Uhu-Brutpaar in Überlingen am Bodensee

Uhu am Nest mit Jungen am Bodensee
Uhu am Nest mit Jungen

Uhu-Brutpaar in Überlingen:

 

Seit 2010 brütet ein Uhu-Pärchen auf einem kleinem Felsvorprung am Eingang des Überlinger Stadtgrabens. Von der gegenüberliegenden Seite des Grabens (Osten) lassen sich die Brutvögel recht gut beobachten.



In der Mitte des 20. Jahrhunderts war der Uhu in Deutschland fast ausgerottet. Letzte Vorkommen gab es nur noch in Nordbayern, Thüringen und Sachsen sowie in den bayerischen Alpen.

 

Dieser Rückgang der Population wurde nicht nur durch den Verlust von natürlichen Lebensräumen hervorgerufen, sondern beruht in erster Linie auf einer jahrhundertelangen, systematischen Verfolgung des Uhus durch den Menschen. Lange galt der in Felsen brütende Eulenvogel als Unglücksbringer und als Nahrungskonkurrent. Insbesondere Jungvögel wurden aber auch bei der sogenannten Hüttenjagd als lebender Köder für Krähen und Raubvögel verwendet.

 

In den 1930er Jahren wurde die Bejagung des Uhu zwar verboten; trotzdem gab es zwanzig Jahre später nur noch etwa vierzig Brutpaare. Der Uhu stand damit, wie in vielen anderen Regionen Europas, vor dem Aussterben. Heute gibt es in Deutschland glücklicherweise wieder über 2000 Brutpaare.

 

Infobox: Uhu

Der Uhu ist Deutschlands größte Eule. Er wird etwa 70 cm groß und kann eine Spannweite von bis zu 180 cm erreichen. Das Weibchen ist dabei üblicherweise größerals das Männchen. Der Vogel ist standorttreu und brütet in Steilwänden, wobei ein geeigneter Nistplatz oft von Generation zu Generation weitergegeben wird.

 

Seit in Überlingen Anfang der 2000er Jahre das erste Mal ein Uhu-Paar in der Felswand am Stadtgraben  brütete, gibt es hier regelmäßig Nachwuchs. 2013 kam zwar das erste Uhu-Weibchen durch Rattengift ums Leben; der Uhu-Mann fand aber schnell eine neue Partnerin und es stellte sich bald wieder ein Bruterfolg ein. In den Folgejahren wechselte auch das Männchen.

 

Der Uhu ist in Überlingen mittlerweile das Maskottchen der Stadt. Um den Bruterfolg zu gewährleisten, wird das Gelände um den Nistplatz abgesperrt, so dass die Vögel ihre Küken in Ruhe aufziehen können. Wir wurden durch ein Hartmut und Margrete, die am Bodensee wohnen und ebenfalls ein Woelcke-Wohnmobil fahren, auf den Nistplatz aufmerksam gemacht. Hartmut ist im NABU aktiv und kennt die Gegend und ihre Tierwelt daher wie seine Westentasche. Mehr zu den beiden und zur Geschichte unseres „doppelten Paul“ gibt es: hier

 

Update 2021:
Im Dezember 2020 wurde das Uhu-Weibchen tot aufgefunden. Es fiel offenbar einem Herpes-Virus zum Opfer. Es bleibt zu hoffen, dass der Uhu-Mann bald wieder eine neue Partnerin findet. Uhus können in freier Wildbahn immerhin bis zu 25 Jahre alt werden.

 

Unser Beobachtungsplatz:  

 

  • Überlingen: Unser Foto entstand mit großer Vor- und Umsicht von dem der Felswand am Stadtgraben gegenüberliegenden Weg am Stadtgraben. Details bitte erfragen.

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