Lappland von Ost nach West




entlang des Teno

Mit dem Wohnmobil entlang des Teno in Finnland
Der Teno

Unsere nächste Reiseetappe führt uns entlang des Varanger Fjords. Im Anschluss folgen wir der Grenze zwischen von Finnland und Norwegen gen Westen. Über viele Kilometer fahren wir nun paralle zum Grenzfluss Teno. Am norwegischen Flußufer verläuft die Europastraße E6; wir wählen aber die kleinere finnische Straße 970, von der wir gelesen haben, dass sie eine der schönsten Strecken Finnlands sein soll.

 

Immer wieder eröffnet sich uns durch die im Herbst unbelaubten, niedrigen Bäume ein schöner Blick auf den für uns überraschend breiten und unregulierten Fluss, der sich aber an felsigen Engstellen als durchaus wild erweist und Stromschnellen bildet.


Am südlichen Tenoufer besuchen wir den einsam gelegene Sámi-Farm Välimaa. Der Hof wurde in den 1970er Jahren aufgeben und gibt heute als Freilichtmuseum einen Einblick in die Lebensweise der Indigenen hier am Fluss Die ersten Gebäude wurden 1866 von dem Samen Antii Jouuninpoika Warsi erbaut, die Anlage danach aber nach Bedarf erweitert. Die Bewohner lebten von der Viehhaltung, der Jagd und dem Fischfang.

 

Tafeln im Museum berichten davon, wie zur Zeit der Lachswanderung beiderseits des Flusses lebende Familien beim Fischfang kooperierten, in dem sie Dämme quer über den Fluss bauten und die Fische mit Netzen oder in vor den Dämmen entstehenden Tümpeln abfischten. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kamen zur Lachssaison die ersten Angeltouristen in das fischreiche Gebiet.

 

Unser Parkplatz:

  • Välimaan saamelaistila: Parkpbucht vor dem Museum (GPS 70°01'07"N 27°29'37")

Das Tal des Teno ist schmal und für finnische Verhältnis dicht besiedelt. Die Suche nach einem Stellplatz für die Nacht gestaltet sich daher für uns schwierig. Es gibt allerdings immer wieder kleine Parkbuchten entlang, die sich durchaus für eine Übernachtung eignen, da die Straße nachts wenig befahren ist.

 

Da sich hier aber keine Möglichkeit für eine Hunderoute bietet, fahren wir am Morgen frühzeitig los und finden 20 Kilometer weiter, kurz hinter Karigasniemi am Kevo Naturpark den Parkplatz, den wir am Abend zuvor sehnsüchtig gesucht haben. Das Kevon luonnonpuisto ist eines der sogenannten Wilderness Gebiete Finnlands. Diese ähneln den Nationalparks Finnlands und schützen die ursprünglichen Wildnis im Norden Finnlands. Dies ist der Lebensraum der Samen und ihrer Rentiere, die Natur ist praktisch unberührt und für Besucher auch nur als Wanderer oder per Ski/Schneeschuh zugänglich.

 

Von unserem Parkplatz aus starten wir zu einer kleinen Wanderung entlang eines Rundwegs. Dieser führt uns über steile Anstiege, die mit Treppen einfacher begehbar gemacht wurden, in diese ursprüngliche Landschaft mit ihren extremen Lebensbedingungen. Hier geht im Sommer die Sonne an 66 Tagen (20.5. - 24.7.) nicht unter und die Temperatur kann auf über 30°C ansteigen. Im Winter kann es während der 56 Tage 825.11. - 19.1.) dauernden Polarnacht bis zu -40°Grad kalt werden. Unterwegs sehen wir einen bunten Seidenschwanz und können eine Wasseramsel bei der Futtersuche im Wasser beobachten. Weitere beschilderte Wasserwege führen noch tiefer ins Gebiet.

 

Im Supermarkt von Karigasniemi füllen wir vor der Weiterfahrt nach Norwegen unsere Vorräte auf, da hier in Finnland die Lebensmittelpreise trotz der abgelegenen Lage deutlich günstiger sind als dort.

 

Unser Parkplatz/Wohnmobil-Stellplatz-Tipp:

  • Kevon luonnonpuisto: Parkplatz abseits der Straße am Naturpark, Trockentoilette, Müll (GPS 69°23'36"N 26°06'45"E)

N


Kevo Wilderness


Nordkap

Wer Lust hat, kann von hier einen Abstecher zum Nordkap machen. Wir waren bereits vor einigen Jahren im Sommer dort und entscheiden uns diesmal nicht zu fahren.

 

Wie es uns im Sommer am Nordkap ergangen ist, kann man hier nachlesen.