Schärenringstraße

Die Schärenringstraße (oder "Archipelago Trail") verbindet über Straßen, Brücken und viele, meist kostenlose Fähren die größten Inseln Südwestfinnlands und lässt uns tief in die Welt der Schären eintauchen. Die rund 250 km lange Panoramaroute durch das Turku-Archipel startet und endet in Turku, der ehemaligen Hauptstadt Finnlands. Für Eilige gibt es auch eine kürzere Variante von ca. 120 km, die die äußeren Inseln auslässt und über Nauvo direkt  wieder auf das Festland führt.


die ehemaligen Hauptstadt

Turku


Startpunkt unserer Tour in die finnische Inselwelt ist Turku bis 1812 Finnlands alte Hauptstadt. Heute prägt der im Jahr 1300 geweihte Dom von Turku und die mittelalterliche Burg Turku das historische Stadtbild.

Entlang der Ufer des Aurajoki-Flusses findet man eine lebendige Gastronomieszene - eine kleine Fußgängerfähre verbindet die beiden Uferseiten. Besonders sehenswert ist das maritimen Nationalmuseum Forum Marinum, das Turkus enger Beziehung zu Wasser und Schifffahrt gewidmet ist.

 

Turku ist aber auch kulturelles Zentrum - bei unserem Besuch in der Stadt findet rund um den Dom gerade ein Musikfestival statt. 

Fun-Fakt:

An der Straße 1 heißt das namenloses Maskottchen der Stadt Besucher willkommen. Die leicht anarchische Figur, halb Schwein und halb Ente, entstand in den 1980er‑Jahren im Studentenmilieu und entwickelte sich rasch zu einem kleinen Kultsymbol.


Info-Box:

Die Schären vor der südwestfinnischen Küste bilden einen der größten Inselräume Europas mit über 40 000 Inseln und Felsen. Sie bestehen überwiegend aus glattgeschliffenem Granit und bieten viele geschützte Buchten. Sie sind größtenteils nur per Fähre oder Boot erreichbar. Das Leben auf den Inseln ist nicht nur deshalb von Entschleunigung geprägt und bei vielen Einheimischen als Sommersitz beliebt.

 


Parainen


Parainen ist der Hauptort des südwestfinnischen Schärengebiets und liegt auf einer großen Insel zwischen Turku und Nauvo. Der Ort verbindet Schärenlandschaft mit kleinstädtischem Zentrum und ist ein wichtiger Ausgangspunkt für die Inselroute Richtung Nauvo und Korpo. Wir besuchen das historische Viertel "Gamla Malmen", in dem rund um den alten Ortskern ist die typische Schärenbauweise erhalten ist.  Die Häuser sind bewohnt und wirken doch wie ein Freilichtmuseum. 

Steinbruch von Parainen
Das wirtschaftliche Herz Region ist neben dem Tourismus der Steinbruch vor den Toren der Stadt, in dem schon seit Hunderten von Jahren Kalk abgebaut wird. Eine schier endlose Treppe führt zu einer Aussichtsplattform am Rand des Tagebaus. Sie wird als Meditationstreppe angepriesen - die Länge der Treppe und die Gleichförmigkeit der 471 Stufen bringt uns tatsächlich beim Auf- und Abstieg in eine Art Trancezustand, der uns regelmäßig zum Innehalten zwingt. Tipp: Den besten Blick bietet die Plattform auf halber Strecke. Ganz oben erwartet den schwer atmenden Besucher dann allerdings als zusätzliche "Highlight" die Büste einer nackten Frau mit wallendem Haar.


Lenholmen Nature Preserve


Unser nächstes Ziel ist das Naturschutzgebiet Lenholmen. Es schützt die umliegenden Eichenwiesen, die durch die Landhebung entstanden sind und gehört zu den wertvollsten Biotopen der Region. Im Frühling blühen hier dichte Teppiche aus Frühlingsblumen, während im Sommer Weiderinder die Wiesenflächen offen halten. Ein Vogelturm bietet einen schönen Blick auf den benachbarten See, von dem wir Seeadler, Kraniche und Singschwäne beobachten können.

 

Wie fast immer in Finnland gibt es hier neben Natur selbstverständlich auch eine Grillhütte (natürlich mit Trockentoilette) in fußläufiger Entfernung zum Parkplatz.  


Parkplatz Naturschutzgebiet Lenholmen

 

Stellplatz-Tipp:

  • zu buchen über die Matkaparkki App
  • sehr schön, direkt am Wasser mit Badestelle
  • nur 2 Plätze - frühzeitig buchen
  • GPS 60.1860803, 22.0423203

Am nächsten Morgen fahren wir nur wenige Kilometer weiter auf die erste Fähre dieser Runde auf die  kleinen Insel Lillmälo.

Infobox: Fähren
Die meisten Fähren auf der Schärenringstraße gehören zum öffentlichen Verkehrsnetz Finnlands  und sind für Fußgänger, Radfahrer und Autos kostenlos nutzbar. Sowohl auf der kurzen als auch der langen Ringverbindung gibt es aber jeweils eine kostenpflichtige Fährverbindung. 

 


Bronzezeitlicher Gräbnishügel

Jetukast


Schon in der Bronzezeit war die Region der Schären bewohnt. Davon zeugt unser nächstes Ziel, der bronzezeitliche Grabhügel Jetukast (GPS 60.1864074, 21.9180676). Ein beschilderter Wanderweg führt hinauf zum "Kern" genannten Steingrab; ein steilerer Abschnitt ist mit einem Halteseil gesichert.

 

Gleich daneben bietet ein hölzerner Aussichtsturm einen eindrucksvollen Blick über die umliegende Schärenlandschaft –  bei dieser Aussicht kann man die Drohne getrost zu Hause lassen.


Parkplatz für ein kleines Wohnmobil

Infobox: Kleine Schärenrunde
Am Hafen von Nauvo legt die Fähre nach Hanka ab und ermöglicht ein Abkürzen der Schärenrunde. Die Verbindung ist gebührenpflichtig und führt über die Insel Seili, wo sich ein Zwischenstopp anbietet:

 

Seili war jahrhundertelang Standort eines Leprosoriums und später einer Irrenanstalt, heute können die Holzkirche von 1733 und das ehemalige Hospital besichtigt werden:
Infos zur Fährverbindung: https://www.ostern.fi/en/ 

 


Nauvo


Wir erreichen nun Nauvo mit seinem Schärenhafen mit Linienverkehr und Gästeanleger. Oberhalb des Hafens thront in schöner Lage die rote Holzkirche – wir haben sie bereits vom Aussichtsturm am Grabhügel in der Ferne gesehen.

 

Gleich daneben befindet sich auf dem sogenannten Kyrkbacken die mittelalterliche Granitkirche aus dem 15. Jahrhundert mit ihrem freistehenden Glockenturm; zusammen mit einigen alten Häusern bilden Steinkirche und Holzkirche das kompakte historische Zentrum Nagus.

Nicht weit vom Stellplatz befindet sich auf einem Hügel das Labyrinth "Troy Town", ein Steinlabyrint, wie man sie im südwestfinnischen Schärengebiet häufig antrifft. Es besteht aus flach gesetzten Steinen, die einen einfachen, nicht verzweigenden Rundweg bilden. In der lokalen Überlieferung heißt es, dass das Labyrinth von Nagu früher von Fischern begangen wurde, bevor sie auf See hinausfuhren. Ursprung und Alter sind ungeklärt - in der Forschung wird die Anlage aber überwiegend als neuzeitlich eingestuft. 

 


Korppoo


Wie schon in Nagu bezeichnet der Ortsname von Korppoo sowohl die Insel als auch den Ort. Die Insel gehört zu den Åboland-Schären. Das historische Zentrum liegt rund um die alte Steinkirche aus dem 13. Jahrhundert, die zu den ältesten Sakralbauten Finnlands zählt.


An der Straße Strömmantie 39 erreichen wir das  Korppoo Local History Museum, das sich in einem historischen Holzgebäude aus dem 19. Jahrhundert mit der regionalen Geschichte  befasst und Alltag, Handwerk und Seefahrt der Schärenbewohner zeigt. 

Korppoo Local History Museum 


Korpoström


Im Süden der Insel bringt uns ein Abstecher nach Korpoström. Der kleine Hafen liegt mitten im UNESCO-Biosphärenreservat Schärenmeer direkt an einem schmalen Fahrwasser zwischen den inneren und äußeren Schären. Am Ende der Hafenanlage befindet sich das Archipelago Centre, ein Informations‑ und Forschungszentrum mit Ausstellungen, Gastronomie und Hafenservice für Touristen und Einheimische. Dem Zentrum ist eine Forschungsstation der Universität Turku angeschlossen.

 

 

Wie so oft, ist der öffentliche Bereich des Centers mit Café und Paddelverleih bei unserem Besuch im Mai noch geschlossen. Slipanlage und Sitzgruppen vor dem Centre sind aber frei zugänglich und so kann man hier durchaus seine Brotzeit mit Blick auf das Wasser genießen. 

Kostenpflichtiger Parkplatz


Houtskär


Für uns geht es nun weiter zur Inselgruppe von Houtskär, die administrativ zur Gemeinde Parainen zählen. Die Inselgruppe ist dünn besiedelt, stark von Wald und Wasser geprägt und gilt als eines der ruhigsten Gebiete im UNESCO‑Biosphärenreservat Schärenmeer. 


Houtskär's Archipelago Museum
Parkplatz GPS 60.2241911, 21.3705017

In der Nähe: toller Matkaparkki Stellplatz

 


Aussichtsturm Borgbergin torni


Wir besuchen den im westlichen Teil auf der Insel Jervis gelegenen Aussichsturm Borgbergin, der bei guter Sicht Ausblicke bis zu den Åland‑Inseln bieten soll. Ein kurzer  Wanderweg bringt uns zu dem 1993 auf dem Höhenzug Borgberget errichten Turm. Steilere Stücke werden mit Holztreppen überbrückt. Der Aufstieg auf den Turm ist dann eher etwas für Mutige - oben erwartet uns dann aber ein fantastischer Rundblick über das Schärenmeer. 

Weiter geht es nach Hyppeis, dass als das Zentrum der Inselgruppe gilt. Hier gibt es eine Kirche, ein Museum und einen kleinen Hafen, der als lokaler Verkehrsknotenpunkt dient, mehr aber auch nicht. 

 

 

Nur kleine Wohnmobile folgen uns auf Hyppeis jetzt noch ein kleines Stück weiter Richtung Westen bis zu einem


Grab aus der Eisenzeit


Das eisenzeitliche Steinhügelgrab auf Hyppeis wird der späten Eisenzeit etwa 800–1050 n. Chr. zugeordnet. Derartige Gräber, Cairns genannt, sind in den südwestfinnischen Schären nur selten erhalten. Der Weg zur Anlage ist eng, die Anlage selber ist unscheinbar und schlecht auch beschildert - umso mehr Spaß macht das Entdecken.


Fährverbindung Houtskär - Iniö


Eine wiederum kostenfreie Fähre bringt auf die nächste Insel, Kivimo, die wie die folgenden Inseln Björkö und Mossala zur Inselgruppe Houtskär gehört. Am Hafen von Mossala wartet nun die erste und einzige kostenpflichtige Fähre der großen Schärenringstraße auf uns. Die Verbindung zwischen Houtskär und Dalen auf Iniö wird von FinnFerries je nach Saison mehrfach am Tag bedient. Abhängig vom Verkehrsaufkommen kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Es kann daher sinnvoll sein, vorab bei Finnferries (https://www.finferries.fi/en) ein Ticket zu buchen.

Wir verlassen die Fähre und setzten unsere Fahrt durch die ruhige Welt der Schären fort. Die folgenden Inseln sind nur dünn besiedelt, es gibt weite Waldflächen, entlang der Route treffen wir immer wieder auf die für die Region typischen Sommerhäuser der Einheimischen aus Holz. Die Gemeine Taivasalo mit ihren verstreuten Ansiedlungen bildet schließlich den östlichen Übergang vom inneren Inselmeer zur Küstenzone.


Das Schloss Louhaaren


So hat unser nächstes Ziel, das Schloss Louhisaari in Askainen, nun auch einen ganz anderen Charakter als die zuvor von uns auf dieser Tour besuchten Orte. Das klassizistische Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert ist der Geburtsort von Carl Gustaf Mannerheim und ein Beispiel für die aristokratische Bauweise der schwedisch‑finnischen Großmachtzeit. Heute ist Louhisaari ein Museums, sowohl das Schloss als auch der Park können besichtigt werden. 

 

Infobox: Carl Gustaf Mannerheim
Carl Gustaf Mannerheim (1867–1951) prägte Finnland als Oberbefehlshaber im Winter‑ und Fortsetzungskrieg sowie als Präsident in den Jahren 1944–1946. Er steht als Symbolfigur für Finnlands Unabhängigkeit, weshalb im ganzen Land Denkmäler, Statuen und Straßenbenennungen an ihn erinnern. 

 

Unser Wohnmobilstellplatz in der Nähe:

  • mitten Im Wald unweit des Strandes
  • kostenfrei, für 3 Tage Übernachtung erlaubt
  • mit Sauna (kostenpflichtig)
  • GPS 60.57761, 21.81766

Naantali


 

Unsere Tour durch die entschleunigte Welt der Schären endet in Naantali. Die kleine Stadt besitzt eine entzückende historische Innenstadt mit Holzhäusern, Restaurants und Cafés und einem lebhaftem Hafen, an dem während unseres Besuchs gerade eine Bootsmesse stattfindet.

 

Auf der vorgelagert Insel Kailo befindet sich die Moominworld. Der Freizeitpark zieht im Sommer zusätzliche Besucher an.

 

Vom nahegelegenen Fähranleger gibt es eine Verbindung nach Kapellskär bei Stockholm nach Schwden, während gleich nebenan die Meyer Turku Werft große Kreuzfahrtschiffe baut. 

 

Unser Wohnmobilstellplatz gegenüber der Meyer-Werft: 

 


Allgemeine Info

  • Tierwelt:    Elche, Hirsche, Kraniche
  • Charakter: kleine Ortschaften, viele Fährverbindungen, entschleunigt
  • Infrastruktur: Stellplätze vorhanden, Müllentsorgung sehr schwierig, VE ebenfalls nicht einfach
  • Fährverbindungen: Sowohl auf der kurze als auch auf der langen Strecke: immer eine kostenpflichtige Fähre  (nicht ganz günstig)

VG

 

 

 

2.6.26

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1 Umsatzsteuerbefreit gemäß § 19 UStG (Kleinunternehmerregelung)