Die Schweiz eignet sich hervorragend für Reisen mit dem Wohnmobil. Zwischen Alpenpässen, Seen und kleinen Städten gibt es viele abwechslungsreiche Ziele, die sich gut miteinander verbinden lassen.

Die wunderschöne Schweiz galt bisher als schwierig für Wohnmobilisten. Tolle Landschaften, aber wenig Stellplätze und schwierig mit der Maut, vor allem für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen:
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Zurück an der Neiße kommen wir nach Bad Muskau, einem der touristischen Höhepunkte unserer Tour. In dem 1823 zum Kurbad ernannten Ort, findet sich mit dem Fürst-Pückler-Park, ein „Landschaftskunstwerk“ das zum UNESCO-Welterbe zählt.
Die Parkanlage erstreckt sich sowohl auf deutschem wie auch auf polnischem Gebiet großflächig über die Neißeauen und wurde 1815 nach Plänen des Fürsten als „idealisierte Natur“ gestaltet. Nie vollendet und trotz schwerer Zerstörungen im zweiten Weltkrieg zeugt der Park in Verbindung mit den wieder aufgebauten Schlössern (Altes Schloss und Neues Schloss) noch heute vom Genie seines Erbauers.
Die Region um Bad Muskau hat aber noch weitaus mehr zu bieten. 1895 zur Erschließung der umliegenden Wälder und Rohstoffvorkommen in der Umgebung errichtet, verbindet die „Waldeisenbahn“ heute mit ihren historischen Dampf- und Diesellokomotiven Bad Muskau mit touristischen Zielen in der Umgebung. Der Wohnmobilstellplatz Bad Muskau liegt in fußläufiger Entfernung zum Bahnhof:
Wohnmobilstellplatz Bad Muskau
Von hier steigen wir zur weiteren Erkundung der Region in die Schmalspurbahn um. Die Strecke führt dabei über den im Scheitelpunkt des UNESCO-Geoparks „Muskauer Faltenbogens“ gelegenen Ort Krauschwitz und den Museumsbahnhof in Weißwasser nach Kromlau.
Hier besuchen wir den 200 ha großen Azaleen- und Rhododendronpark. Im Mai und Juni ist es hier am Schönsten, denn dann stehen die namensgebenden Sträucher in voller Blüte. Aber auch im übrigen Jahr ist der frei zugängliche Landschaftspark sehenswert. Zu Pfingsten findet alljährlich das Park- und Blütenfest statt, zu dem bis zu 35.000 Besucher erwartet werden.
Nicht nur Fotografen fasziniert besonders die Rakotzbrücke, eine freitragende Bogenbrücke aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die aufgrund ihrer mystischen Optik auch Teufelsbrücke genannt wird. Wirklich außergewöhnlich macht die Brücke ihr Spiegelbild im umgebenden See, mit dem sie optisch einen vollständigen Kreis bildet. Kein Wunder, dass sie schon mehrfach als Filmkulisse diente.
Wer direkt anreist, parkt auf dem großen, tagsüber gebührenpflichtigen Parkplatz vor dem Gelände.
Wir steigen nun wieder ins Wohnmobil und es geht in die Glasmacherstadt Döbern, wo 1876 die erste Glashütte ihre Arbeit aufnahm. Die Anzahl der Glashütten stieg in den Folgejahren immer weiter bis die Betriebe zu Zeiten der DDR zum VEB Glashütte Döbern zusammengefasst wurden.
An die lange Tradition der Glasproduktion erinnert heute die 17 m hohe Glaspyramide von Cristalica Kingdom, einer der letzten aktiven Glashütten in Deutschland. Neben der Möglichkeit die dort hergestellten Glasprodukte zu bewundern und zu erstehen, werden in der Pyramide Führungen und Kurse angeboten.
Nächstes Ziel ist Forst, das einst eine führende ostdeutsche Textilstadt war. Heute ist Forst überregional für seinen 1913 eröffneten „Ostdeutschen Rosengarten“ bekannt und nennt sich selbst „Rosenstadt“. Die Garten- und Parkanlage bietet Raum für an die 1000 Rosensorten mit zehntausenden von Rosenstöcken. Hier „regiert“ die „Forster Rosenkönigin“ und am letzten Juni-Wochenende finden die „Rosengarten-Festtage“ statt.
Wohnmobilstellplatz am Rosengarten
An die textile Geschichte erinnert das in einer denkmalgeschützten Tuchfabrik untergebrachte Brandenburgische Textilmuseum. Forst ist aber auch ein Anlaufpunkt für Radsportfreunde. Im kombinierten Rad- und Reitstadion finden Steher-Rennen statt, im Herbst wird hier die Deutsche Meisterschaft im Bahn Derny ausgetragen.
Wir erreichen nun Guben, eine seit den 1950er Jahren durch die Oder-Neiße-Grenze geteilte Stadt. Der östlich der Neiße gelegene Teil mit der Altstadt liegt heute als eigenständige Stadt Gubin in Polen und bildet mit Guben in Deutschland eine „Europastadt“.
Das im Krieg zerstörte Rathaus in Gubin, dessen Geschichte bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, wurde wieder aufgebaut, die ebenfalls zerstörte spätgotische Stadtkirche steht aber auch heute noch als mahnende Ruine zentral in der polnischen Stadt; es gibt allerdings seit Jahren Bemühungen zum Wiederaufbau.
Vorbei am Zusammenfluss von Oder und Neiße und dem Oderpegelhaus in Ratzdorf
kommen wir zum malerisch in den Oderauen gelegenen Stift Neuzelle.
Das im 13. Jahrhundert gegründete Zisterzienserkloster gilt als einer der größten Schätze Brandenburgs. Der beeindruckende Barockbau mit seiner üppig ausgestatteten Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt liegt malerisch in den Oderauen und ist von prächtigen Gärten umgeben.
Nicht verpassen sollte man einen Besuch in der Klosterklause mit Biergarten vor den Toren des Klosters, in der Biere der benachbarten Klosterbrauerei ausgeschenkt werden.
Die Spezialität der Brauerei, der „Schwarze Abt“ brachte es als Objekt des als „Brandenburger Bierkrieg“ bekannten langjährigen Rechtsstreit zu überregionaler Berühmtheit.
Man stritt darum, ob das aufgrund des Zusatzes von Zucker nicht dem deutschen Reinheitsgebot entsprechende Brauerzeugnis in Deutschland als „Bier“ verkauft werden darf. Die Brauerei setzte sich letztlich durch und so steht das Getränk heute als „Bier“ auf der Karte und wartet darauf, von uns getestet zu werden.
Unser nächste Ziel ist Eisenhüttenstadt. In den 1950er Jahren als sozialistische Planstadt am Reißbrett entworfen, bot die Stadt Wohnraum für die Mitarbeitern des angrenzenden Eisenhüttenkombinats. Durch ihre Geschichte als komplette Stadtneugründung, ihren einzigartigen Aufbau und ihre Baudenkmäler stellt Eisenhüttenstadt heute ein Stück Architekturgeschichte dar und gilt als das größte Flächendenkmal Europas.
Ein Rundgang durch die sozialistische Musterstadt führt vorbei an klassizistisch anmutenden Gebäudekomplexen bis hin zu simplen Plattenbauten. Der öffentliche Raum wird geprägt von über 100 Skulpturen, Plastiken und Wandbilder aus der Zeit der Gründung der Stadt bis hin ins 21. Jahrhundert. Über die Geschichte der Stadt informiert das Städtische Museum.
Das Museum „Utopie und Alltag“ (www.utopieundalltag.de), das in einer ehemaligen Kindertagesstätte untergebracht ist, bringt dem Besucher den Alltag in der DDR näher.
Dominiert wird die Stadt auch heute noch von der namensgebenden Eisenhütte, dem größten Arbeitgeber der Stadt.
Wohnmobilstellplatz Eisenhüttenstadt
Wir kommen nun nach Frankfurt (Oder), das sich nach dem berühmtesten Sohn der Stadt auch gerne „Kleiststadt“ nennt. Einst war Frankfurt eine bedeutende Handelsstadt mit großem Wohlstand und Einfluss. Davon zeugen das Rathaus, dessen Geschichte bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurückreicht, sowie die St.-Marien-Kirche eine der größten Hallenkirchen der norddeutschen Backsteingotik.
Wer genau hinschaut, entdeckt ganz oben an einer der Giebelspitzen des Rathauses einen Hering – ein Zeichen dafür, dass Frankfurt einst Mitglied der Hanse war. Heute kennt man Frankfurt (Oder) als Grenzstadt. Der Grenzübergang nach Polen gilt als eine der wichtigsten Verbindungen ins Nachbarland und ist für den Personen- wie auch für den Güterverkehr gleichermaßen bedeutsam.
Wohnmobilstellplatz Marina Winterhafen
Umzäunter Stellplatz direkt am Wasser.
Wir verlassen Frankfurt in Richtung Norden und gelangen in den Oderbruch. Die Kulturlandschaft mit ihren großen landwirtschaftlichen Flächen entstand im 18. Jahrhundert im Rahmen der preußischen Binnenkolonisation durch Trockenlegung und Urbarmachung eines Feuchtgebiets. Ab 1753 begann eine planmäßige Ansiedlung von Kolonisten aus ganz Europa in neu angelegten Straßendörfern.
Entlang der Oder breitet sich vor uns aber erst einmal eine idyllische Auenlandschaft aus. Von den Oderberge genannten Steilufern bei Lebus, die etwa 50 m über dem Oderniveau liegen, hat man einen fantastischen Blick auf das Umland.
Tipp: Adonisröschen
Das Naturschutzgebiet Oderberge birgt einen besonderen Schatz. Im Mai/Juni blüht hier das streng geschützte Adonisröschen und taucht die „Pontischen Hänge“ bei Mallnow und Lebus in leuchtendes Gelb.
Erst auf den zweiten Blick offenbart diese scheinbar heile Welt des Oderbruchs ihre Geschichte. Im April 1945 tobte in der Region das heftigste Gefecht des 2. Weltkriegs, das die „Schlacht um Berlin“ einleitete. Seit 2022 erinnert die auf Initiative eines Heimatvereins errichtete Gedenkstätte Gut Klessin an die Schrecken und Opfer dieses Krieges.
Auch die zwischen Oder und Warthe gelegene Altstadt von Küstrin wurde bis auf die Grundmauern zerstört und nicht wieder aufgebaut, lebt aber bis heute in den Erzählungen von Theodor Fontane, der die Stadt 1862 besuchte, fort.
Die Kleinstadt gehört heute zu Polen, nur der Stadtteil Küstrin-Kietz am westlichen Oderufer verblieb nach der Neufestlegung der Grenze in Deutschland. Hier liegt der Fischereihof Schneider mit eigener Räucherei und einem netten Imbiss, in dem man den Fisch auch gleich probieren kann. Zum Betrieb gehört darüber hinaus ein idyllisch gelegener und völlig entspannter, kleinen Campingplatz, von dem aus man zu Fahrradtouren auf dem Oder-Neiße-Radweg aufbrechen kann.
Mehr Informationen über den tollen Stellplatz des Fischereihofes und weiter zum Nationalpark Unteres Odertal gibt es hier:
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