Nordkap und Lofoten mit dem Wohnmobil

Reisebericht mit Wohnmobil-Stellplatztipps und GPS-Daten



Der Bericht in voller Länge:


Auf geht´s Richtung Skandinavien mit Ziel Nordkap


Leider ist hier zur Zeit solch schönes Wetter, dass uns der Abschied etwas schwer fällt. Aber wir wissen, wenn wir in unserem Wohnmobil Paul sitzen, schalten wir auf unseren "Reisemodus" und können uns nichts schöneres vorstellen, als durch die Welt zu reisen.

 

Endlich unterwegs:

Nachdem wir die erste Nacht in Stade verbracht haben und heute  in Hamburg noch einige Termine hatten, sind wir Richtung Ostsee aufgebrochen. Das Wetter hat aufgeklart und wir stehen an einem kostenlosen Stellplatz am Binnensee von Neustadt in Holstein. Am nächsten Morgen setzen wir mit der Fähre von Puttgarden nach Dänemark über.

 

Unser eigentliches Ziel ist Norwegen, aber im Moment wollen wir erst einmal möglichst schnell nach Schweden.

 

Trotzdem fahren wir zumindest ein Stück an der dänischen Küste entlang und genießen die an den mittleren Westen der USA in Miniatur erinnernde Frühlingslandschaft bei Sonnenschein.
Für einen ausführlichen Besuch von Kopenhagen reicht es nicht, aber bei der Durchfahrt stellen wir fest, dass wir mit mehr Zeit wiederkommen sollten. Was wir sehen macht Lust auf mehr. Wieder per Fähre geht es am späten Nachmittag von Helsingör nach Helsingborg.

Es fällt auf,  ...
.... dass in Schweden wesentlich mehr neue und auch hochpreisigere Fahrzeuge als in Dänemark unterwegs sind. Das liegt wahrscheinlich daran, dass in Dänemark eine extrem hohe Luxussteuer auf Neuwagen erhoben wird sich daher nur die wenigsten etwas anderes als einen asiatischen Kleinwagen leisten können. Diese prägen dann auch das dänische Strassenbild. Umso größer ist dann die Verwunderung dank all der Mercedes, BMWs, Jaguars, Geländwagen aller Couleur und natürlich Volvos an und auf den Strassen beim Verlassen der Fähre auf der schwedischen Seite.

Wir übernachten in der Nähe von Helsingborg. Der schwedische Womo-Nachbar hat gerade seinen Generator angeworfen 😥, aber wir einigen uns hauptsäschlich unter Einsatz von Zeichensprache und Mimik mit ihm, dass nach einer Stunde Ruhe sein sollte.

Der nächste Morgen:

Leider hat uns heute das schöne Wetter verlassen, es ist trüb und ab und an fallen ein paar Tropfen. Das stört uns im Moment erst einmal wenig, denn wir machen uns auf zum ersten Besuch in einem schwedischen Supermarkt. Das Angebot ist gross und Iris würde sich am Liebsten für einige Zeit auf Entdeckungstour machen. Einem einzelnen Mann (Michael, wem sonst) zuliebe, beschränken wir uns aber auf den Einkauf des Nötigsten, etwas Gemüse, Milch und Wasser. Unsere Vorratsfächer im Auto sind ohnehin noch (über-)voll. Da wir weder Bier noch Wein kaufen, fällt die Rechnung günstig aus. Lebensmittel scheinen zwar teuerer als in Deutschland, aber auf den ersten, flüchtigen Blick scheinen sie nicht höher als beispielsweise in Frankreich. zu sein. Bei Alkohol ist das wohl anders, da der schwedische Staat hier weiterhin ein fast ausschließliches Verkaufsmonopol hat und hohe Steuern erhebt.

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Unser erster Tag in Schweden: Osby


Wir wollen es heute ruhig angehen lassen und fahren nicht allzu weit. Gegen 15 Uhr halten wir an einem See bei Osby in Smaland, an dem offizielle, aber kostenfreie Stellplätze für vier Mobile ausgewiesen sind..

 

Michael versucht unser Tracking-Problem zu lösen und taucht in die Tiefen der Telekommunikation ein - er scheint, mit den gefühlten 1000 Telefon-SIM-Karten, die wir dabei haben, Memory zu spielen. Es wäre schön, wenn er Erfolg hätte.

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Osby: kostenfreier Stellplatz für 4 Mobile (56°22'08"N,  13°59'03"E)
Walpurgisnacht auf schwedisch:
Walpurgisnacht auf schwedisch:

Walpurgisnacht auf schwedisch

Eigentlich wollte Michael nur noch mal kurz vor die Tür gehen. Zurück kam er mit einem neuen Bekannten, Erwin aus Weinheim, der aber schon seit 50 Jahren in Schweden lebt und mit dem Wohnmobil neben uns stand, und einer Einladung, ihn und seine Frau zum Maifeuer des Ortes zu begleiten. Außer dem Feuer gab es ein für den kleinen Ort überraschend großes Feuerwerk. 

 

Für uns Deutsche verwunderlich wurden weder Bier noch andere alkoholische Getränke ausgeschenkt - Kaffee ist hier offenbar das Getränk der Wahl. Auf Nachfrage sagt man uns, dass der öffentliche Verkauf und Verzehr von Alkohol nicht erlaubt sei. Wir haben selten eine so ruhige und trockene Feier erlebt.
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Store Mosse Nationalpark

Store Mosse Nationalpark
Store Mosse Nationalpark

Wir haben die Nacht in Växjo verbracht und es hat die ganze Zeit geregnet. Da sich das auch am Morgen nicht geändert hat, fahren wir ohne uns weiter umzusehen weiter. Gegen Nachmittag erreichen wir den Store Mosse Nationalpark. 

 

Im dortigen Besucherzentrum muss man erst einmal die Schuhe ausziehen - wir sind verwundet. Durch die Räume toben Kinder und überhaupt ist man sehr gut auf Kinder eingerichtet; allerdings nicht kindlich, sondern gefühlt auf Augenhöhe. Schweden schien auch schon die Tage zuvor sehr kinderfreundlich, aber auch kinderreich. Wir haben auch noch nie in so kurzer Zeit so viele Zwillingskinderwagen gesehen. 
Auf dem Parkplatz überraschen wir einen jungen Schweden dabei, wie er unseren Paul fotografiert. Wir sind sowas ja schon gewöhnt und veranstalten eine kurze Führung.

Es klart allmählich auf, so dass wir die Seenlandschaft und die angrenzenden Feuchtgebiete erkunden können. Wir sehen balzende aber auch schon brütende Kaniche und schauen gegen Abend von einem Beobachtungsturm aus zwei Fischadlern bei der Jagd zu. Dort kommen wir auch mit Hakan und Gabi, dem nächsten deutsch-schwedischen Wohnmobil-Paar, ins Gespräch, mit denen wir einen netten Abend zwischen unseren Wohnmobilen verbringen. Erst die aufkommende  nächtliche Kälte trennt uns.

Tag 2:

Heute geht es früh raus - nicht wirklich bei Sonnenaufgang, aber für einen Sonntagmorgen schon zeitig - um das morgentliche Treiben am See und in den umliegenden Wiesen zu beobachten. Wie am Abend zuvor führt uns unser Weg zuerst durch eine parkähnliche Landschaft, unwirklich und im Nebel. Hinter jeder Ecke könnte man einen Troll vermuten, wenn Iris auch mehr auf einen Elben á la Tolkien hofft.

 

Auf dem Vogelbeobachtungsturm treffen wir auf zwei Schweden mit Spektiv, die deutlich vor uns aufgestanden sein müssen. Das nützt Ihnen aber nicht viel, denn auch der See versteckt sich noch im Nebel. Nach und nach setzt sich aber die Sonne durch und wir können den Kranichen beim Balztanz zusehen. Die schwedischen Vogelbeobachter weisen uns auf einen Seeadler hin, der auf der anderen Seeseite ansitzt. Es sind auch wieder Fischadler bei der Jagd zu beobachten, ausserdem gibt es diverse Enten, u.a. Löffelenten, weiter Kanadagänse, Rotschenkel und Kiebitze zu sehen. Im Hintergrund hört man den eigenartigen Ruf der Bekassine, den wir aber nicht selbst erkennen, sondern von einem der Schweden erklärt bekommen.

 

Bisher gestaltet sich die Kommunikation für uns meist sehr einfach., es wird sehr viel Deutsch oder alternativ Englisch gesprochen. Beide Sprachen werden häufig in der Schule gelehrt. Es ist aber sich hilfreich, dass Filme im Fernsehen meist nicht synchronisiert, sondern wie in den Niederlanden im Original mit Untertitel gezeigt werden.

 

Am Nachmittag fahren wir weiter Richtung Jönköping und dann weiter am Vättensee entlang, stoppen unterwegs aber in der Nähe im Naturreservat Dumme Mosse, wo wir ENDLICH einemal Singschwänge zu sehen bekommen. Mit dem Fernglas beobachten wir am Waldrand ein Fuchspaar beim Anschleichen.

 

Nachtrag vom 2. Besuch: neuer Wohnmobilstellplatz:
Am Naturum ist inzwischen ein kostenfreier Wohnmobilstellplatz eingerichtet worden. Hier gibt es frisches Wasser und Abfalleimer.

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Fotogalerie Storre Mosse Nationalpark

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Felsenzeichnungen, Klosterruine und Runnenstein

Felszeichnungen aus der Bronzezeit in Hästholmen
Felszeichnungen aus der Bronzezeit in Hästholmen

Unser nächstes Ziel ist der Takern See, ein Vogelschutzgebiet von großer Bedeutung. Unterwegs fahren wir noch zwei Naturreservate an, zu denen wir im Nationalparktzentrum von Storre Mosse Informatonsmaterial erhalten haben, bevor es am bodenseegrossen Vätternsee entlang in die Provinz Östergötland geht.

 

In Hästholmen wollen wir Felszeichnungen aus der Bronzezeit besichtigen. Diese sind zwar frei zugänglich, aber nicht ganz leicht zu finden. Es bedarf doch eines fast schliemanschen Spürsinns, sie am Ende eines Feldwegs zu entdecken.

 

 

Die Klosterruine Alvastra und der Runenstein von Rök aus dem 9. Jahrhundert, die nicht weit entfernt sind, machen es uns dann einfacher.

 

Am späten Nachmittag umrunden wir noch den Takernsee und sind von der Landschaft begeistert.

 


Fotogalerie:

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Takern See - ein Paradies für Vögel

Takern See
Takern See

Unser nächstes Ziel ist der Takern See, ein Vogelschutzgebiet von großer Bedeutung. Unterwegs fahren wir noch zwei Naturreservate an, zu denen wir im Nationalparktzentrum von Storre Mosse Informatonsmaterial erhalten haben, bevor es am bodenseegrossen Vätternsee entlang in die Provinz Östergötland geht. 

 

In Hästholmen wollen wir Felszeichnungen aus der Bronzezeit besichtigen. Diese sind zwar frei zugänglich, aber nicht ganz leicht zu finden. Es bedarf doch eines fast schliemanschen Spürsinns, sie am Ende eines Feldwegs zu entdecken. Die Klosterruine Alvastra und der Runenstein von Rök aus dem 9. Jahrhundert, die nicht weit entfernt sind, machen es uns dann einfacher.
 
Am späten Nachmittag umrunden wir noch den Takernsee und sind von der Landschaft begeistert. 
Wieder gab es wenig Gelegenheit zum Fotografieren, so dass es sich auch bei dem heutigen Bild um ein Handy-Foto handelt. Es lassen sich mit dem IPhone aber auch wirklich schöne Panoramaaufnahmen machen.

Tag 2:

Heute Morgen zeigt sich das Wetter von der etwas besseren Seite - mit anderen Worten: es regnet mal nicht. Mit großer Kamera bepackt begebe ich mich morgens um 7 auf den Steg des Sees. Die Wasservögel, vor allem Lachmöwen und Flussseeschwalben waren leider doch ein wenig weit weg, aber die Bartmeise im Schilf kam mir so nah, dass mir dieses schöne Foto gelang.

 

 

Tag 3:

Der heutige Tag hatte gefühlt mindestens 48 Stunden, eher mehr. Aufwachen vor halb 5, vom Regengetrommel auf dem Dach, aber auch vom ersten Licht des Tages. Das erste Mal raus an den See vor 7, denn es scheint plötzlich die Sonne und noch eine zweite Runde um 10, denn es ist ja immer noch schön. Heute kommen uns Flussseeschwalben, aber unter anderem auch Trauerschnäpper vor die Linse.

 

Am frühen Nachmittag machen wir uns auf nach Motala, um auf einem großen Stellplatz einen Waschtag einzulegen - Wäsche waschen und Paul auf Vordermann bringen -> auch das gehört dazu. 
Dann noch eine Runde am dortigen See und entlang des Göta-Kanals joggen, Reiseplanung für die nächsten Tage machen, Abendessen und wieder einmal den Bayern beim Untergehen - dieses Mal in der Champions League - zusehen.
Wir haben fertig!
Unser Wohnmobil-Stellplatz:
  • Takernsee: Stellplatz vor dem Nationalparkhaus (58°19'52" N 14°49'22" E )
  • Stellplatz Motala: 58° 31′ 47″ N  15° 2′ 15″ E

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Fotogalerie Takern See

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Den Adlern auf der Spur

Fischadler
Fischadler

Heute kommen wir spät los und fahren dann weiter grob Richtung Norden auf einer breiten Straße. Am frühen Nachmittag fragen wir uns, wo der Tag eigentlich hingekommen ist und ob wir heute die zusätzlichen Stunden von gestern wieder abgegeben.

Der Eindruck ändern sich aber schlagartig, als wir uns entscheiden, die Hauptverkehrsstrasse zu verlassen. Sofort treffen wir wieder auf ein Naturreservat mit Vogelturm und schwedischen "Kollegen" mit Spektiven. Hier soll es seltene Watvögel geben. Diese sehen wir nicht, dafür aber See- und  Fischadler - auch nicht schlecht.

Eine halbe Autostunde weiter erkunden wir den Tysslinger See. Von der im März/April wohl großen Singschwanpopulation sind nur wenige Einzelvögel übrig. Zusammen mit Kranichen, Pfeifenten und Kampfläufern tröstet der Gesamteindruck aber darüber hinweg, dass uns nun schon zum zweiten Mal heute ein heftiger Regenschauer erwischt.

Wir entscheiden uns über Nacht hier zubleiben. Gegen 22 Uhr - es ist immer noch hell - parkt neben uns ein Jäger. Kurz später ein Schuss und ein paar Minuten danach sind wir wieder allein. Der Rest der Nacht ist ruhig.

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Bergbau in der Region Bergslagen

Pershyttan: Bergbau in der Region Bergslagen
Pershyttan: Bergbau in der Region Bergslagen

Wieder entscheiden wir uns uns gegen die Hauptverbindungsstrassen und lernen die schwedischen "dirt roads", also unbefestigten Strassen kennen. Bisher lassen sich diese recht gut fahren... jedenfalls so lange man den Schlaglöchern ausweicht. Paul fühlt sich wohl, für solche Strecken ist er gemacht.

 

Pershyttangen

Zufällig führt uns unser Weg nach Pershyttan, einer alten Bergbausiedlung, die zwar zum Teil bewohnt, aber an sich ein großes Freilichtmuseum ist. Wie es uns in Schweden bereits häufig aufgefallen ist, ist alles frei und ohne Kosten zugänglich.. -  Und da wir ausserhalb der Saison unterwegs sind, ist wieder einmal überhaupt nichts los. Bis auf zwei Einheimische, die ihre Hunde spazieren führen, sind wir allein.

 

Pershyttan liegt in der Bergbauregion Bergslagen. Es wird hier allerdings kein Eisen mehr abgebaut; auch die Hütte ist seit 1953 außer Betrieb. In dem Zustand bei Schließung wurde die Anlagen belassen. Sie werden allerdings in Schuss gehalten, ein großes Wasserrad ist sogar noch in Betrieb. Auf Schildern gibt es überall detaillierte Erläuterung zu den einzelnen Gebäuden aber auch zur Geschichte des Ortes und des dortigen Eisenabbaus, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Alle Schilder sind dreisprachig, schwedisch, englisch und DEUTSCH.


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Sterntaucher bei Örebro

Sterntaucher
Sterntaucher

Naturreservat Knuthöjdsmossen

Ein Tipp eines schwedischen Fotografen führt uns in ein Moorgebiet in der Nähe von Örebro - das Naturreservat Knuthöjdsmossen bei Hallefors. Hier führt ein Rundweg auf Stegen durch das Moor. Auf dem Parkplatz stehen 2 deutsche Wohnmobile, darunter Fahrzeug des Ausbauers Woelcke, von dem auch unser Paul ist. Es stellt sich heraus, dass es alles Fotografen sind, die alle nur ein Ziel haben: den Sterntaucher.

 

Der Sterntaucher

Dieser seltene Vogel kommt eigentlich nur zum Brüten aufs Land. Hier vollführt er spektakuläre Balzmanöver (siehe Foto im Netz, leider nicht von mir). Morgens um kurz nach fünf gehe ich auf die Pirsch. Schnell stelle ich fest, dass ich nicht der einzige bin. Schweden, Österreicher, Franzosen und die Deutschen, alle mit langen Kanonen bewaffnet, postieren sich um das Moor. Wir haben Pech - keines der vier Päarchen vollführt seinen spektakulären Tanz - aber wunderschön sind die Tiere allemal.

 

Anmerkung: Es gibt noch viel Verrücktere als uns. Die meisten Fotografen verweilen schon mehrere Tage (Wochen) hier und warten auf den richtigen Schuss.

 

Ich (Iris) konnte mich um 5 Uhr nicht aufraffen, auf die Pirsch zu gehen. Meine erste Runde beginnt somit deutlich später, ist aber nicht minder interessant. Auch ich sehe die Sterntaucher, ich stosse aber auch auf frischen Elchdung und entdecke einen Platz, an dem offenbar kurz zuvor noch ein Elch geweidet oder auch gebadet hat. Ich bin hin und her gerissen, einerseits bin ich froh, dass der Elch selbst gerade nicht da ist, andererseits hätte ich ihn auch gerne vor die Linse bekommen.

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Ist ein Geheimtipp und soll auch einer Bleiben. Interessierte Ornithologen und Fotografen können ihn aber direkt bei uns erfragen.

Ein Jahr später waren wir ein zweites Mal in dem Gebiet. Hier gibt es mehr Fotos: hier

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Fotogalerie: Sterntaucher und mehr ...

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Schweden überrascht uns immer wieder

Überaschung: dies ist ein offizieller, kostenloser Stellplatz direkt am See
Überaschung: dies ist ein offizieller, kostenloser Stellplatz direkt am See

Das Bild zeigt einen offiziellen Stellplatz für Camper. Er liegt direkt am See, hat nicht nur Feuerstellen zum Grillen, sondern liefert auch gleich Holz dazu. Es gibt ein Toilettenhäuschen mit echt sauberem Plumpsklo, eine Hütte mit Schlafgelegenheiten für diejenige, die das Zelt vergessen haben (Wanderer, Radler), alles ist tadellos sauber, ohne Graffities und mutwillige Zerstörungen. Und das beste kommt noch - alles kostenlos.

 

Den restlichen Tag verbrachten wir hauptsächlich im Auto. Das dicke Tief über den Britischen Inseln macht uns zu schaffen. Ist in Deutschland schönstes Wetter, herrscht hier seit Tagen Aprilwetter. Sonne und Regen wechseln sich bei Temperaturen um 10°C ab und nachts gibt es schon einmal Frost. Denkt aber ja nicht, dass wir neidisch sind! Schweden macht Spaß - und unser Paul hat eine gut funkionierende Heizung und große Fenster zum Herausschauen!


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Hamra Nationalpark

Grillplatz im Harmas Nationalpark
Grillplatz im Harmas Nationalpark

Eigentlich tröpfelt der heutige Tag so vor sich hin, im direkten wie auch im übertragenen Sinn. Wir wollen deshalb mal wieder ein paar Kilometer machen und fahren über die Verbindungsstraße ca. 100 km weiter gen Norden in den Hamra Nationalpark. Dabei kommen wir an letztem Schnee und teilweise zugefrorenen Seen vorbei. Der Frühling ist hier noch nicht wirklich angekommen.

 

Unsere Erwartungen an den Nationalpark gehen etwas auseinander. Michael hat etwas von Wald gelesen und befüchtet das Schlimmste, nämlich Wanderungen Ich hoffe auf interessante Moorlandschaften und Begegnungen mit größeren Tieren. Der Park erweist sich als beeindruckend, auch wenn wir nicht wirklich auf Tiere treffen. Uns ist aber die ganze Zeit bewusst, dass das hier Bären- und Elchland ist. Die Bärendichte hier soll die höchste in ganz Schweden sein.

 

Wir sind mal wieder völlig alleine und das wahrscheinlich im Umkreis von 20 km. Die grandiose Besucheranlage mit überdachten Sitzgelegenheiten, Grilleinrichtungen und KOSTENFREIEM und TROCKENEM Feuerholz muss aber doch benutzt werden. So machen wir trotz leichtem Nieselregen ein Feuer und improvisieren ein Barbecue. Irgendwie glauben wir gerade selbst nicht, was wir da gerade machen.

 

Unser Parkplatz:

  • Hamra Nationalpark: Parkplatz an den Info-Tafeln (61°46'1" N, 14°45'57"O)

Fotogalerie Hamra Nationalpark

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Östersund: Zentrum des Biathlon

Wohnen in Schweden
Wohnen in Schweden

Wir wachen von den ersten Sonnenstrahlen auf und machen uns noch vor dem Frühstück zu einer Wanderung durch den von Menschenhand unberührten Wald des Nationalparks auf. Bei Sonnenschein scheint uns die Bärengefahr deutlich geringer als im Nieselregen des Vortages. Man hört heute morgen zwar endlich Vögel, aber Tiere sehen wir wiederum keine. Allerdings stossen wir auf diverse Spuren.

 

Wir wollen heute wieder Kilometer machen und bis nach Östersund kommen. Dort wollen wir entscheiden, ob wir direkt weiter Richtung Norden oder doch die Küste entlang fahren. An der Straße sehen wir unseren ersten Elch.

 

Östersund ist für uns ein Schock. Nach Tagen, die wir praktisch alleine im Wald verbracht haben, kommen wir ziemlich unvermittelt in einer quirligen Universitätsstadt an. So viele Menschen auf einmal....uns bleibt ersteinmal die Luft weg.

 

Eigentlich wollen wir in Östersund das Schießstadion der Biathleten besichten. Wir können es zwar von ver Straße aus sehen, aber ein Zutritt ist zu unserer Enttäuschung leider nicht möglich.

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Östersund: Parkplatz am See (N 63°10'30",  E 14°37'53"

Wasserfall Döda

 

Wir haben uns nun doch entschieden erst einmal Richtung Osten zu fahren, um uns dann entlang der Küste gen Norden weiter zu bewegen.

Unterwegs erregt eine Informationstafel unser Interesse, die auf einen trockengelegten Wasserfall hinweist. Wir fahren hin.

Um das Flössen von Holz zu erleichtern, wurde der Wasserfall Döda fallet bereits 1796 durch einen Kanal umgangen. Das klappte aber nicht wirklich. Statt in einer kontrollierten Aktion erfolgte der Durchstich durch das Frühjahrshochwasser und der dahinterliegende See entleerte sich plötzlich mit einer riesigen Flutwelle. 
Über Stege und Brücken führt ein Rundweg bis auf den Grund des ehemaligen Wasserfalls. Überall plätschert es und man kann sich plastisch vorstellen, wie es war, als hier noch das Wasser tobte. Der Abstecher hat sich gelohnt.

Unser Parkplatz:

  • Döda Fallet: Parkplatz vor dem Wasserfall (N63°3'9", O 16°31'16")

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Fotogalerie

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Höga Kusten

Höga Kusten
Höga Kusten

Die Höga Kusten - zu deutsch Hohe Küste - ist zusammen mit ihrem finnischen Pendant Teil des Weltnaturerbes UNESCO. Das besondere ist nicht die landschaftliche Schönheit des Gebiets, sondern die Tatsache, dass sich das Land nach dem Verschwinden der eiszeitlichen Gletscher jedes Jahr um ca. 8 mm anhebt. Die Küste erhebt sich somit derart stark aus dem Wasser, dass sich dies sogar in einem Menschenleben beobachten lässt. Der Ufersaum vergangener Jahre oder Jahrhundert liegt heute oberhalb der Wasserlinie oder sogar auf einem, wenn auch kleinen, Berg.

 

Wir starten an der Höga-Kusten-Brücke, der schwedischen Version der "Golden Gate Bridge", einer vielfotografierten Hängebrücke, durch die schöne aber nicht spektakuläre Gegend. Wir hatten eigentlich gedacht, auf nette Fischerorte zu treffen. Hier wohnt man aber eher und der Besucher kommt nur selten ans Meer heran.
Am späten Nachmittag haben wir, bevor wir unser Nachtlager am Eingang des nächsten Nationalparks aufschlagen, unser Erlebnis der dritten Art, in Form unserer zweiten Elchbegegnung... Nur dieses Mal steht das Tier nicht grasend auf einer Wiese; vielmehr springt das Riesenvieh kurz vor uns auf die Straße. Glücklicherweise hat Michael es kommen sehen und kann rechtzeitig bremsen. Da ich meine Nase tief in einem Reiseführer habe, sehe ich den Elch erst im letzten Moment und bekomme einen Mordsschreck.


Schwedisch Wohnen:

 

Schwedische Briefkästen sind etwas Besonderes. Grundsätzlich sind sie, zumindest bei Einfamilienhäusern und das scheint die Hauptbehausungform zu sein, nicht am Haus sondern an der Strasse angebracht, so dass der Briefträger sie vom rechtsgelenkten Auto bedienen kann. Außerhalb größerer Ortschaften stehen sie aber meist gesammelt an der nächsten (größeren) Kreuzung oder wie hier im Falle eines kleinen Dorfes auf dem Dorfplatz.

 

Schwedisches Wohnen, das sind fast immer Holzhäuser meist in rot - weiss gestrichen, manchmal aber auch in anderen Farbkombination.  Fast immer sind sie aber in einem Stil erbaut, der uns stark an Häuser in den USA erinnert. Ich denke ganz oft an den mittleren Westen, es sind aber auch Häuser dabei, die irgendwo im Süden der USA stehen könnten. Wir vermuten, dass die große Zahl schwedischer Einwanderer diese Art das Hausbaus mit in die USA genommen hat und sich diese dort weit verbreitet hat, da sie leicht reproduzierbar war und Holz praktisch überall zu Verfügung stand.

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Fotogalerie: Höga Kusten

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Das Alaska-Syndrom kehrt zurück

Umea, eine quirlige Universitätsstadt an der Ostküste
Umea, eine quirlige Universitätsstadt an der Ostküste

Nach einer Nacht auf einem fast perfekten Stellplatz in Umea, einer quirligen Universitätsstadt mit ca. 120.000 Einwohnern, von denen 40.000 Studenten sind,  wachen wir spät auf. Wir haben komatös geschlafen, obwohl wir beide im Tiefschlaf mitbekommen haben, dass neben uns ab Sonnenaufgang und somit ab ca. 3 Uhr morgens Angelboote zu Wasser gelassen wurden.

 

Es scheint sich die Erfahrung unserer Reise nach Alaska von 2006 (mehr zur Reise Alaska und der Yukon: hier) zu wiederholen. Auch dort hatten wir traumreich und so fest geschlafen, dass wir nichts mehr mitbekommen haben. 
Auch jetzt brauchen wir gegen jede Gewohnheit eine halbe Stunde und einen sehr starken Kaffee um zu uns zu kommen. Selbst bei einem kurzen Mittagsschläfchen auf einem Rastplatz an der Schnellstraße schlafen wir so fest, dass man uns samt oder auch ohne Auto klauen könnte.
Wir beenden den Tag in in einem Naturreservat an der Küste mit einem dieses Mal besser vorbereiteten Barbecue auf einem öffentlichen Grillplatz mit Blick auf die Ostsee. Feuerholz ist wieder reichlich in einer grossen Kiste zu finden. Unglaublich. Danach lassen wir uns bei 5 Grad Außentemperatur von der Sonne wärmen, die erst um 22 Uhr untergeht; auch um 23 Uhr ist es noch taghell.

Waschtag
Es ist schon wieder Waschtag. Aber es hat sich einfach günstig ergeben, dass wir an der Küste einen Stellplatz mit schönem Blick und Wasseranschluss gefunden haben. Es wird also wieder unsere Mini-Waschmaschine angeworfen. Das klappt mittlerweile richtig prima. Nach dem Aufhängen der Wäsche sieht unser Paul aus wie ein Marktstand. Wir warten eigentlich nur darauf, dass jemand vorbeikommt und etwas von unseren - wohlgemerkt jetzt sauberen - Klamotten kaufen will.
Mehr über das Waschen im Wohnmobil: hier

 

Wir sind gerade soweit fertig, da parkt neben uns ein belgisches Auto mit einem recht flachen Anhänger. Wir denken: "Oh ein DDR-Faltwohnwagen.  Das ist aber bei diesen Temperaturen gewagt!" Und dann kommen wir aus dem Staunen nicht heraus. Es werden Seitenwände und ein festes  Dach ausgeklappt und plötzlich steht da ein kleiner, aber "richtiger" Wohnwagen.

Michael, wer sonst, kommt mit Pierre, dem stolzen Klapp-Wohnwagen-Besitzer, ins Gespräch. Es folgt ein super netter und langer Abend bei Wein und Crackern mit Pierre und Christine in deren wahrscheinlich über 50jahre alten, fahrbaren Behausung. Wir trennen und gegen 12 Uhr nachts - es ist immer noch hell -, um unsere Unterhaltung am nächsten Morgen bei einem Frühstück bei 6 Grad aber strahlendem Sonnenschein im Freien fortzusetzen.

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Jävre: Rastplatz am See (N 65°8'37", O 21°30'34")

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Fotogalerie:

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Lappland und der Polarkreis

Der Polarkreiss
Der Polarkreiss

Nach dem Frühstück im Freien (siehe Blogeintrag von gestern) besuchen wir in der Nähe von Lulea das nächste UNESCO-Welterbe - dieses Mal aber zum Thema Kultur. Die Kirchstadt in Gammelstad ist eine Siedlung bestehend aus kleinen bis winzigen Häuser, die rund um eine Kirche angeordnet sind.vDie Häuser dienten den aus entferneten Orten kommenden Einwohner der Pfarrgemeinde, die zum regelmässigen Kirchgang verpflichet waren, als Übernachtunsmöglichkeit. Diese Kirchdörfern, von denen es früher in Schweden mehrere hundert gab, stellten neben dem religiösen Zentrum auch den kulturellen Mittelpunkt der jeweiligen Region dar; hier wurden unter anderem Markt und Gericht abgehalten.

 

Weiter geht es in Richtung Jokkmokk. Kurz vor dem Erreichen der Stadt ist es endlich soweit: Wir überschreiten den Polarkreis. Keiner von uns war bisher so hoch im Norden. Weder haben wir das gemeinsam in Alaska noch hat es Michael bei seiner Grönland-Reise geschafft. Wir suchen uns ein nettes Plätzchen zum Übernachten.

 

Der erste Schnee:

Das Wetter heute Morgen war schrecklich, doch gegen Mittag entschliessen wir uns ein Schlechtwetterprogramm außerhalb des Autos zu starten und einen Museumstag einzulegen. 

 

Jokkomukk, der Ort in dem wir gerade sind, gilt als Zentrum der Samen und hat ein wunderschönes Museum, das uns das Leben dieser letzten Ureinwohner Europas von damals bis in die heutige Zeit aufzeigt.

 

Fjäll- und Samenmuseum Museum Ájtee

In Jokkmokk informiert das Fjäll- und Samenmuseum Museum Ájtee informiert über das Leben und die Kultur der Samen, den nomanisierenden Ureinwohner Skandinavien, in der rauhen Landschaft Lapplands. In ganz Skandinavien leben heute noch etwa 70. - 80.000 Samen, davon ca. 20.000 in Schweden. .

 

In anschaulicher Art und Weise werden dem Besucher die Kultur und Geschichte des nomadisch lebenden Volkes von Jägern und Rentierzüchtern nahe gebracht. In den Ausstellungen finden sich Alltags- und Festkleidung, samischer Silberschmuck und diverse Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Die szenische Darstellung machen den Alltag der Siedler und Rentierzüchter in Vergangenheit und Gegenwort lebendig. Auch dem Thema Religion und Mythen ist eine eigene Ausstellung gewidmet.

 

Im angeschlossenen Restaurant bietet sich dem Besucher die Möglichkeit Rentierfleisch zu probieren. Das angebotene Rentiergeschnetzelte schmeckt ungewohnt, aber lecker.

 

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Gestern strahlender Sonnenschein und 15 Grad - heute Schneegestöber
Gestern strahlender Sonnenschein und 15 Grad - heute Schneegestöber

Doch weiter zum Nordkap?


Wir haben uns kurzfristig entschlossen weiter Richtung Norden bis zum Nordkapp zu fahren. Dafür müssen wir heute aber Strecke machen. Das bietet sich bei dem Wetter jetzt auch an. Es schneit zwar nicht mehr, aber schön ist etwas anderes. So stehen heute etwa 500 km an.

 

Am Abend entschließen wir uns kurzfristig, das Schlechtwettergebiet zu verlassen. Anfangs schneit es noch so stark, dass wir durch eine fast geschlossene Schneedecke fahren - nur die Strasse ist  noch frei. Vorbei an zum Teil noch tief zugefrorenen Seen geht es mit eingeschaltetem 4x4 Antrieb noch 150 km weiter nach Noden

 

Die Strecke ist in keiner Weise langweilig; immer wieder halten wir an. Wir fahren mitten durch Lappland, vereiste Seen prägen das Bild. Hier ist fast überall noch Winter, wie in fast 3/4 des Jahres. Häufig kommen wir an Siedlungen der Samen vorbei - mal sind es mehrere Häuser, mal einzelne. Fast allen ist gemeinsam, dass neben dem Haus zumindest ein Wohnwagen steht. Diese werden wohl gebraucht, wenn es darum geht, dann Renntieren zu folgen. Denn Renntierhaltung ist hier immer noch ein Haupterwerbszweig, selbst wenn die meisten Samen zumindest einen Teil des Jahres sesshaft geworden sind.

 

An der Straße gibt es auch immer wieder Gehege, die zum Zusammentreiben der Renntiere dienen. Häufig sieht man auch Souvenirläden mit Tippis, die darauf hindeuten, dass hier wärend der kurzen Sommersaison die Kultur der Samen auch touristisch aufgearbeitet wird. Im Moment ist allerdings davon nichts zu merken und das gefällt uns auch so.

 

Wir fahren ein Stück durch Finnland und erreichen dann endlich Norwegen. Hier kommen wir gegen Abend durch die Samenstadt Karasjok. Hier komibiniert sich Traditionelles mit Modernem, kleine Samen-Hütten mit moderner Architektur, die die Zeltbauten der Urväter in neuem Design aufgreif.

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71° 10` 21`` - das Nordkap


Der Weg zum Nordkap führt uns durch unterschiedliche Vegetationszonen. Anfang fahren wir noch durch Nadelwälder, umso nördlicher wir kommen, umso mehr setzt sich die baumlose Tundra durch.

 

Unterwegs lernen wir bei einem kurzen Stopp einen Radfahrer aus Füssen kennen. Er ist mit seinen 67 Jahren bereits seit 4 Wochen nur mit Fahrrad, Zelt, Schlafsack und ansonsten dem Allernötigsten unterwegs und will kurz nach uns ebenfalls das Nordkap erreichen. Wir stellen wieder einmal fest: "Es gibt noch deutlich Verrücktere als uns". Man muss sich vorstellen, er ist durch den Schnee und Sturm geradelt, den wir mit dem Auto schon als unangenehm empfunden haben.

 

Entlang des Porsangerfjord geht es für uns weiter. Bei starkem Wind, aber immer wieder durchblitzdender Sonne eröffnen sich uns atemberaubende Aussichten. In Honningsvag legen wir am Hafen noch einmal eine kurze Pause ein und schauen einem Schiff der Hurtigroutenflotte beim Auslaufen zu, bevor wir die letzten 30 km in Angriff nehmen.

 

Und wie man sieht, wir haben es geschafft! Der Wind bläst uns zwar fast weg und es ist bitterkalt. Aber wir stehen am Nordkap. Die traditionelle Flasche Champagner haben wir vergessen, es ist aber trotzdem ein erhebender Moment. - Nur noch Wasser trennt uns vom Nordpol.

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Nordkap: gebührenpflichtiger Großparkplatz vor dem Besucherzentrum (71°10'9" N, 25°46'47" O)

 

Warten auf die Mitternachtssonne

Nach dem gestrigen Tag hätten wir das nicht für möglich gehalten. Wir haben beim Aufwachen strahlend blauen Himmel. So entscheiden wir uns zu bleiben und darauf zu warten, am Nordkap die Mitternachtssonne erleben zu können.

 

Hier, praktisch an nördlichen Ende der Welt (na, jedenfalls Europas) gibt es einen freien Internetzugang - das hier ist eben Skandinavien. Wir verbringen den Tag also mit Arbeiten, genießen die wärmende Sonne und erkunden noch ein wenig die Umgebung. Dabei lernen wir einen Herrn aus Frankreich kennen, der mit seinem, zugegeben sportlichen, Elektrorollstuhl von Frankreich aus entlang der Ostgrenzen Europas OHNE BEGLEITUNG und als Couch-Surfer (Internetplattform zur Vermittlung kostenfreier Privatunterkünfte) hierher gekommen ist. Wiederum ein neues Kapitel zum Thema "Menschen, die deutlich verrückter sind als wir."

 

Es ist unglaublich, aber das Wetter hält. Kurz vor Mitternacht ziehen zwar einige Wolken auf, aber die Sonne bleibt sichtbar. Es ist ein fast surreales Erlebnis, insbesondere als es dann bei Sonnenschein noch einmal leicht anfängt zu regen und sich ein dünner Regenschleier über uns hinweg auf's Meer hinaus bewegt. - Nicht zu vergessen, dass etwa um die gleiche Zeit eine Gruppe Renntiere gemächlich am Rand des Parkplatzes entlang zieht.

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Fotogalerie: Lappland und das Nordkap

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Schnee im Sommer


Wir hatten den perfekten Tag für die Mitternachtssonne am Nordkap erwischt. Heute herrscht nämlich wieder das für hier typische Wetter: kalt, grau und neblig. Wir ergreifen die Flucht und tatsächlich - hinter der nächsten Bergkette klart es auf.

 

Wir entschließen uns daher, eine Bootstour zu einem bekannten Vogelfelsen mitzumachen. Als wir im Hafen ankommen, heißt es: "Abfart ist in  5 Minuten". Sobald der Bus mit einigen Passagiere der Hurtigrouten-Linie ankommt, muss es sofort losgehen, da diese einen straffen Zeitplan haben. Warten ist nicht. Wir kramen in Windeseile unsere Ausrüstung zusammen, hüpfen in die langen Unterhosen und andere warme Sachen und stürmen - wohlgemerkt ohne Frühstück - los.

 

Leider sind wir von unserer Alaska-Tour etwas verwöhnt und so erscheint uns die zweistündige Fahrt nicht allzu spektakulär. Wir sehen allerdings diverse Adler, Lummen, Papageientaucher, eine Basstölpel- und eine Dreizehenmöwenkolonie wie auch Robben und können uns eigentlichlich nicht beschweren. Das Fotografieren fällt aufgrund des Seegangs schwer, da das Boot heftig in den Wellen rollt. Wir sind ständig dabei unser nicht allzu handliches Equipment zu sichern. Ich habe darüber hinaus mit leichter Seekrankheit zu kämpfen. Wir sind aber trotzdem froh mitgefahren zu sein. - Es ist wieder einer dieser Tage, die in der Erinnerung wirken wie ein Film.

 

Es schneit und stürmt. Trotzdem wagen wir einen Abstecher nach Hammerfest, der nördlichsten oder, wenn man einige deutlich kleinere Orte einbezieht, zumindest einer der nördlichsten Städte Europas. 

Hammerfest wurde gegen Ende des zweiten Weltkriegs von den abziehenden deutschen Truppen vollständig zerstört. Historisches ist daher nicht zu erwarten. Die Stadt lebt vom Fischfang und von der offshore Gas- und Ölförderung sowie der zugehörigen Industrie. Hier steht beispielsweise eine der größten Gasverflüssigungsanlagen. 

Bemerkenswert ist noch der im Stadtzentrum zu findende Messpunkt des Struve-Bogens, einem sich mit seinen diversen Messpunkten bis nach Russland erstreckenden Erd-Vermessungsprojekts aus dem 19. Jahrhundert, das zum Welterbe UNESCO gehört.

Der mittlerweile zum Sturm mutierte Wind treibt uns weiter durch das verschneit und baumlose Inland. Die Landschaft ist praktisch nicht zu beschreiben und noch schwerer im Bild festzuhalten. 

Wir nähern uns der nächsten Stadt - Alta- und plötzlich, ohne Vorwarnung ist die Schneelandschaft Geschichte. Ein Fjord öffnet sich vor uns, schneefrei und fast windstill.
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Fotogalerie: Rentiere, Lappen und mehr ...

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Und wieder ein Weltkulturerbe: Felsritzungen von Alta

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Felsritzungen von Alta

Nach einer wieder taghellen Nacht mit Fjord-Blick ist heute wieder ein Museumstag angesagt. Wir sind in Alta  und die  hiesigen, bis zu 7000 Jahre  alten Felsritzungen sind UNESCO Welterbestätte und der Besuch praktisch ein Muss. 

 

Wir wandern mehrere Kilometer entlang der Küste in freiem Gelände von einem "bemalten" Felsen" zum andern. Die rote Farbe der Figuren wurde in den 1970 Jahren  zur Verdeutlichung aufgetragen.  Heute ist man dabei, sie wieder zu entfernen, in der Hoffnung so dem Originalzustand besser gerecht zu werden. An manchen Felsen wird es so für den Betrachter zur Herausforderung, die Figuren überhaupt zu erkennen. Es macht auf diese Weise aber deutlich mehr Spaß und man fühlt sich doch auch ein bisschen wie ein Entdecker.
Für das Museum und die Aussenanlage wird Eintritt verlangt. Wie es uns aber auch schon in Schweden mehrfach aufgefallen ist, wäre es ein Leichtes, ohne zu bezahlen auf das Gelände zu kommen. Hier scheint man deutlich mehr Vertrauen in die Ehrlichkeit seiner Mitmenschen zu haben, als das bei uns der Fall ist.

Fotogalerie: Felsritzungen von Alta und mehr ...

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Tromsö

Tromsö
Tromsö

Heute sind wir etwas unentschlossen: Sollen wir weiter der Hauptverbindungsstrasse E6 folgen, laut Karte einer schönen "grünen" Strecke entlang von Fjorden, die uns relativ direkt Richtung der Lofoten, unserem nächsten größeren Ziel, bringen würde, oder machen wir einen Abstecher nach Tromsö, einer Stadt mit 70.000 Einwohnern, die aber von unserem derzeitigen Standort aus gesehen, weiter im Norden liegt.

 

Eigentlich haben wir keine Lust auf Zivilisation und so fahren wir weiter auf der E6. Nach kurzer Fahrt schauen wir uns an und drehen um. Es fühlt sich einfach nicht richtig an, Tromsö auszulassen. Somit heißt es für uns heute wieder "Fähre fahren". Der direkte Weg führt uns über zwei Fähren; wir überqueren diverse Fjorde und Inseln.

 

Als wir Tromsö erreichen, stellen wir schnell fest, dass unsere Entscheidung richtig war. Bei strahlendem Sonnenschein empfängt uns hier oben im Norden eine freundliche und architektonische reizvolle Stadt, die einiges Altes, denn Tromsö wurde im Gegensatz zu beispielsweise Hammerfest im zweiten Weltkrieg nicht zerstört, mit supermoderner Architektur kombiniert. Über eine imposante Brücke geht es über einen Fjord und dann führt uns ein Tunnelsystem, das den Autoverkehr über ein verzweigtes, unterirdisches Straßennetz mit diversen Kreisverkehren unter der Stadt verteilt, zu unserem Ziel, einem Parkplatz am Theater mit Blick auf den Hafen.

 

Bei dem Versuch ein Parkticket zu ziehen, hilft uns ein netter, deutsch sprechender Norweger (der Sprache nach könnte es aber ein schon lange in Norwegen lebender Deutscher oder Schweizer sein) weiter, denn wir sind mit dem System und der Anleitung auf Norwegisch etwas überfordert. Wie auch in Schweden ereilt uns hier unaufgeforderte Hilfsbereitschaft. Wir plaudern noch etwas über die Unterschiede der Fahrweise deutscher und norwegischer Autofahrer bei Schnee und über das Fahren von Reifen mit Spikes. Bei uns sind diese vorboten, hier 8 Monate oder mehr im Jahr unverzichtbar.

 

Wir machen noch einen "abendlichen" Spaziergang durch die Stadt - es ist 21 Uhr, der Sonnenstand vermittelt aber den Eindruck eines frühen Nachmittags -  und genieße den jugendlichen Charme der Universitätsstadt und wundern uns, dass bei so viel Moderne und einem ausgeklügelten Verkehrsleitsystem zumindest für uns keine echte Stadtplanung erkennbar ist, zu unerwartet gehen Hafen und Innenstadt ineinader über.

 

Nach einer ruhigen Nacht mitten im Stadtzentrum geht es am nächsten Morgen früh weiter.

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  •  Tromsö: gebührenpflichtiger Parkplatz in Zentrumsnähe (69°38'34.2" N, 18°56'49.2"O)

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Insel Senja


Wir verlassen Tromsö über eine weitere Brücke und ganz schnell geht die Stadt in Einsamkeit über. Wie auch schon in den letzten Tagen trifft man in der winterlichen Landschaft nur noch vereinzelt auf Häuser.

 

Landschaftsouten

Kurz später bringt uns eine Fähre innerhalb von 45 Minuten über eine fast spiegelglatte See auf die Insel Senja, auf deren Nordseite wir entlang einer sogenannten "Landschaftsroute", einer norwegischen Touristikstrasse, weiterfahren wollen. Am Fähranleger kommen wir mit Caro und Christoph aus Osnabrück ins Gespräch, auf die wir während unserer Tour heute immer wieder treffen sollen.

 

Senja ist landschaftlich sehr reizvoll und abwechslungsreich. Immer wieder gibt es Aussichtspunkte, die zum Teil mit Aussichtsplattformen in modernem Design ausgestattet sind, meist führt der Weg aber entlang einer teilweise hochalpin erscheinenden Landschaft mit hohen Bergen, die aber für uns immer wieder überraschend direkt ins Meer übergeht. Auch die hier heimische Seevogelwelt scheint für unser Auge so überhaupt nicht zu der Bergkulisse zu passen. Weiter Richtung Westen gelangen wir an Buchten mit türkisblauem Wasser und kleinen Inseln, die ein fast mediterranes Flair verbreiten. Das Wasser scheint zum Baden einzuladen - bei einer Aussentemperatur von unter 10° Grad Celsius im Schatten und eiskaltem Wasser ist das aber selbst beim derzeitigen Sonnenschein keine Option für uns.

 

Unterwegs erhalten wir eine SMS von unseren belgischen Bekannten mit dem Faltwohnwagen, die unseren Weg bereits in Schweden und in Jokkmokk in Lappland gekreuzt haben. Sie sind auch auf Senja und so verabreden wir uns auf ein Treffen am nächsten Fähranleger. Die beiden wollen Senja erkunden, uns zieht es weiter.

 

Fähre auf die Vesteralen

Wir nehmen die Fähre nach Andoya auf den Vesteralen. Die Fähre ist relativ leer. Unter den wenigen Passagieren sind zwei deutsche Womos, auf die wir heute (Caro und Christoph) und in den letzten Tagen (Ina und Joshua mit ihrem blauen VW-Bus) schon mehrfach getroffen sind. Das bleibt nicht aus, da wir in etwa die gleiche Tour fahren. Auch mit den Besitzen eines Mobils aus Frankreich kommen wir ins Gespräch. Diese Art von Gemeinschaft fühlt sich irgendwie gut an.

 

Obwohl das Wetter schön ist, ist die 1,5 Stunden lange Überfahrt unruhig. Mein Magen hält dieses Mal aber durch, ich bin aber trotzdem ziemlich fertig als wir endlich anlanden. Trotzdem verbringen wir noch einen netten Abend mit dem jungen VW-Bus-Paar in unserem Auto und lassen uns von der mitternächtlichen Sonne wärmen.

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Vesteralen: Pirschfahrt bei Nieselregen


Nach Mitternacht bei Sonnenschein ins Bett, um 8 Uhr bei Nieselregen aufwachen. Das ist nicht fair.

Wir machen uns trotzdem auf, die Inseln der Vesteralen zu erkunden, erst entlang der Westküste von Andoya, dann quer durch Langoya. Das Klima ist aufgrund des nahen Golfstroms mild hier. Im Winter fällt die Temperstur selten tief unter den Gefrierpunkt, im Sommer ist es gemäßigt, selten warm. Die steilen Berge gehen ins Meer über. In einem schmalen Küstenstreifen und an den Hängen der Fjorde ist aber tatsächlich Landwirtschaft möglich. Der wirtschaftliche Fokus liegt aber auch hier wieder auf dem Fischfang.

Der Tag bleibt grau und die Fahrt daher etwas trist. Gegen Abend ändert sich das aber plötzlich. Das Wetter bleib das Gleiche, aber wir fühlen uns wieder einmal auf Pirschfahrt. Erst zeigt sich uns ein Steinadler und wartet geduldig bis die Belichtung  sitzt, dann entdecken wir eine Dreizehenmöwenkolonie und beobachten eine Krähe beim strategisch geplanten Eierdiebstahl. Das hat doch fast etwas von Heinz Sielmann oder Andreas Kieling. Auf der Suche nach einem Platz für die Nacht treffen wir dann noch auf einen jungen Elchbullen, der uns neugierig beäugt, bevor er im Gestrüpp verschwindet. Was für ein Ende eines doch sonst so öden Tages.

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Die Lofoten: weißer Strand und schneebedeckte Berge


Heute geht es weiter entlang schroffer Berge und weißer Strände. Bei Sonnnenschein stellt sich ein mediterranes Gefühl ein. Abenteuer im Norden geht anders.

 

Unsere Voräte sind deutlich dezimiert und so müssen wir Einkaufen gehen. Als preisbewusster Mensch ist das in Norwegen wahrlich kein Vergnügen. Lebensmittel kosten hier schnell das Doppelte oder Dreifache wie zuhause, manches ist sogar noch teurer und es handelt sich hier nicht um Luxusartikel sondern um Grundnahrungsmittel. Gerne greifen wir daher auf die mitgebrachten Dosen und auf Fleisch aus unserem Tiefkühlfach zurück.

 

Mit der Fähre auf die Lofoten

 

Mit der Fähre setzen wir auf die Lofoten über. Hier setzt sich eine ähnliche Landschaft wie auf den Vesteralen fort. Wir suchen uns einen ruhigen Wanderparkplatz zum freien Übernachten und lassen den Tag ausklingen.

 

Entlang unseres Weges auf den Lofoten stossen wir immer wieder auf Gestelle zum Trocknen von Fisch - fein säuberlich getrennt nach Körpern und Köpfen. Die Körper sind für den südeuropäischen Markt bestimmt, wo Trockenfisch eine Delikatesse darstellt. Die Köpfe werden nach Afrika exportiert, wo sie als Suppenbasis dienen. Wenn man die Gestelle übersehen sollte - kein Problem - man muss nur der Nase folgen, dann findet man sie unweigerlich.

 

Ansonsten müssen wir heute einmal wieder einen Putztag einlegen. Wäsche waschen, Paul eine Grundreinigung verpassen und auch uns tut etwas Pflege ganz gut. Wir buchen uns deshalb zum ersten Mal seit Wochen auf einem kleinen Campingplatz ein und legen los.

 

Wir haben nette Nachbarn aus der Schweiz, die mit ihrem Weltreisemobil auf Probefahrt sind, bevor sie sich im Spätsommer auf große Tour begeben wollen (siehe Linksammlung unter "Wir über uns"): Gegen Abend trudeln auch noch unsere belgischen Klappwohnwagenfahrer, Pierre und Christine, ein, und so endet der wie immer endlose Tag mit Piere und Christine ais Beligen sowie Pia und Werner aus der Schweiz mit Wein und netten Gesprächen weit nach Mitternacht.

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Region Narvik: Sonne - Regen - Schnee


Die Gegend hinter Narvik gefällt uns, wie auch die Stadt selbst, nicht wirklich Zu deutlich ist die Stadtnähe zu spüren. Und irgendwie ist das hier alles so unaufgeräumt und unorganisiert, sieht zusammengewürfelt aus. Das wundert uns in einem so reichen Land wie Norwegen. Vielleicht ist es aber auch noch immer der starken Zerstörung im zweiten Weltkrieg geschuldet.

 

Immer mehr fällt uns der Unterschied zu Schweden auf und das nicht nur im Punkt Qualität des Strassenbelags. Das gleiche Bild in den Nationalparks. Wo in Schweden viel Wert auf Zugänglichkeit und Information gelegt und dem Besucher das "Erleben" der Natur leicht gemacht wurde, genau das Gegenteil hier in Norwegen. Es fängt bei fehlenden Parkplätzen an, setzt sich in nur rudimentärer Information fort. Wenig bis nichts ist ausgeschildet. Selbst an den ausgewiesenen Landschaftsrouten sind die Hinweisschilder zum teil demonteert. Das enttäuscht uns alles ein wenig.

 

Auch die Landschaft hat ihre Tücken. Im Grunde ist es hier wunderschön, aber nicht nur das Wetter macht das Fotografieren schwer - es finden sich für den Fotografen nur wenige Motive, die hervorstechen. So gibt es bisher nur wenige Bilder, die diesen Abschnitt unserer Reise dokumentieren.

 

Um die Stadt Fauske herum suchen wir einen Ort zum Übernachten. Wir haben uns mit Joshua und Ina, den beiden VW-Bus-Fahrern verabredet, aber es findet sich einfach kein geeigneter Platz. Der einzige schöne Parkplatz ist von einem Trupp Bulgaren besetzt, die hier dauerhaft Camp bezogen, ein grosses Feuer gemacht und Wäsche zum Trocken in die Bäume gehängt hat. Als wir darauf warten, dass der blaue VW-Bus uns einholt, damit wir das weitere Vorgehen besprechen, geraten wir auch noch in eine Übung des Militärs und werden weitergeschickt.

 

Kurzs nachdem wir wieder Richtung Küste abgebogen sind, finden wir doch noch einen Übernachtungsplatz. Er ist direkt an der Strasse, nicht wirklich schön und laut. Das merken wir aber nicht, da wir uns zu viert einen netten Abend in Paul machen und wieder einmal erst nach Mitternacht ins Bett kommen.

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Fähren und Tunnel


Norwegen ist ein Land der Fährverbindungen, aber auch der Tunnel. Das erfahren wir heute wieder einmal mehr, als wir der Küstenstrasse nach Süden folgen. Es geht per Fähre vom Festland zu Inseln und zurück. Kilometer lange Tunnel führen durch die steilen und für Strassen anderweitig nur schwer oder garnicht passierbaren Gebirge. Manches Mal sieht es so aus, als ob man direkt in eine Steilwand einfährt, so plötzlich taucht das nächste "Loch" im Berg auf.

 

Heute leitet uns sogar ein Pilotfahrzeug an einer Baustellle im Tunnel vorbei. Nicht nur, dass auf halbem Weg im Tunnel mit grossem Gerät gearbeitet wird, die Tunnelbeleuchtung ist noch dazu ausser Betrieb. Wir fühlen uns wie hinter dem Safety Car bei der Formel 1, nur dass die Strecke durch ein im wahrsten Sinne des Wortes "schwarzes Loch" führt.

 

Wenn wir nicht gerade im Tunnel stecken, ist die Strecke sehr schön. Häufig fahren wir direkt am Wasser entlang, neben uns steile Berghänge. Je weiter wir Richtung Süden kommen, umso grüner wird es um uns herum. Trotzdem, an den Hängen über uns liegt immer wieder Schnee. Auf halber Strecke kommen wir am Saltfjellet-Gletscher vorbei, dem tiefstgelegenen Gletscher des europäischen Festlands.

 

Für uns unbemerkt überschreiten wir heute auf einer Fähre, mit einem deutschen Motorradfahrer plaudernd den Polarkreis. Heute Nacht geht für uns das erste Mal seit Wochen wieder die Sonne unter. Da das aber irgendwann zwischen 1 und 3 Uhr nachts passieren wird, werden wir davon wahrscheinlich nichts mitbekommen.


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Freilichtmuseum in Bjerka - Privatführung


Wir haben uns entschieden, erst einmal nicht weiter auf der Küstenroute zu fahren, da die vielen Fähren, die hier vor uns liegen, einen enormen Zeitaufwand darstellen würden. Statt dessen nehmen wir die Inlandsroute, wo uns unser Weg erst einmal in die von der Stahlindustrie geprägte Stadt Mo i Rana führt. Hier wollen wir einkaufen, denn die langen Abende der letzten Zeit haben unsere Weinreserven stark dezimiert. Das ist in Norwegen aber eine echte Herausforderung. Wein und alles andere mit mehr als 4,5% Alkohol gibt es nur im staatlichen Vinmonopolet zu kaufen. Diese Läden gibt es wiederum nur in größeren Städten und die Getränke  dort zu, selbst in Bezug auf das sonstige Preisgefüge, gesalzenen Preisen. Zwei Flaschen Rotwein müssen es trotzdem sein.

 

Von hier aus geht es weiter auf der gut ausgebauten E6 bei doch deutlich stärkerem Verkehr. Wir kommen aber gut voran. Bei dem kleinen Ort Bjerka weckt ein Hinweisschild auf ein Freilichtmuseum unsere Neugier. Wir folgen der minimalistischen Beschilderung vorbei ein Wohnhäusern und Katen über enge Wege bis wir vor einem alten Bauernhof stehen. Wir parken im Hof und da an einer der Türen "Velkommen" steht, gehen wir hinein. Aufgeregt kommt uns ein Mann in Arbeitskleidung entgegen, begrüsst uns in gebrochenem Deutsch und mit der Frage, ob wir aus Hildesheim kommen. Ihm ist es entsetzlich peinlich, dass das Museum noch nicht geöffnet hat und die Türen nur offen stehen, da er eine private Feier für das Wochenende vorbereitet. Wir bitten darum, uns draussen umsehen zu dürfen, und ziehen los, um Fotos zu machen.

 

Wenige Minuten später kommt der nette Norweger mit einem Schlüsselbund hinter uns her und will uns unbedingt das Haupthaus des kleinen Hofes von Innen zeigen. Das ganze entwickelt sich zu einer kompetenten und spannenden Privatführung, bei der sich herausstellt, dass unser Führer der Leiter des Museumshofes ist. Wir lernen einiges über die Bewohner des Hofes aus dem 17. Jahrhundert und über norwegische Geschichte und norwegisches Selbstverständniss und freuen uns so nah an alte Haushalts- und Einrichtungsgegenstände wie Webstühle, Strickmaschinen, Werkzeug und ein Harmonium heran zu dürfen. Im Gegenzug freut sich der "Museumsdirektor" darüber, sein Deutsch trainieren zu dürfen. Wir verabschieden nach einer guten Stunde. Der heutige Tag ist schon mal gerettet.

 

Danach führt uns unser Weg weiter immer an einem grossen Fluss entlang, der sich immer wieder zu Seen verbreitert. Wir kommen aber auch an Stromschnellen und einem Wasserfall vorbei, bis wir auf einer Wiese direkt an der Strasse, aber umgeben von Goldregenpreifern übernachten.

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Fotos: Freilichtmuseum in Bjerka

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Regenprogramm

 Stiklestad
Stiklestad

Regen, Regen und nochmal Regen. Trotzdem haben wir einen Interessanten Tag. Wir besichtigen ein an einem Wasserfall gelegenes Wasserkraftwerk und erfahren, dass über 90% der in Norwegen benötigen Elektrizität durch Wasserkraft erzeugt wird. Allein dieses Kraftwerk liefert die Energie für ca. 10.000 Haushalte.

 

Da der Fluss in seinem Oberlauf Lachsen zum Laichen dient, ist das Kraftwerk mit einer grossen Fischtreppe versehen, die es den flussaufwärts schwimmenden Lachsen erlaubt, das Kraftwerk zu umgehen. Leider hat die grosse Wanderung der Lachse noch nicht begonnen, die Einrichtung (Namsen Laksakvarium) ist aber trotzdem interessant und der Weg über das zum Kraftwerk gehörende Wehr aufgrund des unter uns tostenden Wassers beeindruckend.

 

Wir verlassen die Schnellstrasse, da wir in einer Broschüre von einer weiteren eiszeitlichen, ca. 6000 Jahre alten Felsritzung gelesen haben, dem Böla-Rentier. Von einem kleinen Parkplatz aus führt uns ein glitschiger, aber ausgeschilderter Weg zu Felsflächen oberhalb eines kleinen Flusses. Ganz klar ist dort ein eingeritztes, lebensgrosses Rentier zu erkennen. Die Beschilderung weist auf weitere Figuren hin. Nach etwas Suchen finden wir einen Bären und einen ebenfalls lebensgrossen Mann auf Ski. Der angeblich ebenfalls eingeritzte Wasservogel erschließt sich uns nicht wirklich..

 

Wir fahren weiter auf Nebenstrassen und so begegnen wir einmal wieder Rentieren, die hier größer zu sein scheinen als weiter im Norden. Auf einem See entdecken wir einen Ohrentaucher.

 

Unseren nächsten Stop legen wir in Stiklestad ein, einem für die norwegische Geschichte wichtigen Ort ein. Hier kam in einer Schlacht im Jahr 1030 DER norwegische König Olav ums Leben. Dieses Ereignis markiert den Übergang von der Wikingerzeit ins christinisierte Mittelalter. Der Ort selbst ist nicht wirklich aufregend, es gibt ein Freilichttheater in der in der Saison das Leben König Olavs dargestellt wird und eine kleine, leider verschlossene Kirche aus dem 10./11. Jahrhundert. 

 

Eigentlich wollen wir den Abend in Trondheim verbringen. Als wir dort ankommen, schüttet es wie aus Kübeln und nur zur Übernachtung ist es uns auf dem kostenfreien Stellplatz einfach zu eng. Wir verlassen die eigentlich sehr nett erscheinende Stadt und gelangen nach kurzer Zeit zurück in die Natur, wo wir auf einem einsamen Wanderparkplatz den Tag beeinden.

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Fotogalerie: Trolls, Lachse und mehr

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Trollstigen


Begegnungen:

Unser Waldparkplatz war nachts tatsächlich ruhig. Kurz vor 9 Uhr ändert sich das schlagartig. Ein Auto nach dem anderen parkt um uns herum, Stühle und Tüten werden ausgepackt. Keine Ahnung was hier gerade passiert. Eines ist aber allen Ankömmlingen gemeinsam: Sie haben mindestens einen Hund dabei. Kurz nach 9 Uhr ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Irgendjemand mit einer Liste übernimmt das Kommando, Menschen und Hunde verteilen sich neu auf die Autos. Zurück bleiben einige wenige Fahrzeuge, Stühle und Tüten und..... etwas ratlos: Wir.

 

Andalsnes

Wir wollen heute nach Andalsnes, als Auftankstation vor der geplanten Fahrt über den Trollstigen, einer Route die es in sich haben soll und die man gefahren haben muss Auf dem Weg nach Andalsnes begegnen wir einem Rudel Hirsche, direkt an der Strasse. So dicht haben wir in Deutschland ausserhalb eines Zoos noch kein Rotwild gesehen.

 

Auf der letzten Fähre des Tages stehen wir neben einem Oldtimer. Ob dieser auch über den Trollstigen will?

 

Der Rest des Tages verläuft beschaulich, wir rasten an einem See.

 

Trollstiegen

Bevor wir heute den Trollstigen in Angriff nehmen, wollen wir noch schnell etwas einkaufen. Grundsätzlich ist das kein Problem. Doch der erste Laden in Hafennähe hat kein Mineralwasser mehr auf Lager. Man sagt uns, dass tags zuvor die Passagiere eines großen Kreuzfahrtschiffes hier eingefallen wären und alle Vorräte aufgekauft hätten. "Kopfschüttel - Immer dieser Massentourismus".

 

Es geht los, wir starten. Die Strasse mit den steilen Serpentinen und die immer neuen Ausblicke sind schon beeindruckend. Aber eine Herausforderung für unseren Paul oder für Michael, seinen versierten Fahrer, ist das hier nicht. Entspannt zieht es uns mit zugeschaltetem Allradantrieb und Untersetzungsgetriebe in die Höhe. Das mag für schwach motorisierte und 20 cm breitere Standardwohnmobile mit riesigem Hecküberhang anders aussehen. Aber auch die reichlich vorhandenen Busse haben wenig Mühe: sie meistern die Kurven ohne zurücksetzen zu müssen. Nur wenn sich zwei entgegenkommen wird es etwas eng. Da haben wir schon anderes gesehen.

 

Die Aussichtspunkte sind wie immer in Norwegen durchdesignt und gewähren grandiose Ausblicke auf die Landschaft aber auch auf die immer größere Zahl von Bustouristen aus aller Herren Länder. Die Anzahl von Asiaten mit Selfie-Sticks und posenden Damen wird mit zunehmender Höhe immer größer.

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Geirangerfjord

Geirangerfjord
Geirangerfjord

Es scheint am zweiten Tag in Folge die Sonne!! Das ist auf dieser Reise eine eine Meldung wert.

 

Unser nächstes Zeil heißt Geiranger. Der Geirangerfjord ist DAS Touristenziel an Norwegens Küste. Die Strasse führt in vielen Windungen nach unten und gibt immer wieder einen Blick auf den Fjord frei, in dem zwei riesige Kreuzfahrtschiffe, die Norwegen Star (gebaut in Papenburg) und ein Koloss der Rederei Costa, vor Anker liegen. Wie gelbe Ameisen sind Beiboote gerade dabei Passagiere an Land zu schaffen.

 

Je tiefer wir kommen, umso schicker, aber auch um so voller werden die Aussichtspunkte an der Straße. Am letzten Punkt über Geiranger herrscht ein wahres Gewimmel. Nein, eine Kreuzfahrt buchen wir so schnell sicher nicht - vielleicht denken wir in 30 Jahren noch einmal darüber nach.

 

Wir sind hier mit unseren beiden jungen VW-Bus-Fahrern verabredet. Und tatsächlich wir finden sie trotz des Gewühls in einer halbwegs ruhigen Ecke am anderen Fjordufer. Sollen wir hier bleiben? Nein, die Entscheidung fällt schnell. Wir haben genug gesehen und wollen raus aus dem Gewimmel. Die Ausfahrt aus Geiranger gestaltet sich noch einmal schwierig, nicht aufgrund der Strassenverhältnisse, sondern aufgrund der rangierienden Busse, die uns ganz klar zu verstehen geben, dass sie hier Vorfahrt haben.

 

Wir sind draussen und kurz später ändert sich das Bild. Die Strasse führt uns schnell in Höhen über 1.000 m und wir stehen wieder im Winter, zugefrorene Seen, kein Grün, Einsamkeit. Wir fahren durch meterhohen Schnee.

"Faszinierend".

 

Eine andere Jahreszeit scheint es hier nicht zu geben. Aber so schnell der Winter gekommen ist, so schnell gelangen wir durch Kilometer lange und recht steil nach unten führende Tunnel wieder nach unten. Der Frühling, denn von Sommer kann man hier nicht wirklich reden, hat uns wieder.

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Richtung Bergen - Fahrtag


Heute fahren wir Richtung Bergen. Es ist also nichts wirklich Aufregendes zu erwarten. Das Wetter ist wieder mehr als mässig, was einen Verzicht auf Freiluftaktivitäten einfacher macht.

 

Mautsystem in Norwegen
Je weiter man in Norwegen in Richtung Süden kommt, um so häufiger trifft man nun auf Mautstrassen. Das Maut-System ist hier mehr als kompliziert. Entweder man hat einen Transponder dabei, den man sich vor Antritt der Reise besorgen muss, man registriert sein Auto und hinterlegt seine Kreditkarte oder man bekommt nach einigen Wochen eine Rechnung nach Hause geschickt. Auch wenn man sich registriert hat, gibt es einige Strecken, die manuell bezahlt werden müssen.

 

Wir haben uns für die HInterlegung der Kreditkarte entschieden, fragen uns aber immer häufiger, ob das im Anblick des intransparenten Systems wirklich eine gute Idee war. Erstens kann man den Mautstrassen nicht entgegen, denn die Maut wird erst angekündigt, wenn keine Möglichkeit zur Umfahrung mehr besteht, zweitens kann man nicht erkennen, für was man eigentlich zahlt und drittens wird zwischen PKW und Fahrzeugen über 3,5t unterschieden, und wir verstehen nicht, woher die Norweger eigentlich wissen, dass unser so "großer" Paul weniger als 3,5t wiegt. Dann sind die Preise, wie immer, ohnehin gesalzen, aber für große Fahrzeuge sind sie auch noch gepfeffert. Bei der Durchfahrt eines Tunnels (siehe Bild - zugegeben der Kreisverkehr im Berg ist schick ausgeleuchtet)  lag der Preis für PKW beispielsweise bei ca. 20 Euro für Fahrzeuge über 3,5t aber gleich bei ca. 80 Euro. Es bleibt uns nicht weiter übrig, als abzuwarten.

 

Wir wollen eigentlich in der Nähe von Bergen übernachten, um am nächsten Morgen früh in die Stadt starten zu können. Leider gestaltet sich das schwierig. Nach längerem Suchen und mit Hilfe meiner "Park4Night"-App finden wir dann noch einen Platz  etwa eine halbe Stunde außerhalb der Stadt an einem sehenswerten Botanischen Garten., wo wir noch eine Spaziergang machen. Wir informieren Ina und Joshua, da wir wissen, dass die beiden ähnliche Pläne haben und siehe da. eine Stunde später tauchen die beiden mit ihrem blauen VW-Bus dann auch tatsächlich auf.

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Bergen


Eigentlich wollten wir um 6 Uhr aufstehen, um richtig früh in Bergen zu sein, da wir hoffen, so einen Parkplatz zu finden. Aber unser Wecker verlässt uns - so etwas ist uns noch nie passiert. Kurz nach 7 Uhr schrecken wir hoch, hüpfen mit Katzenwäsche in unsere Klamotten und ... stehen im Stau - es ist Rush-Hour. Trotzdem, wir finden einen super Parkplatz, von dem aus wir zu Fuß in nur 20 Minuten in die Stadt laufen können. Bevor wir losziehen, gibt es jetzt aber doch erst einmal einen Kaffee und Frühstück.

 

Wir marschieren durch das nette Universitätsviertel in die Stadt und landen in der Fußgängerzone. Um 10 Uhr haben wir uns am Markt mit Ina und Joshua verabredet. Die beiden finden für ihren Bus deutlich leichter einen Platz zum Abstellen. Da die beiden aber noch ganz verschlafen waren, als wir losfuhren, rechnen wir eigentlich nicht damit, dass sie schon da sind. Am Ende warten sie aber schon auf uns.

 

Wir bummeln über den auf Touristen ausgerichteten Markt, wo Fisch (auch Wal), Elch und Rentier, aber auch Souvenirs angeboten werden und am Hafen entlang. Dort treffen wir wieder auf unsere Freunde, die Kreuzfahrtschiffe. Ihre Passagiere sind uns schon in der Stadt vor und über die Füße gelaufen. Hier liegt unter anderem ein Monster der Disney Cruises, aber ach die MS Deutschland, das Ex-Traumschiff, vor Anker. Wir hatten gelesen, dass deren bisherige Reederei vor kurzem Insolvenz anmelden musste und so wundern wir uns. Google hilft aber weiter: Die Deutschland wurde Mitte Mai vor Gibraltar an einen ungenannten Käufer übergeben. Was sie aber hier noch Bergen treibt, bleibt uns verborgen.

 

Nachdem wir die ehemalige Festung der Stadt auf Umwegen durchquert haben (es wird hier gerade das Equipement für eine Veranstaltung aufgebaut) besichtigen wir den alten Hanse- Kai der Stadt - Bryggen. Dieses Viertel steht auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste und repräsentiert ein Handelsviertel in Holzbauweise, wie es früher in vielen Hanse-Städten anzutreffen anzutreffen war Auch hier sind wieder eine Menge Touristen aller Art unterrwegs - vom Backpacker bis zum per Selfie-Stick filmenden Kreuzfahrer. Beeindruckend ist das Areal trotzdem.

 

Wir beenden unsere Tour mit einem Kaffee in der Hand in der Fußgängerzone und beobachten das lebhafte Treiben. Danach trennen sich die Wege der Besatzungen des blauen VW-Bus und des grünen Womos. Wir wollen aber versuchen, uns in Oslo noch einmal zu treffen.

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Hardangervidda

Parkplatz in der Hardangervidda
Parkplatz in der Hardangervidda

Wir haben den Abend und die Nacht nach dem anstrengenden Tag in Bergen am Nordheimfjord verbracht. Die Sonne liess die Außentemperatur von ca 12° Grad fast sommerlich erscheinen. Für einheimische Jugendliche sogar so sehr, dass Badehose und Bikini ausgepackt und in den eisgekalten Fjord gehüpft wurde.

 

Für uns heißt es am nächsten Morgen den Sommer hinter sich zu lassen. Wir fahren in die Hochebene Hardangervidda und plötzlich ist es, wie schon so häufig zuvor, wieder Winter. Schnee, Eis und kein Grün um uns herum. Komplett zugefrorene Seen kompletieren das Bild Durch diei Harangervidda zieht sich die Fernstraße 7, eine der wichtigsten Verbindungen nach Nordschweden. Der Bau der Straßen war aufgrund sehr aufwändig.

 

Schon zum Anfang des letzten Jahrhunderst mussten die vielen Flüsse durch Brücken überwunden werden. Das erste Auto für hier in den 1930er Jahren. Heute helfen neben Brücken viele Tunnel die Strecke einfach befahrbar zu machen. Trotzdem bleibt sie im Winter oft komplett gesperrt, der Schnee liegt hier dann meterhoch.

 

Uns gefällt diese raue und auch rohe Natur, aber im Gegensatz zu den Weiten Lappland sind diese schnell durchfahren und wir kehren zurück in grüne Täler, in denen Landwirtschaft bis hin zum Obstbau betrieben wird.


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Oslo - Hauptstadt Norwegens


Heute steht Oslo auf dem Programm. Norwegens Hauptstadt hat ca. 640.000 Einwohner und kann mit Bezug auf die insgesamt nur 5 Millionen Norweger sicher als Großstadt bezeichnet werden. Da das Parken hier kein Zuckerschlecken sein soll, parken wir unseren Paul auf einem Stellplatz etwas außerhalb der Stadt. Das ist sicher nervenschonender als in der Innenstadt einen Parkplatz zu suchen und sicherer ist es allemal.

 

Mit dem Fahrrad geht es in die Stadt. Um 14 Uhr sind wir mal wieder mit Ina und Joshua (Ihr wisst schon - die Zwei mit dem blauen VW-Bus) vor dem Rathaus von Oslo verabredet. Unser Weg führt uns am Wasser entlang in die Innenstadt. Gleich zu Beginn der Hafenpromenade wird es so voll, dass wir die Räder lieber schieben. Wir schlendern durch ein Viertel, in dem "Sehen und Gesehen werden" das Motto ist. Man sitzt in den Cafes und Bars draussen, dazwischen Galerien und andere schicke Läden. Die moderne Architektur gefällt uns.

 

Unser Treffen am Rathaus klappt und wir marschieren zu Viert weiter entlang des Hafens mit den Fähren nach Kiel und anderswo, Motorbooten und Segelschiffen und an und unter Ladekränen und anderem Gerät. Hier ist es wenig attraktiv. Wir wollen zur 2008 eröffneten Oper, die direkt am Wasser liegt und an einen Eisberg erinnern soll. Michael schwächelt - ihm ist es bei kanpp 20 Grad einfach zu warm - und bewacht lieber die Fahrräder. Er verpasst nichts. Der Bau als solcher ist sehenswert, die Aussicht von oben auf die Stadt weniger.

 

Zurück geht es vorbei an der zum Teil immer noch vom norwegischen Militär genutzten Festung. Auf dem Rathausplatz findet gerade eine Militärparade statt und es werden Zelte für ein Fest aufgebaut. Hier trennen wir uns von Ina und Joshua, wollen aber später zusammen mit dem blauen VW-Bus einen Platz für die Nacht außerhalb von Oslo suchen.

 

Unser Fazit:
Oslo ist eine sehr lebendige Stadt in toller Lage am Fjord. Gefallen hat sie uns aber trotzdem nicht.

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Unliebsame Überraschungen


Wie geplant, treffen wir außerhalb von Oslo auf den blauen VW-Bus und machen uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz. Wir finden auch schnell einen schönen Parkplatz am See - aber wie es uns schon einmal zuvor weiter nördlich begegnet ist, treffen wir auf diverse, wenig vertrauenswürdig erscheinende Fahrzeuge aus Rumänien, Bulgarien und Polen. Hier wird draußen gekocht, sich und die Wäsche im See gewaschen und anscheinend gewohnt. Das hier ist nichts für uns. Der Bulli befürchtet sogar hier am nächsten Morgen aufgebockt und ohne Räder oder sonstwie als Ersatzteillager missbraucht aufzuwachen.

 

Enttäuscht ziehen wir ab und finden 20 km weiter einen netten Platz mit Picknick-Tisch an einem kleinen See in Sichtweite einiger Häuser. Leider merken wir erst in der Nacht, dass dieser nette Ort von wechselnden Fahrzeugen meist mit polnischem Kennzeichen angefahren wird, um zu Angeln oder um im PKW kurz Pause zu machen und ein Schläfchen einzulegen. Gerade in den frühen Morgenstunden ist es ein Kommen und Gehen. 

 

Die Bulli-Besetzung bekommt nichts mit. Das ist auch OK so, es reicht, wenn Michael und ich kaum ein Auge zu machen. Als Ina und Joshua aufwachen ist der Spuk vorbei, der Platz ist wieder leer. Ungläubig hören sie bei einem Frühstück im Freien unseren Erzählungen zu.

 

Wir hatten im Vorfeld gelesen, dass die Sicherheitslage entlang der Autobahn E6 in Norwegen und Schweden nicht so prickelnd sein soll. Dies scheint sicht leider auch auf einen Korridor von einigen Kilometern neben der Autobahn zu erstrecken und passt so überhaupt nicht zu unseren bisherigen Erfahrungen auf dieser Reise. Wir fühlen uns hier nicht wohl und fahren daher wieder ins Landesinnere und dort weiter nach Schweden. Unser Ziel ist das Naturreservat Hörnborga-See. Als wir auf dem Parkplatz des dortigen Besucherzentrums ankommen und den wunderschönen See, den aufgeräumten Parkplatz und einige Kollegen von der "weißen Flotto" sehen, atmen wir durch. Hier gefällt es uns doch gleich viel besser.

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Hornborga See im Juni

Der Hornborga See - ein Traum für Ornithologen
Der Hornborga See - ein Traum für Ornithologen

Beobachtungshüllten, Infozentrum und tausende Vögel

 

Der Hornborga See entpuppt sich als ein blanker Traum. Eine herrliche Landschaft, tausende Vögel, Beobachtungshütten, ein Infozentrum und das alles für Besucher kostenfrei und leicht zugänglich - Schweden eben. Und dazu gibt es auch noch Sonnenschein pur. 

 

Der Hornborga-See oder schwedisch: Hornborgasjön ist einer der bekanntesten Vogelseen Schwedens und liegt in der Provinz Vastergötland. Ende des 19. Jahrhunderts wäre der See beinahe der Landgewinnung zum Opfer gefallen. Durch eine Absenkung des Wasserspiegels zur Trockenlegung des Gebiets schrumpfte die Seefläche und versumpfte letztlich fast völlig. Nach einer Umfassenden Renaturierung, während der der Wasserspiegel wieder um fast einen Meter angehoben wurde, bedeckt der See heute eine Fläche von 30 Quadratkilometern. Der dichte Schilfgürtel, der den heute rund zwei Meter tiefen See, umgibt, dient vielen Vögeln als Brutstätte. Im Frühjahr und Herbst kommen auch Heerscharen von Zugvögeln vorbei, darunter viele Kraniche.

 

Im Naturzentrum (Naturum Hornborga) kann man sich bei eine Besuch mit Informationsmaterial eindecken. Hier befindet sich auch ein Parkplatz auf dem das Übernachten gegen Gebühr erlaubt ist. Auf einer Wiese neben dem Zentrum, die man über einen Holzsteg erreichen kann, stehen wie so oft in Schweden Grillplätze (mit Feuerholz) ohne Gebühr zum Allgemeingebrauch zur Verfügung. So ist Schweden....

 

Uns erreicht eine SMS unseres belgischen Bekannten mit dem Klappwohnwagen. Sie sind in der Nähe und wir lotsen sie zu uns auf den Parkplatz. Auch sie sind von diesem Paradies begeistert. 
Abends veranstalten wir ein Barbecue am Grillplatz des Informationszentrums vor herrlicher Kulisse - Feuerholz steht hier kostenlos und reichlich zur Verfügung - und es muss noch einmal gesagt werden: Schweden eben.

Michael ist heute schon um 5 Uhr morgens mit der Kamera auf Vogelpirsch. Und wie seine Fotos zeigen, hat sich das frühe Aufstehen gelohnt.


Unsere belgischen Bekannten, Pierre und Christine, wollen für die Rückreise über Dänemark die Fähre von Varberg nach Grääna benutzen. Diese hatten wir überhaupt nicht auf dem Radar, obwohl sie die Strecke deutlich verkürzt. Wir schließen uns daher an, nachdem wir noch einmal einen Vormittag am See verbracht haben. 
Unterwegs buchen wir noch für beide Fahrzeuge die Fährtickets für die 7 Uhr Fähre am nächsten Tag und kommen so für Paul mit sehr günstigen 87 Euro weg. Nur die Abfahrtzeit ist eine Herausforderung. So sitzen wir abends nur noch kurz zusammen. Wir wollen ja um 6 Uhr schon wieder fit sein, um zum Fähranleger zu fahren.
  • mehr Infos zum Hornborga See: hier
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Fotogalerie Hornborga See

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Glückstadt

Stadtdenkmal Glückstadt an der Elbe
Stadtdenkmal Glückstadt an der Elbe

Dieses Mal hören wir den Wecker und stehen somit rechtzeitig um 7 Uhr  am Anleger der Fähre von Varberg nach Grääna. Wir bekommen eine Platz in der "Dog-Lounge" zugewiesen. Dort ist es ruhig und der Dackel unserer belgischen Bekannten wird von einem Crew-Mitglied sofort mit Wasser versorgt .Die 4,5 h Stunden lange Fährfahrt zieht sich, ist aber durch die nette Unterhaltung mit Pierre und Christine recht kurzweilig - wir planen ihr Wunsch-Wohnmobil.

 

Das Wetter macht uns den Abschied von Skandinavien leicht - Dänemark hüllt sich in Regen. Wir beeilen uns daher weiterzukommen. Wir wollen nach Glückstadt an der Elbe und endlich einmal wieder schön Essen gehen. Tatsächlich ergattern wir einen Platz auf dem Wohnmobilstellplatz an der Elbe mit direktem Wasserblick. Unser Lieblingsrestaurant "Der kleine Heinrich" hat geöffnet, das Essen ist lecker, das Bier gut und das Ambiente stimmt auch - der Abend ist gerettet. Wir kommen immer wieder gerne hierher.

 

Noch einmal nehmen wir die Fähre. Dieses Mal geht es von Glückstadt nach Wischhafen. Im Vergleich zu den meist hochseetauglichen Fähren in Skandinavien ist diese hier sehr klein und alt. Wir haben trotzdem eine sehr schöne Überfahrt, denn man kann vom Auto aus über die Bordwand schauen und die großen Pötte auf der der Elbe beobachten.

 

Von Wischhafen ist es nicht mehr weit nach Ostfriesland und so entscheiden wir uns ohne weitere Übernachtung durchzufahren -  Pierre und Christine haben angekündigt, am Wochenende bei uns vorbeizukommen und die Zeit drängt.

 

Besonders mir fällt es schwer, diese großartige Reise zu beenden. Zu wohl habe ich mich in Paul gefühlt. Aber es wird sein wie immer, sobald wir in unserer Bude am Kanal sind, bin ich auch dort wieder zu Hause - so wie im Moment noch in Paul.

 

unser Stellplatz:

  • Stellplatz an der Mole am Ende des Hafens (ausgeschildert)

 

mehr zu Glückstadt findet ihr  hier

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Fotogalerie Glückstadt

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Fazit einer tollen Reise


Als wir losfuhren, hatten wir grob die Lofoten als Ziel gesetzt. Wir waren aber im Zweifel, ob wir es wirklich so weit nach Norden schaffen würden. Nie hätten wir gedacht, dass wir am Ende am Nordkap stehen und die Lofoten auf unserem Rückweg gen Süden besuchen würden.

 

Norwegen wartet mit spektakulären Landschaften auf. Hier gibt es Postkartenästhetik en gros. Entsprechend treten sich aber auch die Touristen gegenseitig auf die Füße und machmal hat man fast den Eindruck, mehr als Einkommensquelle denn als Gast angesehen zu werden. 

 

Schweden hingegen  ist für uns das Land der eher stillen Schönheit. Aufgeräumt, organisiert - einfach nett ist es hier. 

 

Norwegens unter Schutz gestellte Natur ist entsprechend dem Gedanken des skandinavischen Jedermannsrecht für jeden "benutzbar"; das touristische Angebot reicht selbst in abgelegenen Gegenden von Wandern bis  Rafting. Jedermann kann hier etwas erleben, es wird aber nicht versucht, Jedermann Natur nahezubringen.

 

Anders in Schweden. Auch hier gilt das Jedermannsrecht. Auch hier steht der Zugang zur Natur jedem offen. Neben der Zugänglichkeit, die hier auch Menschen mit Behinderung einschließt, wird Natur aber nahegebracht und zumindest der Versuch unternommen, sowohl Wissen als auch Verständnis zu vermitteln.

 

Letztendlich hat es uns in Lappland, egal ob schwedisch oder norwegisch, am Besten gefallen. Die rauhe Landschaft dort hat uns gefangen genommen. Unsere Sympathie aber gehört Schweden.

 

 

 

Die beste Reisezeit für Schweden, Norwegen,
Lappland und das Nordkap:

 

Wir haben es richtig gemacht. Wir sind Anfang Mai gestartet und sind Juli wieder zuhause gewesen. Die Straßen waren im Wesentlichen schneefrei, die Temperaturen nach dem Winter schon angenehm, es war nicht viel los, da noch keine Schulferien waren und ... ganz wichtig: Mücken waren noch nicht aktiv.

 

 

 

Insidertipps zu Skandinavien: hier

 

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Hits seit dem 21.10.2019:



Neu auf unserer Seite:

überarbeitet
Nordkap und die Lofoten

unser letztes Abenteuer vor Corona:

Marokko



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