Mit dem Wohnmobil nach Frankreich

Frankreich - ein Paradies für Wohnmobilfahrer


Mit dem Wohnmobil nach Frankreich
In der Tarnschlucht

Frankreich ist ein tolles Land für Wohnmobilfahrer. Leider haben wir die meisten Reisen zu einer Zeit gemacht, in der wir noch nicht geblogt haben.

 

Diese Reiseberichte habe wir für Euch:

 

Normandie

 

Südfrankreich

 

 


Reise-Tipps: Mit dem Wohnmobil nach Frankreich

"Toter Winkel"-Schilder ist für alle Fahrzeuge über 3,5 t in Frankreich Pflicht
"Toter Winkel"-Schilder ist für alle Fahrzeuge über 3,5 t in Frankreich Pflicht

Neu:

Wohnmobile über 3,5 Tonnen benötigen "Toter Winkel"-Schilder

 

Seit dem 1. Januar 2021 benötigen Wohnmobile über 3,5 Tonnen Warnhinweise auf dem Fahrzeug, die anderen Teilnehmern des Straßenverkehrs - vor allem Zweiräder - auf den "Toten Winkel" (in frz. Angles Mort) aufmerksam machen.

 

Dabei unterscheidet das Gesetz leider nicht zwischen inländischen und ausländischen Wohnmobilen; an jedem Fahrzeug über 3,5 Tonnen muss ab Januar 2021 diese Warnhinweise angebracht sein, wenn es sich auf französischen Straßen befindet.

 

Jedes Wohnmobil benötigt drei Schilder, je eins für die Fahrer- und Beifahrertür und eins für das Heck. Die vorgeschriebenen Maße sind eine Höhe von 25 cm und eine Breite von 17 cm.

 

Die Warnhinweise müssen so angebracht werden, dass Kennzeichen und vorgeschriebene Beschriftung des Fahrzeugs nicht abgedeckt werden. Außerdem dürfen Beleuchtungseinrichtungen sowie die Sicht des Fahrers nicht verdeckt werden. Auf Glasflächen wie Seiten- oder Heckscheiben sind die neuen Tote-Winkel-Hinweise wohl nicht erlaubt.

 

Die seitliche Kennzeichnung ist innerhalb des ersten Meters von der Fahrzeugfront aus in einer Höhe zwischen 0,9 m und 1,5 m vom Boden anzubringen. Die Schilder am Fahrzeugheck müssen auf der rechten Seite ebenfalls in einer Höhe zwischen 0,9 m und 1,5 m vom Boden befestigt werden. Sollte dies nicht gehen, muss die Anbringung so erfolgen, dass sie den Bestimmungen am nächsten kommt.

 

Wer ohne die Warnhinweise erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 135 EUR rechnen.

 

Es gibt zwei Formen der Schilder, eins mit einem LKW und ein mit einem Bus. Beide Formen gibt es aus Aufkleber und als Magnettafel.

 

 

So machen wir es:

 

Da wir nicht ständig mit diesen Aufklebern unterwegs sein wollen, haben wir uns für die Fahrer- und Beifahrertür Magnettafeln gekauft.

 

Aber was machen wir mit der Schild am Fahrzeugheck? Das verbaute GFK ist nicht magnetisch.

 

Wir haben uns für folgende Variante entschieden:

 

Auch für das Heck haben wir eine Magnettafel gekauft. Diese haben wir an den Ecken mit starkem Klettband (->hier) versehen und mit diesem dann an die Kabine gehaftet (siehe Bild). So können wir die Tafel in Zeiten, in denen wir nicht in Frankreich unterwegs sind, wieder abnehmen.

 

Nur vergessen sollten wir sie nicht, wenn wir nach Frankreich hineinfahren.

 

 

 Alle Infos natürlich ohne Gewähr.

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Mit dem Wohnmobil durch Frankreich: Reisetipps

Was uns in Frankreich sonst noch so aufgefallen ist:

 

 

 

  • Es gibt unglaublich viele z.T. kostenlose Stellplätze und VE-Stationen. Man fühlt sich fast immer willkommen.

  • Maut ist vor allem für größere Wohnmobile teuer. Wer nur schnell durch Frankreich reisen möchten, kommt an der Maut nicht vorbei, denn ohne Maut sollte man deutlich mehr Zeit einplanen.

  • Schwierig sind die Tempobestimmung für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Hier sollte man sich vorher genau informieren, wei schnell man auf welcher Straße fahren darf.

  • Polizeikontrollen gibt es in Frankreich viele. Einmal hatte man mitten in der Nacht den kompletten Verkehr auf der Autobahn über einen Parkplatz geleitet und jeder mußte "pusten".

  • Oft steht die Polizei vor Kreisverkehren und kontrolliert einzelne Fahrzeuge.

  • Überladung:
    Wer überladen in Frankreich unterwegs ist, sollte immer mit einer Gewichtskontrolle rechnen. Dabei werden quasi alle "interessanten" Fahrzeuge über eine Waage geleitet.


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Unsere Reisen nach Frankreich in voller Länge:


Mit dem Wohnmobil in die Normandie:

Herbstreise in den Norden Frankreichs

Hafen von Honfleur
Hafen von Honfleur

Dass die Normandie im Frühling und Sommer ein attraktives Reiseziel ist, steht außer Frage. Aber trifft das auch im Herbst zu, wenn die Küste einsam und die See aufgewühlt ist?

 

Eine Reise durch die Normandie, der Wiege des Impressionismus. Von den Kreidefelsen der „Alabasterküste“ über sanfte Hügel, bunte Wälder, satte Weiden und insbesondere für die Provinz Calvados typische Apfelplantagen bis hin zum beeindruckenden Klosterberg Mont-Saint-Michel:

 

 

Die Normandie gilt als die Wiege des Impressionismus. In der normannischen Hafenstadt Le Havre malte Claude Monet 1872 sein berühmtes Werk „Impression, soleil levant", das dieser Bewegung den Namen gab. Bis heute begeistern die Atmosphäre und die Lichtverhältnisse der Region, die schon damals die impressionistischen Maler anzogen, viele Besucher.

 

Im  Frühling und Sommer ist die Normandie sicherlich ein attraktives Reiseziel.  Aber stimmt das auch im November und dann auch noch, wenn man mit dem Wohnmobil unterwegs ist? Wenn Sie mehr erfahren wollen, dann begleiten Sie uns auf eine Herbstreise in den Norden Frankreichs, wo die Temperatur zu dieser Jahreszeit meist gemäßigt, die Küste einsam und die See oft aufgewühlt ist.

 

Frankreich ist nach unserer Erfahrung generell ein sehr wohnmobilfreundliches Land. Zumindest außerhalb der Saison ist es leicht, sowohl offizielle als auch freie Plätze zur Übernachten zu finden. Häufig sind darüber hinaus selbst die offiziellen Stellplätze im Herbst und Winter kostenfrei. Auch das Thema Entsorgung ist normalerweise kein Problem, bieten doch viele Gemeinden und Tankstellen auch abseits von Stellplätzen Entsorgungsmöglichkeiten. Allerdings sind die Wasserhähne in der kalten Jahreszeit zum Schutz vor Frostschäden oft abgestellt. Ende November ist in der Normandie die Zahl der Wohnmobile gering, in der Hauptsache sind Franzosen unterwegs; Reisende aus Deutschland trifft man eher selten. Häufig steht man alleine.

 

Jahreszeitlich bedingt werden die Tage im November immer kürzer. Dies ist eine der Herausforderungen dieser Reise, heißt es doch entweder morgens früh loskommen oder sich damit abfinden, dass die Tage nur wenige wirklich nutzbare Stunden haben. An regnerischen Tagen, von denen es im Herbst und Winter den ein oder anderen gibt, hat man dann gefühlt noch weniger Zeit. Frost und Schnee werden dafür aber eher die Ausnahme sein, denn das durch den Golfstrom bestimmte Seeklima der Normandie ist generell mild.

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Leuchtturm von Saint-Valery-en-Caux / Normandie
Leuchtturm von Saint-Valery-en-Caux

Zur Region Normandie gehören heute die Départements Calvados, Eure, Manche, Orne und Seine-Maritime; die Küstenlinie erstreckt sich von Le Tréport im Osten bis zum Mont-Saint-Michel (siehe Tipps) im Westen. Ihren Namen führt die Region zurück auf die Normannen, Nachkommen der Wikinger, die sich hier im Mittelalter niederließen. Von hier zog Wilhelm der Eroberer aus, England zu erobern und sich dort 1066 zum König krönen zu lassen. Zahlreiche Burgen, Schlösser und Abteien zeugen noch heute von der herausragenden Stellung der Normandie zur damaligen Zeit.

 

Wir beginnen unsere Reise in Le Crotoy im Mündungsgebiet der Somme vor den Toren der Normandie. Die leicht irreführend als „Baie de Somme“ (Somme-Bucht) bezeichnete Trichtermündung bildet auf 7200 ha einen besonderen Lebensraum. Bedingt durch den Tidenhub unterspült bei Flut Salzwasser das Süßwasser des Flusses und trägt Sand und Schlick tief in das Mündungsgebiet hinein. Dieses bietet vielen Wasservögeln aber auch Meeressäugern, wie der Kegelrobbe, eine Heimat und steht in weiten Teilen unter Naturschutz. Der an der Flussmündung gelegene „Parc du Marquenterre“ ist eines der bekanntesten Vogelschutzgebiete Frankreichs und dient vielen Zugvögeln als Zwischenstation. Die Promenade des hübschen Orts Le Cotoy lädt zu einem abendlichen Spaziergang mit Blick auf die „Bucht“ ein. Unweit der Promenade gibt es in Hafennähe einen gebührenpflichtiger Stellplatz mit Ver- und Entsorgungsmöglichkeit (N 50°13’05’’, O 01°38’01’’).

 

Der zwischen Le Tréport und Le Havre an der Mündung der Seine liegende Küstenabschnitt der Normandie wird „Alabasterküste“ genannt. Der Name leitet sich von der an Alabaster erinnernden Farbe der sich über etwa 120 km erstreckenden Kreidefelsen der Steilküste ab. Besonders schöne Felsformationen gibt es im Seebad Étretat und im früheren Fischereihafen Yport zu bestaunen. Aber auch an anderen Stellen gibt es immer wieder die Möglichkeit, einen Blick auf die imposanten Klippen zu werfen oder über steile Treppen hinunter ans Meer zu gelangen.

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Leuchtturm von Saint-Valery-en-Caux

Fotogalerie 1:

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Der Atlantikwall

Entlang der gesamten Küste der Normandie reihen sich Überreste des deutschen Atlantikwalls aus den Zeiten des Nationalsozialismus aneinander. Manche wurden zu Gedenkstätten oder Museen umgestaltet. Viele rotten aber auch einfach vor sich hin und werden dies auch noch in Hunderten von Jahren tun, sollte sie das Meer zuvor nicht doch wegschwemmen oder der Sand sie verschlucken. Die Bunker aus Beton sind beständig und ein fast ewiges Mahnmal. Einen Besuch wert ist beispielsweise die als „Les blockhaus du Cap Fagnet“ bezeichnete Anlage. Das Kap liegt am höchsten Punkt der Alabasterküste auf 110 Metern und bietet einen weiten Blick über den Ozean und den Hafen von Fécamp. Neben den Resten von drei Bunkeranlagen und den Fundamenten einer nie fertiggestellten Radaranlage vom Typ „Mammut“ ist hier die Kapelle „Notre-Dame de Salut“ zu finden. Votivtafeln erinnern daran, dass hier früher die Schiffer von Fécamp um eine glückliche Reise und sichere Rückkehr baten.

 

Das Kap beheimatet darüber hinaus in einem 35ha großen Vogelschutzgebiet Brutkolonien diverser Vogelarten wie unter anderem der Drei-Zehen-Möwe und des Eissturmvogels. Leider ist vor allem der Bestand des Eissturmvogels heute stark gefährdet, nimmt er doch mit der Nahrung häufig in großem Umfang im Meer treibenden Plastikmüll auf, weshalb viele der Tiere kläglich verhungern.

 

Westlich von Le Havre liegen die zum UNESCO-Welterbe zählenden „Strände der Allierten Landung 1944“. Hier gibt es vielbesuchte Museen, die von beteiligten Armeeeinheiten gestiftet oder diesen gewidmet sind. Soldatenfriedhöfe verschiedener Nationen halten zum Gedenken an. Einen Besuch lohnt beispielsweise der über 9.000 Gräber umfassende und direkt an der Küste gelegene amerikanische Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer. Nichtsdestotrotz, die Küste ist wunderschön und ausgedehnte Strandspaziergänge sind ein Muss. Die langen Strände bieten sich aber auch zum Joggen oder Walken an, da der harte, feste Untergrund dafür perfekt geeignet ist.

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Pont de Normandie
Pont de Normandie

Am rechten Ufer der Seine-Mündung liegt Le Havre, das den nach Marseille zweitgrößten Hafen Frankreichs beherbergt. Im zweiten Weltkrieg schwer zerstört, wurde das Stadtzentrum ab 1945 nach Plänen des Architekten Auguste Perret wieder aufgebaut. Seit 2005 gehört der Stadtkern mit seiner charakteristischen Betonarchitektur zum UNESCO-Welterbe.


Kaum größer könnte der Kontrast zum links der Seine gelegenen Städtchen Honefleur (Bild siehe oben) ausfallen. Der charmante alte Hafen mit seinen bunten Fischerbooten und pittoresken Fachwerkhäusern lädt zum Flanieren entlang der Promenade ein, an der Künstler ihre Werke anbieten. Auch wenn es der Name der hübschen Stadt nahe legen könnte, „Honefleur“ hat nichts mit „Fleur“, dem französischen Wort für „Blume“ zu tun, sondern leitet sich wahrscheinlich von dem normannischen Wort für Fluss ab. Unweit der Innenstadt befindet sich ein großer, kostenpflichtiger Wohnmobilstellplatz (N 49°25'10", E 0°14'31"). So kann man den grandiosen Blick auf den Hafen bei Sonnenuntergang unbesorgt in einem der zahlreichen kleinen Lokale rund um den Hafen auch begleitet von einem Glas Wein genießen. Im 19. Jahrhundert war Honefleur, das sich in den letzten hundert Jahren kaum verändert haben soll, ein Zentrum des Impressionismus. Hier trafen sich Künstler wie Claude Monet, Pissarro, Renoir und Cézanne in der Ferme St-Siméon, einem Bauernhof, der oft die Geburtsstätte des Impressionismus genannt wird und heute ein Luxus-Hotel beherbergt.

 

Le Harve und Honfleur verbindet die den Fluss Seine überspannende Brücke „Pont de Normandie“, die im Jahr 1995 eingeweiht wurde. Mit einer Spannweite von 856 m ist sie die größte Schrägseilbrücke Europas. Die Durchfahrtshöhe für Schiffe beträgt mehr als 50m und entsprechend steil sind die Zufahrten zur Brücke. Für motorisierte Fahrzeuge ist die Überquerung mautpflichtig. Fußgänger und Fahrradfahrer können die Brücke kostenfrei benutzen, dies ist aber aufgrund des sehr schmalen Fuß- bzw. Fahrradweges direkt neben der Fahrbahn nur unter großer Vorsicht zu empfehlen. Aufgrund ihrer exponierten Lage kann es bei starkem Wind vorkommen, dass die Brücke für LKW gesperrt wird.

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Deauville - mondänes Seebad
Deauville - mondänes Seebad

Unweit von Honfleur liegen die mondänen Seebäder Deauville und Trouville-sur-Mer, die  nur durch den kleinen Fluss Touques voneinander getrennt werden.  Wurde Deauville aber im 19. Jahrhundert auf dem Reißbrett entworfen, so handelt es sich bei Trouville um einen gewachsenen Fischerort. Zahlreiche Prachtbauten aus der Zeit der Jahrhundertwende zeugen von der langjährigen Bedeutung beider Städte als exklusive Urlaubsorte. Sowohl Trouville als auch Deauville können jeweils mit einem Casino aufwarten. Bemerkenswert ist dabei, dass beide Etablissements im Abstand von nur wenigen Tagen im Jahr 1912 eröffnet wurden. An der Promenade und in der Fischhalle „La Poissonierre“ von Trouville  werden Fisch und ausgewählte Meeresfrüchte, darunter auch Jakobsmuscheln und Seeigel, angeboten. Jetzt im Spätherbst ist es hier relativ ruhig, trotzdem können an einigen der Stände Austern und anderes Getier, wer möchte auch zusammen mit einem Glas Wein oder Champagner, verkostet werden.

 

Im Westen der Normandie liegt die Halbinsel „Le Cotentin“, deren nördlichste Ecke, das „Cap Cotentin“, auch gerne als „Klein-Irland“ bezeichnet wird. An der „Nez de Jobourg“ erhebt sich auf den Granitklippen  auf 128 Metern über dem Meer der Leuchtturm von Goury hoch über die Heidelandschaft des Kaps. Unweit des Leuchtturms sind auf einem Parkplatz (N 49° 40' 41'', W 1° 56' 19'') kostenfreie Stellplätze für Wohnmobile ausgewiesen. Entlang der Küste finden in diversen Häfen wie im malerischen Hafen Port Racine, der der kleinste Hafen Frankreichs sein soll, kleine Freizeit- und Fischerboote, oder im Port-de-Dielette auch große Jachten ihren Liegeplatz. Anzumerken ist, dass unweit der Küste im Hinterland von „Le Cotentin“ die atomare Wiederaufbereitungsanlage „La Hague“ liegt, die seit 1966 in Betrieb ist und in der radioaktiver Abfall diverser französischer Atomkraftwerke als auch ausländischer Meiler aufbereitet wird. Zentraler Ort der Halbinsel ist Cherbourg von wo aus Fähren nach England und Irland verkehren. Von der Halbinsel „Le Contentin“ starten auch die Fähren zu den früher zum Herzogtum Normandie gehörenden Kanalinseln.

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Deauville - mondänes Seebad

Klosterberg Mont-Saint-Michel
Klosterberg Mont-Saint-Michel

Ein weiteres Highlight der Normandie und im Grunde ein Pflichtbesuch für jeden Reisenden ist der am östlichen Ende im Wattenmeer der Normandie gelegene Klosterberg Mont-Saint-Michel, dessen Wurzeln bis ins Jahr 708 zurückgehen. Er gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Frankreichs (siehe Tipps).

 

Aber auch die Städte abseits der Küste sind es wert, erkundet zu werden. Beispielweise liegt 80km landeinwärts am Unterlauf der Seine die Stadt Rouen, in der 1431 Jean d'Arc auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde und in deren bedeutender gotischer Kathedrale das Herz Richard Löwenherzs beigesetzt ist. Auch die Universitätsstadt Caen blickt auf eine lange Geschichte zurück, entstand sie doch aus einer Festung, die die Normannen auf einer Insel am Zusammenfluss von Orne und Odon anlegten. 

 

In Bayeux kann der berühmte „Wandteppich von Bayeux“, eine Stickarbeit aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts, besichtigt werden. Dieser gehört seit 2007 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe und erzählt auf knapp 70 Metern in 58 Szenen von der Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer. Unweit der historischen Innenstadt wurde hier 2015 ein nur nachts kostenpflichtiger Stellplatz (N49°16’20’’N, W00°42’37’’)  eingerichtet. Leider liegt der Platz aber in der Nähe einer stark befahrenen Straße.

 

Lisieux wiederum ist ein bekannter Wallfahrtsort. Die Stadt erlitt 1944 schwere Zerstörungen. Die zu diesem Zeitpunkt unvollendete Basilika, mit deren Bau 1929 begonnen worden war, wurde aber wenig beschädigt und so konnte das im neobyzantinischen Stil gehaltene Gotteshaus 1954 eröffnet werden. Die Basilika ist der heiligen Thérèse von Liseux geweiht und nach Lourdes die zweitgrößte Pilgerstätte Frankreichs.

 

Ansonsten ist das Hinterland der Normandie geprägt von sanften Hügeln, Wäldern, Weiden und den insbesondere für die Provinz Calvados so typischen Apfelplantagen. Von hier kommt der berühmte Apfelbranntwein „Calvados“; aus den Äpfeln wird aber auch der über die Grenzen Frankreichs beliebte „Cidre“ hergestellt (siehe Tipps). Einige der Dörfer der Region zählen sich zu den schönsten Frankreichs, darunter beispielsweise Le Bec-Hellouin mit seinen typischen Fachwerkhäusern und der bereits im Jahr 1034 gegründeten Abtei.

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Klosterberg Mont-Saint-Michel

Fotogalerie 2:

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Tipps in der Normandie


Tipp 1: Die drei „C“ der Normandie

 

Calvados, Cidre und Camembert werden oft als die drei große „C“ der Normandie bezeichnet. Auch wenn die Region kulinarisch mehr zu bieten hat, so sind dies sicher deren bekanntesten Produkte. Sowohl der Apfelbranntwein Calvados als auch der schäumende Cidre werden aus den hier angebauten Äpfeln hergestellt, wobei es sich bei dem Begriff „Calvados“ um eine geschützte Herkunftsangabe handelt. Den Cidre gibt es von brut (trocken) bis doux (süß), wobei die süße Variante einen geringeren Alkoholgehalt aufweist als die trockene. Gerne wird er zum Essen getrunken.

 

Den Weißschimmelkäse Camembert hat sicher schon jeder einmal probiert, denn er wird heute auch außerhalb der Normandie produziert. Der „Camembert de Normandie“ aber darf nur in hier hergestellt werden, wo er der Legende nach in dem gleichnamigen Dorf erfunden wurde. Unbedingt probieren sollte man aber zumindest einige der  anderen regionalen Käsesorten. Wir empfehlen beispielsweise den kräftig schmeckenden „Livarot“, ebenfalls ein Käse mit geschützter Herkunftsangabe, der leicht daran zu erkennen ist, dass die Käselaibchen mit einem Grashalm umwickelt sind.

 

 

Tipp 2: Klosterberg Mont-Saint-Michel

 

Exponiert liegt der Klosterberg Mont-Saint-Michel im Wattenmeer vor der Küste der Normandie. Nicht nur diese Lage, sondern auch seine lange und reiche Geschichte machen ihn zu einer der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Frankreichs. Bereits im 8. Jahrhundert entstand hier der erste Sakralbau, wozu der Erzengel Michael persönlich den Auftrag gegeben haben soll. Durch enge Gassen mit kleinen Souvenirläden gelangt man zur hoch oben gelegene Benediktinerabtei, die aus Granit erbaut, Elemente der Romanik , der Gotik und des Klassizismus in sich vereint. Heute gehört der Berg und die ihn umgebende Bucht zum UNESCO-Welterbe.

 

Ursprünglich war der Mont-Saint-Michel eine der Küste vorgelagerte Insel. Die Gezeitenkräfte rund um den Berg sind hoch, die maximale Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Wasserstand liegt bei bis zu 14 Metern. Der Schriftsteller Victor Hugo sprach sogar davon, hier „gallopierende Fluten“ sehen zu können, so immens war die Wirkung des Wasser. Trotzdem wurde 1897 aber ein Damm fertiggestellt, der die Insel fortan tidenunabhängig mit dem Festland verband. Durch den Damm wurde aber der immense Gezeitenstrom unterbrochen, so dass die Bucht immer mehr verlandete. 1995 wurde daher ein Renaturierungsprojekt gestartet, dass dem Berg seinen maritimen Charakter zurückgeben und der Natur wieder ihren Lauf lassen sollte. Seit 2015 ersetzt nun ein Steg den Damm und macht den Mont-Saint-Michel wieder zu einer Insel.

 

 

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Normandie: seit 9. Mai 2020 (300)


Mit dem Wohnmobil nach Südfrankreich


Der Start: Silvester in der Camargue

Das Ziel unserer Reise ist grob Portugal. Da wir aber von Heidelberg aus praktisch in einem Rutsch bis an die französische Mittelmeerküste durchgefahren sind, legen wir erst einmal einen dreitägigen Stopover in der Nähe von Marseille am Hafen von Carro ein.

Die Küste hier ist windig und ein wahres Surferparadies. Wir beschränken uns auf Zuschauen und Fotografieren und genießen einen ruhigen Jahreswechsel ganz ohne Böller.

Das Rhone-Delta und die Camargue


Galoppierende Pferde, aufgewirbelte Tropfen fliegen durch die Luft, im Hintergrund stehen Rosaflamingos im flachen Wasser der Lagune. Mit diesen Bildern im Kopf fahren wir in die Camargue in Südfrankreich.

 

Zwischen den Flussarmen "Grand Rhone" im Osten und "Petit Rhone" im Westen in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur im Département Bouches-du-Rhône am Mittelmeer gelegen, ist das Mündungsgebiet der Rhone mit etwa 750 Quadratkilometern das größte Flussdelta Westeuropas. Die flache Landschaft wird überwiegend landwirtschaftlich zur Viehzucht, zum Gemüse- Reis- und natürlich (wir sind in Frankreich) Weinanbau genutzt.

 

Auf dem Gebiet von Arles und Saintes-Maries-de-la-Mer liegt der Regionale Naturpark Camargue, der 1970 gegründet umfasst er eine Fläche von 88.000 Quadratkilometern.

 

Uns interessieren weniger die zweifellos schönen Strände des Mittelmeers, die besonders im Sommer Heerscharen von Touristen anziehen, sondern das Küstengebiet, das mit seinen Lagunen und Brackwasserseen einer Vielzahl von Tieren und vor allem von Wasservögeln Heimat, Brut- oder auch Rastplatz bieten.

 

Auch die Salinen (z.B. die Salines de Midi bei Aigues-Mortes) entlang der Küste lohnen einen Besuch. Hier wird Industriesalz aber auch Speisesalz, das berühmte Fleur-de-Sel gewonnen, das ein beliebtes Mitbringsel ist. Auch hier tummeln sich viele Vögel.

 

Das etwa 13.000 Hektar große Naturschutzgebiet "Réserve naturelle nationale de Camargue" umfasst den Étang de Vaccarès, den größten der flachen Seen (französisch: étang) der Region und den davor liegenden Küstenstreifen mit seiner großen Wasservogelpopulation.

 

Interessante Vogelbeobachtungen sind hier in der Region an vielen Orten, oft auch von der Straße aus möglich. Vor allem die Rosaflamingos sind allgegenwärtig. Besonders gut gefällt uns aber der Vogelpark "Ornithological Park of Pont de Gau". Das Gelände lässt sich über ein etwa 7 Kilometer langes Wegenetz erkunden, oft kommt man zu einem Großteil frei lebenden Vögeln sehr nahe.

 

Unser Stellplatz in Saintes-Maries-de-la-Mer:

  • Aire Camping Car - George Pompidou Space: gebührenpflichtiger Stelllplatz auf Parkplatz mit VE
    (N 43°16’10”, O 3°16’47)

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Fotogalerie: Rhone-Delta und die Camargue

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Entlang der Mittelmeerküste

Nur schweren Herzens trennen wir uns heute von unserem Stellplatz in Carro. Zu schön ist der Blick auf das Meer und viel zu sehr genießen wir es, bei Meeresrrauschen einzuschlafen und auch wieder aufzuwachen.

 

Wenn wir überrascht waren, dass wir hier bei Marseille auf so viele Wohnmobile getroffen sind, so sind wir bei unserer Fahrt entlang der Küste in der Camargue noch viel verwunderter über die Menge an Wohnmobilen, die mit uns unterwegs ist. Wir hoffen stark, dass dies daran liegt, dass der ein oder andere Franzose, Deutsche, Italiener.... die Feiertage und Ferien für eine längere Ausfahrt nutzt und in den nächsten Wochen nicht weiterhin jedes dritte Fahrzeug, das uns begegnet, ein Wohnmobil sein wird. Vielleicht sind wir aber auch immer noch von der Ruhe und Einsamkeit Lapplands geprägt, die wir wahrscheinlich sonst fast nirgendwo in Europa finden werden.

 

Nach einigem Suchen finden wir gegen  Abend doch noch einen ruhigen und offiziellen Stellplatz in  Agde. Die Stadt scheint sich zumindest heute Abend im Winterschlaf zu befinden und so genießen wir einen Spaziergang auf einer fast menschenleeren Strandpromenade.


Entlang der Küstenstraße von Leucarte zum Cap de Creus

kleiner Hafen mit Austernfischern in der Nähe von Leucate
kleiner Hafen mit Austernfischern in der Nähe von Leucate

 Unser Stellplatz auf einem kleinen Parkplatz am kleinen Hafen erweist sich als sehr ruhig. Außer den vereinzelten  Rufen von Graureihern ist die ganze Nacht nichts zu hören. Am morgen kommen einige Fischer vorbei, die ihre in der Bucht ausgelegten Reusen kontrollieren. Wir werfen noch einen Blick auf die Wasservogelwelt und sind sehr überrascht, neben Flamingos eine Gruppe Pelikane zu entdecken. Es handelt sich um seltene Krauskopfpelikane, die man eher im Südosten Europas (Donaudelta) erwarten würde.

 

In Grau de Leucarte lädt reges Treiben an einem Fischereihafen zu einem kurzen Zwischenstopp. Hier werden Austern angelandet und in kleinen Buden direkt gesäubert und vermarktet. Das sieht zwar alles sehr einladend aus, uns steht so früh am Tag der Sinn aber noch nicht nach rohem Meeresgetier.

 

Wir wollen heute Frankreich verlassen und unsere erste Nacht in Spanien verbringen. Für unsere Weiterfahrt wählen wir die Nebenstrecke, die sich entlang der teilweise steil ins Meer abfallenden Küste schlängelt. Zur Linken eröffnen sich immer wieder Aussichten auf das Mittelmeer und pittoreske Ort, zur Rechten erheben sich die ersten Ausläufer der Pyrenäen. Bei einer Rast auf einem Parkplatz oberhalb von Banyuls mit spektakulärem Blick auf das Meer, erläutert eine Tafel, dass das vorgelagerte Seegebiet zum Erhalt der Biodiversität als Meeresschutzgebiet „Réserve Naturelle de Cerbère-Banyuls“ ausgewiesen ist. In seiner Kernzone ist weder Fischen noch motorisierter Bootsverkehr erlaubt.

 

Unser nächstes Ziel ist Cadaqués im Naturpark Cap de Creus, der den östlichsten Teil der Iberischen Halbinsel bildet. Der ehemalige Wohnort Dalis entpuppt sich aber als für Wohnmobile ungeeignet. Große Verbotsschilder prägen das Bild. Leider ist auch mit einem kleinen Wohnmobil die Ein- und Durchfahrt durch den Ort nicht gestattet. Offenbar hat man hier schlechte Erfahrungen gemacht. Da auch im Naturpark das Abstellen von Wohnmobilen nicht erlaubt ist, fahren wir weiter und finden im Hinterland einen schönen Platz für die Nacht.

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Bellcaire d'Empordà: schöner, privater Stellplatz mit VE, Strom, 8 – 14 €, nettes Personal

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Fotogalerie: Austernfischer von Leucarte

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Richtung Pyrenäen

Wir haben in Agde eine ruhige Nacht verbracht. Das liegt aber sicher daran, dass wir außherhalb jeder Saison reisen. Im Sommer soll die ca. 25.000 Einwohner zählende Stadt, von mehr als zehnmal sovielen Menschen geflutet werden, die hier ihren Urlaub verbringen. Die ganze Gegend ist also hochtouristisch ausgerichtet, im Moment aber in wahrsten Sinne des Wortes  "verschlafen". Agde ist eine der ältesten Städte Frankreichs, schon die Griechen und Römer haben hier ihre Spuren hinterlassen. Wir starten aber ohne weitere Erforschung der Umgebung in den Tag.

 

Nachdem wir die Hauptverbindungsstrasse verlassen haben, zeigt sich uns die Küste wildromantisch - auch die Wohnmobildichte lässt etwas nach - und wir können ein spätes Frühstück in einer einsamen Bucht vor Bages - umrahmt von Weinfeldern - genießen.

 

Weiter geht es in die Pyrenäen. Schon früh suchen wir einen Platz für die Nacht, da wir es in den letzten Tagen als wenig schön empfunden haben, bei Dunkelheit auf Stellplatzsuche zu gehen.  In Mont Louis werden wir fündig. Wir stehen auf einem Parkplatz vor den Mauern des dortigen Kastells, das mit weiteren Festungen, geschaffen vom französichen Baumeister Vauban, zum UNESCO Welterbe gehört. Selten sind wir bisher mit Blick auf unseren "eigenen" Burggraben zu Bett gegangen.


... aber wir waren in Andorra

Kurz  nach Sonnenaufgang - das hört sich schlimmer an als es ist, also so gegen 9 Uhr - brechen wir auf. Wir wollen nach Andorra und sind uns nicht ganz sicher, wie die Strassenverhältnisse auf dem Weg dorthin sind. Übernachtet haben wir auf 1500m, ohne eine Flocke Schnee zu sehen, aber es ist Schneeregen vorausgesagt.

 

Das Wetter ist wider Erwarten gut. Wir sind optimistisch, bis wir auf Schilder stoßen, die darauf hinweisen, dass auf dieser Strecke das Mitführen von Schneeketten obligatorisch ist. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob das nur für die Strecke über den vor uns liegenden Pass oder auch für den wohl alternativ zur Verfügung stehenden Tunnel gilt. Trotz Allrad und "dicker Socken" kehren wir um. Wir wollen keinen Ärger riskieren und es gibt ja noch eine weitere Zufahrt nach Andorra. Auf dieser stehen wir aber schnell im Stau vor der hier tatsächlich als solche zu verstehenden Grenze und lernen für was Andorra bekannt ist - praktisch steuerfreies Einkaufen. Die Autokarawane wälzt sich in Richtung der sofort hinter Grenze aufragenden Einkaufszentren. Wir beschließen, dass das nichts für uns ist, und ergreifen die Flucht, ohne einen Blick auf die ebenfalls bekannten Skigebiete geworfen zu haben.

 

Bei Dauernieselregen gondeln wir weiter durch die Pyrenäen entlang  einer trotz der Jahreszeit wunderschönen Landschaft,  oft begleitet von Flüssen und Bächen und durch wilde Schluchten. Wir beenden den Tag in Ainsa auf einem inoffiziellen Stellplatz mit herrlichem Blick über das Tal zusammen mit anderen Wohnmobilen.


Französische Atlantikküste - Mortagne-sur-Gironde

Wohnmobilstellplatz Wohnmobil Hafen Fischerboot Gironde Bordeaux Mortagne-surGironde
Wohnmobilstellplatz am Hafen on Mortagne-sur-Gironde
Wohnmobil Hafen Mortagne-sur-Gironde Stare Vogelschwarm Abendstimmung Abendrot

Für uns geht es nun Richtung Atlantikküste und weiter nach Frankreich. Wie schon in auf zurückliegenden Reisen übernachten wir in Ondre-Plage auf dem Stellplatz am Parkplatz. Am Übergang zum Strand warnen Schilder vor dem Betreten des Strandes, da aufgrund des starken Windes und der in diesen Tagen hohen Flut mit einer besonders starken Brandung zu rechnen ist. Deutlich sieht man, dass die Brecher bis an die Dünen herandonnern können. Wir belassen es daher bei einem Blick auf den aufgewühlten Atlantik.

 

Wir fahren weiter entlang der Küste in Richtung Bordeau, durch das gleichnamige große Weinbaugebiet. Unser nächstes Ziel ist Mortagne-sur-Girone nördlich von Bordeaux an der Gironde mit seinem Stellplatz am Hafen, das zu einem mehrtägigen Aufenthalt einlädt. Auf den hier vor Anker liegenden Sport- und Fischerbooten ist immer etwas los und so gibt es auch immer etwas zu sehen. In der Nähe liegt darüber hinaus ein Vogelschutzgebiet, das, wie auch der in die hier steile abfallende Felsenküste hinein gebaute Ort zum Erkunden einlädt.

 

Unsere Stellplätze:

- Ondre-Plage: separater Stellplatz neben Strandparkplatz, strandnah, im Winter im Winter kostenfrei, VE geschlossen; Umgestaltung des Parkplatzes geplant und bereits begonnen (N 43°34’34’’N, W 01°29’12’’)

- Mortagne-sur-Gironde: Stellplatz am Hafen mit Blick auf die Boote, VE, €9,50 incl. Strom (N 45°28’29’’N, E 00°47’53’’)

 


Richtung Albi - Weltkulturerbe mit Charme

Ondres Plage
Ondres Plage

Beim Aufwachen scheint uns die Sonne ins Gesicht, was Iris dazu verleitet, unseren letzten Tag an der Küste für einen Strandlauf entlang des Ozeans zu nutzen. Am Stand wird klar, wie schwer das Wetter in der vergangenen Zeit gewütet haben muss. An der sich tief in die Dünen ziehenden Spülsaumkante liegt nicht nur viel Unrat sondern auch viele große Stämme bis hin zu ganzen Bäumen. Der Sand ist aufgewühlt und das Laufen mit dem wieder einsetzenden Regen kein wirkliches Vergnügen.

 

Wir verlassen gegen Mittag die Küste und fahren über Dax Richtung Osten. Zuerst kommen wir gut voran. Erst bei Toulouse geraten wir in den freitaglichen Feierabendverkehr und sehen von der Stadt nicht viel mehr als Stau von dem aus wir aber einen kurzen Blick auf die Garonne und auf das Airbus-Werk erhaschen können.

 

Es ist schon Dunkel als wir nach Albi kommen und uns im Gewirr der Straßen auf der Suche nach dem Stellplatz auf dem Parkplatz an der Kathedrale verlieren. Die Suche wir nach dadurch erschwert, dass in der Innenstadt ein Jahrmarkt aufgebaut ist.

 

Letztlich finden wir aber doch eine Platz und machen uns auf zu einem Nachtspaziergang durch die Stadt, deren Altstadt mit der Kathedrale mal wieder in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Es ist 22 Uhr und die Stadt wie ausgestorben, obwohl es Freitagabend ist. Umso beeindruckender ist unser Rundgang entlang der gothischen Backsteinkirche, die fast wie eine Festung wirkt, bis hin zur frisch renovierten Markthalle.

  • Albi: Parkplatz an der Kathedrale – ausgewiesener Bereich für Wohnmobile
  • Albi – alternativ: Parkplatz am Friedhof mit VE

 


Gorges du Tarn (Cévennen): Tiefe Schlucht und einsame Dörfer

"getarnte" Dörfer entlang der Tarn-Schlucht
"getarnte" Dörfer entlang der Tarn-Schlucht

Von Albi nach Florac

Am nächsten Tag kommen wir mit Renate und Christian aus der Oberpfalz ins Gespräch, die mit ihrem Campingbus noch ganz am Anfang ihrer Reise nach Portugal stehen. Wir gehen gemeinsam einen Kaffee in der jetzt plötzlich belebten Stadt trinken und werfen einen Blick auf das quirlige Leben in der Markhalle.

 

Wir wollen heuten noch in die Cévennen, die in der Zusammenschau von Nationalpark, geschichtlichen Zeugnissen und erhaltener Kultur ein Welterbe UNESCO darstellen. Die uns zur Verfügung stehende Zeit genügt nicht, die Region zu erkunden.

 

Wenigstens wollen wir aber die Gorge de Tarn durchfahren, welche zu den Highlights der Region gehört soll. Und das ist sie auch. Im Nordosten  von Millau gelegen, führt die Schlucht von Sainte-Enimie im Osten über 35 Kilometer bis Le Rozier im Westen. Tief schneidet sich die Schlucht in die Felsen. Die Strasse windet sich spektakulär zwischen den bis zu 500 Meter hohen Felswänden und und dem Fluss Tarn, unter Felsüberhängen hindurch und durch enge Tunnel.

 

Kleine Dörfer und Burgen wirken wie an die Felsen angeklebt und sind kaum zu sehen, da sie aus dem Stein der Schlucht gebaut sind. Es gibt sogar Häuser deren Zugang und Versorgung nur über den Fluß überspannende Seilbahnen möglich ist.

 

Gegen Abend suchen wir uns im Örtchen Florac einen Stellplatz. Kurz nach uns trudelt ein mit viel Gepäck beladener Fahrradfahrer auf dem Parkplatz ein und baut hinter unserem Auto sein Zelt auf. Als er fertig ist, holt er die Gitarre raus und beginnt zu spielen.Wir kommen ins Gespräch und laden ihn zum Aufwärmen ins Auto ein. Dabei erfahren wir, dass der selbständige Bierbrauer aus Bayern regelmäßig per Fahrrad in Frankreich unterwegs ist, um sein Französisch zu verbessern und nebenbei die ein oder andere Brauerei zu besichtigen. Mehr Infos zu Manfred und seiner Brauerei gibt es in unserer Rubrik "unterwegs getroffen":  hier klicken.

 

Unser Stellplatz:

  • Florac: Stellplatz auf Parkplatz mit VE oberhalb der Stadt, Avenue Michel Gillibert

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Ardeche - "Domaine de Baffie"

Von Florac in den Cevennen nach Les Ollières sur Eyrieux in der Ardeche

 

Heute geht es für uns von den Cevennen in die Ardeche. Dort wollen wir Christine und Pierre aus Belgien besuchen, die wir auf unserer Nordlandtour im letzten Jahr kennengelernt haben und die gerade in ihrem Ferienhaus in der Ardeche sind.

 

Auch die Ardeche wird dominiert von kleinen Dörfern entlang enger und steiler Strasse. Je weiter uns unser Weg führt, umso weniger spektakulär sind allerdings die Schluchten, immer mehr weichen sie breiten Tälern.  Bis in die Mitte des letzten Jahres blühte hier die Landwirtschaft. Riesiege Mengen von Kastanien wurden geerntet, Pfirsich- und Kirschbäume lieferten Obst für Kunden bis hin im entfernten Paris.

 

Wichtig waren aber auch Maulbeerbaumplantagen, die das Futter für Seidenraupen lieferten und die damit die Basis der hiesigen Seidenproduktion bildeten. Zuerst kam die Seidenproduktion durch Krankheiten, dann aber auch durch die zunehmende Konkurrenz günstigerer Importseide aus Asien in die Krise. Dann ruinierte ein Pilz die Kastanienerten. Die Region verarmte. Viele Menschen zogen weg, wovon noch heute viele verlassenen Häuser zeugen. Erst Gegen Ende des letzten Jahrhunderts brachte der Tourismus wieder einen gewissen Aufschwung.

 

Gegen Abend erreichen wir nach einigem Suchen in der Nähe des Ortes Les Ollières sur Eyrieux die "Domaine de Baffie", das Ferienhaus unserer belgischen Bekannten. Eigentlich handelt es sich dabei um ein aus mehreren kleinen Häusern, Scheunen und Anbauten bestehendes Gebäude, dessen ältester Teil bis ins 17. Jahrhundert zurück datiert und das typisch für die Region ist. In der Scheune wurden früher Seidenraupen gezüchtet. Noch heute erinnert viel daran, unter anderem sind Überreste der Beheizung zu sehen, den Seidenraupen brauchen viel Wärme.

 

Update: Bei einem erneuten Besuch begleiten wir Christine beim Einkaufen. Die Auslage der kleinen Metzgereien überzeugt uns, auf dem Markt bieten regionale Produzenten ihre Produkte an. Hier kann man nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Honig, Nüsse oder die biologisch angebauten Produkte einer landwirtschaftlichen Kommune kaufen. Ein paar Brocken Französisch erleichtern die Verständigung, sind aber nicht notwendig. Man kann sich ja immer noch mit Händen und Füßen unterhalten.

 

Unser Stellplatz:

  • privat bei Christine und Pierre

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Exkurs: Geschichte der Hugenotten in der Ardeche und in den Cevennen

Von Les Ollières sur Eyrieux nach Randeviller in der Nähe von Besancon

 

Unser Reisebekanntschaften, Christine und Pierre aus Belgien, die in der Ardeche ein Ferienahus besitzen, bringen uns die Kultur der Ardeche näher. Wir besuchen eine kleine Kirche, die von den katholischen Bewohnern des kleinen Orts Saint Vincent de Durfort in Eigenregie restauriert wurde. Direkt nebenan steht ein protestanticher Tempel (evangelische Kirchen werden hier so genannt), der völlig schmucklos ist und auch keinen Turm besitzt.

 

Dieses für uns außergewöhnliche Gebäude bringt uns dazu, uns ein wenig mit der Geschichte der Protestanten in Frankreich zu beschäftigen. Frankfreichs Bevölkerung ist in der Hauptsache katholisch - Protestenten stellen auch heute nur eine Minderheit darstellen.

 

Die Cevennen und die Ardeche bildeten währen der Protestantenverfolgung und den Hugenottenkriegen im 16. Jahrhundert die letzten Rückzugsräume der Hugenotten, in denen sie sich Partisanenkämpfe mit dem Militär lieferten. Die Religionsausübung erfolgte im Geheimen, man lebte sehr zurückgezogen, Fremden gegenüber war man äußert misstrauisch. Wenn man dies weiß, sieht man Zeichen dafür auch noch heute. Die Dörfer sind oft noch immer schwer zugänglich, Häuser wirken wie kleinen Burgen, Fensterläden bleiben häufig auch noch am Tag geschlossen. Christine erzählt, wie schwer es für ihre Eltern war, in der Dorfgemeinschaft Fuß zu fassen, als sie das Ferienhaus vor 50 Jahren kauften.

 

In vielen Häusern gab und gibt es versteckte Räume. Hier konnten sich sich verfolgte Menschen verbergen oder es wurden Gegenstände versteckt, die die die Zugehörigkeit zum Protestantismus hätten verraten können. Auch in der Domaine de Baffie lässt die fehlende Übereinstimmung zweier Wände im Obergeschoss vermuten, dass es dort einen solchen Raum geben könnte.

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