Unliebsame Überraschungen



Wie geplant, treffen wir außerhalb von Oslo auf den blauen VW-Bus und machen uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz. Wir finden auch schnell einen schönen Parkplatz am See - aber wie es uns schon einmal zuvor weiter nördlich begegnet ist, treffen wir auf diverse, wenig vertrauenswürdig erscheinende Fahrzeuge aus Rumänien, Bulgarien und Polen. Hier wird draußen gekocht, sich und die Wäsche im See gewaschen und anscheinend gewohnt. Das hier ist nichts für uns. Der Bulli befürchtet sogar hier am nächsten Morgen aufgebockt und ohne Räder oder sonstwie als Ersatzteillager missbraucht aufzuwachen.

 

Enttäuscht ziehen wir ab und finden 20 km weiter einen netten Platz mit Picknick-Tisch an einem kleinen See in Sichtweite einiger Häuser. Leider merken wir erst in der Nacht, dass dieser nette Ort von wechselnden Fahrzeugen meist mit polnischem Kennzeichen angefahren wird, um zu Angeln oder um im PKW kurz Pause zu machen und ein Schläfchen einzulegen. Gerade in den frühen Morgenstunden ist es ein Kommen und Gehen. 

 

Die Bulli-Besetzung bekommt nichts mit. Das ist auch OK so, es reicht, wenn Michael und ich kaum ein Auge zu machen. Als Ina und Joshua aufwachen ist der Spuk vorbei, der Platz ist wieder leer. Ungläubig hören sie bei einem Frühstück im Freien unseren Erzählungen zu.

 

Wir hatten im Vorfeld gelesen, dass die Sicherheitslage entlang der Autobahn E6 in Norwegen und Schweden nicht so prickelnd sein soll. Dies scheint sicht leider auch auf einen Korridor von einigen Kilometern neben der Autobahn zu erstrecken und passt so überhaupt nicht zu unseren bisherigen Erfahrungen auf dieser Reise. Wir fühlen uns hier nicht wohl und fahren daher wieder ins Landesinnere und dort weiter nach Schweden. Unser Ziel ist das Naturreservat Hörnborga-See. Als wir auf dem Parkplatz des dortigen Besucherzentrums ankommen und den wunderschönen See, den aufgeräumten Parkplatz und einige Kollegen von der "weißen Flotto" sehen, atmen wir durch. Hier gefällt es uns doch gleich viel besser.

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