Entlang der Deutsch-Tschechischen Grenze

Böhmerwald
Böhmerwald

Tschechien, bis 1992 Teil der Tschecheslowakei und bis 1991 des Warschauer Pakt, gehört nun schon seit 2004 zur EU. Mehrfach hatten wir überlegt, einmal einen Blick über die Grenze zu werfen, aufgrund von Staus in Richtung der direkt dahinter gelegenen, "Asia-Markt" genannten Billigmärkte den Versuch aber wieder aufgegeben. Dieses Jahr wollen wir uns nicht so schnell abschrecken lassen und haben "Welch‘ Wunder" freie Fahrt.

 

Unser Plan ist es, entlang der Ostgrenze Tschechiens bis nach Österreich zu fahren. Nachdem wir aber auf dieser Strecke keine für uns interessanten Ziele finden können, disponieren wir um. Entlang der Deutsch-Tschechischen Grenze geht es für uns nun alternativ vom Nationalpark Böhmische Schweiz in Richtung des Biosphärenreservat Šumava. Das Gebiet zwischen den Parks finden wir wenig attraktiv, sowohl landschaftlich als auch aufgrund des oft desolaten Zustands der Häuser.

 

Unweit des bekannten Kurorte Karslbad liegt in Sichtweite des deutschen Oberwiesenthals mit dem 1244 m hohen Klínovec die höchste Erhebung des Erzgebirges. Auf dem Gipfel inmitten eines Skigebiet erheben sich die Ruinen eines Lokal-/Hotelkomplexes, die davon zeugen, dass die Region um 1900 ein beliebtes Ausflugsziel war. Der 1884 eröffnete "Kaiser-Franz-Josef-Aussichtsturm" wurde mit EU-Mitteln neu errichtet und thront heute einsam über der ansonsten aufgeben erscheinenden Anlage.

 

Uns zieht es weiter in das im Egerbecken bei dem Kurort Franzensbad nordöstlich von Cheb gelegene Naturschutzgebiet Soos. In diesem Moorgebiet tritt an einigen Stellen natürliches Kohlendioxid zu Tage und zeugt von der tektonische Aktivität des Gebiet.

 

Unser Parkplatz:

  • vor dem Eingang  (N 50°08'46", O 12°24'08"),
    Parkplatz kostenfrei, Zutritt zum Gebiet gebührenpflichtig)

 

Das Gebiet des Biospährenreservats Šumava verteilt sich auf die Regionen Pilsen und Süd-Böhmen und bildet zusammen mit dem Nationalpark Bayerischer Wald die größte geschütze Waldfläche Zentraleuropas.

Durch den Park ziehen sich viele Rad- und Wanderwege. Wir folgen zu Fuß der wilden, nur etwa 23 Kilometer langen Vydra stromaufwärts hinein in die Kernzone des Nationalpark.

 

Hier wird  der Wald sich selbst überlassen. Hier kann sich der Borkenkäfer ungehindert ausbreiten kann, was Konflikte mit der konventionellen Forstwirtschaft in umliegenden Gebieten mit sich bringt, da ein Übergriff auf bewirtschaftete Flächen befürchtet wird. Wir sind fasziniert von den Mustern, die die Larven des Käfers unter der Rinde der Bäume hinterlassen, erinnern sie uns doch an fremde Schriften aus alter Zeit.

 

  • Ausgangspunkt unserer Wanderung: Cenkova Pila - Wanderparkplatz an der Brücke
    (GPS N 49°06'26", O 13°29'37")

 

Unsere Stellplätze:

  • Autokempink Česká Brána: kleiner Campingplatz am See (GPS N 50°48'01", O 14°20'14.3"); OK für eine Übernachtung, ansonsten nicht empfehlenswert
  • Autocamp Amerika: Campingplatz am See bei Franzensbad (GPS N 50°06'38", O 12°20'09")

 

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