Tipps zum Gas-, Strom- und Wassersparen (1)
Die Ressourcen Wasser, Gas und Strom im Wohnmobil sind begrenzt, aber man kann einiges tun, um zu sparen, ohne dass man viel an Lebensqualität verliert.
Hier unsere Anregungen:
1. Tipps zum Gasverbrauch
Die Situation bei uns:
Wir haben eine 14 kg Gastankflasche an Bord, die von außen an fast jeder LPG-Tankstelle, auch im Ausland, gefüllt werden kann, sowie Platz für eine weitere 11 kg Gasflasche.
(mehr über Gastankflaschen: hier)
Außerdem haben wir noch eine 11 kg Gasflasche an Bord, die allerdings nur selten zum Einsatz kommt.
Was sind die größten Gas-Verbraucher?
Grundsätzlich gilt wohl, dass die Heizung und der Warmwasserboiler mit Abstand das meiste Gas benötigt. Der Absorberkühlschrank (=Kühlschrank mit Gas) benötigt recht wenig, am wenigsten benötigt das Kochen.
Hier grobe Richtwerte:
- Heizung (ca. 150 – 400 g/h)
- Boiler (ca. 120 g/h)
- Kochen (ca. 50 – 150 g/h)
- Kühlschrank (ca. 15 – 20 g/h)
Beim Kühlschrank sollte man berücksichtigen, dass er während der Fahrt kein Gas verbraucht und bei voller Bordbatterie und Solar auf dem Dach z.T. auch von der Batterie versorgt wird bzw. werden kann, wenn der Kühlschrank die AES Funktion besitzt.
Was verbrauchen wir mit unserem 6 m Woelcke Autark?
Folgenden Gas-Verbrauch haben wir für unser Fahrzeug ermittelt:
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Sommer: ca. 2 kg / Woche
Kühlschrank läuft, tägl. Kochen oder Grillen, heißes Wasser für die Dusche und Waschen.
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Frühjahr / Herbst: ca. 3-4 kg / Woche
Kühlschrank läuft, tägl. Kochen, heißes Wasser für Dusche und Waschen, gelegentliches Heizen am Morgen und/oder Abend.
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Winter:
Hier hängt der Verbrauch hauptsächlich von den Außentemperaturen ab. Eins sollte man allerdings wissen: Heizen verbraucht mit Abstand das meiste Gas. Unser Wohnmobil hat eine isolierte GFK-Kabine mit einer sogenannten Wintertür, die die Kabine zum Fahrerhaus abschließt. Dies spart erheblich an Heizleistung. Nachts müssen wir erst heizen, wenn die Außentemperaturen unter rund 4° sinken. Ansonsten reicht unser Körpertemperatur aus, das Innenleben der Kabine beim Schlafen auf 16-17° C zu halten.
Achtung: Deutsche Gasflaschen sind nicht europatauglisch
Gas im Ausland - oft ein Problem:
Unsere deutschen Gasflaschen sind nicht europatauglich und können in der Regel nicht im Ausland getauscht bzw. gefüllt werden. In Spanien oder Italien z.B. ist ein Nachfüllen einer deutschen Flasche kaum möglich und soweit ich weiß auch illegal! In Finnland ist das Befüllen so gut wie nicht möglich!

Wer länger ins Ausland möchte, sollte sich auf jedem Fall vorher informieren, ob, wie und wo man Gas im Zielland bekommen kann.
Eine wirkliche Alternative ist eine eingebaute Gastankflasche. In den meisten Ländern ist ein Betanken dieser Flasche problemlos an (fast) jeder LPG-Tankstelle möglich. Man sollte aber den richtigen Adapter dabei haben.
Weitere Informationen über Möglichkeiten, im Ausland Gas zu tanken, gibt es hier:
Hilfe - das Gas wird knapp. Was tun?
Was man auf jeden Fall dabei haben sollte, sind entsprechende Adapter.
Gasflaschenadapter für das Befüllen von Gasflaschen im Ausland:
Adapter zum Betanken von Gastankflaschen und Gastanks im In- und Ausland:
Anmerkung: nicht überall ist das Auffüllen von Gasflaschen erlaubt. Mehr dazu hier.
Sollte das Gas mal knapp werden oder ist man in einem Land, in dem das Nachfüllen von Gas schwierig wird, dann kann man sich auch anders helfen. In dem Fall nutzen wir mehr den Strom aus der Batterie. Mehr Informationen dazu: hier
2. Tipps zum Stromsparen
Wer sich Gedanken über Strom macht, sollte wissen, wo der meiste Strom gebraucht wird:
- Wieviel Strom braucht man überhaupt in seinem Wohnmobil?
- Überraschung:
Stromfresser Absorber-Kühlschrank! - Was man über Gel- und Lithium-Batterien wissen sollte
- 230 Volt an Bord
Wieviel Strom (Ah) brauchen wir eigentlich am Tag?
Ohne stromsparende Maßnahmen verbrauchen wir in unserem 6 Meter Wohnmobil mit GFK Kabine in der Regel nicht mehr als 50 bis 60 Ah am Tag.
Die verteilen sich wie folgt:
- Der Wasserkocher benötigt für das Aufkochen von Wasser für 2 Tassen Tee oder Kaffee ca. 8 Ampere,
- kleines Notebook: ca. 2-3 A/h (Ampere pro Stunde)
- großes Notebook: ca. 5 A/h
- Absorber-Kühlschrank (siehe unten)
- Fön: Das Haare trocknen spielt mit 5-7 Ampere eher eine untergeordneter Rolle.
- Strom für Licht kommt nur im Winter dazu. Da moderne Wohnmobil aber mit stromsparenden Lampen ausgestattet sind, ist der Verbrauch fast zu vernachlässigen
- Heizung: auch die Gas- oder Diesel-Heizung braucht Strom, denn ein Ventilator verteilt die warme Luft
- Fernseher, Telefone und andere Kleingeräte
Absorber-Kühlschrank als Stromfresser
Nicht vergessen sollte man allerdings den Absorber-Kühlschrank. Ohne dass man es weiß, verbraucht er doch in manchen Situationen übermäßig viel Strom:
- Er läuft nach dem Ausschalten der Zündung noch ca. 20 Minuten weiter auf Strom und kann in dieser Zeit bei uns bis ca. 11A Strom aus den Batterien ziehen. Wenn man sofort
nach dem Ausschalten des Motors per Hand auf "Gas", stellt, kann dies verhindern.
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Vereistes Eisfach:
Wenn das Thermometer nach einigen Wochen Fahrt nicht mehr gewohnten Minusgrade im Gefrierfach zeigt, ist bei uns oft das Fach vor allem zwischen den Kühlrippen stark vereist. Das Eis wirkt nun wie eine Isolationsschicht und lässt die teuer produzierte Kälte nicht mehr an das zu kühlende Kühlgut. Mit unserem Pfannenwender aus Holz entferne ich vorsichtig das Eis und ein paar Stunden später zeigt das Thermometer wieder die gewünschten Temperaturen.
- Das Temperaturverhalten ändert sich je nach Außentemperatur. Um die Funktionen unseres Absorbers zu kontrollieren, habe ich ein externes Thermometer im Eisfach angebracht, welches mir ständig die dortige Temperatur anzeigt. So kann ich die Einstellungen überprüfen und gegebenenfalls die Temperatur nachregeln und somit Gas und Strom sparen.
Was sollte man über seine Batterie wissen?
Es gibt unterschiedliche Batterie-Typen im Wohnmobil, die ganz unterschiedliche Eigenschaften haben. Als interessierter Wohnmobilfahrer sollte man schon wissen, welchen Typ von Batterie man an Bord hat und wie man diese behandeln sollte.
Die gängigsten Typen sind:
- Gelbatterie und AGM Batterien
- Lithiumbatterien
Gel- und AGM Batterien:
Wer eine Gel-Batterie oder die Weiterentwicklung, eine AGM-Batterie an Bord hat, sollte folgendes wissen:
Leider kann man bei diesem Typ nur ungefähr die Hälfte der angegebenen Kapazität nutzen. Unsere alten AGM Optima Yellowtop YTS 5.5 hatten eine Kapazität von je 75 Ah = 150
Ah; nutzen sollte man nur 75Ah!
Jedes tiefere Entladen "stresst" die Batterie, die Lebensdauer des Akkus reduziert sich erheblich.
Lithium-Batterie
Aus diesem Grund haben wir auf eine Lithium-Batterie umgerüstet. Diese sind zwar sehr teuer, aber auf lange Sicht lohnt sich die Investition aus 2 Gründen:
- Bei Lithium-Batterien sind rund 90% der Kapazität nutzbar
- Die Lithium-Batterie sind deutlich langlebiger und so auf längere Sicht deutlich wirtschaftlicher
Wer mehr über die unterschiedlichen Typen von Aufbaubatterien erfahren möchte, ist hier richtig:
Wie und womit laden wir die Batterie auf?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, seine Batterie aufzuladen.
- Ladebooster während der Fahrt
- Solarpanele auf dem Dach oder Faltpanele (über darüber: hier)
- Landstrom
- Generatoren und Brennstoffzellen
Ladebooster:
Die meiste Ladung erhalten wir während der Fahrt über den Ladebooster. Obwohl wir nur einen 45-AH-Ladebooster an Bord haben, reicht das in der Regel auf, die Batterie während der Fahrt aufzuladen.
Dabei gibt es allerdings Unterschiede zwischen Gel- und Lithium-Batterien:
- Gelbatterie: je voller die Batterie, desto geringer der Ladestrom
- Lithium-Batterien werden bis zuletzt mit der vollen Leistung des Ladeboosters aufgeladen.
Gut zu wissen:
Man muss nicht fahren, um die Batterie zu laden. Das Laufen des Motors im Stand reicht vollkommend aus, um die volle Leistung des Boosters zu erhalten. Aber das sollte man nur im Notfall machen!
Solarpanels auf dem Dach:
Zusätzlich speisen bei uns zwei Solarpanels mit jeweils 100 Watt auf dem Dach den Akku. Rein theoretisch wären damit rund 10 A Ladestrom pro Stunde drin – in der Praxis bleibt das aber ein Schönwetterwert. Da man sich unterwegs meist ein schattiges Plätzchen sucht oder die Sonne selten perfekt von oben kommt, landen wir realistisch eher bei 20 bis 30 Ah pro Tag, die über die Dachmodule nachgeladen werden.
Solartasche als Zusatz:
Da wir so gut wie nie am Landstrom hängen, ist der Ladebooster für uns die entscheidende Energiequelle.
Zusätzlich haben wir uns vor einiger Zeit eine Solartasche zugelegt. Sie springt immer dann ein, wenn wir mehrere Tage frei an einem Ort stehen – und liefert genau dann zuverlässig Nachschub, wenn die Dachmodule im Schatten kaum etwas beitragen.
Mehr Infos zur Solartasche: hier
Landstrom
Die letzte Möglichkeit die Batterie zu laden, ist der Landstrom. Die erfolgt entweder durch den Anschluss des Wohnmobils an eine 230 Volt Steckdose, der 230 Volt liefert.
Da wir so gut wie nie auf Campingplätzen stehen, kommt dies für uns entsprechend selten zum Einsatz.
Generatoren und Brennstoffzellen
Vor einigen Jahren waren Generatoren beliebt. Man sieht sie heute noch vor allem im Winter als laute, knatternde Geräte vor den Wohnmobil stehen.
Achtung:
Einen Generator nicht direkt an das Wohnmobil schließen - hier ist - je nach Generator - ein N-PE-Adapter notwendig. Ohne ihn funktioniert der FI-Schalter nicht korrekt.
In manchen, vor allem größeren Wohnmobilen sind Brennstoffzellen verbaut, die aus Methanol oder Wasserstoff Strom erzeugen.
Der Strom wird knapp - was tun?
Strom sparen ist angesagt:
- Ist die Batterie voll, läuft der Kühlschrank nach dem Abstellen des Motors den 1. Kühlzyklus auf Strom aus der Batterie. Das bedeutet, dass uns der Kühlschrank gleich am Anfang mal bis zu 11 Ah aus der Batterie zieht. Das können schnell mal 10 oder 15% des zur Verfügung stehenden Stroms sein. Um dies zu verhindern schalten wir den Kühlschrank sofort nach dem Ausschalten des Motors von >Automatik< auf >Gas<.
- Kaffee und Tee kochen wir dann mit Gas
- Außerdem schalten wir den Fernseher komplett aus und den Router nur dann an, wenn wir ihn brauchen.
- Im Notfall laufen die Laptops per Akku
Alleine mit diesen Maßnahmen können wir bis zu 30 Ah am Tag sparen.
Tipp: Motor starten und Batterie laden:
Hat man trotzdem noch zu wenig Strom, kann man durch Starten des Motors die Batterie wieder etwas aufladen. Dazu sollte man folgendes wissen:
- Man muss nicht fahren, um die Batterie aufzuladen. Auch im Stand lädt der Ladebooster mit voller Leistung. Nur wenn die Batterie fast voll ist, reduziert sich die Ladeleistung des Boosters
- Während des Ladens bei laufenden Motors sollte man auch der Kühlschrank auf Gas umstellen, denn sobald der Motor läuft, schaltet der Kühlschrank auf Strom um. Dieser Strom steht dann dem Ladevorgang der Batterie nicht mehr zur Verfügung. Bei uns lädt der Ladebooster die Batterie mit 42 A pro Stunde, bei laufenden Kühlschrank lädt er nur mit etwas mehr als 30 A. Wir verlieren also rund 25% der Ladeleistung.
- Das Laden der Batterie bei laufenden Motor bitte nur im Notfall!
3. Tipps zum Wassersparen
VG 11.000
1.1.25: 479 / 10.1.26: 570





