Rechts vor links" scheint es nicht zu geben, denn an Kreuzungen ist die Vorfahrt in der Regel durch Schilder geregelt.

 

·        Internet:
Wir haben Vodafone - und ein Vodafone-Netz ist in Highlands quasi nicht vorhanden. Sogar in den Städten und Dörfern gibt es meist nur GRPS. Viele Cafés bieten zwar wlan, aber schnell ist das meist auch nicht. Tipp: Wer in Schottland Internet benötigt, sollte sich eine Karte von DREI holen. Dieser Anbieter soll angeblich das beste Netz in Schottland haben.

 

·       Einkaufen und Tanken:
In großen Städten gibt es Supermärkte, auch Aldi und Lidl findet man. Je weiter man in die Einsamkeit kommt, desto dürftiger werden die Einkaufsmöglichkeiten. Kleine Läden bieten aber häufig wenigstens das Nötigste. Auch Tankstellen werden rar. Tipp: Ist der Tank halb leer und man kommt an einer gut aussehenden Tankstelle vorbei, sollte man die Gelegenheit nutzen, denn mitten im Nichts besteht eine Tankstelle oft nur aus einer Zapfsäule und diese sehen manchmal alles andere als vertrauenswürdig aus. Sonntags sind Läden und Tankstellen in der Regel geschlossen.

 

·        Stechende Quälgeister
Midges sind ein großes Problem und tauchen zu Massen dann auf, wenn es windstill und etwas dunkler ist. Es sind ca. 2 mm fiese Mücken, die man nicht hört, aber später um so mehr spürt. Vor allem abends kommen sie aus ihren Verstecken und sorgen dafür, dass man keinen Fuß mehr vor das Womo setzen möchte. Allerdings sind sie so klein, dass die festinstallierten Moskitonetze in den Fenstern nur wenig nützen. Tipp: Wer gut vorbereitet sein möchtet, kauft sich bereits in Deutschland ein Netz, dessen Maschen so klein sind, dass Midges draußen bleiben.

 

·        Stell- und Campingplätze
Eins vorweg: Stellplätze gibt so gut wie gar nicht und Campingplätze sind teuer und für viele muss man Mitglied bei einem der einheimischen Clubs sein. Aber eigentlich braucht man keine Stell- bzw. Campingplätze. Nirgends ist das Freistehen so einfach wie in den Highlands Schottlands und so sicher wie in Schottland haben wir uns auch noch nirgendwo gefühlt. Hat mein einen schönen Platz gefunden, bleibt man stehen. Meist gesellt sich noch ein zweites oder drittes Womo dazu, aber wirklich voll wird es selten. Wer alleine stehen will, der findet meist auch ein einsames Plätzchen. Wer noch entsorgen muss, ist allerdings auf einen Campingplatz angewiesen.

Haben wir mal keinen schönen Platz gefunden, bedienten wir uns der App park4night bzw. den Internetseiten www.searchforsites.co.uk bzw. meinwomo.net.

 

·        Sauberkeit und Müll:

 

Wir haben noch nie so ein sauberes Land gesehen wie Schottland - und wir hoffen, es wird noch lange so bleiben. Dreck findet man so gut wie nie, es sei denn, der Sturm hat einen der vielen Mülleimer umgeworfen und die Möwen haben den Müll verteilt. Hinterlassenschaften von Hunden findet man auch so gut wie nie. Quasi an jeder Ecke findet man entsprechende Mülleimer für die Entsorgung der kleinen Plastiksäckchen

$ 


Hits seit dem 21.10.2019: