Von Castro Marim nach Tavira

Wir verbringen eine ruhige Nacht im Naturpark und beherzigen natürlich wie immer den Grundsatz, in der Natur keine Spuren zu hinterlassen. Am nächsten Morgen drehen wir erneut eine kurze Fotorunde, bevor wir Philippes Empfehlung folgend,auf die sich von Vila Real de Santo Antonio entlang des Rio Guadiano ins Meer streckende Landzunge fahren, um Ausschau nach der dort lebenden Sumpfohreule zu halten. Leider bekommen wir diese zum Teil tagaktive Eule nicht zu sehen, obwohl einige mit Fernglas und Fotoapparat bewaffnete Portugiesen darauf hindeuten,  dass auch andere davon gehört haben, dass diese hier vorkommt.

 

Unser Weg führt uns weiter auf der Küstenstrasse. Die Ort gefallen uns nicht wirklich. Alles sehr touristisch, verbaut und landschaftlich nicht wirklich attraktiv. Kurz vor Tavira finden wir aber einen netten Platz zum frei Stehen zwischen einer Lagune und einem alten Fort. Die Gegend wird von vielen Einheimischen zum Spazierengehen entlang des Flusses und in den Dünen genutzt. Auf dem Rio Gilao, der Tavira mit dem Meer verbindet, fährt das ein oder andere Boot. Bei Ebbe liegen die Segeljachten auf Grund.

 

Die Küste hier wurde durch das große Erdbeben von 1755 und den mit diesem einhergehenden Tsunami geschaffen. Die der Küste vorgelagerten Inseln, die den Zugang zur eigentlichen Küste nur per Boot erlauben, sind so entstanden, der Flusslauf veränderte sich und viele Gebäude wurden zerstört. Ein äußerst eigenartiger Gedanke, insbesondere wenn man zwei Tage später von einem starken Seebeben vor Spanien hört, dass allerdings praktisch keine Auswirkungen hat. Wir jedenfallls bekommen nichts mit.

 

Zum Thema "freies Stehen" in Portugal: Nach unserem Verständnis ist freies Campen verboten, Übernachten wird häufig toleriert, solange es bei einer einmaligen Übernachtung bleibt und kein Campingverhalten gezeigt wird. Bisher haben wir keine schlechten Erfahrungen gemacht, wir planen aber weiterhin große Ansammlungen weißer Tupperschüsseln zu meiden.

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