Nachdem wir Tampere besucht haben (->hier) ist unser nächstes Ziel der Isojärvi Nationalpark, ein in bewaldete Hügel eingebettetes Seen- und Feuchtgebiet und Teil der Seenplatte.
Isojärvi Nationalpark
Im knapp 20 Quadratkilometer großen Park gibt es etwa 30 Kilometer Wanderwege und so machen wir uns auf, einen der Rundwege zu erkunden. Dies lohnt sich nicht nur wegen der schönen Landschaft, vielmehr erweisen sich die Wälder im Frühherbst als wahres Pilz-Eldorado. Dementsprechend viele Pilzsammler sind hier auch unterwegs und finden reiche Beute. Ein finnisches Paar erklärt uns Ahnungslosen, was es hier denn zu finden gibt. Insbesondere Trompetenpfifferlinge haben es den beiden angetan. Diese seien besonders einfach zu erkennen. Wir lassen dann aber doch lieber die Finger vom Pilzsammeln – eine Pilzvergiftung in den Tiefen Finnlands wäre vielleicht doch nicht so günstig.
Das Wappentier des Parks ist übrigens der Biber. Die Tiere sind scheu, so dass man sie eigentlich nicht zu Gesicht bekommt. Ihre Aktivitäten konnten wir bei unserem Besuch aber daran erkennen,
dass einer der Wanderwege gesperrt war. Die Biber hatten ihn geflutet. In den Sommermonaten soll es hier den Sterntaucher geben.
Direkt am großen Parkplatz liegt das Infozentrum, das in einer historischen Holzfällerhütte eingerichtet wurde. Drumherum gruppieren sich einige kleine Hütten und Zelte, die man als Unterkunft
aber auch nur zum Zusammensitzen am Feuer mieten kann. Auch Fahrräder kann man hier mieten, denn es gibt auch Mountainbike-Strecken. Am nahegelegenen See gibt es die Möglichkeit in einer der
kostenlos nutzbaren, einseitig offenen Wanderhütte den Schlafsack auszurollen, Feuer zu machen und das Kanu ins zu Wasser zu lassen.
Ursprünglich geht es uns eigentlich weniger um den Park, wir sind vielmehr auf der Suche nach Frischwasser, denn Wasserbunkern gestaltet sich bisher in Finnland schwierig. Aber hier soll es
Wasser geben. Am Infozentrum finden wir eine Handpumpe, die Trinkwasserqualität liefert. Mit etwas Mühe füllen wir unsere Tanks.
Unser Parkplatz:
- großer Parkplatz am Informationszentrum mit Trockentoilette, Trinkwasser und Mülleimer, Startpunkt diverser Wander- und Radwege
- GPS 61.67532, 24.99831
Für uns geht es nun weiter entlang des Päijänne-See, dem zweitgrößte See Finnlands, durch eine Landschaft geprägt von Fjorden, Inseln und Kiefernwäldern. Über gut ausgebaute Straßen mit wenig Verkehr gelangen wir zum ...
Bauern Museum
Peltolan Mäkitupalaismuseo
Das kleine Heimatmuseum liegt an der Straße 612, der Parkplatz befindet sich direkt vor dem Eingang. Das Museum ist in einem alten Bauernhof untergebracht. Nachdem er von seinen Bewohnern
aufgegeben wurde, wurde er aber nicht wie andere Holzhäuser entlang der Route dem Verfall preisgegeben, sondern bereits 1962 seiner neuen Nutzung als Museum zugeführt.
Auf dem Gelände befinden sich 19 traditionelle Blockhäuser, darunter Wohngebäude, Ställe, Scheunen, Schuppen aber natürlich auch die unvermeidliche Sauna. Die Anlage und ihr Inventar erzählen vom
Leben auf dem Land bis ins frühe 20. Jahrhundert.
Das Museum nur im Sommer geöffnet. Das Außengelände ist aber auch außerhalb der Saison zugänglich und so schlendern wir zwischen den Gebäuden herum und erhaschen den ein oder anderen Blick durch
die Scheiben ins Innere der Häuser.
Unser Parkplatz am Museum:
- Haltebucht direkt an der Straße
- GPS 61.83299, 25.80577
Leivonmäki National Park
Die Landschaft verändert sich nur unmerklich und so verwundert es nicht, dass auch der nächste Nationalpark von Seen, Wäldern und Feuchtgebieten bestimmt wird. Wir parken auf einem kleinen
Parkplatz im Wald und stapfen über Bohlenwege durch die Landschaft vorbei an dunklen Seen. Dabei fällt uns auf, dass es hier deutlich weniger Pilze gibt als im letzten Nationalpark.
Info für Hundebesitzer: In den Nationalparks herrscht grundsätzlich Leinenpflicht.
Wie viele Parks hat auch der Leivonmäki National Park ein Wappentier: den Ziegenmelker. Der unscheinbare Vogel ist nachtaktiv und verbringt den Tag gut getarnt auf dem Boden oder in Bäumen.
Wenn es dunkel wird, macht er sich auf die Jagd nach Insekten. Einer Karte am Weg entnehmen wir, wann und wo er in der Vergangenheit gesichtet wurde. Da der Ziegenmelker ein Zugvogel ist, machen
wir uns aber erst gar nicht auf die Suche nach ihm ... er ist wahrscheinlich ohnehin schon unterwegs in wärmere Gefilde.
unser Parkplatz:
- großer Parkplatz mit Trockentoilette und Picknick-Bänken.
- Von hier starten mehrere Wanderwege
- GPS 61.93346, 25.98107
Unser Übernachtungsplatz:
- Kleiner Parkplatz in der Nähe des Sees Kirveslampi
- ohne Dienstleistungen für 5-6 Fahrzeuge
- Grillplätze und Trockentoilette ca. 400m am See.
- Ausgangspunkt für Wanderwegen.
- GPS 61.88932, 26.01706
Vogelturm:
- Parkplatz am Vogelturm mit Grillhütte und Trockentoilette
- leider war der Vogelturm bei unserem Besuch durch hohe Birken so zugewachsen, dass es keine Sicht mehr auf das angrenzende Moor gab
- GPS 61.91243, 26.07594
Wir entdecken durch Zufall auf einem Baumstumpf eine große Eule. Beim Bestimmen im Auto entpuppte sich das große Tier als Bartkauz.
Ansonsten sah es mit der Vogelwelt zu dieser Jahreszeit im Herbst eher mau aus, die meisten Vögel waren wohl schon Richtung Winterquartiere gestartet.
Durch eine typische mittelfinnische Wald- und Seenlandschaft gelangen wir nun nach
Musikinstrumente-Museum
Varkaus
Varkaus ist eine mittelfinnische Industriestadt, deren Entwicklung seit dem frühen 20. Jahrhundert stark von der Holz‑ und Papierindustrie geprägt und begünstigt durch die Lage direkt am
Taipale‑Kanal, einem Abschnitt des Saimaa‑Seensystems. Das Stadtbild ist eher nüchtern - bekannt ist Verkaus aber insbesondere für sein
Musikinstrumente-Museum
Das Musikinstrumentemuseum Varkaus zeigt mechanische Instrumente aus verschiedenen Epochen. Die Sammlung reicht von Spieluhren und automatischen Klavieren über kleine Tascheninstrumente bis zu
großen Orchestrien, darunter ein Modell mit rund 5 Tonnen Gewicht, das den Klang eines Orchesters mit etwa 75 Stimmen erzeugt. Die präsentierte Musik reicht von der Klassik bis in die
Gegenwart.
Das Museum kann nur im Rahmen einer (Vor-)Führung besichtigt werden und ist im Winter geschlossen. Mehr Infos zu Öffnungszeiten, Preisen etc.: https://www.mekaanisenmusiikinmuseo.fi/home/
- Parkplatz vor dem Museum: GPS 62.29905, 27.85666
noch heute aktirv:
Kloster Uusi Valamo
Das letzte Ziel unserer Tour durch Mittelfinnland bietet uns noch einmal ein besonderes Erlebnis: Wir besuchen das aktive Kloster Uusi Valamo.
Die Ursprünge des Klosters liegen auf der Insel Valamo im nördlichen Ladogasee - es galt als das älteste und größte Kloster Kareliens; seine Wurzeln reichen zurück bis ins Mittelalter. Nach
der Evakuierung der Mönche infolge des Winterkriegs wurde an der heutigen Stelle in Heinävesi neu gegründet. Noch heute ist es ein bedeutendes Zentrum der orthodoxen Kirche in Finnland.
Teilnahme an den Gottesdiensten
Die klösterliche Gemeinschaft bewahrt die ursprüngliche Tradition mit ihren liturgischen Abläufen, der Ikonenmalerei und dem traditionellen Handwerk. Das Kloster ist aber auch offen für Besucher.
Gäste können an den Gottesdiensten teilnehmen; bei respektvollem Verhalten ist es sogar möglich, nur zeitweise anwesend zu sein, da die orthodoxen Liturgien oft lang dauern. Die Mönche betreiben
zudem ein Gästehaus mit Restaurant, eine Weinhandlung und ein Souvenirgeschäft. Im angeschlossenen Museum kann man mehr über die Geschichte des Klosters und das Leben der Mönche
erfahren.
Das Kloster ist ganzjährig für Besucher geöffnet. Wer mehr erfahren möchte: Infos zu Öffnungszeiten, Gottesdiensten etc. gibt auf der Internetseite des Klosters in deutscher Sprache:
https://valamo.fi/de.
- Offizieller Stellplatz auf Parkplatz des Klosters:
GPS 62.5617251, 28.7941267 - Alternativ: auf dem Parkplatz am Schiffsanleger:
GPS 62.5593412, 28.7868773
Wir fahren weiter Richtung Joensuu. Von hier gibt es mehrere Möglichkeiten der weiterfahrt.
VG7900
9.7.26
