unser Wohnmobil: 4x4 Sprinter mit GFK Kabine

Allrad Reisemobil "Autark" von Woelcke


GFK-Kabine, winterfest, Allrad ...

Woelcke Autark Mercedes Sprinter Allrad 4x4 Wohnmobil Reisemobil

 

Jahrelang waren wir eingefleischte Kastenwagenfahrer. Nach einigen VW-Bussen und Kastenwägen auf Basis des Citroen Jumpers, die mehr "Übernachtungsfahrzeuge" bzw. Wohnmobile für kürzere Urlaubsreisen waren, wollten wir in Zukunft nun länger und auch in der kälteren Jahreszeit auf Reisen sein.

 

Ein neues, winterfestes Fahrzeug muss her; ein GFK-Aufbau war daher unumgänglich. Eine gute Isolation, Wintertür, im Innenraum integrierter Frisch- und Grauwassertank sind einige Vorteile einer solchen Kabine aus GFK. Weiter war für uns klar, dass das neue Reisemobil nicht groß werden sollte: max. 6 m lang, max. 3 m hoch, 2 m breit. Trotz dieser klaren Vorgaben gestaltete sich die Planung schwierig.

 

Zuerst sollte es ein VW T5 mit Alkoven werden. Wir haben uns einige fertige Fahrzeuge angeschaut, haben Hersteller besucht und uns ein Angebot ausarbeiten lassen. Aber irgendwie waren wir nicht glücklich. Ist ein Fahrzeug, dass aufgelastet eigentlich immer am bzw. über dem Limit fährt, das richtige für uns?

 

Wir überlegten hin und her - und haben uns letztendlich doch für einen Sprinter mit GFK-Kabine, Hecksitzgruppe, Wintertür zum Fahrerhaus und Umbaubett entschieden. Hier waren wir uns sicher, jetzt ein Fahrzeug zu bestellen, dass trotz Kabine, Möbel und Ausstattung noch Reserven hat.

 

Im Mai 2013 wurde unser Paul 3 bei Offroad und Reisemobile Woelcke in Heimsheim in Auftrag gegeben. Eine Entscheidung, die wir bisher noch nicht bereut haben. Obwohl schon der neue EURO 6 Motor mit AdBlue verfügbar war, haben wir uns ganz bewusst noch für den alten EURO 5 Motor entschieden. Wir brauchen einen zuverlässigen, ausgereiften Motor und keinen, in dem eventuell noch Kinderkrankheiten stecken. Außerdem wollten wir nicht ständig AdBlue mitschleppen. Wer weiß schon, wo wir noch mit dem Fahrzeug hin wollen.

 

Nach dem Dieselskandal und den Fahrverboten haben wir die letzte Entscheidung schon das eine oder andere Mal ein wenig bereut.

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Planung, Realisierung, Optimierungen ...


Unsere Gedanken zur Planung unseres Wohnmobils:

Woelcke Wölcke Autark sprinter allrad 4x4 grün paul wohnmobil reisemobil bauplan grundriss zeichnung

Die Planung von Paul 3 hat rund 2 Jahre gedauert. Immer wieder landeten wir bei unseren Überlegungen in einer Sackgasse, aber letztendlich ist das für uns perfekte Auto dabei herausgekommen.

 

Es ist das dritte Wohnmobil, das unter unserer Regie entstanden ist.

 

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Unser Paul im Detail ...

Hier erfahrt ihr mehr über  ...

  • das Fahrzeug
  • die Ausstattattung und
  • die GFK-Kabine

 

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unverzichtbare Einbauten:

Wichtige Einbauten bei der Planung eines Wohnmobils

Es gibt Einbauten, auf die wir nie mehr verzichten wollen. Viele sollte man bei der Planung eines Wohnmobils gleich mit berücksichtigen, andere kann man einfach nachrüsten.

 

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Unsere Erfahrungen bis heute:

 Hier schildern wir unsere ...

  • ersten Eindrücke,
  • nach einem, 4 und 7 Jahren
    und
  • was würden wir heute anders machen?

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Umrüstungen und Optimierungen ...


Unser Paul bekommt neue Socken: Umrüstung auf AT-Reifen

Allrad Wohnmobil mit BFGoodrich KO2

Unser 4x4 Sprinter wurde serienmäßig mit dem Continental Vanco Winter 2 ausgeliefert. Diese waren allerdings bereits nach 42.000 km runter gefahren und es mußte ein neuer Reifen her.

 

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Auflastung auf 3,8 Tonnen ... und weiter auf 4,0 t

Allrad Wohnmobil Auflastung auf 3,8 tonnen

Uns war von vorneherein bewusst, dass ein 4x4 Sprinter mit GFK-Kabine als 3,5 Tonner schwierig zu realisieren sein wird. Leider sollten wir Recht behalten. Hier lest ihr:

  • Auflastung: Rauf auf 3,8 Tonnen und weiter auf 4 Tonnen
  • Vor- und Nachteile im Straßenverkehr

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Umrüstung auf Lithium-Batterie

Allrad Wohnmobil Auflastung auf 3,8 tonnen

Im Sommer 2021 haben wir uns entschieden auf Lithium Batterie umzusteigen.

 

Unsere Beweggründe und erste Erfahrungen findest Du hier:

 

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Unterbodenschutz - eine unendliche Geschichte

Unterbodenschutz beim Wohnmobil

Ziel war und ist für uns, unser Wohnmobil so lange wie möglich zu fahren. Also müssen wir entsprechende Vorkehrungen treffen.

 

Wie unser Paul eine Unterbodenkonservierung bekam:

 

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Sicherheit im Wohnmobil

Das Wohnmobil vor Einbrüchen zu schützen, ist sicherlich schwierig. Trotzdem kann man versuchen, es dem Einbrecher schwer zu machen. Hier ein paar Ideen:



"Umbau" unserer Thetford Toilette zu einer Trenntoilette

 

Ursprünglich wollten wir unsere Thetford Toilette gegen eine Trenn- bzw. Trockentoilette austauschen, aber es kam ganz anders.

 

Was sind die Vor- und Nachteile von Trenn- und Trockentoiletten und warum wir uns anders entschieden haben, lest ihr hier.

 

Was funktioniert das System Irene W.?



Unversichtbare Dinge ...

Hier ein paar Dinge, die wir - je nach Jahreszeit und Ziel - immer dabei haben:



Das Leben im Wohnmobil optimieren:

Das Leben im Wohnmobil optimieren

Hier findest Du Ideen, die Dir das Leben im Wohnmobil einfacher gestalten. Zum Beispiel:



Videos von unserem Wohnmobil "Paul"

Hier geht es zu Videos von unserem "Paul"



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Unsere Gedanken zur Planung unseres Wohnmobils:

Woelcke Wölcke Autark sprinter allrad 4x4 grün paul wohnmobil reisemobil bauplan grundriss zeichnung

Die Planung von Paul 3 hat rund 2 Jahre gedauert. Immer wieder landeten wir bei unseren Überlegungen in einer Sackgasse, aber letztendlich ist das für uns perfekte Auto dabei herausgekommen.

 

Es ist das dritte Wohnmobil, das unter unserer Regie entstanden ist.

 

Es gab eine über 20-seitige "Bauanleitung", die Fa. Woelcke und sein Team quasi zu 100 Prozent umsetzte.


Was waren die entscheidenen Fragen?

 

Welches Basisfahrzeug?

 

Das neue Fahrzeug soll uns für mehrere Jahre sicher und als treuer Partner auf unserer Reisen begleiten. Nachdem wir viele Jahre Kastenwagen auf Citroen Jumper gefahren sind, die wir jeweils mit rund 120.000 km nach 5-6 Jahren verkauft haben, sollte es diesmal etwas werden, was qualitativ deutlich hochwertiger und haltbarer ist. Aber Qualität hat auch seinen Preis. Die meisten Wohnmobile basieren auf Fiat Ducato oder Citroen Jumper, aber die sind meist auch nur 4-6 Wochen im Jahr im Einsatz. Ganz anders bei uns: unser Neuer wird rund 6 Monate und mehr im Jahr unterwegs sein.

 

 

Motorisierung:

 

Wir hätten vielleicht den großen Motor nehmen sollen, denn man sagt, je mehr Hubraum ein Motor hat, desto weniger anfällig ist er. Auch wäre dann die Automatik eine echte Option gewesen. Beides - die große Maschine und das Automatikgetriebe - wären allerdings deutlich schwerer gewesen, sodass eine Zulassung unter 3.5 Tonnen kaum noch möglich gewesen wäre.

 

 

VW T5 4-Motion oder Mercedes Sprinter:

 

Ein T5-4 Motion ist von Hause aus nur bis 3,2 Tonnen zugelassen und kann auf Wunsch mit einigem Aufwand auf 3,5 Tonnen aufgelastet werden. Das Fahrzeug mit fester Wohnkabine fährt dann quasi ständig auf voller Last. Das war uns zu heikel. Der Sprinter hingegen ist vom Werk aus bis 3,8 Tonnen zugelassen und in unseren Augen die bessere Wahl. Der sehr ähnliche VW Crafter kam für uns aus anderen Gründen nicht in Frage.

 

 

Größe:

 

Wir wollten ein kleines, handliches Wohnmobil. Unsere Vorgaben waren: unter 6 m lang, unter 3 m hoch und nicht breiter als 2 m. Mit diesen Maßen passen wir auf (fast) jeden Parkplatz und wenn uns auf schmalen Wegen jemand entgegen kommen, müssen wir nicht gleich in den Graben springen. Ein Fahrradträger kam für uns nicht in Frage, denn dann hätten wir uns gleich ein längeres Auto kaufen können, und den Fahrrädern tut die ständige Umweltbelastung auch nicht gut. Mit einer Höhe von unter 3 m halten Unterführungen einem in der Regel nicht von der Durchfahrt ab.

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Farbe:

 

Eine weiße, fahrbare Schrankwand - andere nennen es Tupperschüssel - wollten wir nicht. Da wir in der Natur unterwegs sein wollen, wollten wir ein unauffälliges Fahrzeug. Dies ist uns mit der Farbe "LKW-Grau" nur zum Teil gelungen, denn stehen wir mal in der Stadt, ist unser Fahrzeug ein Hingucker und man muss oft Rede und Antwort stehen; stehen wir in der Natur, finden wir ihn oft auch nicht sofort.  Alles hat halt seine Vor- und Nachteile.

 

 

Kastenwagen oder GFK-Kabine?

 

Diese Frage war bei uns schnell beantwortet. Es soll eine Kabine werden, denn mit Kastenwagen hatten wir so unsere Erfahrungen gemacht. Sie sind wenig isoliert, heizen sich im Sommer extrem schnell auf bzw. kühlen im Winter genauso schnell ab. GFK mit 40 mm Isolation sorgt im Sommer und Winter für ideale Temperaturverhältnisse, vor allem in Verbindung mit einer Wintertür. Der Aufpreis der Kabine von mehr als 10.000 € war uns das Wert. Durch die senkrechten Wände entsteht zumal ein deutlich größeres Raumgefühl und man ist deutlich flexibler beim Einbau.

 

 

Dinette oder Wintertür?

 

Eine Dinette kam für uns nie in Frage. Wir wollen in unserem Fahrzeug autark leben, ohne dass uns jedermann ins Wohnzimmer schauen kann. Aus diesem Grund war auch die sogenannte Wintertür Pflicht, die die Wohnstube vom Fahrerhaus trennt. Diese ist im Sommer und Winter sehr wichtig, da über die großen Scheiben im Fahrerhaus die Wärme bzw. Kälte schnell ins Innere dringt. Ein weiteres Pro für die Wintertür ist, dass die Wohnkabine komplett geschlossen ist und wir uns so bewegen können, dass keiner von außen merkt, dass das Womo bewohnt ist. Ein wichtiger und oft vergessener Punkt ist auch, dass man durch die abschließbare Wintertür das Fahrerhaus vom Wohnraum trennen kann. Dies ist wichtig, wenn das Fahrzeug mal in die Werkstatt muss oder verschifft werden soll und keine Fremden unbefugt Zutritt zum Wohnraum haben sollen.

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Gas, Diesel oder Strom?

 

Dies war eigentlich keine Diskussion, denn wir haben uns sehr schnell auf Gas geeinigt. Als wir das Auto planten, gab es auch noch keine wirkliche Alternative zu einem Gasherd. Außerdem macht es Iris großen Spaß, auf Gas zu kochen. Auf unseren Gas-Außenanschluss wollten wir auch nicht verzichten. Auch ist eine Gasheizung deutlich leiser als eine Dieselheizung und wir möchten ja autark und oft auch unbemerkt in unserem Paul übernachten können. Auch mit einem Absorberkühlschrank (Anmerkung: Absorberkühlschränke laufen auch mit Gas, Kompressorkühlschränke ausschließlich mit Strom) hatten wir noch nie Probleme, aber wir meiden auch die große Hitze. Das nächste Mal könnten wir uns aber auch für einen Kompressorkühlschrank interessieren und anstelle Gas dann größere Batterien und Solarplatten einbauen lassen.

 

Das waren einige grundsätzlichen Fragen, über die man sich Gedanken machen muss, bevor man sich auf die Suche nach dem richtigen Fahrzeug macht. Wenn es dann allerdings in Detail geht, gibt es noch tausende andere Fragen, über die man sich einen Kopf machen muss.

Hier nur ein paar Beispiele:

  • Was möchte man mitnehmen und wo bringt man alles unter (Fahrräder, Tische, Stühle, Kameraausrüstung, Papiere, Schuhe ....)
  • Wie tief sollten die Hängeschränke sein, damit man seine Kleidung optimal einlagern kann?
  • Wo kommt der Papierkorb hin?
  • Brauche ich eine Markise?
  • Sollte der Herd 2 oder 3-flammig sein?
  • getrennte Dusche oder kombiniertes Duschbad mit Toilette?
  • Toilettenbank mit eigenem Wassertank oder Einzeltoilette?
  • Möchte man 220 Volt für Fön, Kaffeemaschine oder Laptop? Wie viel Ah benötigt man?
  • DVB-T-Antenne, SAT-Schüssel (automatisch und schwer oder manuell und leicht)?
  • Wie viel Frischwasser? Wie groß sollte der Grauwassertank sein? Sollten beide frostsicher eingebaut werden?
  • Sicherheit für das Fahrzeug? Wie sicher ist die Aufbautür und Stauklappen? Wie sicher sind die Fenster? Benötigt man Geheimfächer?

 

Gaswarner im Wohnmobil: Sinn oder Unsinn? Hier erfährst Du mehr.

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Alkoven oder Heckbett?

 

Lange waren wir auf einen Alkoven mit Langbetten fixiert. Mit Ausnahme des VW T5 4-Motion als Basis sind diese Fahrzeuge aber viel zu hoch. Letztendlich haben wir uns aber für die umbaubare Hecksitzgruppe entschieden. Sie ist deutlich gemütlicher, man schaut immer nach hinten auf die schöne Landschaft. Wenn man wochenlang unterwegs ist, sind auch täglich 2 Minuten für den Umbau keine Qual. Wir haben unsere Entscheidung bisher nicht bereut.

 

 


Unser Paul im Detail ...

 

Hier erfahrt ihr mehr über  ...

  • das Fahrzeug und
  • die Kabine

Fahrzeug:

  • Mercedes Sprinter 316 CDI
  • Allradantrieb, zuschaltbar mit Untersetzungsgetriebe (Mercedes Werksallrad)
  • Baujahr 2014
  • Maße: 595 x 200 x 297 cm (LxBxH)
  • zulässige Gesamtgewicht: 3.5t, inzwischen auf 3.8 aufgelassen
  • Motor: 120 KW (163 PS) mit 6 Gang-Schaltgetriebe
  • Dieselpartikelfilter EURO 5
  • 100 Liter Dieseltank
  • Lackierung: Farbe Mercedes LKW grau (Mercedes Farb-Code 7187)
  • Ganzjahresreifen, jetzt umgerüstet auf derzeit BF Goodrich KO2
  • Beifahrerairbag
  • geregelte Klimaanlage mit Tempmatik
  • Komfort Fahrer- und Beifahrersitze mit jeweils einer Armlehne zur Mitte
  • Anhängerkupplung (inzwischen aus Gewichtsgründen demontiert, ca. 38 kg)

 

GFK-Kabinenaufbau:

  • Aufbau: Woelcke Autark Runner, winterfest
  • GFK-Verbundplatten mit Isolierschaumkern, hochdruckverpresst
  • Wand- und Dachstärke: 30 mm, Bodenplatte 40 mm
  • Schiebetür zwischen Wohn- und Fahrerhaus
  • Eingangstür aus GFK, 3-Punkt- Sicherheitsschloss mit BKS-Schließzylinder
  • Trittstufe mit Motor-Start-Einzug
  • Im Eingangsbereich (rechts): Garderobe (oben) und Schuhschrank (unten)
  • U-förmige Hecksitzgruppe, zum Bett umbaubar (Maße des Bettes: 1920 x 1500 mm), der hintere Teil ist Festbett mit einer Breite von 800 mm
  • Über der Sitzgruppe: U-förmige Hängeschränke, so tief, dass Hemden und T-Shirts lang hineinpassen)
  • Bad mit Dusche und Banktoilette Thetford C-402 mit eigenem Spülwassertank (15 Liter) und 19 Liter Fäkaltank und SOG-Toilettenlüftung
  • Küchenzeile: 2 flammige-Kocher-Spüle Kombination mit klappbarer Kocher- und Spülenabdeckung
  • Kleiderschrank, darüber ...
  • 90 Liter Absorberkühlschrank mit AES und automatischer Energiewahl
  • 100 l Wasser (frostsicher bei Heizbetrieb)
  • 80 l Grauwasser (frostsicher im bei Heizbetrieb)
  • 1x 14 kg Gastankflasche und 1x 11 kg Flasche mit Mono-Control CS mit integriertem Crashsensor, Heizen während der Fahrt möglich
  • Heizung Combi 4E mit CP-Plus-Steuerung und 11 Liter Warmwasserboiler
  • 2x 75 AGM Batterien
  • Ladegerät: 20 A, heute 42 Ah Ladegerät
  • Ladebooster, 1.000 Watt Wechselrichter, 2x 100 Watt Solar
  • Seitz S4-Fenster (inzwischen mit Verdunklungsfolie abgeklebt)
  • Dachhaube Midi-Heki (70 x 50 cm) mit Kurbel
  • diverse USB-, 12 Volt - und 220 Volt Steckdosen
  • Ein großer Heckstauraum mit zwei Stauraumklappen links und rechts für z.B. Sitze und Tisch, 2 Fahrräder, Wäscheschleuder u.v.m
  • Außendusche in Stauraum

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weitere Infos über unser Wohnmobil:

  • Planung: hier
  • Unverzichtbare Einbauten: hier
  • Erstes Resumé: hier
  • Unterbodenschutz: hier
  • Auflastung auf 3,8 t: hier
  • Allterrain Reifen BG Goodrich: hier
  • Dinge, die wir nie vergessen: hier
  • Sicherheit rund um das Wohnmobil: hier
  • Das Leben im Wohnmobil optimieren: hier

Dinge, die wir immer wieder einbauen würden.

Wichtige Einbauten bei der Planung eines Wohnmobils

Es gibt Einbauten, auf die wir nie mehr verzichten wollen. Viele sollte man bei der Planung eines Wohnmobils gleich mit berücksichtigen, andere kann man einfach nachrüsten.

 

Hier einige Beispiele:


Kein Wohnmobil ohne Außendusche

 

 

Eine Außendusche ist einfach eine praktische Sache.

 

Als Dusche wird sie allerdings selten genutzt, aber schnell mal  nach der Entsorgung die Hände waschen , mal kurz dreckige Schuhe gespült - bei uns ist dieser Wasserhahn fast täglich im Einsatz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Riegelschloss an den Fahrerhaustüren

 

 

Ein Großteil der Einbrüche findet über die Fahrerhaustüren statt, da diese überall gleich sind und ein Einbrecher sich entsprechend vorbereiten kann. Um einen Einbruch über diese Türen zu verhindern, haben wir auf jeder Seite ein HeoSafe Riegelschloss der Fa. Heosolution eingebaut. Unser Schloss ist mit einem Schlüssel abschließbar.

 

Ein großer Vorteil dieses Schlosses ist die gute Sichtbarkeit. Ein Einbrecher soll sehen, dass wir uns Mühe mit dem Einbruchschutz gegeben haben; das Schloss soll in erster Linie auch Einbrecher im Vorfeld abschrecken.

 

Wir schließen dieses Schloss nicht nur, wenn wir das Auto verlassen, sondern auch nachts. Allerdings schließen wir es dann nicht mit dem Schlüssel ab, sondern verriegeln es nur, denn die Fahrerhaustüren sollen uns auch weiterhin als Fluchtweg dienen.   (*unbezahlte Werbung*)

 

Mehr über die Sicherheit im Wohnmobil: hier

 

 

Gastankflasche - wichtig für Auslandsreisen

 

Nie wieder ohne Gastankflasche. Die 14 Kilo-Flasche muss fest in den Gaskasten eingebaut werden und bekommt einen Tankstutzen an der Außenwand des Wohnmobils. So kann man an jeder LPG Tankstelle sein Gas auffüllen. Es gibt für die Länder in Europa eine Handvoll Adapter. Allerdings ist das Tanken nicht in allen Ländern erlaubt.

 

Man sollte darauf achten, dass der Propan-Anteil im Gas hoch ist. Dies hat diverse Vorteile (vor allem im Winter) und die Geräte wie Absorber-Kühlschrank und Gasheizung werden es danken.

 

Neben LPG-Tankstellen kann man auch Gasfachbetriebe anfahren. Sie bieten oft 95/5 Propan zu Butan an.

 

Mehr über Gastankflaschen gibt es hier

 

 

Außengasanschluss

 

 

Über Sinn und Zweck eines Außengasanschlusses muss man wohl nicht viel sagen. Wer viel draußen grillen oder kochen möchte, der sollte ihn nicht vergessen.

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Klappbare Küchenabdeckung

 

Eine klappbare Küchenabdeckung schafft viel Platz bei Tag und Nacht. Beim Abwaschen dient die 2. Hälfte als Platz zum Abstellen, beim Kochen als Arbeitsplatte. Und in der Nacht bietet die neugewonnene Tischplatte Platz für Dinge, die man bei Nacht nicht braucht (Brille, Handy, Buch oder eReader).

 

 

 

 

 

 

 

Fahrräder kostengünstig verstauen

 

Fahrräder im Stauraum

Wichtig für uns war, dass unsere Klappräder innerhalb kürzester Zeit in einen fahrbaren Zustand versetzt werden können - also Herausziehen, Sattel hoch, Lenker aufklappen, Pedale und fertig - und später wieder zurück.

 

Ein Fahrradträger am Heck kam für uns nicht in Frage, denn dann hätten wir ja gleich ein längeres Wohnmobil kaufen können. Außerdem sind die Fahrräder dort ständig Wind, Wetter und potentiellen Neidern ausgesetzt - das wollen wir nicht.

 

Zusammengeklappt sind unsere Klappräder so hoch, dass sie im Staukasten Platz finden (siehe Foto).

 

Unten laufen die Räder jetzt in einer leichten Aluschiene aus dem Baumarkt und oben habe ich eine Führung für den Sattel angebracht (Halterungen für Garage, auch aus dem Baumarkt), die verhindert, dass das Fahrrad nicht umkippt und nicht weiter nach vorne rollt (kleines Bild rechts). Bei geschlossener Staufachtür bewegen sich die Räder jetzt nicht mehr. Einfacher und billiger gehts nimmer.

 

 

Einschub für den Außengrill

 

Grill im Stauraum

Unseren Außengrill habe ich fest auf einen kleinen Tisch fixiert. Die Beine ausgeklappt, ist er schnell aufgebaut. Man könnte sogar die Beine noch verlängern, Verlängerungsstücke sind unterm Tisch montiert.

 

Verstaut wird der Grill auf dem Kopf stehend im Staukasten. Er verschwindet auf einer Schiene oberhalb unserer Wäscheschleuder.

 

 

 

 

 

Die Kleiderstangen für die Nacht

 

Eine Kleiderstange vor der Kabinentür (zwischen Küche und Garderobe) sorgt dafür, dass auch in der Nacht Ordnung im Wohnmobil herrscht.

 

Aber nicht nur nachts hängt  hier unsere Kleidung vom Tag, sondern auch nasse Handtücher oder nasse Klamotten (nach dem Sport oder Waschen) finden hier Platz ohne sehr zu stören .

 

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Problemfall: Siphon

Handelsüblicher Siphon aus dem Campingbedarf
flacher Siphon aus dem Campingbedarf

Leider mussten wir feststellen, dass die in Wohnmobilen oft verbauten kleinen Siphons aus dem Campingbedarf nicht wirklich für Wohnmobile geeignet sind, die täglich gefahren werden.

 

Sie haben zwar den Vorteil, dass sie sehr klein und flach sind und deswegen platzsparend unter das Waschbecken verbaut werden können, aber sie nur optimal für Wohnmobile und -wagen, die nur wenig bewegt werden.

 

 

 

 

Für Fahrzeuge, die fast täglich bewegt werden - wie unser - haben die kleinen Siphons zwei große Nachteile:

  • Ein Nachteil dieser Siphons ist, dass sie sich beim Fahren sehr schnell leer schütteln und somit der Geruchsverschluss, der den Grauwassertank vom Wohnraum trennt, nicht mehr vorhanden ist. Ist der Siphon leer, fängt es vor allen während der Fahrt sehr schnell und intensiv nach Grauwassertank zu stinken.

  • der zweite, große Nachteil ist, dass sich vor allem in der Küche Essensreste vom Abwaschen und im Bad Reste von der Zahnpasta im Siphon ablagern, die nach einiger Zeit anfangen, massiv zu stinken und zu schimmeln. Das Entfernen ist nicht nur schwierig, sondern auch Ekel erregend. Zum Säubern muss man den kompletten Siphon unter dem Waschbecken demontieren. Das ist, wenn der Abwasserschlauch kurz ist, nicht ganz einfach.

 

Siphon im Wohnmobil

Einbau handelsüblicher Siphons

 

Aus diesen Gründen habe ich zumindest im Bad und in der Dusche handelsübliche Siphons eingebaut. Diese haben ein deutlich größeres Wasserreservoir, dass sich kaum leer schütteln kann und ist einfach zu reinigen, indem man das "Wasserreservoir" abschraubt. Nur in der Küche war der Einbau aus Platzgründen nicht möglich.

 

Der Versuch in das "Fallrohr" noch ein "Knie" einzubauen, ist leider auch gescheitert. Das Wasser lief deutlich schlechter aus der Küche ab, außerdem sammelten sich dort auch wieder Essensreste, die man dort nur schwer entfernen kann.

 

Hier haben wir uns angewöhnt, vor jeder Abfahrt den Ausguss mit einem Stopfen zu verschließen.

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Vorteil einer Wintertür:

Wintertür im Wohnmobil

Bei uns ist zwischen Fahrerhaus und Kabine eine abschließbare Schiebetür. Diese bietet eine Reihe von Vorteilen:

  • macht man die Schiebetür und die Fenster zu, so kann man uns von außen nicht sehen und wir können uns ungezwungen in der Kabine bewegen. Vor allem in Städten ist das von Vorteil.

  • Einbruchssicherung: Findet ein Einbrecher den Weg in das Fahrerhaus, so hat er ein weiteres Hindernis zu überwinden, um in die Kabine zu gelangen.
  • Werkstatt: Muss das Fahrzeug unterwegs mal in die Werkstatt, so kann man durch Schließen der Wintertür die Kabine verschließen, sodass das Werkstattpersonal keinen Zugang hat. Wertsachen können also in der Kabine bleiben. Dasselbe gilt für eine Verschiffung.
  • im Winter hält sie die Kälte aus der Kabine. Das Fahrerhaus wird im Winter schnell kalt und lässt sich wegen der großen Scheiben schlecht heizen. Die Tür verhindert, dass die Kälte in die Kabine kommt.
  • im Sommer ist es genau umgekehrt. Durch die großen Scheiben heizt sich das Fahrerhaus schnell auf. Die geschlossene Wintertür sorgt dafür, dass es in der Kabine kühl bleibt.

 

Warum nur noch eine Dachluke mit Kurbel?

 

Heki im Wohnmobil

Grundsätzlich ist eine Dachluke etwas Schönes. Ursprünglich wollten wir eine große Luke, durch die wir zum Fotografieren aufs Dach steigen konnten. Heute müssen wir uns bei Herrn Woelcke bedanken, der uns von der großen abgeraten hat, denn er meinte, dass durch die große Luke im Sommer sehr viel Hitze in die Kabine gelangt. Er sollte Recht behalten.

 

Außerdem sind wir froh, uns für einen Dachluke mit Kurbel entschieden zu haben. Schon öfter hatten wir die Luke abends offen und durch das Licht haben sich Mücken am Netz versammelt, die darauf warteten, beim Öffnen des Moskitonetzes den Innenraum zu entern. Leider hatten sie nicht damit gerechnet, dass wir die Luke mit der Kurbel schließen konnten, sodass die Plagegeister auf der richtigen Seite des Netzes blieben.

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Unsere Erfahrungen bis heute:

 

Hier schildern wir unsere ...

  • ersten Eindrücke,
  • nach einem Jahr,
  • nach 4 und 7 Jahren und
  • was würden wir heute anders machen?

erste Eindrücke:

 

Das Fahrgefühl des Sprinters vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Hatten wir beim Citroen Jumper oft den Eindruck, "auf der letzten Rille zu bremsen", hat man beim Sprinter das Gefühl, noch viel Reserve zu haben. Auch ist der der Sprinter deutlich leiser; nur die Winterreifen, mit dem der Allrad ausgeliefert wird, sind ein wenig laut.

 

Der Aufbau bietet im Vergleich zu unseren Kastenwägen deutlich mehr Lebensraum, den wir sehr zu schätzen gelernt haben. Trotzdem ist das Fahrzeug wendig und passt auf (fast) jeden Parkplatz.

 

 

.... nach einem Jahr: 


Wir haben die richtige Entscheidung getroffen. Bis auf ganz wenige Kleinigkeiten würden wir heute das identische Auto bauen lassen!

 

 

....  nach knapp 4 Jahren: 

 

Wir sind immer noch so begeistert wie am ersten Tag. Das Auto ist nahezu perfekt und wir würden - bis auf einige Kleinigkeiten - das Auto vom Aufbau her noch einmal genauso bauen lassen und sicherlich auch bei Woelcke.

 

 

.... nach 7 Jahren und rund 177.000 km:

 

Heute war unser Paul beim TÜV: Ohne M#ngel bestanden! Grund genug, mal wieder ein kleines Resumé zu schreiben:

 

Zur Kabine:

 

Grundsätzlich sind wir immer noch zu 100% zufrieden. Aber man merkt schon, dass Paul nicht mehr der Jüngste ist. Es gibt einige Dinge, die nicht mehr wie neu aussehen. So ist die Küchenplatte inzwischen matt und empfindlich gegen Kratzer, die Stoffbespannung rund um die Sitzgruppe hat doch schon sehr gelitten. Auch sind schon einige Dinge kaputt gegangen und mussten ersetzt werden:

  • der Kurbeltrieb des Heki musste inzwischen schon zweimal getauscht werden
  • der Ladebooster musste ersetzt werden
  • die AGM-Batterien wurden nach 5 Jahren gewechselt
  • nach 5 Jahren gab es neue Matratzen
  • letztes Jahr haben wir Feuchtigkeit am Fenster entdeckt. Leider haben wir die Dichtigkeitsprüfung bei Woelcke nur im ersten Jahr durchführen lassen, sodass die Garantie nicht mehr griff. Auf dem Dach habe ich Risse im Lack an Stoßkanten entdeckt, die ich entsprechender Dichtmasse verschlossen habe. Bisher ist alles trocken geblieben.
  • Griffe der Seitz-Fenster wurden ausgetauscht

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Am Sprinter war defekt:

  • der Kondensator der Klimaanlage war undicht
  • beim Austausch der Windschutzscheibe wegen Steinschlag wurde festgestellt, dass der Rahmen rund um die Scheibe verrostet war. (Mercedes zahlte einen großen Anteil der Sanierung)
  • neue Stoßdämpfer (erst hinten, dann vorne)
  • diverse Probleme mit den Bremsen

Zusammenfassend hat uns unser Wohnmobil noch nie wirklich im Stich gelassen. Seitens des Sprinters sind die Probleme mit den Bremsen allerdings recht massiv und gingen schon richtig ins Geld. Auch die Sache mit dem Rost um die Scheibe ist unschön, wurde aber von Mercedes sehr kulant behandelt. Seitens der Kabine sind wir - bis auf die Undichtigkeit auf dem Dach - wirklich zufrieden. Die ausgetauschten Teile sind in der Regel Verschleißteile. Da wir rund 2/3 des Jahres im Wohnmobil leben, muss man damit wohl rechnen.

 

 

 

Diese Dinge würden wir heute etwas anders lösen:

 

Änderungen Einbau:

  • Spannungswander:
    Der 220-Volt-Spannungswandler hätte keine 1.000 Watt, sondern 1.500 Watt
  • Kühlschrank:
    Anstelle eines Absorberkühlschrankes würden wir uns heute für einen Kompressorkühlschrank eintscheiden
  • Batterie:
    entsprechend würden wir uns für eine Lithiumbatterie, wahrscheinlich 200 AH oder mehr einbauen lassen
  • Toilette:
    auch würden wir heute auf die Thetford-Kassetten Toilette verzichten und auf eine Trenntoilette umsteigen. Damit entfällt das ständige Aufsuchen einer VE und das Mitführen einer 2. Kassette. Wir haben mit vielen gesprochen, die sich eine solche Toilette einbauen lassen haben, es gab keinen einzigen, der diesen Schritt bereut hat. (siehe ohne Umbau zur Trenntoilette: hier)
  • Syphons:
    Die verbauten Sysphons sind für Wohnmobile nicht geeignet. Ich habe sie bis auf die Küche inzwischen getauscht. Mehr dazu: hier

Änderungen beim Fahrzeug:

  • wir würden das Fahrzeug gleich von Anfang an auf 3,8 Tonnen zulassen. Die Zuladung als 3,5 Tonner ist einfach zu gering. Siehe Auflastung auf 3,8 Tonnen, dann auf 4.0 Tonnen: hier
  • Vielleicht würden wir uns auch für die größere Maschine mit einem besserem PS / Hubraum Verhältnis entscheiden. 
  • Auch über eine Automatik würden wir sicherlich nachdenken.
  • Auch würden wir ein neues Fahrzeug gleich mit AT-Reifen ausrüsten.
    siehe auch: Umrüstung auf AT-Reifen:
    hier

 

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Unser Paul bekommt neue Socken

Allrad Wohnmobil mit BFGoodrich KO2
BFGoodrich KO2

Unser 4x4 Sprinter wurde serienmäßig mit dem Continental Vanco Winter 2 ausgeliefert. Diese waren allerdings bereits nach 42.000 km runter gefahren und es mußte ein neuer Reifen her:


Unser damaliger Reifenhändler empfahl uns für unser Anforderungsprofil (hauptsächlich Straße, aber doch auch immer wieder Feldwege und Schotterpisten) den deutlich grobstolligeren Bridgestone M723 als Ganzjahresreifen.  Dieser hielt knapp 70.000km und wir waren insgesamt sehr zufrieden. Leider hat Bridgestone den Reifen vom Markt genommen.

 

Trotz des groben Profils fehlte uns auch beim M723 im Gelände manchmal das Vertrauen und so wollten wir nun doch endlich All-Terrain-Reifen (AT-Reifen) aufziehen lassen.

 

 

Der BF Goodrich KO2 soll es werden

 

Das gestaltete sich schwieriger als gedacht, denn für die in unseren Papieren eingetragene Reifengröße waren keine AT-Reifen mit passendem Lastindex zu bekommen. Auf Empfehlung von Christian Appel vom Reifencentrum Appel in Mannheim, der ein ähnliches Auto mit einem 4x4 Sprinter als Basis fährt, haben wir uns schließlich für den BF Goodrich KO2 entschieden. Da auch diese Reifen für unseren Sprinter nur in der Größe 245/75 R16 verfügbar sind, war eine Eintragung der Reifen in die Fahrzeugpapiere nötig. Auch hier hierbei hat uns Christian Appel unterstützt und unseren Paul auch gleich beim TÜV vorgeführt. Bisher konnten wir den  Reifen nur auf der Straße testen, wo er vom Fahrverhalten überzeigte und sogar leiser ist, als der Reifen von Bridgestone, den wir vorher montiert hatten.

 

Kleiner Nebeneffekt: Unser Paul sieht jetzt deutlich schicker aus!

 

Mehr Infos zu unserem Allrad Sprinter von Woelcke: hier

 

 

 

Mit den neuen Reifen in der Sahara:

 

 

2020 waren wir in Marokko und sind dort durch die Sahara gefahren. Abgelassen auf 1,5 bar gab es nie Probleme, Reifen und Allrad haben uns überall durchgewühlt:

 

  - Video: Allrad-Sprinter in der Wüste (Video, 2 min): hier 

  - Reisebericht Marokkohier

 

 

 


 

unsere Empfehlung beim Kauf eines Sprinters:

 

 Wir empfehlen jedem, der sich für einen 4x4 Sprinter als Basisfahrzeug entschieden hat, diese Reifengröße gleich von vorne herein eintragen zu lassen. Damit sollte ein Umstieg auf AT-Bereifung jederzeit möglich sein.

 

 


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interner Zähler (neue Reifen): 5.5.20 (6911)(neu 8852)

Ohne Auflastung geht es nicht weiter!

Warum haben wir unser Wohnmobil auf über 3,5 Tonnen aufgelastet?

Uns war von vorne herein bewusst, dass ein 4x4 Sprinter mit GFK-Kabine als 3,5 Tonner schwierig zu realisieren sein wird.

 

Wir haben es versucht:

 

Laut Angebot der Fa. Woelcke hat unser Paul eine Zuladung von .....

 

Zuladung:

 

Laut Angebot der Fa. Woelcke (aus dem Jahr 2013) von hat unser Paul ein reisefertiges Leergewicht von 3150 kg +/- 2% (inkl. Fahrer mit 70 kg, Frischwasser 90 %, Gas 1x 11 kg, Diesel 90 %) und somit eine Zuladung von rund 350 kg.

 

Diese Zuladung von 350 kg ist schnell aufgebraucht:

  • zzgl. 80 kg für Fahrer und Beifahrer,
  • 10 kg Wasser bis voll,
  • 10 kg Diesel bis voll,
  • 30 kg volle Toilette inkl. externer Wassertank,30 kg für 2 Fahrräder
  • 20 kg Fotoausrüstung
  • Campingstühle und -tisch
  • Kleidung
  • Getränkevorrat
  • Lebensmittel
  • Geschirr und Besteck
  • Töpfe, Pfannen

 

Hinzu kommen bei uns:

Obwohl wir schnell aus Gewichtsgründen die Anhängerkupplung abmontiert haben, sind wir uns schnell bewusst geworden, dass wir "voll geladen" die 3.5 Tonnen immer überschreiten.

 

 

Panik vor der Waage in Frankreich:

 

Obwohl wir von der Polizei vor der Waage bereits angehalten wurden, hatten wir echt Glück und kamen noch um das Wiegen herum, da hinter der Waage kein Parkplatz mehr frei war. Nach diesem Schreckmoment haben wir das Internet befragt, mit was für eine Strafe wir hätten rechnen müssen:

  • Finanziell kann es teuer werden - wir haben gelesen, dass das schon mal locker ein 4-stelliger Betrag sein kann.

  • Bei einer Überschreitung von 5% kann das Fahrzeug vor Ort festgehalten werden und eine Weiterfahrt kann nur erfolgen, wenn man wieder unter 3.5 t ist. Da wir max. 100 Liter Wasser ablassen könnten, wäre es uns nicht möglich gewesen, ohne weiteres auf 3,5 Tonnen zu kommen.

Andere Länder wie Großbritannien, Österreich, Spanien oder auch Tschechien sind noch deutlich teurer.

 

 

Die Entscheidung: Auflastung auf 3,8 Tonnen

 

Die Erfahrung in Frankreich hat uns gereicht und wir haben uns entschieden, unseren Paul mit 3,8 t zuzulassen. Die Auflastung ohne technische Änderung war das kein Problem, da unser Sprinter grundsätzlich bis 3,8 t zugelassen werden kann. Fa. Woelcke hat uns von Mercedes ein entsprechendes TÜV-Zertifikat besorgt, beim Straßenverkehrsamt gab es dann neue Papiere.

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Vor- und Nachteile der Auflastung auf über 3,5 Tonnen

Vor- und Nachteile der Auflastung eines Wohnmobils auf über 3,5 Tonnen

Die Auflastung auf über 3,5 Tonnen hat natürlich nicht nur Vorteile, was die Zuladung angeht, sondern auch eine Reihe von Nachteilen.

 

Welche das sind, erfahrt ihr hier:

 

Die Auflastung auf über 3,5 Tonnen hat einige Konsequenzen für das Verhalten des Fahrers im Straßenverkehr.

 

Zuerst möchte ich einige Punkte aufzählen, die für Wohnmobile oder Campervans von 3,5 bis 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht gelten:

 

Die einzelnen Punkte:

  • man benötigt einen entsprechenden Führerschein, den man - je nach dem, wann man ihn gemacht hat, alle 5 Jahre verlängern muss. Führerscheine der Klassen C, C1, CE und C1E, die nach dem 1. Januar 1999 erteilt wurden, haben nur eine Gültigkeit von 5 Jahren. d.h. alle 5 Jahre benötigt man u.a. ein neues augenärztliches Zeugnis und ein hausärztliches Zeugnis über den körperlichen Gesundheitszustand.
  • die KFZ-Steuer wird anders berechnet
  • auf Landstraßen und Autobahnen wird man wie ein LKW behandelt. Mit anderen Worten: Es gilt daher in Deutschland ein Tempolimit von 80 km/h außerhalb von Ortschaften sowie 100 km/h auf Autobahnen.
  • Außerdem gelten (zumindest in Deutschland) dieselben Überholverbote und der gleiche Mindestabstand wie für Lkw.
  •  aber: Das LKW-Wochenendfahrverbot gilt in Deutschland nicht für Wohnmobile.
  •  als über 3,5-Tonner gelten natürlich auch die Regelungen für Fahrverbote über 3,5 Tonnen auf bestimmten Straßen und Brücken. Dies hat uns bisher nicht groß beeinträchtigt, sind wir doch mit dem selben Fahrzeug jahrelang als 3,5 Tonner unterwegs gewesen.
  •  ab dem 7. Jahr muss man jedes Jahr zum TÜV
  •  Fahrzeuge über 3,5 Tonnen müssen zusätzlich eine Warnleuchte dabei haben. Infos dazu findest Du in der StVO §53 Abs. 2.
  •  Fahrzeuge über 4 Tonnen benötigen darüber hinaus zusätzlich Unterlegkeile.
  •  Bußgelder sind für Fahrer von Fahrzeugen über 3,5 Tonnen höher
  •  Bei Fähren spielt das zulässige Gesamtgewicht (zGG) in der Regel keine Rolle. Hier zählen meistens nur die Maße des Fahrzeugs (vor allem Länge und Höhe)

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Maut

  • In Deutschland wird eine Maut erst ab 7,5 Tonnen fällig.
  • Im Ausland gelten oft andere Mautregeln als für PKWs. Hier einige Beispiele:
    • Österreich: In Österreich benötigt man eine Go-Box für die Autobahnen. Wer keine Go-Box hat, sollte in Bregenz am Bodensee besonders aufpassen. Hier soll man angeblich sehr schnell unabsichtlich auf die Autobahn gelangen, wo man dann sehr oft von der Polizei angehalten wird.
    • Schweiz: in der Schweiz benötgt anstelle der PKW-Vignette die sogenannte Schwerverkehrsabgabe, die sinnigerweise auch für Tage zu zahlen ist, an denen man zwar in der Schweiz ist, aber das Fahrzeug nicht bewegt. Das gilt beispielsweise für alle, die auf einem Campingplatz sind.
    • Frankreich: In Frankreich gelten auf Autobahnen deutlich höhere Tarife. Wir haben festgestellt, dass die meisten Mautstationen die Fahrzeugklasse anhand der Fahrzeughöhe bemessen . Wir haben mit unseren 3m Höhe schon oft Glück gehabt und der Automat spuckte den Tarif für bis 3,5 Tonnen (Class 2) aus. Sollte der Automat etwas Falsches angeben, kann man per Mikrofon um eine Korektur bitten.
    Weitere Informationen über Maut in einzelnen Ländern findet ihr hier: ->Tipps zu Reiseländer<

    Anmerkung: EU-Maut soll kommen:
    Die EU plant scheinbar die Einführung einer einheitlichen Maut für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Angeblich sollen die EU-Staaten sich inzwischen einig sein. Mal sehen, wann sie realisiert wird.
    (Dietmar: vielen Dank für die Info)

 

Auflastung ja oder nein? unser Fazit

 

Nach unserem Erlebnis mit der Waage in Frankreich stand fest: wir lasten auf. Die meisten oben aufgeführten Nachteile sind für uns nicht relevant. Wir fahren kaum Autobahn, die 80 bzw. 100 km/h in Deutschland sind für uns auch kein großes Problem, Mautstraßen fahren wir selten, und das runde Schild 3,5 Tonnen ist kein Verbotsschild für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen, sondern in Verbotsschild für Fahrzeuge mit einer aktuellen, tatsächlichen Masse von über 3,5 Tonnen.

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Monate später:

Jetzt doch: Auflastung auf 4 Tonnen möglich?

Ursprüngliches Ziel war, das Wohnmobil immer so gepackt zu haben, dass alles, was man so im Jahr braucht, dabei ist. Von Badehose bis zum Heizlüfter, von Schneeketten bis zu den Sandblechen sollte eigentlich alles und immer an Bord sein.

 

Dieses Ziel haben wir schon lange aufgegeben. Heute müssen wir - je nachdem wohin es geht - neu packen. Eigentlich schade.

 

Nachdem wir uns bereits vor Jahren entschieden haben, unseren eigentlich als 3,5 Tonner bestelltes Wohnmobil ->Paul<- auf 3,8 Tonnen aufzulasten, mussten wir bald feststellen, dass wir auch mit 3,8 Tonnen schnell an unsere Grenzen kamen.

 

 

Welche Möglichkeiten gibt es noch?

 

Zuerst haben wir uns bei der Firma Woelcke erkundigt, ob es noch weitere Möglichkeiten der Auflastung gibt. Man teilte uns mit, dass wir mit Hilfe von Luftfedern noch auf 3.880 kg auflasten könnten. Zwar hätten die Luftfedern sicherlich auch für zusätzlichen Fahrkomfort gesorgt, aber für weitere 80 Kilo Zuladung war uns die Umrüstung dann deutlich zu teuer. Außerdem sind Luftfedern wieder ein Teil, das kaputt gehen kann - und davon haben wir schon genug an Bord.

 

Eher durch einen großen Zufall haben wir dann erfahren, dass es für unseren Sprinter (Typ 906) eine weitere Möglichkeit gibt, sogar auf 4 Tonnen aufzulasten - und das ohne technische Veränderungen! Dabei wird nur die zulässige Gesamtmasse auf 4 Tonnen erhöht, ohne dass die beiden Achslachsen verändert werden. Diese bleiben wie gehabt bei 1800 kg vorne und 2250 kg hinten. Nötig ist dafür ein neues Gutachten.

 

 

Fake oder nicht?

 

Eine Recherche im Internet ergab, dass es Firmen gibt, die solche Gutachten erstellen. Mhhh .... das hört sich aber komisch an, dachten wir erst. Ist das Fake und Geldmacherei? So machte ich mich auf den Weg zu unserer DEKRA-Vertretung und durfte erfahren, dass solche Gutachten etwas durchaus Gängiges sind. Auch dass diese Gutachten in der Regel aus Österreich stammen, war  für die Mitarbeiter der DEKRA nicht überraschend.

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Neues Gutachten bestellt:

 

Ok - wir gingen das Risiko ein und bestellten für knapp 500 EURO solch ein Gutachten bei einer Firma in Deutschland. Nach knapp einer Woche wurde uns ein Gutachten vom TÜV Austria zur Erhöhung der zulässigen Gesamtmasse zugeschickt, wobei die Achslasten unverändert blieben und keine technischen Änderungen am Fahrzeug durchzuführen waren. Dem Gutachten ist zu entnehmen: "Dieser Bericht kann als Arbeitsgrundlage für den amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer für den Kraftverkehr bei Begutachtung nach §19(2) / $21 StVZO dienen".

 

Mit diesem Gutachten mussten wir wieder zur DEKRA und anschließend zum Straßenverkehrsamt, das die Änderungen einträgt. Da wir zur Zeit im Lockdown sind, verzögert sich dieser Schritt erst einmal.

 

 

Ein paar Wochen später:

 

Besuch bei der DEKRA. Nach Durchsicht der Unterlagen hat mir der Mitarbeiter mitgeteilt, dass er das leider nicht machen könnte, aber es gäbe in der nächsten Stadt eine DEKRA-Vertretung mit einem Mitarbeiter mit entsprechender Qualifizierung. Dort habe ich angerufen und dann ging es alles ganz schnell.

 

Im Nu hatte ich die neuen Unterlagen der DEKRA. Da es keine technischen Änderungen am Fahrzeug gab, wurde unser Paul noch nicht einmal angeschaut. Mit den neuen DEKRA-Unterlagen bin ich anschließend noch zum Straßenverkehrsamt gefahren und für knapp 15 € gab es neue Fahrzeugpapiere. Nun dürfen wir bis 4.000 kg wiegen, müssen allerdings deutlich mehr auf die beiden Achslasten achten, die unverändert geblieben sind.

 

 

Fazit:

 

Ursprünglich als 3,5-Tonner geplant, sind wir mit der vorhandenen Zuladung von 350 kg hinten und vorne nicht zurecht gekommen. Sogar die Auflastung auf 3,8 Tonnen hat nicht ausgereicht, um wieder beruhigt nach Frankreich oder in andere Länder zu fahren, in denen "Übergewicht" teuer bezahlt wird. Nun haben wir wieder ein bisschen Luft und können ohne Bauchschmerzen in ganz Europa reisen.

 

 

Unsere Meinung zu 4x4 Sprinter Wohnmobil als 3,5 Tonner:

 

Heute sind wir der Meinung, dass ein 4x4 Sprinter als Wohnmobil als 3,5 t-Fahrzeug eigentlich nicht möglich ist, es sei denn, man möchte nur zum Strandurlaub in die Sonne fahren und hat nicht viel mehr als eine Badehose mit.

 

Alle Versuche verschiedener Hersteller sind in unseren Augen nicht alltagstauglich für jemanden wie uns, der nicht nur 3 Wochen in Urlaub fährt, sondern auch monatelang unterwegs sein möchte. Wer das vor hat, sollte einerseits die Daten der Hersteller genau unter die Lupe nehmen, andererseits genau überprüfen, wie viel Zuladung er hat und wie diese berechnet wird. Hier gibt es scheinbar ganz unterschiedliche Ansätze seitens der Hersteller.

 

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Besucher sei 5.5.20: (3748) / neu 5477

Unterbodenschutz - eine unendliche Geschichte

Unterbodenschutz beim Wohnmobil

Ziel war und ist für uns, unser Wohnmobil so lange wie möglich zu fahren. Also müssen wir entsprechende Vorkehrungen treffen.

 

Wie unser Paul eine Unterbodenkonservierung bekam:

Heute können wir mit unserem Womo durch die ganze Welt reisen; Diesel gibt es (fast) überall. Aber wie ist das mit der nächsten Auto-Generation? Ein autarkes Reisemobil auf Elektrobasis? Es wird sicherlich dauern, bis ausgereifte Elektroautos mit entsprechender Ausstattung auf dem Markt sind und die zu bereisenden Länder entsprechend ausgerüstet sind. Also bleibt heute nichts anderes übrig, als unser aktuelles Auto gut zu pflegen!

 

Unterbodenkonservierung war von Anfang an ein Thema. Auf Empfehlung hatten wir auch schon eine passende Werkstatt gefunden. Allerdings sollten wir dort das Auto "unten sauber" anliefern.

Und da fing das Problem an:

 

Wo kann man ein Wohnmobil von unten reinigen lassen? Nichts einfacheres als das, dachte ich und hängte mich ans Telefon. Eine einfache Unterbodenwäsche tut es nicht, habe ich schnell erfahren. Manuell muss alles von Salz und Rostansätzen gereinigt werden. Sand- und Dampfstrahlen war gefordert. So telefonierte ich von LKW-Waschstraßen bis zum Bus Unternehmen - keiner konnte mir helfen. Auch unterwegs klapperten wir alles ab, was so aussah, also ob man dort eine manuelle Unterbodenwäsche machen könnte. Vergebens. Wir legten das Projekt zwangsweise vorerst auf Eis.

 

Durch Zufall las ich dann, dass Goldschmitt in Walldürn eine eigene Halle ausschließlich für Unterbodenschutz gebaut hat. Das hörte sich gut an. Goldschmitt als Spezialist für Fahrwerktechnik für Wohnmobile war eine tolle Adresse. Ich holte mir ein Angebot und wir machten einen Termin.

 

Wir kamen mittags an und unser Paul wurde in die Halle gefahren. Der Unterboden wurde begutachtet und am selben Tag noch Salzrückstände per Dampfstrahl entfernt. Über Nacht haben wir unser Womo wieder bekommen und durften auf dem hauseigenen Stellplatz übernachten. Morgens war Paul untenherum trocken und kam wieder in Garage. Jetzt wurde sandgestrahlt, grundiert und der Unterbodenschutz aufgetragen. Zu guter Letzt gab es noch eine Hohlraumkonservierung. Wir konnten uns inzwischen bei Goldschmitt die Zeit vertreiben. Es gab eine Leseecke mit den wichtigsten Wohnmobil-Zeitschriften und einen Bistro. Am frühen Nachmittag haben wir den Hof dann wieder verlassen und sind gen Heimat gefahren. Alles hat perfekt geklappt.

 

Der Preis wird nach Länge des Fahrzeugs berechnet. Für unseren 6 m langen Paul haben wir im 2016 knapp 900 € bezahlt.

 

Übrigens:

Für Fahrzeuge mit Gewichtsproblemen: Uns wurde gesagt, dass unser Womo jetzt rund 10 kg schwerer ist.

 

(unbezahlte Werbung)

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weitere Infos über unser Wohnmobil:

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Paul bekommt eine Lithium Batterie

Lithium Batterie in einem Wohnmobil
wenig Platz bei uns für die neue Batterie

Bisher hatten wir 2x 75 Ah Optima Yellow-Top AGM-Batterien in unserem "Paul" verbaut. Grundsätzlich waren wir mit den Akkus sehr zufrieden, allerdings haben sie nur eine begrenzte Lebensdauer, vor allem, wenn man wie wir, die Batterie immer wieder stresst, indem man sie zu weit herunterfährt. Anfangs war uns nicht bewusst, dass dieser Typ Batterie empfindlich gegen tiefe Entladung ist und man sie nur bis zu 50% der Gesamtkapazität herunterfahren soll. Shit happens.

 

Da wir durch das tägliche Arbeiten mit ein bis zwei Laptops und anderen regelmäßig arbeitenden Verbrauchern doch recht viel Strom benötigen, kommt es immer wieder vor, dass wir deutlich mehr Strom brauchten, als uns die Batterie eigentlich zur Verfügung stellt. Aus diesem Grund haben wir uns nun entschlossen, auf Lithium-Batterien umzusteigen. Diese dürfen bis zu 90% entladen werden, wiegen nur die Hälfte und sind deutlich langlebiger, aber - sie kosten richtig viel Geld.

 

Wir hätten uns schon viel früher für eine Lithium-Batterien entschieden, wenn unser Ladebooster und das Ladegerät schon lithiumtauglich gewesen wären. Nur unser Solarregler konnte man schon auf Lithium umstellen. Als wir kürzlich aber unseren alten Ladebooster ersetzen mussten, musste jetzt nur noch das Ladegerät ausgetauscht werden. Also setzten wir uns mit Amumot, den wir letztes Jahr in Marokko kennengelernt hatten, in Verbindung. Durch Zufall war er gerade in mal wieder in Deutschland und wir trafen uns im Erzgebirge. Hier ging dann alles sehr schnell. Aufgrund des geringen Platzes bei uns an Bord entschieden wir uns für eine Victron 200 Ah Smart mit Batteriemanagementsystem BMS 12-200, einem Batterietrennschalter (Notfallschalter) und dem Ladegerät Blue Smart IP22. In 4 Stunden wurden die alten Batterien ausgebaut und das neue System installiert.

 

Jetzt haben wir nicht nur knapp 25 kg weniger an Bord, sondern fast die dreifache Menge an Strom zur Verfügung. Dies sollte es uns künftig erleichtern, auch mal mehrere Tage am Stück ohne Stromsorgen auf einem Platz stehen bleiben zu können.

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wenig Platz bei uns für die neue Batterie

Unsere ersten Erfahrungen:

 

Der erste Trip mit der neuen Batterie führte uns im Herbst 2021 über Finnland nach Lappland zu den Polarlichtern und dem Indian Summer (zur Reise geht es hier). Uns war klar, dass die Reise eine Herausforderung wird, denn in Finnland gibt es kein LPG, um unsere Gastankflasche aufzufüllen. Auch finden sich kaum Möglichkeiten, deutsche Gasflaschen auffüllen oder tauschen zu lassen. Da wir 4 bis 5 Wochen in Finnland bleiben wollten, die Temperaturen aber schon im Süden Anfang September tagsüber bei 8°, nachts etwas über den Gefrierpunkt lagen, wird es mit unserem Gas eng.

 

Wir haben eine Tankflasche mit 14 kg, die wir in Stockholm nochmal vollgetankt haben, sowie eine normale 11 kg Gasflasche an Bord. Unsere Erfahrungen sagen, dass wir bei solchen Temperaturen, rund 4 bis 6 kg Gas pro Woche benötigen, im Norden werden es dann noch erheblich mehr sein. Mit anderen Worten: Wir müssen Gas einsparen - und dabei hilft uns unsere neue Lithium-Batterie:

 

Hauptverbraucher sind normalerweise Heizung mit Wasserboiler und der Absorber-Kühlschrank. Wie können wir hier den Gasverbrauch reduzieren? Wir versuchen es so:

 

1. Den Kühlschrank lassen wir zumindest tagsüber mit Strom aus der neuen Batterie laufen. Er zieht ungefähr 10-11 Ampere pro Stunde. So haben wir schätzungsweise täglich rund 100 bis 150 g Gas gespart. Das bedeutet eine Einsparung von rund 3 bis 4 kg in unserer Zeit in Finnland.

 

2. Anstelle der Truma-Heizung heizen wir mit unserem elektrischen Heizwürfel. Zumindest morgens, aber je weiter wir in den Norden kommen auch abends. Hier sparen wir viel Gas, denn die Truma-Heizung heizt nicht nur den Wohnraum, sondern auch das Wasser im Boiler, das Bad, den Zwischenboden und den Stauraum. Das ist aber bei Außentemperaturen über dem Gefrierpunkt aber nicht nötig. Schätzungsweise sparen wir hier mindestens 5-6 kg Gas ein.

 

3. Wasser für Kaffee und Tee kochen wir seit langem nicht mit Gas, sondern mit einem konventionellen Wasserkocher auf. Um 1 Liter Wasser mit Gas zum Kochen zu bringen, benötigt man zwischen 15 und 20 g Gas. Hier kann man auch schon einiges an Gas sparen.

 

Ich habe diesen Artikel während unserer Finnlandreise geschrieben. Wie das Experiment ausgeht, könnt ihr dort nachlesen.