Montenegro (1) - eine unterschätzte Schönheit


Auf der Reise nach Albanien kommen wir zum ersten Mal nach Montenegro. Das Land fasziniert uns total, sodass es nicht nur bei einer kurzen Durchreise (rote Route) bleibt.

 

Auch auf der Rückreise

bleiben wir noch eine Weile in diesem faszinierenden Land, in das wir uns spontan verliebt haben.

 



Länderinfos über Montenegro


Montenegro

 

Wir wussten nicht viel von dem kleinen Staat, durch den wir fahren mussten, um von Kroatien nach Albanien zu kommen. Weder, dass dieses Land nur etwa halb so groß ist wie Albanien (und das ist etwas kleiner als Baden-Württemberg), noch dass die Hauptstadt Podgorica (150.000 Einwohner) heißt und auch nicht, dass man hier in Euro zahlt, obwohl Montenegro gar nicht in der EU ist. Das macht das Reisen durch das Land natürlich echt einfach.

 

Die Einreise

 

Obwohl wir von Kroatien kommend nun die EU verlassen, verlief die Einreise völlig problemlos. Man kontrollierte unsere Pässe, die Grüne Versicherungskarte wollte niemand sehen. Kurz nach dem Zoll prangte ein großes Schild am Straßenrand: >Campen ist nur auf Campingplätzen erlaubt<.

Ok, also kein Freistehen. Wir haben allerdings auch gehört, dass das Freistehen in abgelegenen Gebieten und / oder in der Nebensaison oft toleriert wird. 

 

Im Nachhinein kein großes Problem, denn es gib eine ganze Reihe von stellplatzähnlichen Einrichtungen, die hier Autocamp heißen. Hier kann man für kleines Geld offiziell übernachten, manche bieten Frühstück oder auch Abendessen an.

 

Auch gibt es Bauern, die Wohnmobilen einen Stellplatz auf ihrem Grundstück anbieten und so ihr kleines Einkommen aufstocken. Wir wurden immer sehr freundlich empfangen, oft gibt es selbstgebrannten Schnaps, Käse, frische Kuhmilch oder Eier zur Begrüßung.

 

TIPP
Eins muss man allerdings wissen, viele dieser kleinen Plätze schließen Ende September bzw. Ende Oktober.

 

Reiseplanung

Montenegro hat für seine Gäste unterschiedliche Panoramastraßen entlang der wichtigsten Sehenswürdigkeiten und schönsten Landschaften zusammengestellt. Sie sind auf den Straßen gut ausgeschildert. Die Routen führen nicht über die schnellsten, sondern die schönsten Straßen.

 

Sie sind insgesamt rund 600 Kilometer lang.

 

Ein pdf über die Panoramastrassen gibt es hier.

Internet in Montenegro:

 

Wir sind nicht mehr in der EU, daher ist das Roaming sehr teuer. Aus diesem Grund benötigen wir eine Prepaid-SIM-Karte mit genügend Datenvolumen. Gleich nach dem Zoll fahren wir eine Tankstelle an und kaufen uns eine SIM-Karte der Fa. mTel:

  • Tankstelle: GPS 42.479334, 18.458782

Die Karte kostet 15 € und beinhalten 500 GB Datenvolumen für 30 Tage. Das ist deutlich mehr, als wir benötigen.

 

Nachtrag zum Internet im Balkan:

Angeblich gibt es ein sogenannte „Balkan Roaming“, das analog zum „EU-Roaming“ erlaubt, ein Datenvolumen aus einen Balkan-Land in anderen Ländern der Region zu nutzen. Bei uns hat das allerdings nicht geklappt. Wir haben uns gleich in Montenegro eine 500 GB Karte für ganz kleines Geld gekauft und gehofft, dass sie auch in Albanien funktioniert - hat sie auch, aber nur an den wenigsten Stellen. Wir vermuten allerdings, dass es unser Fehler war. Bei uns steckte die SIM-Karte in einem Router, der ein wlan rund ums Auto aufbaute. WLAN funktioniert aber scheinbar nicht mit der Karte überall. Erst sehr viel später haben wir spaßeshalber die Karte vom Router in ein Tablet gesteckt und die Karte funktionierte plötzlich auch in Albanien - und zwar überall.

 

Wir vermuten also, dass das Balkan-Roaming sehr wohl funktioniert, die Funktion „Hotspot“ bzw. der Aufbau eines WLANs für mehrere Geräte funktioniert mit der Karte wohl nicht.

 

Wer weitere Informationen für uns hat, schickt uns bitte eine Mail: hier


Die rote Route:

Von Kroatien durch Montenegro in den Norden Albanien


Wir reisen über die D8 von Kroatien nach Montenegro ein und folgen vorerst der M1 (Panoramastr. 3). Unser erstes Ziel ist die Bucht von Kotor.


Bucht von Kotor - die Perle Montenegros


Um keine Zeit zu verlieren fahren die meisten Albanienreisenden mit der Fähre Kamenari (GPS 42.466925, 18.675117) über die Bucht. Wir allerdings entscheiden uns für die Umfahrung der ca. 30 Kilometer langen Bucht, die auch als südlichster Fjord Europas bezeichnet wird, denn sie wird von hohen Bergen flankiert. Sie erinnert stark an die Fjorde Norwegens. Seit 1979 gehört die Bucht zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Bei bestem Wetter fahren wir die nicht allzu breite, aber gut ausgebaute Straße um den atemberaubenden Fjord herum bis zur Stadt Kotor. War die ganze Fahrt bisher ruhig und beschaulich, stapeln sich in dieser Stadt die Touristen. Kotor ist vor allem für seine Altstadt berühmt und soll angeblich zu den schönsten Städten des Landes gehören. Im Hafen liegt ein großes Kreuzfahrschiff, in der Straße stauen sich die Autos und es geht kaum vorwärts.

 

Nichts für uns ... wir fahren weiter, denn es gibt noch etwas Spektakuläres in der Nähe:


Die Kotor-Serpentinen

seit 1979 gehört die Bucht von Kotor zum Weltnaturerbe der UNESCO
Blick von der Kotor-Serpentinen auf die Bucht von Kotor

Kotor Serpentinen

In Kotor folgen wir der Panoramastr. Nr. 3 und biegen links ab Richtung >Kotor Serpentinen<. Es ist eine der einzigartigsten Straßen in Europa. Die rund 8 km lange Strecke ist gespickt mit Haarnadelkurven auf einem Höhenunterschied von rund 400 Meter.

  • Aussichtspunkt auf der Strecke: GPS 42.413234, 18.779694

Die Aussichten auf den Fjord sind spektakulär und die Straße ist schon ein kleines Abenteuer für sich. Sie ist zwar gut ausgebaut, aber wirklich nicht breit. Auf der einen Seite der Straße ist eine kleine Mauer, auf der anderen Seite geht es in die Tiefe. Wir sind froh, dass unser "Paul" nur 2 m breit ist. So passen wir und ein entgegenkommender PKW nebeneinander, somit ist für uns Gegenverkehr unproblematisch. Nur als ein LKW kam, mussten wir ein wenig rückwärtsfahren.

 

Tipp für Wohnmobilfahrer
Für Fahrzeuge, die deutlich breiter als 2 m sind, ist die Fahrt schon eine echte Herausforderung.


Camp Oaza Lipa in Montenegro
Vom Restaurant des Camps hat man einen fantastischen Blick in die Bergwelt

Einige Kilometer weiter finden wir unser erstes Camp in Montenegro:

  • Camp Oaza Lipa (GPS 42.370746, 18.953779)
Frühstück mit Aussicht
Frühstück mit Aussicht

Das von einer Familie betriebene Camp hat ein kleines Restaurant mit einem fantastischen Blick in die Bergwelt.

 

Hier gibt es für kleines Geld Frühstück oder abends auch etwas zu essen. Uns hat das Camp und sein Flair sehr gefallen.

Am nächsten Tag verlassen wir die Nr. 3 und es geht Richtung Podgorica, der Hauptstadt Montenegros. Hier biegen wir auf die E65 Richtung Norden ab, um durch die bekannte Morača-Schlucht, die ein (E80 und Teil der Panoramastr. Nr. 1 ist, zu fahren.

Panoramastraße Richtung Podgorica
Panoramastraße Richtung Podgorica

Parallel zur E65 führt neuerdings die Autobahn von Podgorica nach Kolasin. Im Norden Podgoricas - an einem Kreisverkehr bei GPS 42.529720, 19.346249 muss man ein wenig aufpassen und sollte nicht auf die kostenpflichtige Straße geraten.

 


Die Morača-Schlucht


Die E65 führt direkt durch die Morača-Schlucht
Die E65 führt direkt durch die Morača-Schlucht

Entlang des türkisblauen Flusses schlängelt sich die beeindruckende Panoramastrasse Nr. 1 durch unzähligen Kurven und Felsentunneln. Allerdings ist bei der Fahrt Vorsicht geboten, denn zum Teil sind die Tunnel unbeleuchtet. Nicht umsonst bildete die eindrucksvolle Szenerie die Kulisse für einen der Winnetou-Filme. Unserer Meinung nach sollte diese Schlucht auf einer Reise durch Montenegro nicht fehlen.


Wohnmobilstellplatz auf einem Bauernhof

Unseren nächsten Wohnmobilstellplatz finden wir bei einem Bauern etwas nördlich von Kosalin:

  • Camp Gradina (GPS 42.859084, 19.487320)

 

mt dem Wohnmobil in Montenegro
Stellplatz beim Bauern

Soviel Gastfreundschaft haben wir bis kaum erlebt. Anfangs gab es einen selbstgebrannten Apfelschnaps, dann selbstgemachten Käse, morgens heiße Milch von Thalia, der Kuh, und 2 hartgekochte Eier von den frei herumlaufenden Hühnern. Als wir abfuhren gab es noch reichlich Äpfel und frisch gerodete Kartoffeln.

 

Uns hat es mega gut gefallen bei Janko und Ljlijana, ihrer Kuh Thalia, den 4 Zeigen und den Hühnern und wir werden sicherlich wiederkommen, wenn wir wieder in der Gegend sind.


Unser nächstes Ziel ist der Nationalpark Biogradska Gora, keine 20 Kilometer nördlich von Kosalin. Wir fahren noch ein wenig auf der E65 und biegen dann rechts in den Nationalpark ab:

  • Eingang: GPS 42.916436, 19.574706

Nationalpark Biogradska Gora


Der Nationalpark Biogradska Gora ist bekannt für seine Urwälder
Der Nationalpark Biogradska Gora ist bekannt für seine Urwälder

Auf dem Weg zum Zentrum des Nationalparks versperrt uns eine Schranke den Weg. Wir zahlen 3 € pro Person Eintritt für den Park, das Wohnmobil ist kostenlos. Nach 3,5 Kilometer erreichen wir einen kleinen See. Hier gibt es Parkgelegenheiten, ein Restaurant und das Nationalparkhaus mit einer kleinen Ausstellung und Informationen zum Park. Von hier aus startet auch der rund 3 Kilometer lange Rundweg um den See.

Obwohl es sich um den kleinsten Nationalpark Montenegros handelt, bietet der Nationalpark Biogradska Gora eine große Vielfalt an Flora und Fauna.
Urwald im Nationalpark Biogradska Gora

Obwohl es sich um den kleinsten Nationalpark Montenegros handelt, bietet der Park eine große Vielfalt an Flora und Fauna. Bekannt ist er vor allem wegen seinen Urwald und den Gletscherseen.

Anschließend folgen wir weiter der E65 Richtung albanische Grenze. Wir kommen hier in einen ärmlicheren, authentischen Teil des Landes. Immer mehr Müll liegt auf der Straße, es gibt zwar viele Müllcontainer, aber die sehen so aus, als ob sie schon lange nicht mehr geleert wurden.

 

Hier einige Imressionen von der Straße:


Weiter geht es hier:


Durmitor-Nationalpark, Felsenklsoter und mehr ....

Mit dem Wohnmobil am Kloster Ostrog
Felsenkloster Ostrog


Für uns geht es von hier erst einmal nach Albanien ...



N22

 

 

 

 

 

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1 Aufgrund des Kleinunternehmerstatus gem. § 19 UStG erheben wir keine Umsatzsteuer und weisen diese daher auch nicht aus.