Paul bekommt eine Lithium Batterie

Lithium Batterie in einem Wohnmobil
wenig Platz bei uns für die neue Batterie

Nach 7 Jahren AGM haben wir auf Lithium-Batterien umgerüstet.

 

Warum wir auf Lithium-Batterien umgerüstet haben erfährst Du hier:



Bisher hatten wir 2x 75 Ah Optima Yellow-Top AGM-Batterien in unserem "Paul" verbaut. Grundsätzlich waren wir mit den Akkus sehr zufrieden, allerdings haben sie nur eine begrenzte Lebensdauer, vor allem, wenn man wie wir, die Batterie immer wieder stresst, indem man sie zu weit herunterfährt. Anfangs war uns nicht bewusst, dass dieser Typ Batterie empfindlich gegen tiefe Entladung ist und man sie nur bis zu 50% der Gesamtkapazität herunterfahren soll. Shit happens.

 

Da wir durch das tägliche Arbeiten mit ein bis zwei Laptops und anderen regelmäßig arbeitenden Verbrauchern doch recht viel Strom benötigen, kommt es immer wieder vor, dass wir deutlich mehr Strom brauchten, als uns die Batterie eigentlich zur Verfügung stellt. Aus diesem Grund haben wir uns nun entschlossen, auf Lithium-Batterien umzusteigen. Diese dürfen bis zu 90% entladen werden, wiegen nur die Hälfte und sind deutlich langlebiger, aber - sie kosten richtig viel Geld.

 

Wir hätten uns schon viel früher für eine Lithium-Batterien entschieden, wenn unser Ladebooster und das Ladegerät schon lithiumtauglich gewesen wären. Nur unser Solarregler konnte man schon auf Lithium umstellen. Als wir kürzlich aber unseren alten Ladebooster ersetzen mussten, musste jetzt nur noch das Ladegerät ausgetauscht werden. Also setzten wir uns mit Amumot, den wir letztes Jahr in Marokko kennengelernt hatten, in Verbindung. Durch Zufall war er gerade in mal wieder in Deutschland und wir trafen uns im Erzgebirge. Hier ging dann alles sehr schnell. Aufgrund des geringen Platzes bei uns an Bord entschieden wir uns für eine Victron 200 Ah Smart mit Batteriemanagementsystem BMS 12-200, einem Batterietrennschalter (Notfallschalter) und dem Ladegerät Blue Smart IP22. In 4 Stunden wurden die alten Batterien ausgebaut und das neue System installiert.

 

Jetzt haben wir nicht nur knapp 25 kg weniger an Bord, sondern fast die dreifache Menge an Strom zur Verfügung. Dies sollte es uns künftig erleichtern, auch mal mehrere Tage am Stück ohne Stromsorgen auf einem Platz stehen bleiben zu können.

 

Unsere ersten Erfahrungen:

 

Der erste Trip mit der neuen Batterie führte uns im Herbst 2021 über Finnland nach Lappland zu den Polarlichtern und dem Indian Summer (zur Reise geht es hier). Uns war klar, dass die Reise eine Herausforderung wird, denn in Finnland gibt es kein LPG, um unsere Gastankflasche aufzufüllen. Auch finden sich kaum Möglichkeiten, deutsche Gasflaschen auffüllen oder tauschen zu lassen. Da wir 4 bis 5 Wochen in Finnland bleiben wollten, die Temperaturen aber schon im Süden Anfang September tagsüber bei 8°, nachts etwas über den Gefrierpunkt lagen, wird es mit unserem Gas eng.

 

Gasvorrat wird nicht reichen

 

Wir haben eine Tankflasche mit 14 kg, die wir in Stockholm nochmal vollgetankt haben, sowie eine normale 11 kg Gasflasche an Bord. Unsere Erfahrungen sagen, dass wir bei solchen Temperaturen, rund 4 bis 6 kg Gas pro Woche benötigen, im Norden werden es dann noch erheblich mehr sein. Mit anderen Worten: Wir müssen Gas einsparen - und dabei hilft uns unsere neue Lithium-Batterie:

 

Das Experiment:

 

Hauptverbraucher sind normalerweise Heizung mit Wasserboiler und der Absorber-Kühlschrank. Wie können wir hier den Gasverbrauch reduzieren? Wir versuchen es so:

  1. Den Kühlschrank lassen wir zumindest tagsüber mit Strom aus der neuen Batterie laufen. Er zieht ungefähr 10-11 Ampere pro Stunde. So haben wir schätzungsweise täglich rund 100 bis 150 g Gas gespart. Das bedeutet eine Einsparung von rund 3 bis 4 kg in unserer Zeit in Finnland.
  2. Anstelle der Truma-Heizung heizen wir mit unserem elektrischen Heizwürfel. Zumindest morgens, aber je weiter wir in den Norden kommen auch abends. Hier sparen wir viel Gas, denn die Truma-Heizung heizt nicht nur den Wohnraum, sondern auch das Wasser im Boiler, das Bad, den Zwischenboden und den Stauraum. Das ist aber bei Außentemperaturen über dem Gefrierpunkt aber nicht nötig. Schätzungsweise sparen wir hier mindestens 5-6 kg Gas ein.
  3. Wasser für Kaffee und Tee kochen wir seit langem nicht mit Gas, sondern mit einem konventionellen Wasserkocher auf. Um 1 Liter Wasser mit Gas zum Kochen zu bringen, benötigt man zwischen 15 und 20 g Gas. Hier kann man auch schon einiges an Gas sparen.

In den ersten Tagen haben wir keine Probleme. Wir regeln den Verbrauch so, dass wir die Batterie am nächsten Tag beim Fahren wieder voll bekommen. Einen Tag haben wir sogar vergessen, über Nacht den Kühlschrank auszustellen. Auch das hwar kein Drama, am Morgen hatten wir immer noch genug Saft.

 

Ich habe diesen Artikel während unserer Finnlandreise geschrieben. Wie das Experiment ausgeht, könnt ihr hier nachlesen.

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