Mit dem Wohnmobil in die Normandie:

Herbstreise in den Norden Frankreichs

Hafen von Honfleur
Hafen von Honfleur

Dass die Normandie im Frühling und Sommer ein attraktives Reiseziel ist, steht außer Frage. Aber trifft das auch im Herbst zu, wenn die Küste einsam und die See aufgewühlt ist?

 

Eine Reise durch die Normandie, der Wiege des Impressionismus. Von den Kreidefelsen der „Alabasterküste“ über sanfte Hügel, bunte Wälder, satte Weiden und insbesondere für die Provinz Calvados typische Apfelplantagen bis hin zum beeindruckenden Klosterberg Mont-Saint-Michel:

 

 

Die Normandie gilt als die Wiege des Impressionismus. In der normannischen Hafenstadt Le Havre malte Claude Monet 1872 sein berühmtes Werk „Impression, soleil levant", das dieser Bewegung den Namen gab. Bis heute begeistern die Atmosphäre und die Lichtverhältnisse der Region, die schon damals die impressionistischen Maler anzogen, viele Besucher.

 

Im  Frühling und Sommer ist die Normandie sicherlich ein attraktives Reiseziel.  Aber stimmt das auch im November und dann auch noch, wenn man mit dem Wohnmobil unterwegs ist? Wenn Sie mehr erfahren wollen, dann begleiten Sie uns auf eine Herbstreise in den Norden Frankreichs, wo die Temperatur zu dieser Jahreszeit meist gemäßigt, die Küste einsam und die See oft aufgewühlt ist.

 

Frankreich ist nach unserer Erfahrung generell ein sehr wohnmobilfreundliches Land. Zumindest außerhalb der Saison ist es leicht, sowohl offizielle als auch freie Plätze zur Übernachten zu finden. Häufig sind darüber hinaus selbst die offiziellen Stellplätze im Herbst und Winter kostenfrei. Auch das Thema Entsorgung ist normalerweise kein Problem, bieten doch viele Gemeinden und Tankstellen auch abseits von Stellplätzen Entsorgungsmöglichkeiten. Allerdings sind die Wasserhähne in der kalten Jahreszeit zum Schutz vor Frostschäden oft abgestellt. Ende November ist in der Normandie die Zahl der Wohnmobile gering, in der Hauptsache sind Franzosen unterwegs; Reisende aus Deutschland trifft man eher selten. Häufig steht man alleine.

 

Jahreszeitlich bedingt werden die Tage im November immer kürzer. Dies ist eine der Herausforderungen dieser Reise, heißt es doch entweder morgens früh loskommen oder sich damit abfinden, dass die Tage nur wenige wirklich nutzbare Stunden haben. An regnerischen Tagen, von denen es im Herbst und Winter den ein oder anderen gibt, hat man dann gefühlt noch weniger Zeit. Frost und Schnee werden dafür aber eher die Ausnahme sein, denn das durch den Golfstrom bestimmte Seeklima der Normandie ist generell mild.

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Leuchtturm von Saint-Valery-en-Caux / Normandie
Leuchtturm von Saint-Valery-en-Caux

Zur Region Normandie gehören heute die Départements Calvados, Eure, Manche, Orne und Seine-Maritime; die Küstenlinie erstreckt sich von Le Tréport im Osten bis zum Mont-Saint-Michel (siehe Tipps) im Westen. Ihren Namen führt die Region zurück auf die Normannen, Nachkommen der Wikinger, die sich hier im Mittelalter niederließen. Von hier zog Wilhelm der Eroberer aus, England zu erobern und sich dort 1066 zum König krönen zu lassen. Zahlreiche Burgen, Schlösser und Abteien zeugen noch heute von der herausragenden Stellung der Normandie zur damaligen Zeit.

 

Wir beginnen unsere Reise in Le Crotoy im Mündungsgebiet der Somme vor den Toren der Normandie. Die leicht irreführend als „Baie de Somme“ (Somme-Bucht) bezeichnete Trichtermündung bildet auf 7200 ha einen besonderen Lebensraum. Bedingt durch den Tidenhub unterspült bei Flut Salzwasser das Süßwasser des Flusses und trägt Sand und Schlick tief in das Mündungsgebiet hinein. Dieses bietet vielen Wasservögeln aber auch Meeressäugern, wie der Kegelrobbe, eine Heimat und steht in weiten Teilen unter Naturschutz. Der an der Flussmündung gelegene „Parc du Marquenterre“ ist eines der bekanntesten Vogelschutzgebiete Frankreichs und dient vielen Zugvögeln als Zwischenstation. Die Promenade des hübschen Orts Le Cotoy lädt zu einem abendlichen Spaziergang mit Blick auf die „Bucht“ ein. Unweit der Promenade gibt es in Hafennähe einen gebührenpflichtiger Stellplatz mit Ver- und Entsorgungsmöglichkeit (N 50°13’05’’, O 01°38’01’’).

 

Der zwischen Le Tréport und Le Havre an der Mündung der Seine liegende Küstenabschnitt der Normandie wird „Alabasterküste“ genannt. Der Name leitet sich von der an Alabaster erinnernden Farbe der sich über etwa 120 km erstreckenden Kreidefelsen der Steilküste ab. Besonders schöne Felsformationen gibt es im Seebad Étretat und im früheren Fischereihafen Yport zu bestaunen. Aber auch an anderen Stellen gibt es immer wieder die Möglichkeit, einen Blick auf die imposanten Klippen zu werfen oder über steile Treppen hinunter ans Meer zu gelangen.

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Leuchtturm von Saint-Valery-en-Caux

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