Tipps: mit dem Wohnmobil nach Portugal

Reisetipps für Wohnmobilreisende zu Portugal

 

Unsere Erfahrungen und alles, was uns so aufgefallen ist:

Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt knapp 600 Kilometer, die Ost-West-Ausdehnung rund 230 Kilometer. Etwa 10 Millionen Einwohner teilen sich rund 100.000 Quadratmeter Fläche. Mit 115 Einwohner / qkm ist das Land recht dünn besiedelt (im Vergleich: Deutschland: 230 Einwohner / qkm). Die Amtssprache ist portugiesisch, knapp 80% aller Portugiesen sind römisch-katholischen Glaubens.

 

Vom grünen Norden mit wild romantischen Ge­birgs­land­schaften und wunderschönen Flusstäler, unzähligen kleinen Fischerdörfern an der rauen Westküste bis hin zu stillen Buchten mit kilometerlangen Sandstränden im Süden ist für jeden etwas dabei. Und mitten drin - die beiden Metropolen Porto und Lissabon.

 

Klima

In Portugal findet man ein gemäßigtes Klima mit heißen Sommern und regenreichen Wintern vor, das je nach Region von atlantischen, kontinentalen und mediterranen Einflüssen geprägt ist. Abhängig davon, welche Region besucht und zu welcher Jahreszeit nach Portugal gereist wird, erfreut das Land mit viel Sonnenschein und ist somit ein ideales Reiseziel.

 

Je nach Höhenlage und Nähe zur Küste variiert das Klima stark. So ist es im bergigen Norden in der Regel kälter und regenreicher, während Lissabon, der Alentejo und die Algarve lange, heiße Sommer mit Temperaturen von bis zu 35-40°C aufweisen. Im Landesinneren herrscht dagegen recht mildes Klima und je weiter man sich von der Küste entfernt, desto geringer wird die Luftfeuchtigkeit.

 

Daraus ergeben sich die besten Reisezeiten:

  • Beste Reisezeit für eine Sommerreise an die Küsten:
  • Mai – September, jedoch sehr hohe Temperaturen im Juli und August
  • Beste Reisezeit für Städtetrips: Frühling und Herbst
  • Beste Reisezeit im Winter: Dezember bis April

Aufgrund der klimatischen Bedingungen kann es in den Sommermonaten in Portugal immer wieder zu massiven Busch- und Waldbränden kommen, die auch die Infrastruktur sowie den Tourismus beeinträchtigen können. Reisende sollten bei Fahrten in bewaldete Gebiete besonders vorsichtig sein und auf entsprechende Meldungen in den Medien und Hinweise der lokalen Behörden wie z.B. der Nationalen Zivilschutzbehörde (www.prociv.pt/en-us) achten.

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Einreise

Die Einreise nach Portugal wie auch nach Spanien ist für deutsche Staatsangehörige mit dem Reisepass, einem vorläufigen Reisepass, dem Personalausweis, einem gültigen vorläufiger Personalausweis oder Kinderreisepass möglich.

 

Pfefferspray

Wohnmobilfahrer, die Pfefferspray in ihrem Fahrzeug mitführen, müssen wissen, dass Pfefferspray in Portugal unter die Bestimmungen des Waffengesetzes fällt. Der Besitz ist nur Inhabern eines Waffenscheins der Kat. E erlaubt. Zuwiderhandlungen haben in der Regel Strafanzeige zur Folge. Somit sollte das Pfefferspray besser zuhause bleiben.

 

Einreise mit Haustieren

 Hunde, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern benötigen bei Einreise einen EU-Heimtierausweis (pet pass) bzw. einen nationalen Heimtierausweis und müssen als Kennung einen implantierten Mikrochip am Hals tragen. Aus dem Ausweis muss hervorgehen, dass das Tier eine gültige Impfung gegen Tollwut bzw. eine Auffrischungsimpfung hat.

 

Weiterreise mit Hund nach Marokko

Möchte man mit Hund nach Marokko weiterreisen, ist es zwingend erforderlich, dass man für den Hund ein gültiges Tollwut-Titer-Zertifikat vorlegen kann und die Folgeimpfung für Tollwut nicht um einen einzigen Tag überzogen ist. Ist dies nicht der Fall und ist der Hund erst einmal in Afrika, wird ihm die Einreise zurück nach Europa verweigert und er kommt für drei Monate in Quarantäne! Hier sollte man sich vor Antritt der Reise sehr genau informieren, denn die Titer-Bestimmung kann erst 30 Tage nach der Immunisierung durchgeführt werden.

 

Verkehr:

In Portugal gilt die 0,5 Promille Grenze. Für Fahranfänger, die nicht mehr als Jahre Fahrerfahrung haben, gilt die strenge Grenze von 0,2 Promille.

Telefonieren bzw. ein Handy am Steuer ist verboten und kostet schnell 120 EUR

Bei einem Unfall oder einer Panne sollte man eine Warnweste nach EU-Norm 471 tragen.

gelbe Markierungen am Straßenrand sind Halte- und Parkverbotszonen. Wer diese missachtet, muss mit Abschleppen oder einer Kralle sowie einem empfindlichen Bußgeld rechnen, das oft sogar direkt vor Ort bezahlt werden muss.

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Geschwindigkeitsbegrenzungen:

  •  innerhalb geschlossener Ortschaften: 50 km/h
  • außerhalb geschlossener Ortschaften: 90-100 km/h
  • Autobahn: 120 km/h

 Das Schild "Velocidade Controlada" weist darauf hin, dass eine Geschwindigkeitskontrolle mit einer folgenden Ampel verknüpft ist. Ist man zu schnell, schaltet die Ampel auf rot.

 

Uns ist aufgefallen, dass Portugiesen oft sehr dicht auffahren. Als Womo-Fahrer sollte man darauf vorbereitet sein, Ruhe bewahren und eine Gelegenheit suchen, den Drängler vorbei zu lassen. Wir hatten allerdings nie das Gefühl, das das Drängeln in Portugal - im Gegensatz zu Deutschland - etwas mit Aggression zu tun hat. Oft saßen auch ältere und total entspannte Menschen im Auto.

 

Auch überholen Portugiesen oft, obwohl es die Situation noch nicht wirklich erlaubt. Hier wird darauf spekuliert, dass die oft vorhandenen Standspuren genutzt werden. Jeder Portugal-Fahrer wird diese Situation erleben und bald erkennen, dass das "Normal" ist und sich kein portugiesischer Fahrer darüber aufregt. Auf hier sollte man einfach nur vorbereitet sein.

 

Maut

Wer seine Portugalreise genießen möchte, sollte die Autobahnen meiden. Möchte man allerdings schnell vorwärts kommen, so bietet sich die mautpflichtigen Autobahnen mit Sicherheit an, denn sie sind wegen der anfallenden Kosten meist recht leer. Der Preis errechnet sich aus der Fahrzeug-Kategorie (die meisten Womos sind Klasse 2) und Nutzungsdauer. Wir haben auf unseren Reisen keine Autobahn benutzt.

 

Das Bezahlen der Maut soll ein wenig kompliziert sein. Es gibt eine Vignette, eine On-Board-Unit oder aber auch Möglichkeiten, im Nachhinein z.B. bei der Post zu zahlen. Wer die Autobahn nutzten möchte sollte sich im Vorfeld genau informieren.

 

Gas Tanken:

Der Tausch oder das Auffüllen deutschen Gasflaschen ist in Portugal nur schwer möglich. Wir haben allerdings gehört, dass man sich an Repsol- oder Cepsa-Tankstellen portugiesische Flaschen für die Zeit des Urlaubs leihen kann. Wer das tun möchte, sollte für die portugiesische Flasche Platz in seinem Gasfach frei halten.

 

Hat man eine fest eingebaute Gastankflasche an Bord, ist man fein raus. LPG zu tanken ist in Portugal an vielen Tankstellen möglich, den richtigen Adapter sollte man allerdings sicherheitshalber dabei haben.

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Übernachten im Wohnmobil:

Ob man lieber auf einen Campingplatz mit mehr oder weniger Komfort oder einen einfachen Wohnmobilstellplatz möchte, muss jeder für sich entscheiden. Beides gibt es in Hülle und Fülle. Vor allen in der Touristikhochburgen reiht sich ein Campingplatz an den anderen. Aber auch in abgelegenen Teilen der Iberischen Halbinsel findet man immer wieder z.T. kleine, aber mit viel Liebe angelegte Stellplätze, oft sogar mit Ver- und Entsorgung für kleines Geld. Nicht selten ist die Übernachtung sogar kostenlos. Für das Auffinden von Übernachtungsplätzen nutzen wir vor allen park4night (www.park4night.com), Campercontact (www.campercontact.com ) oder meinwomo (www.meinwomo.net). Einige dieser Seiten gibt es auch als App für das Smartphone.

 

freies Übernachten:

"Wildes Campen" und "freies Übernachten" ist ein schwieriges Thema. Man liest immer wieder, dass es in Portugal nicht erlaubt ist, aber eine abgesicherte Auskunft haben wir nirgends bekommen. Daher möchten wir nur kurz unsere Erfahrungen schildern:

 

Immer wieder findet man an besonders schönen Plätzen Ansammlungen von Wohnmobilen, die, sobald sich eine gewisse Wohnmobildichte angesammelt hat, auch durch die Polizei geräumt werden. Wenn wir "frei" übernachtet haben, dann auf einem ruhigen Plätzchen abseits des Trubels. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass vorbeifahrenden Streifenwagen - wenn Sie uns denn entdeckt haben - immer ein Auge zugedrückt haben. Allerdings verzichteten wir an solchen Plätzen komplett auf "Camping", d.h. Stühle, Tische und Grill blieben im Auto, die Markise eingerollt.

 

Noch ein Tipp:

Hippies stehen mit ihren "Wohnungen auf 4 Rädern" gern auf einsamen Parkplätzen in Strandnähe. Werden Sie von der Polizei entdeckt, werden sie oft zur Kasse gebeten. Steht man zufällig ganz in der Nähe, kassiert die Polizei aus "Solidarität" gleich alle Übernachter vor Ort ab - und das kann ein teures Vergnügen werden.

 

Sicherheit

Nach unserem Empfinden ist Portugal ein sicheres Land, aber Vorbeugen ist allemal besser. Man sollte sich vor der Abreise seine Gedanken machen und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Auch eine vorher klar definierte Prozedur beim Verlassen des Fahrzeugs ist hilfreich, nichts zu vergessen. Bei uns macht einer alles zu, der andere kontrolliert!

 

Selbstverständlich ist es natürlich, keinerlei Wertsachen frei sichtbar im Wohnmobil liegen zu lassen. Offene Fenster und Türen sind Einladungen für Gelegenheitsdiebe.

 

Grundsätzlich sollte man es einem Einbrecher so schwer machen wie möglich - und das soll er auch von außen sehen! Ein Großteil der Einbrüche erfolgt über die Fahrer- bzw. Beifahrertür, ein Seitenfenster ist schnell eingeschlagen und der Weg ins Innere frei. Hier sollte man sich Gedanken machen, wie man die Fahrerhaustüren zum Beispiel durch eine gut sichtbar Kette zusammenschließt. Weitere Sicherheitsmaßnahmen wären u.a. Alarmanlagen und Tür- und Fenstersicherungssysteme.

 

Ein gutes Mittel, sich vor großem Schaden zu schützen ist es, einfach nichts Wertvolles mit zu nehmen, bzw. im Wagen liegen zu lassen.

 

Aber auch die Wahl des Park- oder Stellplatzes sollte wohl überlegt sein. Auch ein offizieller Stellplatz ist nicht unbedingt sicher. Bierflaschen und anderer Müll können Hinweise sein, dass sich hier Jugendliche am Abend die Zeit vertreiben. Unser Motto ist, wenn wir uns auf einem Platz nicht wohlfühlen, fahren wir weiter.

 

Menschenleere oder schlecht beleuchtete Straßen meiden wir. Besonders vorsichtig sind wir an Orten mit Menschenmassen oder auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Vor allen in den historischen Straßenbahnen von Lissabon sollte man vorsichtig sein. Unsere Wertsachen tragen wir versteckt, die Fotoausrüstung in speziellen Taschen mit Diebstahlschutz.

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Einkaufen:

Wer auf deutsche Produkte nicht verzichten möchte, findet in Portugal flächendeckend Filialen von deutschen Discountern. Mit Bäckern ist das ein wenig anders, denn auf der ganzen Iberischen Halbinsel gibt es nur wenige Bäcker. Wer frisches Brot kaufen möchte, muss das in der Regel auf einen Supermarkt zurückgreifen.

 

Portugiesische Küche

Die Portugiesische Küche ist vor allem von der Seefahrt geprägt. Wichtige Bestandteile der Küche sind Gewürze wie Koriander, Chili, Zimt, Kardamon, Ingwer oder Früchte wie Tomaten, Kartoffeln und Paprika, die die Seemänner aus Übersee mitbrachten. Hinzu kommt der Fisch aus dem nahen Meer und das Fleisch aus dem Binnenland.

 

Vor allem Chili hat es den Portugiesen angetan. Piri-Piri ist nicht nur die Bezeichnung der Schote, sondern auch von Soßen, die die Portugiesen in allen Schärfevariationen lieben.

 

Restaurant:

Da die Lebensunterhaltskosten für uns Deutsche in Portugal sehr günstig sind, ist auch Essen gehen erschwinglich. Vor allem mittags bieten viele Restaurants kostengünstige und gute Tagesmenüs.

 

Betritt man ein Restaurant, wartet man, bis einem ein Tisch zugewiesen wird. Hat man sich gesetzt, werden einem in der Regel ein paar Appetitanreger auf den Tisch gestellt. Hat man sie konsumiert, werden sie später auf der Rechnung mit ausgewiesen. Sollten diese Häppchen nicht nur aus Oliven, Weißbrot, Butter, Käse und Pasteten, sondern - aufwendig hergestellt - aus Tintenfisch-Salat oder Garnelen bestehen, sollte man sich den Verzehr überlegen, denn sie schlagen sich oft deutlich in der Rechnung nieder. Neben dem kostenlosen Leitungswasser, das an den Tisch gebracht wird, sollte man auch andere Getränke bestellen.

 

Rechnung und Trinkgeld

Die Rechnung "a conta" bringt der Kellner meist auf einem kleinen Teller. Aber anders als in Deutschland schlägt man das Trinkgeld nicht gleich auf die Rechnung, sondern zahlt zuerst den ausgewiesenen Betrag. Wenn der Kellner dann das Wechselgeld auf dem Teller zurückbringt, lässt der man das Trinkgeld darauf liegen. 10 bis 15 Prozent Trinkgeld sind in der Gastronomie üblich.

 

Telefonieren und Internet:

Bisher war das Telefonieren und das Internet auf Reisen ins Ausland immer ein großes Problem. Aber seit Mitte Juni 2017 muss man sich auf Reisen in die EU kaum noch Sorgen mehr über Roaming-Gebühren machen, wenn man mit dem Handy oder Notebook mobil im Internet surfen möchte. Mit dem Wegfall der Roaminggebühren stehen einem in der Regel jetzt auch im EU-Ausland die gewohnten Volumina des Heimattarifs zur Verfügung. Aber Achtung: Die neuen Roaming-Regeln gelten ausschließlich in den Ländern der EU sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein, also nicht in allen Ländern Europas!

 

Ausnahmen kann es auch bei Tarifen geben, die unbegrenzte oder umfangreiche Surf-Flatrates enthalten. Hier kann durch den Mobilfunkanbieter eine Grenze eingerichtet werden. Neuerdings werden von einigen Anbietern auch wieder Tarife angeboten, die ausschließich in Deutschland gelten. Hier sollte man bei Abschluss eines neuen Vertrages aufpassen.

 

Wichtig vor jeder Reise ist, dass man sich im Vorfeld hinreichend informiert, was der eigene Vertrag beinhaltet und was nicht. Hat man dies versäumt, erhält man von den meisten Mobilfunkanbietern bei Grenzübertritt eine SMS. Diese sollte man genau lesen, denn sie enthält meist Informationen über die Gebühren im Einreiseland.

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