Insel Senja



Wir verlassen Tromsö über eine weitere Brücke und ganz schnell geht die Stadt in Einsamkeit über. Wie auch schon in den letzten Tagen trifft man in der winterlichen Landschaft nur noch vereinzelt auf Häuser.

 

Kurz später bringt uns eine Fähre innerhalb von 45 Minuten über eine fast spiegelglatte See auf die Insel Senja, auf deren Nordseite wir entlang einer sogenannten "Landschaftsroute", einer norwegischen Touristikstrasse, weiterfahren wollen. Am Fähranleger kommen wir mit Caro und Christoph aus Osnabrück ins Gespräch, auf die wir während unserer Tour heute immer wieder treffen sollen.

 

Senja ist landschaftlich sehr reizvoll und abwechslungsreich. Immer wieder gibt es Aussichtspunkte, die zum Teil mit Aussichtsplattformen in modernem Design ausgestattet sind, meist führt der Weg aber entlang einer teilweise hochalpin erscheinenden Landschaft mit hohen Bergen, die aber für uns immer wieder überraschend direkt ins Meer übergeht. Auch die hier heimische Seevogelwelt scheint für unser Auge so überhaupt nicht zu der Bergkulisse zu passen. Weiter Richtung Westen gelangen wir an Buchten mit türkisblauem Wasser und kleinen Inseln, die ein fast mediterranes Flair verbreiten. Das Wasser scheint zum Baden einzuladen - bei einer Aussentemperatur von unter 10° Grad Celsius im Schatten und eiskaltem Wasser ist das aber selbst beim derzeitigen Sonnenschein keine Option für uns.

 

Unterwegs erhalten wir eine SMS von unseren belgischen Bekannten mit dem Faltwohnwagen, die unseren Weg bereits in Schweden und in Jokkmokk in Lappland gekreuzt haben. Sie sind auch auf Senja und so verabreden wir uns auf ein Treffen am nächsten Fähranleger. Die beiden wollen Senja erkunden, uns zieht es weiter.

 

Wir nehmen die Fähre nach Andoya auf den Vesteralen. Die Fähre ist relativ leer. Unter den wenigen Passagieren sind zwei deutsche Womos, auf die wir heute (Caro und Christoph) und in den letzten Tagen (Ina und Joshua mit ihrem blauen VW-Bus) schon mehrfach getroffen sind. Das bleibt nicht aus, da wir in etwa die gleiche Tour fahren. Auch mit den Besitzen eines Mobils aus Frankreich kommen wir ins Gespräch. Diese Art von Gemeinschaft fühlt sich irgendwie gut an.

 

Obwohl das Wetter schön ist, ist die 1,5 Stunden lange Überfahrt unruhig. Mein Magen hält dieses Mal aber durch, ich bin aber trotzdem ziemlich fertig als wir endlich anlanden. Trotzdem verbringen wir noch einen netten Abend mit dem jungen VW-Bus-Paar in unserem Auto und lassen uns von der mitternächtlichen Sonne wärmen.

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