Unsere Reisephilosophie

So reisen wir mit dem Wohnmobil


Antworten auf diese Fragen und mehr ....

Wie planen wir unsere Reisen?


Wir gehören nicht zu den Menschen, die eine Reise wochenlang im Voraus planen.

 

Wenn wir unterwegs sind, kennen wir meist nur die grobe Himmelsrichtung, in die es gehen soll – mehr nicht.

 

Damit trotzdem ein roter Faden entsteht, geben wir jeder Tour ein kleines Motto:

Schottland, Nordkap, den Kranichen folgen oder Naturparks in Mecklenburg‑Vorpommern. Sobald wir wissen, wohin es ungefähr gehen könnte, besorgen wir uns einen Reiseführer. Der bleibt allerdings zu – bis wir wirklich unterwegs sind. Dazu kommt eine gute Karte mit großem Maßstab, auf der auch die kleinsten Straßen eingezeichnet sind.

 

Oft setze ich, Michael, mich abends hin und stöbere im Internet nach möglichen Highlights. Orte, die fotogen sind, spannende Natur bieten oder einfach zu interessant wirken, um daran vorbeizufahren. Diese markiere ich mir bei GoogleMaps, damit wir unterwegs eine Idee haben, was in der Nähe liegen könnte – ohne dass es zur festen Route wird.

 

Und dann geht’s los:

Wir tingeln von Ort zu Ort, entscheiden spontan, bleiben stehen, wenn es uns gefällt, und fahren weiter, wenn es Zeit ist. Am Morgen wissen wir oft nicht, wo wir am Abend stehen werden. Aber wir wissen immer, in welche Richtung es ungefähr gehen soll – und genau das macht für uns den Reiz des Reisens aus


Wo übernachten wir?


Am Nachmittag überlegen wir meist, wo wir die kommende Nacht verbringen wollen. Damit das nicht im Chaos endet, haben wir für uns ein paar einfache Regeln entwickelt, die sich über die Jahre bewährt haben.

  • Offizielle Stellplätze nutzen wir gerne – wenn sie zu uns passen.
    Wenn eine Gemeinde klar sagt, wo Wohnmobile stehen dürfen, nehmen wir dieses Angebot gerne an. Wir mögen kleine, ruhige Stellplätze, die kostenlos oder kostengünstig sind und auf unnötigen Komfort verzichten. Strom oder Sanitäranlagen brauchen wir nicht. Für einen guten Platz zahlen wir gerne 5 bis 10 Euro – und für wirklich besondere Stellplätze auch mal etwas mehr.

  • Wir halten uns an die Regeln des Landes.
    Ist Freistehen in einem Land nicht erlaubt, dann tun wir es auch nicht. Wir möchten weder Ärger noch Diskussionen – und schon gar nicht dazu beitragen, dass Wohnmobilfahrer einen (noch) schlechten Ruf bekommen.

  • Wenn wir frei stehen, dann so, dass wir niemanden stören.
    Wir stellen uns nie sichtbar in die Nähe von Häusern oder Wohngebieten. Die einzige Ausnahme: In Städten, wenn wir am Straßenrand oder auf einem Parkplatz übernachten. Dann so unauffällig wie möglich – kein Campingverhalten, keine ausgefahrene Treppe, keine offenen Fenster (außer in Kippstellung), kein Licht, das nach außen fällt.

  • Wo Übernachten ausdrücklich verboten ist, bleiben wir nicht.
    Steht ein Schild da, respektieren wir es. Ganz einfach.

  • Sicherheit geht vor.
    Wenn wir frei stehen, schauen wir uns den Platz genau an. Liegen Scherben herum, gibt es Hinweise auf nächtliche Treffen oder Partys oder wirkt der Ort einfach nicht gut, fahren wir weiter. Und wenn es nachts doch zu unruhig wird, starten wir den Motor und suchen uns etwas anderes. Das kommt selten vor, aber es passiert – und dann ist es die richtige Entscheidung.
Die besten Apps für das Wohnmobil und das Reisen
  • Wenn einer von uns ein ungutes Gefühl hat, fahren wir weiter.
    Das ist eine unserer wichtigsten Regeln. Egal wie schön ein Platz wirkt – wenn einer von uns Bauchschmerzen hat, suchen wir etwas anderes. Erfahrung zeigt: Das Gefühl trügt selten.

  • Fragen kostet nichts – und funktioniert erstaunlich oft.
    Gerade in ländlichen Gegenden fragen wir gerne z.B. in Restaurants nach, ob wir nach dem Essen über Nacht stehen bleiben dürfen. Unsere Erfahrung: Bisher hat noch niemand Nein gesagt. Im Gegenteil – oft ergeben sich nette Gespräche oder Tipps für die Umgebung.

  • Apps helfen – aber nicht jede gleich gut.
    Meistens suchen wir unsere Übernachtungsplätze per App. Park4night ist oft auch unser Favorit, ist inzwischen aber so bekannt, dass viele der dort gelisteten Plätze ziemlich voll sind. Deshalb nutzen wir heute auch andere, weniger verbreitete Apps, um ruhigere Orte zu finden. Unsere Kriterien bleiben immer gleich: kleine Plätze, kostenlos oder bis maximal 10 Euro, kein Strom, keine Duschen, kein Campingplatz‑Feeling.

Wohin geht es am nächsten Tag?


Diese Frage stellt sich bei uns meistens erst am nächsten Morgen. Dann überlegen wir, was wir an diesem Tag sehen möchten. In der Regel suchen wir nach Naturschutzgebieten, Nationalparks oder ähnlichen Landschaftsräumen – in Büchern, auf Karten oder im Internet.

 

Oft treffen wir unterwegs auch andere Naturbegeisterte, die uns Tipps geben. Diese Empfehlungen sind fast immer wertvoller als alles, was in Reiseführern steht. Deshalb notieren wir uns auch Hinweise, die nicht direkt auf unserer Route liegen, damit wir sie später besuchen können.

 

Über die Jahre ist so ein kleines Netzwerk an Informanten entstanden. Und weil wir den Austausch lieben, haben wir selbst die Facebook‑Gruppe „Wohnmobil und Natur - Wo Europa am schönsten ist" “ gegründet – ein Ort, an dem sich Gleichgesinnte gegenseitig inspirieren und ihre Lieblingsplätze teilen.

 

Für die genaue Reiseroute ist Iris zuständig. Das Navigationssystem steht grundsätzlich auf kürzeste Strecke, Autobahnen sind ausgeschlossen und je nach Land sind unbefestigte Wege erlaubt oder tabu. Zusätzlich nutzt Iris oft eine große Papierkarte mit dem großen Maßstab. Dort achtet sie besonders auf grün markierte Strecken – oft sind das die schönsten Abschnitte.

 

Gut zu wissen:
Auch wenn wir ab und an Offroad unterwegs sind, unsere Touren sind grundsätzlich auch für Fahrzeuge ohne Allrad gut zu fahren. Wenn eine Strecke nur mit Allrad zu fahren ist, steht es dabei.

 

Nicht selten ignorieren wir die Navigation kurzfristig und folgen der Karte, weil ein Ort oder eine kleine Straße spannend aussieht. Mit der Zeit entwickelt man ein Gespür für schöne Strecken, ruhige Ecken und Orte, die man sonst nie gefunden hätte. Manchmal ist unser Ziel sogar, die kleinste noch fahrbare Straße zu entdecken. Das klappt nicht immer – mehr als einmal musste ich wenden oder ein ganzes Stück rückwärtsfahren. Aber genau dadurch landen wir oft an Flecken, an denen die Anwohner vermutlich noch nie ein Wohnmobil gesehen haben.

 

So kommt es vor, dass wir am Ende eines Tages nur 30 Kilometer Luftlinie geschafft haben – aber 150 erlebnisreiche Kilometer gefahren sind. Für uns zählt nicht die Distanz, sondern das, was wir unterwegs entdecken.


als Digitale Nomaden unterwegs:

unterwegs arbeiten im Wohnmobil


Wir sind seit 2014 mehr als die Hälfte des Jahres mit dem Wohnmobil in Europa unterwegs und arbeiten in dieser Zeit in und aus unserem Mobil. Für uns ist das kein Experiment mehr, sondern ein eingespielter Alltag, der sich über die Jahre entwickelt hat.

 

Unterwegs haben wir viele Menschen getroffen, die ebenfalls davon träumen, ihren Lebensunterhalt von unterwegs zu bestreiten. Viele hatten eine große Portion Begeisterung, aber keinen klaren Plan. Die meisten hatten etwas Geld angespart und wollten zumindest ein Jahr reisen – in der Hoffnung, unterwegs herauszufinden, wie es danach weitergehen könnte.

 

So verständlich dieser Wunsch ist: Die größte Stolperfalle liegt oft noch vor Beginn der eigentlichen Reise. Viele angehende „Digitale Nomaden“ investieren enorm viel Zeit, Energie und Herzblut in ihr Fahrzeug, in den Ausbau, in Technik und in die Planung der Route. Aber in ihre eigentliche Geschäftsidee – also das, was sie langfristig tragen soll – fließt oft erstaunlich wenig Aufmerksamkeit.

Dabei ist genau das der Punkt, der über Erfolg oder Scheitern entscheidet. Eine Reise kann man spontan beginnen, ein tragfähiges Geschäftsmodell nicht. Wer ohne Plan startet, merkt unterwegs schnell, dass Freiheit zwar schön ist, aber ohne Einkommen nicht lange funktioniert.

Wir wollen hier kurz zusammenfassen, wie wir das Projekt "Geld verdienen von unterwegs" für uns erfolgreich umgesetzt haben: 



Unterwegs Geld verdienen



Planung

Vor unserem Start in ein mobiles Leben lagen 5 Jahre Planung. Unser Schwerpunkt lag dabei in der Ordnung unserer finanziellen Situation und dem Aufbau einer auch unterwegs tragfähigen Selbständigkeit. Wir sind in der glücklichen Situation derzeit nur das dazu verdienen zu müssen, was wir zum Leben brauchen und keine weiteren Rücklagen bilden zu müssen. Trotzdem war es auch für uns unumgänglich unseren finanziellen Bedarf zu definieren und alle Ausgaben zu hinterfragen.


vor dem Start

Für uns war es wichtig, erst dann in unser mobiles Leben zu starten, wenn dieses auch in allen Bereichen von unterwegs funktionieren würde. Michael war schon selbständig, musste sein Büro aber umstrukturieren. Ich habe meinen Job gekündigt und mich 2012 in meinem erlernten Beruf als Patentingenieurin selbständig gemacht. Vor der Abfahrt mussten alle Vorbereitung abgeschlossen sein, die für uns zum Geldverdienen notwendig waren (u.a. Anmeldung beim Finanzamt/Gewerbeamt; Beantragung aller notwendigen Zulassungen; Beauftragung eines Steuerberaters zwecks Erledigung von Steuersache/Steuererklärung von unterwegs; Einrichtung einer Poststelle für geschäftliche Schriftstücke; Umstellung möglichst allen Schriftverkehrs auf Email/elektronische Zustellung; Anpassen unserer Internet-/Handyverträge um immer und überall arbeitsfähig zu sein). Auch die ersten Kunden waren bereits vor unserer Abfahrt akquiriert.


Erfolgreiche Realisierung

Heute ist es für uns unumgänglich regelmäßig zu arbeiten und nicht nur, wenn wir Lust dazu haben. Meist müssen unsere Aufträge zu einem bestimmten Termin fertig sein und dann sind sie auch fertig, egal ob das Wetter toll oder die Umgebung schön ist. Dies erfordert ein großes Maß an Selbstdisziplin, oft arbeiten wir abends oder wenn notwendig auch mal früh morgens, so dass der Tag möglichst zur freien Verfügung bleibt. Wochenenden kennen wir nicht. Manchmal lohnt es auch volle Arbeitstage einzulegen, am Besten aber natürlich dann, wenn das Wetter schlecht und die Internetverbindung gut ist. Aber das kann man sich nicht immer aussuchen. Wir sind eben nicht in Urlaub, sondern auf Reisen.

 

Dafür arbeiten wir aber oft an denn schönsten Plätzen dieser Welt, sind dabei unserer eigener Herr und können unseren Tag frei gestalten.

 


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1 Umsatzsteuerbefreit gemäß § 19 UStG (Kleinunternehmerregelung)