Teil 3: Entlang des Nord-Ostsee-Kanals

Weiter geht es nun nach Brunsbüttel, von wo aus die Deutsche Fährstraße dem Nord-Ostsee-Kanal folgt, der bis heute noch (bezogen auf die Anzahl der Schiffspassagen) meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen der Welt. Mit dem Bau des über seine Gesamtlänge den gleichen Wasserstand aufweisenden Kanals wurde 1886 begonnen.

 

Der Kanal weist an beiden Enden Schleusen auf. Weniger um Unterschiede im Gezeitenhub auszugleichen, sondern vielmehr um der Auswirkung von Windstau, das heißt einer Erhöhung des Wasserspiegels durch Windeinwirkung entgegenzuwirken.

 

Die Schleusenanlagen in Brunsbüttel sind über 100 Jahre alt und können wie ihre Pendants in Kiel besichtigt werden. Für große Schiffe besteht auf dem Kanal nicht nur Lotsenpflicht, sondern es müssen auch - einmalig in Deutschland - ein oder mehrere "Kanalsteurer", speziell ausgebildete Seeleute, aufgenommen werden.

 

Die Querung des Kanals mit einer der zahlreichen Fähren ist für Fußgänger, Radfahrer und andere Fahrzeuge kostenfrei. Dies wurde bereits beim Bau von Kaiser Wilhelm II verfügt und daran wird auch heute noch festgehalten. Nicht nur für Seefahrtsbegeisterte ist es lohnenswert, einen der Wohnmobilstellplätze entlang des Kanals anzufahren, um die großen "Pötte" in kurzer Distanz an sich vorbeiziehen zu lassen.

 

Ein kleiner Abstecher führt unweit des Kanals nach Neuendorf-Sachsenbande, wo die mit 3,54m unter Normalnull tiefstgelegenen Landstelle Deutschlands (N 53° 57′ 48'', O 9° 19′ 5'') zu finden ist.

 

 

Neben einer Infotafel zeigt hier ein Mast die Höchststände vergangener Sturmfluten und lässt den Besucher schaudern. Gleich nebenan liegt der beschauliche Ort Wacken, der seit 1990 alljährlich während des am ersten Wochenende im August stattfindenden Wacken Open Air Konzerts zum Zentrum der Metal-Szene wird.

 

 

In Rendsburg werfen wir einen Blick auf die Eisenbahnbrücke: das Wahrzeichen der Stadt.

 

Hier befindet sich auch die Schiffsbegrüßungsanlage Rendsburg, an der vorbeifahrende Schiffe durch Dippen der Deutschlandfahne, einem internationalen Seefahrergruß, und Abspielen der Hymne des Herkunftslands begrüßt werden.

 

Bis zu einem Unfall im Jahr 2016 brachte eine unterhalb der Brücke angebrachte Schwebefähre Passagiere über den Kanal. Leider war bei unserem Besuch nicht absehbar, ob und wann die Fähre, die im Jahr 2013 ihren hundertsten Geburtstag feierte, ihren Betrieb wieder aufnehmen wird.

 

Nur wenige Meter von der Eisenbahnbrücke entfernt, verbindet aber ein Fußgängertunnel die beiden Ufer, in den man über Rolltreppen oder einen Aufzug gelangt. Man kann den Kanal hier also nicht nur über, sondern auch unterqueren.

Unser nächstes Ziel ist Kiel, in dem sich alles um die Förde dreht, denn hier liegen das Stadtzentrum, die Werften, der Hafen, von hier starten die Fähren nach Skandinavien und hier mündet auch der Nord-Ostsee-Kanal. Auch wenn die Stadt von Nachkriegsbauten geprägt ist, sollte man nicht nur während der im Juni stattfindenden Kieler Woche einen kurzen Stopp einlegen.

 

Hier in der Landeshauptstadt Schleswig Holsteins beenden wir nun unsere Reise entlang der "Deutschen Fährstraße", aber nicht ohne der Hörnbrücke, einer weltweit einzigartigen Dreifeldzugklappbrücke, einen Besuch abzustatten.

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Fotogalerie Teil 3: Entlang des Nord-Ostsee-Kanals