Dra-Tal, das Tal des Dades und der Hohe Atlas
unverfälschtes Marokko:
Das Dra-Tal
Das Wadi (Tal) des Flusses Draa ist etwa 1100 km lang und meist ausgetrocknet. Als Fluss ist er nur bis Zagora erkennbar.
Wir durchfahren das Tal, das als eines der schönsten Marokkos gilt, von M'hamid bis Ouarzazate. Palmenhaine (Palmeraie) und alte Berbersiedlungen (Ksars und Kasbahs) reihen sich aneinander. So haben wir uns Marokko vorgestellt.
Quarzatate, eine 60.000-Einwohner-Stadt liegt auf 1.100 Metern Höhe zwischen dem Atlas und dem Antiatlas. Hier gibt es endlich wieder einen Carrefour-Supermarkt, in dem man endlich einmal wieder Käse kaufen und die Bier- und Weinvorräte auffüllen kann. So parkt vor dem Supermarkt auch Wohnmobil an Wohnmobil. Wir reihen uns ein.
Unser Wohnmobil-Stellplatz:
- Agdz: Camping a la ferme Tansift, netter, ruhiger Campingplatz
- GPS 30.68299, -6.472396
Impressionen aus dem Dra-Tal:
Kasbahs und Serpentinen
Tal des Dades
Das Dadestal liegt in der marokkanischen Provinz Tinghir im Atlasgebirge, wo sich das Wasser des Dades teilweise tief in das Gestein eingegraben hat.
Unsere Fahrt startet in der auf 1.100 Meter gelegenen Provinzhauptstadt Ouarzatate einem Verkehrsknotenpunkt und Touristikzentrum zwischen Atlas und Antiatlas.
Provinzhauptstadt
Ouarzatate
In der 60.000 Einwohner Provinzhauptstadt gibt es einen Carrefour-Supermarkt. Hier kann man endlich einmal wieder richtigen Käse kaufen und die Bier- und Weinvorräte auffüllen. So parkt vor dem Supermarkt Wohnmobil an Wohnmobil und auch wir füllen unsere Vorräte auf.
Wir durchfahren nun ein weites, fruchtbares Tal, in dem sich Dorf an Dorf, Kasbah (arabisch Bezeichnung für Festung; in Marokko meist aus Lehmziegeln erbaut) an Kasbah reiht, bevor sich das Tal zur Dadesschlucht verengt. Am Abend suchen wir einen passenden Stellplatz. Wir finden einen nagelneuen, auf einem Hügel gelegenen Platz mit einem unglaublichen Blick. Da die asphaltierte Straße noch nicht komplett fertig gestellt ist, gestaltet sich die Anfahrt ein wenig schwierig. Es geht über kleine Gassen durch ein ursprüngliches Dorf; aber der Weg hat sich gelohnt:
Unsere Camping-/Stellplatz:
- Kalaat M'Gouna:
Camping Chabab Saghro, neuer, richtig toll angelegter Stellplatz auf einem Hügel mit traumhafter Rundumsicht - sehr gastfreundliche Betreiber, Tee und Kebab gibt es zur Begrüßung,
- GPS 31.19931, -6.115763
Nach einer Tasse Kaffee mit Rundumblick über das dicht besiedelte Tal geht es am nächsten Morgen weiter in Richtung Atlas-Gebirge.
Kurz bevor wir in die eigentlich Schlucht gelangen, kommen wir an einem traditionellen Markt vorbei, auf dem nicht nur Lebensmittel, sondern auch Bekleidung und Gebrauchtes vom Handy bis zum Schlagbohrer angeboten wird. Welch ein Kontrast zu unserem Supermarkteinkauf in der Provinzhauptstadt am Tag zuvor.
Treiben auf dem Markt
Die Schlucht des Dades
Die fruchtbare Schlucht des Dades kann auf einer asphaltierten Straße für etwa 60 Kilometer gut befahren werden. Es geht vorbei an schönen Dörfern und grünen Feldern.
Auf halber Strecke macht eine Baustelle die Fahrt aber doch etwas abenteuerlich. Um sicherzugehen, erkundigen wir uns, bevor wir weiterfahren, beim Fahrer eines uns entgegenkommenden alten Feuerwehrfahrzeugs aus Österreich (siehe Foto) nach dem Straßenzustand. "Kein Problem" heißt es.
Das stimmt. Trotzdem, neben den Baumaschinen gähnt ohne Leitplanke der Abgrund.
In den Orten gibt es einige Campingplätze und Hotels. Wir aber suchen die Einsamkeit und übernachten auf einem ruhigen Platz abseits der Straße.
Unser Stellplatz:
- Dades-Tal: frei, abseits der Straße am Flussufer
Der Hohe Atlas:
Offroad durch das Hochgebirge
Bei Msemir endet die befestigte Straße durch das Dades-Tal. Wir denken einen Moment darüber nach umzukehren, denn vor uns erstreckt sich nicht nur eine Piste, sondern auch der Atlas mit Bergen bis knapp 4.200m Höhe. Solche Gedanken werden aber schnell von den den übrigen Mitgliedern unseres Sprinter-Teams beiseite gefegt und es geht für uns alle weiter in Richtung Hochgebirge.
Erneut angeführt von Dennis fahren wir über unbefestigte Serpentinen vorbei an einer atemberaubenden Hochgebirgs-Kulisse bis hinauf auf einen Pass in 2900 Meter Höhe. Zu häufig sollte man nicht nach unten schauen, denn meist geht es neben der Piste steil bergab - selbstverständlich OHNE Leitplanke.
Kurz nach der Passhöhe treffen wir auf einen Wanderer aus Frankreich, der auf eine Mitfahrgelegenheit hofft,. Wir stellen fest: Es gibt immer noch Menschen, die deutlich verrückter sind als wir. Natürlich nimmt Dennis ihn mit, denn er hat ja noch einen Sitz frei.
Fast zeitgleich leuchtet bei unserem Paul die Motoröllampe auf. Auch die manuelle Kontrolle zeigt: unserer Ölstand ist niedrig. Nach dem erneuten Starten erlischt die Lampe; wahrscheinlich standen wir wirklich nur zu steil am Berg. Trotzdem: Vorsichtig und entgegen der Gewohnheit von Dennis und Phil ausnahmsweise auch gaaaanz langsam geht es für uns weiter.
Nach etwa 60 Kilometern endet die Piste in einer ärmlich wirkenden Siedlung, in der wir sofort von bettelnden Kindern umringt werden. Auch die nächsten Orte zeigen, dass der Tourismus hierher noch nicht vorgedrungen ist, zu schwierig ist die Zufahrt. Trotzdem finden wir einen schönen Übernachtungsplatz am See Tislit auf etwa 2300 m Höhe auf einem aufgegebenen Campingplatz. Dennis perfektioniert hier unser Pizzarezept und wir erleben wieder einmal einen tollen Abend dicht unter dem Sternenhimmel.
Leider hinterlässt die Nacht in so großer Höhe bei uns ihre Spuren. Wir alle sind am nächsten Morgen ziemlich gerädert; Dennis ereilt Montezumas Rache. Aber auch solche Dinge gehören zum Reiseleben nun mal dazu.
Impressionen von der Fahrt:
Die Nacht danach
unser Stellplatz am See
Unser Stellplatz:
- See Tislit: aufgegebener Campingplatz direkt am See
- GPS 32.19886, -5.634103
Eigentlich wollten wir noch Fes und Chefchaouen anschauen, aber aus persönlichen Gründen sind wir den schnellerern Weg über Asilah Richtung Tarifa und weiter nach Spanien gefahren.
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