Eine Woche durch Franken und das Altmühltal
Diese einwöchige Wohnmobiltour führt uns zunächst in das naturgeprägte Altmühltal, anschließend nach Weinfranken mit seinen historischen Orten und Weingärten bevor wir Bierfranken mit seiner langen Brautradtion erreichen. Eine kompakte Route mit viel Landschaft und Genuss - überraschend vielfältig
- Kelheim
- Der Archäologiepfad
- romantisches Essing
- Dietfurt
- Erlebnisdorf ALCMONA
- bei den Römern in Kastell Pfünz
- Eichstätt
- Die Zwölf Apostel
- Solnhofen
- Die Vogelinsel im Altmühlsee
- Rothenburg ob der Tauber
weiter geht unsere Frankentour nach
Altmühltal
Unsere Wohnmobiltour startet in Kelheim. Hier geht die Altmühl endgültig in den Main-Donau-Kanal über und mündet wenig später in die Donau. Wir folgen dem Verlauf der des Flusses stromaufwärts durch den Naturpark Altmühltal durch eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit Heideflächen, Felsformationen und netten Orten.
Infobox:
Die Altmühl entspringt bei Burgbernheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim und durchfließt auf rund 230 Kilometern Bayern. Teile ihres Unterlaufs
wurden im 20. Jahrhundert zum Main-Donau-Kanal ausgebaut, wodurch der Verlauf der Altmühl im Bereich zwischen Dietfurt und Kelheim dauerhaft verändert wurde. Das Altmühltal ist aber auch
heute noch geprägt von Kalkfelsen, Trockenrasen und einer weitgehend naturnahen Flusslandschaft, die Rad- und Wandertouristen aber auch Wohnmobilreisende begeistert.
Kelheim
Das nicht weit von Regensburg gelegene Städtchen Kelheim gilt als das Eingangstor ins Altmühltal. Sein Wahrzeichen ist die Mitte des 19. Jahrhunderts unter König Ludwig I. auf dem Michelsberg zwischen Donau und Altmühl errichtete Befreiungshalle. Leider stellen wir diesen Sachverhalt erst fest, als wir bereits vorbeigefahren sind. Es gibt daher - zumindest derzeit - kein Foto.
Der Archäologiepfad
Kelheim ist aber zugleich Startpunkt eines Archäologiepfads mit 18 Stationen, der zu Fundstellen und Informationsstationen aus mehreren prähistorischen Epochen führt und als größter frei zugänglicher Park dieser Art in Deutschland gilt. Die erste Station befindet sich im Archäologischen Museum.
- Befreiungshalle (gebührenpflichtiger Parkplatz, GPS 48.9182, 11.8546). Gleich nebenan liegt die zweite Station des Archäologieparks
einzigartige Lage:
Essing
Unser nächste Zeil ist der charmante Ort Essing. Wir parken vor dem kleinen Ort auf einem kostenfreien Parkplatz an der Durchgangsstraße und erkunden die Gegend zu Fuß. Eine historische Holzbrücke bringt uns über einen Altarm der Altmühl in den winzigen Ortskern. Hoch oben am Hang thront die Ruine der im 12. Jahrhundert als Höhenburg zur Sicherung des Altmühltals und der wichtigen Handelswege errichtet Burg Randeck.
- Unser Parkplatz: GPS 48.9365, 11.7862
Mit dem "Tatzelwurm" überspannt gleich nebenan auch die "längste Holzbrücke Europas" den Main-Donau-Kanal. Der Name der Brücke geht auf ein drachenartiges Fabelwesen zurück und soll versinnbildlichen, wie sich die Brücke durch das Tal "schlängelt." Allen Bemühungen des touristischen Marketings zum Trotz, finden wir die alte Brücke mit dem Torturm im Ortszentrum deutlich fotogener.
Dietfurt
Wir folgen weiter dem Flussverlauf und kommen nach Dietfurt an der Altmühl. Zu den lokalen Sehenswürdigkeiten zählen das 1660 erbaute Franziskanerkloster sowie das Dietfurter Heimat- und Mühlenmuseum. Wir übernachten auf dem Wohnmobilstellplatz der Stadt neben dem Schiffsanleger am Main-Donau-Kanal. Hier starten in der Saison auch Ausflugsboote. Der Platz ist darüber hinaus ein guter Ausgangspunkt für Rad- und Wandertouren entlang des Kanals und zu den archäologischen Fundstellen der Umgebung.
Direkt am Schiffsanleger befindet sich die Station 17 (Bild unten) des Archäologieparks Altmühl. Ein Kunstwerk erinnert hier an das älteste gefundene Paddel Bayerns.
Darüber hinaus findet sich hier eine rekonstruierte steinerne Feuerstelle. Die entsprechenden Funde stammen aus einer endneolithischen Siedlung der Chamer Kultur, die zwischen 1988 und 1991 am Altmühlufer ausgegraben wurde. Wer mehr wissen will, besucht das Museum im Hollerhaus im Ort.
Erlebnisdorf ALCMONA
Wir besuchen das Erlebnisdorf ALCMONA. Die 18. Station des Archälogieparks liegt etwa 2 Kilometer entfernt, etwas außerhalb von Dietfurt.
- Parkplatz Alcmona GPS 49.0313, 11.5626
Der Nachbau einer Siedlung am alten Ludwigskanal basiert auf Grabungsbefunden von 1998 und umfasst inzwischen mehrere rekonstruierte Gebäude, darunter ein rund 8 × 20 Meter großes Langhaus. Die Anlage vermittelt Einblicke in frühe Siedlungs‑ und Handwerkstechniken und ist frei zugänglich.
Der Name „Alcmona“ soll "stilles Wasser" bedeuten und an die keltische Bezeichnung der Altmühl angelehnt sein. Wir schlendern durch die an einem Altarm der Altmühl gleich neben einer Schleuse des Main-Donau-Kanals gelegene Anlage. An einem Vormittag außerhalb der Saison sind wir ganz alleine hier, genießen die Stimmung und die schönen Fotomotive. Die Ziegen im Gehege gleich nebenan stehen uns bereitwillig Modell.
Infobox: Main-Donau-Kanal
Schon zu Zeiten Karls des Großen gab es Pläne, Nordsee und Schwarzes Meer über Kanäle zu verbinden. Ein durchaus komplexes Vorhaben, da es hierfür notwendig ist, die Europäische Wasserscheide zu überwinden. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden diese Bemühungen erneut in die Tat umgesetzt und es entstand der Ludwig‑Donau‑Main‑Kanal, von dem heute aber nur noch kurze Abschnitte erkennbar sind. Der moderne Main‑Donau‑Kanal wurde Mitte des 20. Jahrhunderts als zentrale Wasserstraße geplant und 1992 eröffnet. Da das Transportvolumen aber schnell hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückblieb, ist er heute eher von regionaler Bedeutung und beliebt bei Freizeitkapitänen und Touristen.
zurück in die Zeit der Römer
Kastell Vetoniana bei Pfünz
Ein Abstecher bringt uns nach Pfünz oder vielmehr in das oberhalb der Gemeinde gelegne römische Kastell Vetoniana. Das Kastell war Teil des Raetischen Limes, der
heute zum UNESCO-Welterbe gezahlt wird. Es diente als Kohortenkastell zur Sicherung des Grenzabschnitts und kontrollierte den Übergang vom Altmühltal auf die Jurahöhen.
Die Zufahrt ist etwas steil (20%), aber der Aufwand lohnt sich. Die Grundmauern, rekonstruierte Bereiche und das Gelände des Kastells sind frei zugänglich. Tafeln liefern Information zur
Geschichte der Anlage.
Rekonstruktion einer Wachsstube
- Parkplatz: 48.8840, 11.2623
Anfahrt: 20% steil
Infobox: Obergermanisch‑Raetischer Limes
Der Obergermanisch‑Raetische Limes markierte einst die Grenze des römischen Reichs zwischen Rhein und Donau und erstreckt sich über rund 550 Kilometer. Er umfasst Kastelle, Wachtürme, Wall‑ und Grabenanlagen sowie weitere militärische Strukturen aus der Zeit des 1.–3. Jahrhunderts. Seit 2005 gehört dieser Grenzabschnitt als Teil der „Grenzen des Römischen Reiches“ zum UNESCO‑Welterbe.
zu Besuch beim Archaeopteryx
Eichstätt
Das nächste Ziel dieser Tour und sicherlich auch eines ihrer Highlights ist Eichstätt - zumindest für Archäologiefans. Doch auch die Stadt selbst ist sehenswert, ist ihr Stadtbild doch geprägt von barocken und klassizistischen Bauten.
Bekannt ist die Stadt aber vor allem durch den Archaeopteryx. Alle bekannten Versteinerungen des berühmten Urvogels wurde bisher in den Solnhofener Plattenkalken gefunden. Das besonders gut erhaltene „Eichstätt‑Exemplar“ wurde 1951 entdeckt und wird heute im Jura‑Museum Eichstätt gezeigt.
Weitere Funde – darunter die erste gefundene Feder von 1861 – stammen aus nahegelegenen Steinbrüchen bei Solnhofen und Langenaltheim. In der Umgebung gibt es Besuchersteinbrüche, in denen Besucher selbst Platten spalten und nach Fossilien suchen können. Iris war vor vielen Jahren schon einmal zum "Steineklopfen" hier, aber leider wenig erfolgreich. Da das Museum gerade geschlossen ist und außerdem das Parken in Stadt für Wohnmobile etwas zu schwierig zu sein scheint, verzichten wir auf einen Besuch. Etwas außerhalb gibt es aber einen Wohnmobilstellplatz.
- Wohnmobilstellplatz: GPS 48.8841, 11.1979
Türme aus Stein
Die Zwölf Apostel
Wir verlassen Eichstätt und folgen dem dem Straßenverlauf entlang der Altmühl. Wenig später erreichen wir die "Zwölf Apostel" eine markante Felsgruppe aus Dolomit, die steil über dem Fluss zwischen Solnhofen und Eßlingen aufragt. Die freistehenden Türme und Wände entstanden durch Verwitterung der Jurakalk‑Schichten und gehören zu den bekanntesten Felsformationen der Region.
- Zwölf Apostel: GPS 48.8930, 11.0173
ein Hauch von Jurassic Park
Solnhofen
Unser nächstes Ziel, Solnhofen, ist der namensgebende Fundort der weltweit einzigartigen Solnhofener Plattenkalke.
Die Archaeopteryx‑Welten zeigen hier originale Funde aus den Steinbrüchen und erläutert Geologie und Steinbruchgeschichte.
Leider hat auch dieses Museum bei unserem Besuch geschlossen und so bleibt es für uns bei einem Foto des sehr realistischen anmutenden Modells eines Ceratosaurus vor dem Eingang.
- Museum Archaeopteryxwelten Solnhofen:
GPS 48.8921, 10.9924
Solnhofen ist aber auch ein idealer Ausgangspunkt für Kajaktouren auf der ruhigen, landschaftlich abwechslungsreichen Altmühl. In der Saison kann man hier auch Kajaks mieten.
Pappenheim
bekannt durch Schillers "Wallenstein"
Bei der Weiterfahrt fällt uns ein Straßenschild ins Auge: Pappenheim - untrennbar mit Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim, einem der berühmtesten Reiterführer des Dreißigjährigen Krieges, verbunden. Dieser wurde von Friedrich Schiller in seinem Drama „Wallenstein“ als treuer Gefolgsmann literarisch verewigt. Der Satz „Daran erkenn’ ich meine Pappenheimer“ ist heute eher Sprichwort als Zitat.
Tipp: Großer Brombachsee
Wer nach so viel Kultur einmal ein paar Tage "Urlaub" machen möchte, der fährt jetzt zum Großen Brombachsee, dem größten See des Fränkischen Seenlands. Uns
herrscht hier zwar meist zu viel Trubel - der See bietet aber durchaus gute Bedingungen zum Baden und Radfahren aber auch für den Wassersport. Außerdem gibt es mehrere gut ausgestattete
Wohnmobilstellplätze.
ein menschgemachtes Naturparadies
Altmühlsee - Vogelinsel
Gegen Abend erreichen wir den Altmühlsee, einen künstlich angelegten Stausee des Fränkischen Seenlands. Er wurde in den 1980er‑Jahren geschaffen, um die Altmühl zu regulieren und Wasser in das Regnitz‑Maingebiet umzuleiten
Rund ein Viertel der Fläche bildet heute das Naturschutzgebiet „Vogelinsel“, ein Mosaik aus Flachwasserzonen, Schilf, Feuchtwiesen und Gebüsch. Durch die strikte Trennung von Freizeit- und Schutzbereichen entstand hier ein bedeutender Brut‑ und Rastplatz, an dem inzwischen über 300 Vogelarten nachgewiesen wurden.
Wir parken auf dem nur tagsüber kostenpflichtigen Parkplatz in Muhr am See und erkunden das Gebiet in der Abenddämmerung. Nächtliches Parken ist hier allerdings nicht erlaubt. Bei unserem Besuch im Anfang März ist die Vogelwelt gerade erst am Erwachen. Wir bekommen aber einen ersten Eindruck, von der Schönheit und Artenvielfalt des Gebiet. Kaum zu glauben, dass die Landschaft nicht natürlich ist.
- Unser Parkplatz: GPS 49.1494, 10.7108
Zum Abschluss unseres Besuchs sehen wir vom Steg aus noch drei Biber im und am Wasser an uns vorbeischwimmen. Ein echtes Erlebnis.
Ganz in der Nähe gibt es auch einen Wohnmobilstellplatz:
- Wohnmobilstellplatz Muhr am See: GPS 49.1460, 10.7264
Uns läuft etwas die Zeit davon, daher fahren wir noch weiter nach Herrieden – und werden dort mit einem besonderen Naturschauspiel belohnt. Rund um den städtischen Wohnmobilstellplatz und auf der benachbarten, kleinen Kapelle nisten zahlreiche Störche, so viele, dass man sie kaum zählen kann. Eine derart große Kolonie in so natürlicher Umgebung scheint uns in Deutschland durchaus ungewöhnlich.
- Wohnmobilstellplatz Herrieden: GPS 49.2313, 10.4957
Bei Leutershausen verlassen wir die Altmühl. Wer möchte kann dem Fluss aber auch bis zu seinem Ursprung bei Burgbergheim folgen. Über ihre eigentliche Quelle herrscht allerdings Unklarheit: Es konkurrieren zwei Seen (Hirschweiher und Hornauer Weiher) und eine Quelle auf Privatgrund um dieses Prädikat.
Touristenmagnet
Rothenburg ob der Tauber
Auf dem Weg nach ->Weinfranken besuchen wir noch Rothenburg ob der Tauber, das zu den besterhaltenen mittelalterlichen Städten Deutschlands zählt und Touristen aus aller Welt magisch anzieht. Es wirkt mit seiner vollständig erhaltener Stadtmauer, den Fachwerkhäusern und verwinkelten Gassen aber auch wirklich wie ein lebendiges Freilichtmuseum. Besonders bekannt sind das Plönlein, der Marktplatz und die stimmungsvolle Atmosphäre der Altstadt.
- Unser Parkplatz:
GPS 49.3813, 10.1891, Wohnmobiltarif, minutengenaue Abrechnung der Parkgebühren über Parkster, Übernachtung scheint möglich, wir haben es aber nicht getestet.
Wir erreichen Rothenburg ob der Tauber früh am Morgen, noch bevor die Reisebusse eintreffen, und können so entspannt durch die Altstadt schlendern und fotografieren, ohne ständig Menschen im Bild zu haben.
In einer kleinen Bäckerei gönnen wir uns einen Kaffee und probieren die lokale Spezialität, den „Schneeballen“.
Optisch ein Hingucker – in der traditionellen Variante ohne Schokoladen- und Zuckerguss allerdings eher etwas "geschmacklos".
Etwas außerhalb gibt es zwei Wohnmobilstellplätze:
- GPS 49.3818, 10.1888
- GPS 49.3705, 10.1834
weiterer Parkplatz mit Möglichkeit zur Übernachtung (ebenfalls nicht getestet)
- GPS 49,3777, 10.1859
hier geht es weiter auf unserer Frankentour:
ZM/12.500
15.3.26




















