Pyrenäen, Nordspanien und Portugal

Portugal und Spanien im Winter


Wir haben uns zum ersten Mal entschieden, einige Wochen in Spanien und Portugal  zu verbringen.  Wir starten am 30. Dezember von Heidelberg und fahren gen Süden ....




Der Start: Silvester in der Camargue

Das Ziel unserer Reise ist grob Portugal. Da wir aber von Heidelberg aus praktisch in einem Rutsch bis an die französische Mittelmeerküste durchgefahren sind, legen wir erst einmal einen dreitägigen Stopover in der Nähe von Marseille am Hafen von Carro ein.

Die Küste hier ist windig und ein wahres Surferparadies. Wir beschränken uns auf Zuschauen und Fotografieren und genießen einen ruhigen Jahreswechsel ganz ohne Böller.

Entlang der Mittelmeerküste

Nur schweren Herzens trennen wir uns heute von unserem Stellplatz in Carro. Zu schön ist der Blick auf das Meer und viel zu sehr genießen wir es, bei Meeresrrauschen einzuschlafen und auch wieder aufzuwachen.

 

Wenn wir überrascht waren, dass wir hier bei Marseille auf so viele Wohnmobile getroffen sind, so sind wir bei unserer Fahrt entlang der Küste in der Camargue noch viel verwunderter über die Menge an Wohnmobilen, die mit uns unterwegs ist. Wir hoffen stark, dass dies daran liegt, dass der ein oder andere Franzose, Deutsche, Italiener.... die Feiertage und Ferien für eine längere Ausfahrt nutzt und in den nächsten Wochen nicht weiterhin jedes dritte Fahrzeug, das uns begegnet, ein Wohnmobil sein wird. Vielleicht sind wir aber auch immer noch von der Ruhe und Einsamkeit Lapplands geprägt, die wir wahrscheinlich sonst fast nirgendwo in Europa finden werden.

 

Nach einigem Suchen finden wir gegen  Abend doch noch einen ruhigen und offiziellen Stellplatz in  Agde. Die Stadt scheint sich zumindest heute Abend im Winterschlaf zu befinden und so genießen wir einen Spaziergang auf einer fast menschenleeren Strandpromenade.


Richtung Pyrenäen

Wir haben in Agde eine ruhige Nacht verbracht. Das liegt aber sicher daran, dass wir außherhalb jeder Saison reisen. Im Sommer soll die ca. 25.000 Einwohner zählende Stadt, von mehr als zehnmal sovielen Menschen geflutet werden, die hier ihren Urlaub verbringen. Die ganze Gegend ist also hochtouristisch ausgerichtet, im Moment aber in wahrsten Sinne des Wortes  "verschlafen". Agde ist eine der ältesten Städte Frankreichs, schon die Griechen und Römer haben hier ihre Spuren hinterlassen. Wir starten aber ohne weitere Erforschung der Umgebung in den Tag.

 

Nachdem wir die Hauptverbindungsstrasse verlassen haben, zeigt sich uns die Küste wildromantisch - auch die Wohnmobildichte lässt etwas nach - und wir können ein spätes Frühstück in einer einsamen Bucht vor Bages - umrahmt von Weinfeldern - genießen.

 

Weiter geht es in die Pyrenäen. Schon früh suchen wir einen Platz für die Nacht, da wir es in den letzten Tagen als wenig schön empfunden haben, bei Dunkelheit auf Stellplatzsuche zu gehen.  In Mont Louis werden wir fündig. Wir stehen auf einem Parkplatz vor den Mauern des dortigen Kastells, das mit weiteren Festungen, geschaffen vom französichen Baumeister Vauban, zum UNESCO Welterbe gehört. Selten sind wir bisher mit Blick auf unseren "eigenen" Burggraben zu Bett gegangen.


... aber wir waren in Andorra

Kurz  nach Sonnenaufgang - das hört sich schlimmer an als es ist, also so gegen 9 Uhr - brechen wir auf. Wir wollen nach Andorra und sind uns nicht ganz sicher, wie die Strassenverhältnisse auf dem Weg dorthin sind. Übernachtet haben wir auf 1500m, ohne eine Flocke Schnee zu sehen, aber es ist Schneeregen vorausgesagt.

 

Das Wetter ist wider Erwarten gut. Wir sind optimistisch, bis wir auf Schilder stoßen, die darauf hinweisen, dass auf dieser Strecke das Mitführen von Schneeketten obligatorisch ist. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob das nur für die Strecke über den vor uns liegenden Pass oder auch für den wohl alternativ zur Verfügung stehenden Tunnel gilt. Trotz Allrad und "dicker Socken" kehren wir um. Wir wollen keinen Ärger riskieren und es gibt ja noch eine weitere Zufahrt nach Andorra. Auf dieser stehen wir aber schnell im Stau vor der hier tatsächlich als solche zu verstehenden Grenze und lernen für was Andorra bekannt ist - praktisch steuerfreies Einkaufen. Die Autokarawane wälzt sich in Richtung der sofort hinter Grenze aufragenden Einkaufszentren. Wir beschließen, dass das nichts für uns ist, und ergreifen die Flucht, ohne einen Blick auf die ebenfalls bekannten Skigebiete geworfen zu haben.

 

Bei Dauernieselregen gondeln wir weiter durch die Pyrenäen entlang  einer trotz der Jahreszeit wunderschönen Landschaft,  oft begleitet von Flüssen und Bächen und durch wilde Schluchten. Wir beenden den Tag in Ainsa auf einem inoffiziellen Stellplatz mit herrlichem Blick über das Tal zusammen mit anderen Wohnmobilen.


Nationalpark Ordesa y Monte Perdido in den Pyrenäen

Nationalpark Ordesa y Monte Perdido in den Pyrenäen
Nationalpark Ordesa y Monte Perdido in den Pyrenäen

 Unser erstes Ziel für heute  ist der Nationalpark Ordesa y Monte Perdido, der älteste Nationalpark der Pyrenäen.  Wieder machen wir uns relativ früh auf den Weg. Für den Vormittag ist Sonnenschein angesagt und den wollen wir nutzen. Der Park ist das Aufstehen wert. Etwa 8km weit kann mit dem Auto zumindest außerhalb der Saison in den Park hineinfahren - in der Hauptsaison verkehren Pendelbusse aus. Wie uns die nette Dame im Infozentrum in Torla schon in Ermangelung von Englischkentnissen in der Hauptsache mit Händen und Füßen erklärt hat, fährt man ab Kilometer 5 im Schnee. Der Weg führt durch ein Tal, das mit seinen steil aufragenden Wänden an den Gran Canyon/USA nur mit mehr Bäumen erinnert. Am Ende des Weges liegt ein Parkplatz von dem mehrere Wandertouren tiefer in den Park hineinführen.  Wir folgen einem Weg für eine Stunde, kehren dann aber um, denn wir wollen heute noch ein Stück weiterkommen.

 

Das ist auch gut so, denn in Torla beginnt es an zu hageln und wir wissen, es liegt noch ein Pass auf ca. 1500m vor uns. Wir kommen trotz einsetzendem Schneefall gut voran und entschließen uns zu versuchen, heute bis zur Atlantikküste durchzufahren.  Auf gut ausgebauten Stranßen, teilweise auch kostenfreien Autobahnabschnitten, "düsen" wir durch Landschaften, die wir in Nordspanien nicht in dieser Form erwartet hätten. Wir durchfahren ein breites Tal mit naturbelassenen Flüssen, an Berghänge oder auf -kuppen wie hingeworfen wirkenden Dörfer, umrahmt von steilaufragenden Bergwänden oder auch entlang von Hügeln, die den Eindruck machen, als wären sie durch den Bergbau entstanden, es aber nicht sind.

 

Wir erreichen Pamplona, umfahren die Stadt aber großzügig, denn demnächst wird es dunkel und wir müssen uns mal wieder eine Platz für die Nacht suchen. In mehreren Orten stoßen wir auf  Ansammlungen von Menschen mit Fackeln - es werden auch Knaller geworfen. Einmal haben wir den Eindruck, man steht für uns Spalier. Erst in Zamaia verstehen wir, was hier los ist. Dort sehen wir schwarz geschminkte Kinder mit Turban und mehrere Kamele. Ist ist der 5. Januar, der Vorabend des Dreikönigsfests und damit in vielen Regionen Spaniens der Tag der großen Familenfeier und der Geschenke. In Zamaia finden wir in einem Industriegebiet einen Stellplatz, nicht schön, aber praktisch und immerhin mit Blick auf den Fluss.

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Bilbao, Brandung, Bäh-Wetter

Das Wetter heute ist eher mässig. Wir hoffen auf Besserung und trödeln. Doch das nutzt wenig, es wird heute den ganzen Tag regnerisch bleiben. So entschließen wir uns nach Bilbao zu fahren. Aufgrund des Feiertags erwarten wir wenig Verkehr und sollen recht behalten. Dafür ist außerhalb der Parkhäuser alles zu einhunderprozent zugeparkt und wir müssen es bei einer kurzen Stadtrundfahrt belassen. Trotzdem, die Stadt ist beeindruckend. Die ehemalige Industriestadti ist heute eine Kulturmetropole, die mit einem Mix aus alter und neuer Architektur, u.a. dem Guggenheimmuseum, punktet. Wohl aufgrund ihrer Tallage und dem damit verbundenen Platzmangel scheint sie überall in die Höhe zu wachsen. Dies aber in einer überaus gepflegten Art und Weise.

 

Hinter Bilbao folgen wir der Küste, die uns irgendwie an die Normandie errinnert, nur mit deutlich mehr Palmen und Organgenbäumen. Uns verwundert der Kontrast, sofort hinter der Stadt ist man wieder auf dem Land und nichts außer der in der Nähe verlaufenden Autobahn errinnert noch an die Metropole.  Immer wieder fahren wir Parkplätze an, um eine Pause einzulegen und eventuell einen schönen Platz zum Bleiben zu finden. Auf Rausgehen hat bei diesem Regen wirklich keiner von uns Lust. So gibt es natürlich auch keine Fotos.

 

In der Nähe von  Islares verbringen wir eine stürmische Nacht auf einem Parkplatz mit genialer Aussicht - in den Ohren das Getöse der meterhohen Brandung unter uns. Diese Brandung  soll  am nächsten Morgen eine Meute von Surfern anziehen, die sich bei leider immer noch gruseligem Wetter in den Wellen vergnügt.


Schlechtwetterprogramm: Cueva de Castilla

An der Wetterlage hat sich wenig geändert, es ist nur noch schlimmer geworden. Dauerregen und Sturm. An alle zuhause: Laut Wetterbericht erreicht Euch das Tief Mitte nächster Woche. Viel Spaß damit.

 

Wir fahren weiter die Küste entlang und sind irgendwie frustriert. Zwar nutzen wir die Situation zu, Arbeiten. Aber das kann es nicht wirklich sein. Zumal die Aussichten für die ganze nächste Woche für Nordspanien unverändert sind. Nach einigem Grübeln entschließen wir uns, unsere Tour etwas umzustellen oder vielmehr sie von hinten aufzuzäumen. Wir starten durch nach Süden in Richtung Extremadura und verbringen einige hundert Kilometer auf leeren spanischen Autobahnen. Ist das hier immer so? Wir wissen es nicht, es macht das Vorankommen aber deutlich einfacher. Nur der Gegenwind nervt, unser Paul braucht plötzlich 20% mehr Sprit pro Kilometer. Windschnittigkeit war noch nie seine Stärke.

 

Übrigens schafft Spanien die Maut ab. Die Verträge mit den Betreibern werden nicht mehr verlängert und jedes Jahr werden es immer weniger Mautstrecken.

 

Cueva de Castillo

Vorher besuchen wir noch die Cueva de Castillo gelegen hinter Santander. Dies ist eine von zahlreichen Höhlen, die zusammen zum Welterbe UNESCO zählen, und prähistorische Felszeichnungen beherbergen. Die bekannteste der Höhlen ist wohl die Cueve de Altamirra. Diese ist aber mittlerweile zum Schutz der Felszeichnungen gesperrt und es kann nur eine Replik besichtigt werden. Die Cueva de Castillo ist zumindest zum Teil im Rahmen einer Führung zugänglich und beherbergt die ältesten bekannten menschlichen Zeichnungen. Sie sind etwa 40.000 Jahre alt und eigentlich handelt es sich um Abbildungen, die durch Überblasen von Händen mit Farbpigmenten entstanden sind.  Die Cueva als solche ist eine Tropfsteinhöhle, deren Eingangsbereich über tausende von Jahren als menschliche Wohnstätte genutzt wurde und deren tiefer gelegene Bereiche Malereien unterschiedlicher Zeitepochen beherbergen.

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Parque Nacional de Monfragüe / Extremadura

Parque Nacional de Monfragüe Extremadura
Gänsegeier

Es ist unglaublich - es scheint die Sonne! Zumindest bis in den frühen Nachmittag hinein. Wir nützen die Zeit, um den Nationalpark Monfragüe in der Extramadura zu besuchen. Er ist zwar nicht sehr groß, aber mit dem Auto über durch ihn hindurchführenden Straßen gut zugänglich. Entlang der Straßen gibt es immer wieder Parkplätze und Aussichtspunkte, von denen man die teils schroff aufragenden Felswände gut sehen kann oder aber einen Überblick über die den Park durchziehenden Flusstäler sowie die die Landschaft prägenden Korkeichenwälder hat.

 

Schon der erste Parkplatz ist ein Aha-Erlebnis für uns: Raubvögel ziehen in großer Zahl über uns ihre Kreise. Raus aus dem Wohnmobil, her mit den Kameras. Wie wir später bei genauer Betrachtung unserer Bilder herausfinden, handelt es sich um Iberische Kaiseradler und um Gänsegeier, die hier ihre beeindruckenden Flugkünste zeigen. Der Tag hat sich bereits gelohnt, so denken wir, ohne die kommenden Aussichtspunkte und ihre Akteure zu kennen.

 

Wir statten zuerst noch dem mitten im Park gelegenen Informationszentrum einen kurzen Besuch ab und erhalten dort eine detaillierte Karte, die uns die weitere Planung erleichtert. Der nächste Halt bringt uns den Gänsegeier deutlich näher. Wieder drehen sie über uns ihre Kreise, landen und starten aber auch immer wieder von den uns umgebenden Felsen. Teilweise sausen sie praktisch im Tiefflug über uns hinweg. Das Geräusch ihrer Flügel gleicht den Windgeräuschen eines Flugzeugs, wie auch die Flügelform bei genauer Betrachtung deutlich der moderner Düsenjets gleicht. Wer hier von wem abgekupfert hat, sollte klar sein. Weiter geht es zu einem Vogelfelsen, an dem es nicht nur von Gänsegeiern sondern auch von Fotografen nur so wimmelt. Sicher über 100 Geier stehen etwa 20 Fotografen gegenüber. Es ist ein beeindruckendes Erlebnis, die Geier dabei zu beobachten, wie sie die Thermik des unter uns liegenden Flusstals nutzend ihre Kreise ziehen. Ihre Schreie hallen durch das Tal.

 

Leider zieht sich der Himmel wieder zu. Wir folgen aber noch der zweiten Parkroute und treffen dabei immer wieder auf Rotwild, das ohne jede Scheu neben der Straße äst oder diese auch in aller Ruhe vor unserem Auto überquert.

 

Unser Wohnmobil-Stellplätze:

  • Plasencia: Großparkplatz in der Innenstadt vor einem Park am Fluss
  • nahe Plasencia: Parkplatz am Restaurant Las Habazas auf Nachfrage bei Einkehr
    (N 39°56'47", W 6°05'11")

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Unter Geiern:

 

Kurz nach Sonnenaufgang ziehen wir wieder los in den Nationalpark. Es sieht so aus, als ob es der Sonne heute endlich einmal wieder gelingen könnte, sich durch die Wolken zu arbeiten. Den gestrigen Sonntag haben wir nämlich bei Dauerregen mit Bilder sichten, arbeiten und Haareschneiden verbracht. Wie letzteres im Wohnmobil funktioniert, ist unter "Tipps und Tricks" nachzulesen.

Der Nationpark Monfragüe hat diverse Aussichtspunkte zu bieten. Für uns der Interessantes ist aber der Salto del Gitano. Dieser soll der meist fotografierte Spot des Park sein und das nach unserer Meinung zu recht. Bei unserer Ankunft sitzen die meisten der zahlreichen Gänsegeier noch mit ausgebreiteten Flügeln auf den Bergkämmen und trocknen ihr Gefieder. Auch an ihnen scheint das Regenwetter nicht völlig vorbeigegangen zu sein. Sobald die Sonne  voll am Himmel steht, starten sie aber wieder durch zu ihren eindrucksvollen Flugvorführung. Nicht vergessen werden darf die große Zahl an Singvögeln, die auf dem Parkplatz des Aussichtspunkts mit wenig Scheu herumtoben - Blaumeisen, Rotkehlchen, aber auch Einfarbstar, Zippammer und Samtkopfgrasmücke hüpfen uns vor die Linse. Die Zeit vergeht wie im Flug.

 

Gegen Mittag trennen wir  uns von unserem neuen Lieblingsplatz, um den Park in östlicher Richtung zu verlassen. Unser Ziel ist der Stausee Embalso de Arrocampo. Leider ist sowohl das Informationszentrum  des Vogelparks in Saucedilla als auch der Rundweg geschlossen - wahrscheinlich hat der Regen der letzten Tage Teile davon unpassierbar gemacht. Wir beobachten dennoch einige Kleinvögel und genießen die Fahrt durch die Landschaft, das Automkraftwerk ignorierend, das sein Kühlwasser aus dem See bezieht.

 

Gegen Abend machen wir uns durch Korkeichenwälder auf die Weiterfahrt. Wir kommen vorbei an in diesen Wäldern grasenden Kühen und Schafen. Auch die bekannten Iberischen Schweine sehen wir. So stellen wir uns artgerechte Tierhaltung vor. Nur die in diesem Gebiet heimische Großtrappe bekommen wir nicht zu Gesicht.

 

An der Stierkamparena in Trojadillo fahren wir den Stellplatz an. Er gefällt uns aber nicht wirklich. Es handelt sich um einen wenig einladenden Großparkplatz. Eine Entsorgung scheint im Aufbau, derzeit kann aber nur Grauwasser abgelassen werden. 50 Kilometer weiter in Cacares ergattern wir den letzten Platz auf dem dortigen Wohnmobilstellplatz in Innenstadtnähe und Verbringen eine ruhige Nacht.

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Caceres

Heute wollen wir es ruhiger angehen lassen und Caceres besichtigen. Gegen 11 Uhr machen wir uns von unserem wirklich gut gelegenen Stellplatz auf in die Stadt, die keine 15 Minuten Fussweg entfernt liegt.

 

Die  Altstadt von Caceres wurde in die UNESCO Welterbeliste aufgenommen, da sie einen einzigartigen Mix der Stilrichtungen darstellt, von romanisch über maurisch bis hin in die Renaissance ist hier alles vertreten. Und doch wirkt das Ensemble stimmig. Wir starten auf dem Hauptplatz (siehe Bild). Wie bisher immer auf unserer Reise ist wenig los. Für diese geringe Anzahl an Menschen ist die Polizeipräsenz auffällig. Wir erinnern uns, dass in Spanien schon immer mehr Polizei unterwegs war als bei uns, aber vielleicht ist das auch der derzeitigen Gefährdungslage in Europa zuzuschreiben.

 

Wir wandern durch die engen Gassen, beobachten die allgegenwärtigen Störche auf den Dächern und hoffen innerhalb der Mauern, eine  Bäckerei oder ein Cafe zu finden, denn wir sind ohne Frühstück los. Aber Pustekuchen, nicht nur die Straßen wirken wie ausgestorben, auch Läden scheint es hier nicht zu geben.  So etwas finden wir erst in der angrenzenden Fußgängerzone, die überraschend belebt ist. Unser erster Cafe con Leche auf dieser Reise tut gut.

 

Den Nachmittag verbringen wir mit Wäschewaschen, denn es scheint immer noch die Sonne und das Wasser auf dem Stellplatz ist am Wasserhahn gleich neben unserem Auto gratis, wenn auch leicht chlorig. Bis 16 Uhr ist es ruhig hier, danach kommt ein Wohnmobil nach dem anderen angefahren, bis der Platz nicht nur voll sondern übervoll ist. Das  meinte unser Stellplatzführer also mit "Transitplatz der Marokkofahrer". Man merkt förmlich, wann Stunden zuvor die Fähren angelegt haben müssen. Trotzdem, der Platz ist und bleibt empfehlenswert.

 

Stellplatz:

  • Der Stellplatz in Caceres ist nett und voll. Ab 15 Uhr füllen Marokko-Fahrer als  den Platz innerhalb einer Stunde.

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Merida und der Parque Natural Cornalvo

Spanien Naturpark Cornalvo Naturparadies
Grandiose Landschaft des Parque Natural Cornalvo

Ein kurzer Besuch in Merida scheint Pflicht, denn auch diese Stadt gehört zum UNESCO Welterbe. Leider ist der Tag grau und es beginnt während unseres Stadtrundgangs sogar leicht zu nieseln. Wir verzichten daher auf eine Besuch des römischen Theaters und gehen nur kurz durch die belebte  Stadt, durch deren enge Gassen sich der Autoverkehr quält. Auf unserem Weg liegt der sogenannte Diane-Tempel. Bei diesem handelt es sich um einen eigentlich dem Kaiser Augustus geweihten Tempel aus römischer Zeit, in den ein Renaissance-Palast integriert wurde. Während der letzten Restaurierung wurde erwogen, den Palast zurückzubauen und die originalen Überreste des Tempels freizustellen. Man hat sich dann aber dagegen entschieden, um dieses einzigartige Ensemble zu erhalten. Nachdem wir auch noch die römischen Brücke über den Rio Guadiana besichtigt haben, kehren wir zum Auto zurück. Bei der Brücke handelt es sich um die längste noch erhaltene Römerbrücke. Diese war bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts sogar noch für den Autoverkehr freigegeben.

 

Unser nächstes Ziel ist der Parque Natural Cornalvo. Im dortigen Besucherzentrum erhalten wir von der netten, allerdings wieder kaum des Englischen mächtigen Dame eine Karte des Parks. Sie startet sogar nur für uns einen Film über den Park, entschuldigt sich  aber mehrfach für die Raumtemperatur von 9 Grad. Mit Besuchern hatte wohl gerade niemand gerechnet.

 

Da es immer noch nieselt, fahren wir nur auf der einzigen Straße in den Park, wo wir bis zum nächsten Morgen in der Hoffnung auf Wetterbesserung ausharren.

 

Und tatsächlich, als wir Aufwachen hat es aufgehört zu regnen und wir brechen zu einer Wanderung entlang des Flusses auf. Eine wilde Landschaft nimmt uns gefangen - wild, obwohl Kulturlandschaft, denn hier wird überall Weidewirtschaft betrieben und die Korkeichen werden zur Gewinnung sowohl von Kork als auch von Brennholz genutzt. Der namensgebende See wird durch einen noch immer intakten Erddamm aus römischer Zeit aufgestaut. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl auf dem Damm zu stehen und über den See zu blicken. Aber wenn er schon so lange gehalten hat, wird er das sicher auch heute noch tun.

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Wir übernachten auf einem kleinen Parkplatz im Park. Erst am nächsten Morgen erfahren wir, dass dies nicht erlaubt gewesen wäre.

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La Serena - auf der Suche nach der Großtrappe

Rothuhn in der Steppe La Serena
Rothuhn in der Steppe La Serena

Bei strahlendem Sonnenschein durchqueren wir die Steppenlandschaft "La Serena". "Eine endlos erscheinende, zu dieser Jahreszeit zumindest teilweise grüne, aber baumlose Ebene will durch uns entdeckt werden. Hier wird in erster Linie Weidewirtschaft betrieben - wirklich wohlhabend scheint aber keiner der Bauernhöfe, der ein oder andere ist eher heruntergekommen bis ärmlich in seiner Erscheinung. Trotzdem liegt über allem eine gewisse Gelassenheit.

 

Wir sind auf der Suche nach der Großtrappe, die es in dieser Gegend in größerer Zahl geben soll. Großtrappen sind ca. 1m hoch und sollten daher eigentlich selbst bei einer Fluchtdistanz von 500m nicht zu übersehen sein. Trotzdem bekommen wir kein einziges Tier zu Gesicht. Auch Zwergtrappen und Kraniche zeigen sich nicht. So geben wir uns mit Rothühnrn zufrieden. Das sind wirklich nett anzusehende Vögel, nur deutlich kleiner und häufiger als unser "Zielvogel". Wir fühlen uns wie auf Safari. Auch wenn wenig erfolgreich, langweilig ist dieser Tag nicht.

 

Bei der Weiterfahrt nach Zarfa treffen wir endlich auf Kraniche. Und während unserer Kaffeepause taucht unvermittelt ein Kaiseradler auf und dreht über uns seine Runden.

 

So vergeht der Tag. Das römische Theater bei Llerena hat leider schon geschlossen und uns bleibt nur der Blick durch das Gittertor. Auch diese Ausgrabungsstätte ist wie so vieles anderes hier durch die EU gefördert. Alles wirklich gepflegt und schön gemacht. Nur manchmal fragt man sich, ob hier einiges nicht am Bedarf vorbei entwickelt wird.


Mértola

Mertola bei Nacht

Blick auf den Ort vom Wohnmobilstellplatz

 

Wir haben es endlich nach Portugal, dem eigentlichen Ziel unserer Reise, geschafft. Es ist merkwürdig, aber kaum überqueren wir die praktisch nicht mehr als solche erkennbare Grenze, verändert sich die Landschaft und zeigt sich freundlicher. Nach einer halben Stunde Fahrt schauen wir uns an, und stellen fest, dass wir das gleiche Gefühl haben - wir fühlen uns hier irgendwie wohl.

 

Unsere erster Stop in Portugal liegt im Naturpark Vale do Guadiana im Städtchen Mértola. Dieses hat eine lange Geschichte, die sich bis in römische Zeiten zurückverfolgen  läßt und ist ausnahmesweise kein Weltkulturerbe. Gekrönt wird die Stadt von einer mittelalterlichen Burg, die auf den Mauern einer maurischen Festung und diese wiederum auf römischen Mauern steht. Alles hier scheint auf einer älteren oder anderen Kultur zu gründen, so war die christliche Stadtkirche früher eine Moschee, einer der Türme der Stadtmauer ursprünglich ein römischer Wehrturm. Mértola war für all diese Kulturen ein wichtiger Handelsplatz, den bis hier ist der Fluss Guadiana schiffbar und Mértola Startpunkt der Handelswege über Land

 

Mértola nennt sich Museumsstadt. Die Museen und Ausstellungen bilden einen festen Teil des Stadtbilds. An einem Sonntagabend ist die Stadt sehr ruhig, am nächsten Morgen zeigt sich aber, dass man hier auf Touristen eingerichtet ist, wenn auch in einem sehr gepflegten Maßstab. Der Tourismus soll das neue Standbein der Stadt werden, denn die ehemals wichtige Flußfischerei ist völlig zum Erliegen gekommen. Der Fluß soll jahrelang unter der Einleitung von Abwässern, unter anderem aus den am Fluß gelegenen Minen gelitten haben; heute gräbt ihm ein großer Stausee das Wasser ab.  Von all dem sehen wir nichts. Unser Stellplatz auf dem zumindest im Moment von der Schifferei aufgebenen Kai ist idylisch.

 

  • Stellplatz (Parkplatz) in Mertola direkt am Fluss.

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Naturpark Vale do Guadiana

Naturpark Vale do Guadiana
Naturpark Vale do Guadiana

Von Mértola aus erkunden wir den Naturpark. Sobald wir die Straße verlassen, scheint es uns, als ob wir uns in einer anderen Welt befinden. Man versucht hier, die bäuerliche Tradition zu konservieren. Trotzdem, die kleinen, oft nur über unbefestigte Straßen erreichbaren Dörfer sind bewohnt, wenn auch von hauptsächlich älteren Menschen.  Überall muss man darauf achten, keine freilaufenden Hühner oder Schafe zu überfahren. Auch eine Hausschlachtung, bei der die ganze Familie mithilft,  sehen wir vom Auto aus.

 

Die Landschaft reicht von Oliven- und Korkplantagen, über versteppte Felder bis hin zu Kiefernwäldern. Auch Weinanbau ist anzutreffen. Der Großtrappe begegnen wir schon wieder nicht. Wir fragen uns langsam, ob es diesen Vogel wirklich gibt. Handelt es sich hier vielleicht um ein Phantasieprodukt à la Wolpertinger, der nur dem Anlocken von Touristen dient?

 

Unser Paul hält sich wacker. Auf dem Weg zu einem steinzeitlichen Menhir, nimmt er steile Anstiege auf holprigen Feldwegen mit links bzw. mit Allrad. Auch durch einen kleinen Bach führt uns der Weg. Von einer Flussdurchfahrt zu sprechen, wäre aber übertrieben. Es handelt sich doch mehr um einen Rinnsal.

 

Am Nachmittag folgen wir dem Tal des Guadiana aus dem Naturpark hinaus und kommen an Fischerbooten, aber auch an kleinen Segelyachten vorbei, die hier vor Anker liegen. Bist zum Meer ist es nicht mehr allzu weit. Wir beschließen den Tag auf einem kleinen, ausnahmsweise kostenpflichtigen Stellplatz mit Wasser, Entsorgung, Strom und W-Lan. Da das Wetter gerade auf neblig trüb umschlägt, werden wir drei Nächte bleiben, um zu arbeiten, zu waschen und um einfach mal nicht zu fahren. Paul hat Urlaub!


Die Küste naht: Castro Marim

Castro Marim Algarve Sandalgarve
Castro Marim

Es hat endlich aufgehört zu regnen. Wir stecken aber immer noch in den Wolken. An der Küste soll das Wetter besser sein. So machen wir uns auf die letzten knapp 30 Kilometer zum Atlantik. Wir müssen auch dringend einkaufen und die nächsten größeren Läden gibt es in Vila Real Santo Antonio. Unser nicht ganz geplanter, dreitägier Stopover hat unsere Vorräte ziemlich heruntergefahren. Und das, bwohl jeden morgen um halb 8 der Bäcker auf unseren Platz kam.

 

Die Wohnmobildichte ist ungeheuerlich. Hinter jeder Ecke steht oder fährt ein Mobil. Und umso näher wir dem Meer kommen, umso schlimmer wird es. Allerdings hatten wir damit gerechnet. Wer als Wohnmobilist an der Algarve mit Einsamkeit rechnet, macht etwas falsch. Wir gehen also einkaufen, inspizieren die örtlichen kostenpflichtigen und kostenlosen Wohnmobilstellplätze und fahren dann erst einmal wieder ins Hinterland. Wir wollen einen Stop im Naturpark bei Castro Marim einlegen, um uns in diesem Vogelschutzgebiet umzuschauen und zu planen, wie es von hier aus weitergeht.

 

Auf einem kurzen Rundgang entlang der dortigen Salinen treffen wir auf einen Mitarbeiter des Parks , der uns erst auf unser Auto anspricht (wir wissen es schon länger, Paul ist einfach ein Hingucker) und uns dann viele Informationen zum Gebiet, der Vogelwelt, weiteren Beobachtungspunkten und zu Parkmöglichkeiten für Wohnmobile außerhalb der Masse gibt. Danke Filippe.


Von Castro Marim nach Tavira

Wir verbringen eine ruhige Nacht im Naturpark und beherzigen natürlich wie immer den Grundsatz, in der Natur keine Spuren zu hinterlassen. Am nächsten Morgen drehen wir erneut eine kurze Fotorunde, bevor wir Philippes Empfehlung folgend,auf die sich von Vila Real de Santo Antonio entlang des Rio Guadiano ins Meer streckende Landzunge fahren, um Ausschau nach der dort lebenden Sumpfohreule zu halten. Leider bekommen wir diese zum Teil tagaktive Eule nicht zu sehen, obwohl einige mit Fernglas und Fotoapparat bewaffnete Portugiesen darauf hindeuten,  dass auch andere davon gehört haben, dass diese hier vorkommt.

 

Unser Weg führt uns weiter auf der Küstenstrasse. Die Ort gefallen uns nicht wirklich. Alles sehr touristisch, verbaut und landschaftlich nicht wirklich attraktiv. Kurz vor Tavira finden wir aber einen netten Platz zum frei Stehen zwischen einer Lagune und einem alten Fort. Die Gegend wird von vielen Einheimischen zum Spazierengehen entlang des Flusses und in den Dünen genutzt. Auf dem Rio Gilao, der Tavira mit dem Meer verbindet, fährt das ein oder andere Boot. Bei Ebbe liegen die Segeljachten auf Grund.

 

Die Küste hier wurde durch das große Erdbeben von 1755 und den mit diesem einhergehenden Tsunami geschaffen. Die der Küste vorgelagerten Inseln, die den Zugang zur eigentlichen Küste nur per Boot erlauben, sind so entstanden, der Flusslauf veränderte sich und viele Gebäude wurden zerstört. Ein äußerst eigenartiger Gedanke, insbesondere wenn man zwei Tage später von einem starken Seebeben vor Spanien hört, dass allerdings praktisch keine Auswirkungen hat. Wir jedenfallls bekommen nichts mit.

 

Zum Thema "freies Stehen" in Portugal: Nach unserem Verständnis ist freies Campen verboten, Übernachten wird häufig toleriert, solange es bei einer einmaligen Übernachtung bleibt und kein Campingverhalten gezeigt wird. Bisher haben wir keine schlechten Erfahrungen gemacht, wir planen aber weiterhin große Ansammlungen weißer Tupperschüsseln zu meiden.

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Sport und Naturpark

Heute ist mal wieder Sport angesagt. Iris geht Joggen, Michael Fahrradfahren und am Nachmittag müssen wir unbedingt unseren Jungs bei der Handball-EM die Daumen drücken. Dazwischen bleibt nicht allzuviel Zeit und so suchen wir uns schon früh einen Platz. Wir landen auf einem ausnahmsweise mal wieder kostenpflichtigen Stellplatz im Hinterland von Ohao. Der Platz ist im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig, da im Stil einer Westernranch gestaltet, und fest in französischer Hand, entpuppt sich aber als sehr gemütlich. Das W-Lan ist ausserdem extrem schnell, was wir exzessiv ausnutzen. Mehrere Gigabyte gehen heute durch den Äther. Wir arbeiten und schauen den Handballern dabei zu, wie sie  in einem Krimi gegen Russland gewinnen. Was ein Abend!

 

Unser Reiseführer empfiehlt einen Abstecher in den Naturpark Ria Formosa und insbesondere in den dem Besucherzentrum angeschlossenen Parkabschnitt. Völlig überraschend erweist sich dieser als idylissche Oase, in der sich die wenigen Besucher verlieren. Der Park gibt einen Überblick über die Landschaft des Naturparks: Wiesen, Pinienwald, Dünen, Lagunen und Meer. Ausserdem sind römische Ruinen zu besichtigen, die die Wurzeln der Fischverarbeitung dokumentieren. Auch eine Gezeitenmühle ist erhalten, wie sie in dieser Art ab dem 13. Jahrhundert entlang der Küste im Betrieb waren.

 

Wir fotografieren, geniessen die Ruhe und werden bei einem kurzen Regenschauer ordentlich nass. Trotzdem hat sich der Besuch im Park gelohnt. Hundemüde entscheiden wir uns, auch die nächste Nacht auf der Ranch zu verbringen.

 

Stellplatz:

  • Moncarapacho (GPS N 37-4-59  W  7-45-50)

 


In der westlichen Algarve wird es wieder schön

wir treffen einen Bruder unseres Pauls
wir treffen einen Bruder unseres Pauls

Aus der Häufigkeit unserer Blogeinträge der letzten Tag kann man es fast erschließen - uns hat es an der sogenannten Sandalgarve zwischen der spanischen Küste und Faro nicht wirklich gefallen. Die Ort haben wenig Charme und es wimmelt nur so von Wohnmobilen. Wir fragen uns wirklich, ob sich in Frankreich derzeit noch ein einziges Wohnmobil auf der Straße befindet oder ob die alle hier sind. Das hat schon etwas von einem Flüchtlingsstrom. Jeder Parkplatz, selbst im Hinterland, ist belagert....und das leider großteils von Dauercampern, das heißt von Rentnern, die hier überwintern und sich wochen- und monatelang nicht bewegen. Für uns bedeutet das, dass wir am frühen Nachmittag einen Stellplatz suchen müssen, damit wir überhaupt noch unterkommen. Das nervt!

 

Wir sprechen schon davon, dass das unser erster und letzter Trip nach Portugal sein könnte, als wir nach Silves kommen, einer wirklich netten kleinen Stadt im Bergland hinter Faro. Beim Einkaufen werden wir von einem Deutschen angesprochen, der uns auf einen neuen Stellplatz in der Nähe des Castello lotst. Dann schleppt er uns auch noch gleich zum örtlichen Metzger und in ein nettes Lokal im Stadtzentrum. Das fühlrt sich hier plötzlich an wie Urlaub mit Reiseführer. Vielleicht wird das mit uns und Portugal doch noch etwas?

 

Der Stellplatz ist super und wir beschließen, unseren Platz für zumindest eine weitere Nacht zu reservieren und von Silves aus die Westalgarve zu erkunden. Ist das schön hier - so haben wir uns die Algarve vorgestellt. Die touristische Infrastruktur ist völlig anders. Kleine Appartmentanlagen, nette Dörfer, Strände, eingerahmt von hohen Klippen, und dazwischen ganz viel Nichts. Auch hier trifft man auf Wohnmobile. Aber das sind in der Hauptsache Individualisten, auch die Hippie und Aussteigerdichte wird größer. Als wir am späten Nachmittag nach auf ein weiteres Woelcke-Wohnmobil treffen, das Pauls Bruder sein könnte, ist der Tag gerettet. Wir stoppen spontan und verbringen einen netten Nachmittag mit dessen Besatzung, Ronnie und Martin aus dem Bergischen Land. Fortsetzung folgt - wir haben Kontaktdaten ausgetauscht und wollen uns in den nächsten Tagen an einem der Strände der Westalgarve zu einem erneuten Woelcke-Erfahrungsaustausch treffen.

 

  • Stellplatz am Castello in Silves: neuer Platz mit VE und Waschmaschine. 4,50 € / Nacht.

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Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicente

Nachdem wir in Silves den dringen nötigen Waschtag eingelegt haben, machen wir uns erneut auf den Weg in Richtung Vila de Bisco. Dieses Mal fahren wir allerdings nicht an der Küste entlang, sondern durch die Berge. Wir haben klares Wetter und so gewährt uns unser Weg immer wieder spektakuläre Ausblicke weit über das Land bis zur Küste und auf das Meer.

 

In Monchique machen wir noch einen Abstecher auf den höchsten Berg in der Umgebung und legen auf etwa 800m einen Stopp auf einem Aussichtspunkt ein. Hier gibt es sogar eine Quelle, aus der offenbar Trinkwasser sprudelt. Eine Tafel am Parkplatz erklärt die geologischen Besonderheiten, insbesondere die Kissenverwitterung des Gesteins.

 

Für den Rückweg zur Hauptverkehrsstraße wählen wir eine Nebenstraße und sind plötzlich mit sehr engen Wegen und extremem Gefälle von 20 Prozent konfroniert: Paul ist begeistert. Die Äste der Korkeichen "streicheln" seinen Aufbau und endlich darf das Getriebe einmal zeigen, was es so draufhat. Wir freuen uns, dass er so ein "schmales Hemd" ist. Ansonsten würden wir das hier nicht machen wollen.

 

Wieder auf breiter Straße fahren wir zügig in Richtung Küste, wo wir in Aljezur noch einmal  nach Süden abbiegen. Die Küstenstraße führt an der Grenze des Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicente entlang, der sich von der Küste bis einige Kilometer ins Binnenland erstreckt und die Steilküste mit ihren angrenzenden Dünen schützt. Wir machen einen Abstecher an die Praia Monte Clerigo und schauen den Klippenfischern an den fast senkrecht abfallenen Klippenkanten beim Angeln zu.

 

Am späten Nachmittag geht es weiter zur Praia da Cordoama, wo wir verabredet sind. Wir wollen uns hier mit Ronni, Martin und ihrem Woelcke-Mobil "Benz" treffen. Völlig gegen unsere Art bilden wir mit unseren Autos oberhalb des Strands eine Wagenburg. Es wir ein kommunikativer Abend mit einer ruhigen aber zu kurzen  Nacht.

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Jurrasic Park am Strand - Salema

Blick von der Küstenstraße von Salema
Blick von der Küstenstraße von Salema

Heute wollen wir nach Salema. An diesem kleinen Ort an der Südküste sind wir vor zwei Tage vorbeigefahren, ohne auszusteigen. Erst hinterher viel uns auf, dass unserer Reiseführer darauf hinweist, dass auf Felstafeln am Strand Sauerierspuren zu sehen sind. Diese sind frei zugänglich, aber nicht ausgeschildert. Am westlichen Stranende direkt neben der zum Strand hinunterführenden Treppe finden wir Fussbdrücke (kleines Bild: im Vordergrund) eines Vogelfußsaueriers. Das hat hier was von Jurrasic-Park. Die Spuren am gegenüberliegenden Strandbereich finden wir leider nicht. Trotzdem ist der Strandspaziergang ein Erlebnis. Wir fühlen uns fast wie in der Karibik. Und fast so warm ist es hier heute auch. Die Klippen schützen vor dem doch noch kalten Wind und so sind wir in Fleece-Shirt und Weste etwas overdressed.

 

Von Salema aus, fahren wir zurück zur Praia de Cordoama, wo wir erneut einen netten Abend mit Ronni und Martin, dieses Mal aber auf einem Parkplatz am Strand, verbringen. Dies aber nicht ohne zuvor das Handballwunder 2016 im Fernsehen zu erleben.


Sonne, Sand und Meer - Playa de Cordoama

Playa de Cordoama Strand einsam idyllisch
Morgens am Playa de Cordoama in der Nähe Vila do Bispo

Die Playa de Cordoama lockt uns zu einem Strandspaziergang. Die letzte Nacht war leider schon wieder viel zu kurz. Wir sind aufgrund der interessanten Diskussionen mit Ronni und Martin wieder erst am frühen Morgen ins Bett gekommen und zu allem Übel schreckt Iris irgendwann hoch und fängt an über die Wahrscheinlichkeit eines Tsunamis in der Art des Erdbebens von 1755 zu philosophieren - wir stehe immerhin direkt am Strand und neben uns ragen die Klippen derart hoch auf, dass es hier noch nicht einmal Handyempfang gibt. Egal, es ist trotzdem wunderschön hier.

 

Das wissen offenbar auch die an diesem Küstenabschnitt allgegenwärtigen Hippies. Am Parkplatzende  steht ein roter PKW aus Marburg, dessen Fahrer hier schon seit längerer Zeit - uns wird gesagt, zumindest seit Monaten - wohnt. Irgendwann fährt er los und wir wundern uns, dass das Gefährt noch irgendwie in Gang zu bringen ist. Kurze Zeit später ist er aber schon wieder zurück und nimmt seinen angestammten Platz ein.

 

Unterwegs trifft man immer wieder auf mehr oder weniger heruntergekommene Wohmobile in skuriler Aufmachung. Hier ist die Gegend Portugals in der sich die Aussteiger Europas schon seit den 1970er Jahren treffen. Die Temperaturen sind mild, das Leben ist günstig, es lässt sich also leicht mit wenig Mitteln über die Runden kommen. Mittlerweile hat aber selbst die große Toleranz der Einheimischen oft ihre Grenze erreicht und es wird gegen wilde Hippie-Siedlungen vorgegangen. Auch direktes und vor allem längerfristiges Stehen bzw. Campen mit dem Wohnmobil am Strand wird nicht gern gesehen und zumindest teilweise geahndet. Dies ist nachzuvollziehen, schadet dies doch der sensiblen Natur unter anderem durch die Ablagerung von Müll und Fäkalien, andererseits hält dies auch zahlende Touristen fern. Um keinen Ärger zu bekommen, heißt es auch für uns, möglichst nur eine oder maximal zwei Nächte am gleichen Ort zu stehen. Die Hippies wissen dies allerdings auch. Oft ist es ihnen aber auch egal. Wo nichts zu holen ist, sind Geldstrafen schwer einzutreiben.

 

Unser Stellplatz:

  • Praia de Cordoama: Strandparkplatz (N 37°06'32", W 8°56'08")

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Playa de Cordoama Vila do Bispo Spuren im Sand Strand idyllisch einsam
Morgens am Playa de Cordoama in der Nähe Vila do Bispo

Odexeice

Auf Empfehlung unserer neuen Bekannten Ronni steuern wir Odexeice an. Hier gibt es einen, zumindest angeblich, offiziellen Stellplatz überhalb des Strandes der Stadt. Es handelt sich um einen einfachen Parkplatz aber mit einem gigantischen Blick auf die Klippen und die an die Klippen donnernde Brandung. Hier sind wir so hoch über dem Meer, dass Iris heute keine Angst vor einem Tsunami haben muss.

 

Mit dem Fahrrad radeln wir die 3 km ins nahe Städtchen, dass idyllisch am Fluß liegt. Dabei unterschätzen wir etwas, dass wir die Höhenmeter, die wir hinunterfahren auch wieder hinauf müssen.  Michael düst mit Motorunterstützung voran, Iris keucht hinterher, aber sie hat es ja nicht anders gewollt. Der Ort ist wirklich nett. Viele Häuser kann man als Ferienappartements mieten.

 

Unterwegs treffen wir auf ein Wohnmobil aus Trier, das am Straßenrand parkt. Wir sprechen Marita und Bernd an, denn wir sind neugierig, was die beiden zwischen frisch geschnittenen Pinien suchen. Die beiden sammeln geschlossene Pinienzapfen und wollen darauf warten, ob diese im Auto auch schon so schön knacken, wie zuhause zu Weihnachten auf dem Kamin.  Wir finden uns sympatisch und verbringen einen schönen Abend zusammen. Es folgt eine mal wieder zu kurze Nacht.

 

Unsere Stellplätze:

  •  Praia de Odexeice: Großparkplatz oberhalb des Strandes, keine Vorbotsschilder, Parkplätze und Straßen ansonsten reglementiert

 


Klippenstörche am Cabo Sardao

Weißstörche nisten an den Klippen
Weißstörche nisten an den Klippen

Üblicherweise bauen Störche ihre ihre Nester auf Pfosten,  Schornsteinen oder Giebeln. In Portugal aber, und auch nur hier, gibt es Störche, die in den Klippen nisten. Vom Parkplatz Cabo Sardao an der Westküste Portugals sind diese gut zugänglich. Die Störche vor tosender Brandung sind ein ungewohnter Anblick. Dass sie der Lärm nicht beim Klappern stört?

 

Das Klippenareal ist offenbar Teil eines EU geförderten Projekts zur Renaturierung der Landschaft. Es wurden neue Wege angelegt, wilde Parkplätze abgesperrt - Informationstafeln sind im Werden. Das Gebiet um den Leuchttum des Kaps macht einen sehr gepflegten Eindruck, auch wenn die neuen Aussichtsplattformen nicht wirklich Ausblicke gewähren. Um wirklich etwas zu sehen, stapfen die Besucher weiterhin direkt an die Klippenkanten. Da glücklicherweise (noch) keine Verbotsschilder zu finden sind, werden wir hier die Nacht verbringen.

 

Auf dem Weg zum Cabo kommen wir durch Odimar, dessen enge und steile Straßen uns vom Parken abhalten, obwohl der Ort eine sehenswerte Altstadt haben soll. Lieber verbringen wir den Nachmittag an einem aufgebenen Schiffsanleger am Rio Miro, genießen die Ruhe und beobachten und fotografieren Singvögel, die sich hier ungestört herumtreiben. Die einzigen Menschen, die wir auf unserem Weg sehen, sind zwei Polizisten, die uns freundlich grüßen. Es sieht so aus, als ob auch hier einmal ein EU gefördertes Naturzentrum entstehen sollte.

Heute sieht dieses aber aufgeben auf. Nur einige kaum lesbare Tafeln erinnern noch an den Zweck des Gebäudes in der Nähe. Hoffentlich wird das noch im Werden befindliche Projekt am Cabo Sardao kein ähnliches Schicksal ereilen.

 

Unsere Stellplätze:

  • Porto Covo: Parkplatz außerhalb von Porto Covo, keine Verbotsschilder wie an anderen Plätzen; kostenloser, offizieller Stellplatz mit Ver- und Entsorgung im Ort
  • Cabo Sardao: Parkplatz am Leuchttumer, (noch) keine Verbotsschilder

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Fotogalerie: Klippenstörche am Cabo Sardao

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Reserva Natural do Estuario do Sado

Reserva Natural do Estuario do Sado an der Sado-Mündung
Reserva Natural do Estuario do Sado an der Sado-Mündung

Unser nächstes Ziel ist das Reserva Natural do Estuario do Sado an der Sado-Mündung östlich von Lissabon. Wir fahren zuerst auf die Landzunge Richtung Troia auf der Meerseite der zentralen Laguna. Die Gegend entpuppt sich als sehr touristisch, denn sie liegt im Einzugsbereich sowohl von Setubal, der drittgrößten Stadt Portugals, als auch von Lissabon. Appartmentanlagen, Hotels, Golfplätze - um diese Jahreszeit in der Hauptsache verwaist - prägen das Bild. Es gibt eine Fähre von hier nach Setubal, die für unser Wohnmobil etwa 25 Euro kosten soll. Der Preis ist unabhängig davon, ob unser Auto 6 oder 10 Meter lang ist. Das finden wir bezogen auf das sonstige Preisgefüge hier etwas unverschämt. Wir entscheiden daher um die Lagune herumzufahren. In Alcacer de Sol legen wir einen Zwischenstopp ein. Die ehemals stolze Stadt, die in römischer und maurischer Zeit eine wichtige Rolle als Handelszentrum und in der Salzgewinnung innhatte, verbreitet heute einen morbiden Scharm. Neues paart sich mit Altem, zum Teil sehr heruntergekommenen Häusern, darunter auch echte Schätze, und Ruinen, wie oft hier in Portugal.

 

Einen Zugang zur Lagune finden wir erst an einer Gezeitenmühle "Moinho de Marés"  an der Setubal zugewandten Seite des Naturparks. In der Mühle befindet sich ein Cafe und ein informationszentrum, dessen engagiertes und extrem freundliches Personal uns mit Informationsmaterial überschüttet und zu einem Besuch der Mühle einlädt. Es ist schön hier, die Vogelwelt aber versteckt sich bis auf einige Ohrentaucher und Stelzenläufer vor uns. Uns wird auch angeboten, über Nacht stehenzubleiben. Wir wollen aber weiter und finden letztlich einen Platz mit Blick auf  die Bucht bei Sentubal, wo wir zwischen mehreren portugisischen Wohnmobilisten bei Sturm und Regen die Nacht verbringen.

 

 

Unsere Wohnmobil-Stellplätze:

  • Comporta: offizieller, kostenloser Stellplatz im Ortskern mit Ver- und Entsorgung, Campingverhalten nicht erwünscht
  • Setubal, Playa Figueirinha: Parkplatz am Strand mit Restaurant, Wohnmobile offenbar geduldet (Wohnwagen über Nacht und Zelten lt. Schild verboten)

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Um Lissabon herum

Der Endspurt des Karnevals steht vor der Tür. Um nicht in einen der in Portugal üblichen Umzüge zu geraten, meiden wir in diesen Tagen die Städte. Das heißt für uns, dass wir auch Lissabon großzügig umfahren. Da wir ohnehin keine wirklichen Stadtfans sind, tut uns das nicht wirklich weh.

 

Zuerst durchqueren wir das Mündungsgebiet des Tejo. Wir hatten uns davon in vogelkundlicher Hinsicht ein bisschen was erwartet, werden aber enttäuscht, da die Feuchtgebiete nicht wirklich zugänglich sind. Einerseits ist die Region als Umland von Lissabon stark besiedelt, andererseits dominiert die Landwirtschaft, d. h. meist der Reisanbau das Landschaftsbild. Im Gegensatz zu anderen Regionen sind die landwirtschaftlichen Flächen aber nicht zugänglich, sondern eingezäunt - vor jedem Stichweg steht ein großes Tor. Schade. Wenigstens bekommen wir in einer alten Saline einen Wiedehopf vor die Linse.

 

Unser Weg führt uns nun nördlich von Lissabon durch das bergige Hinterland. Erst in der Nähe des Ortes Peniche  kommen wir wieder an die Küste.  Schon kurz hinter Lissabon wird es wieder ländlich. Weinbau, kleine Dörfer, alte Windmühlen aber auch moderne Windräder sind zu sehen. Die Küste nördlich von Lissabon ist allerdings stark vom Tourismus geprägt. Es gibt viele Appartmentanlagen. Manch Küstenort wirkt im Winter ohne Gäste wie ausgestorben. Peniche selbst zieht auch Touristen an,  liegt es doch zu einem großen Teil innerhalb seiner alten Stadtmauer auf hohen Klippen. Es beherbert aber auch einen modernen Fischereihafen und eine Fischkonservenfabrik. Auch hier wird es heute einen Karnevalsumzug geben. Wir bekommen davon nicht allzuviel mit, denn wir verbringen den Nachmittag auf einer vorgelagerten Halbinsel, umtost von den durch die stürmische Wetterlage und die bevorstehende Neumond-Springflug aufgewühlte Brandung.

 

Wir beenden den Tag am Lagoa die Obidos, einer Salzwasserlagune. An den die Lagune vom Meer trennenden Dünen arbeiten Bagger. Uns wird erzählt, es handle sich um ein EU-Projekt. Um was es hier geht finden wir aber nicht heraus. Da es weiterhin stark windet und dann auch noch anfängt zu regnen, machen wir nur einen kurzen Spaziergang entlang der am Ufer vertäuten Boote und ziehen uns dann ins Auto zurück.

 

Unsere Stellplätze:

  • Consolacao: Parkplatz am südlichen Strandende hinter den Dünen. Keine Verbote wie am Strandparkplatz. Die Polizei fährt kommentarlos ihre Runde.
  • Foz de Arelho: gebührenpflichtiger Stellplatz (3 Euro) mit Ver- und Entsorgung am Lagoa de Obidos; Wifi vorhanden, aber nicht getestet

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Die perfekte Welle in Nazaré

Monsterwellen vor Nazaré
Monsterwellen vor Nazaré

Die Küste bei Nazaré ist DER Hotspot der Surferszene Portuglas. Obwohl wir keine Sufer sind, zieht es uns nach hierher, denn der Ort ist  bkennat für seine Monsterwellen, bei denen es sich um die höchsten surfbaren Wellen der Welt handeln soll. Das müssen wir sehen.

 

Auf dem Ozean vor Nazaré wurde der derzeit gültige Surfrekord auf einer 20 Meter Welle aufgestellt. Auch 30 Meter hohe Wellen wurden hier inoffiziell schon bezwungen. Derartige Extremwellen bekommen wir leider nicht zu sehen. (Wer Interesse an den Wellen hat: hier) Diese treten meist nur im Herbst auf, wenn besondere Wetter- und Strömungsbedingungen mit dem der Stadt vorgelagerten Tiefseegraben zusammenwirken können.

 

Doch auch was wir zu sehen bekommen, flößt uns Respekt ein. Der Mann hinter der Kamera hat nach eigenen Angaben ordentlich Angst um sein Motiv, sehen doch die Welle aus der Ferne noch deutlich imposanter aus, als für die Frau am Strand. Diese kehrt einige Minuten später beeindruckt, aber nicht verängstigt und vor allem LEBEND zum Auto zurück.

 

Der eigentliche Ort Nazaré lebt vom Tourismus und vom Fischfang und der Fischverarbeitung. Die Anfänge des Tourismus liegen dabei weit früher, als es Surfer gibt. Im Ortsteil Sitio findet sich mit dem Santuário de Nossa Senhora da Nazaré (Heiligtum Unserer Lieben Frau von Nazareth) die wichtigste Wallfahrtstätte Portugals, die den Ort schon im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Ziel für Touristen machte.

 

Tipp:

 

Von dem der Stadt auf einer Klippe vorgelagerten Leuchtturm am Forte de São Miguel Arcanjo | Farolim da Nazaré hat man einen guten Blick auf die Strände der Stadt und auf die heranrollenden Wellen. Achtung: Die Parkplatzsituation kann besonders in der Saison und an Wochenenden schwierig sein. Meist kann man nur mit Glück und früh am Tag einen Parkplatz in der Nähe ergattern. Generell ist die Zufahrt eng.

 

Unser Stellplatz:

  • Costa de Lavos: Stellplatz mit Ver- und Entsorgung auf Strandparkplatz (N 40°05'17", W 8°52'32")

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Fotogalerie: Die perfekte Welle in Nazaré

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Obidos

Die Kleinstadt Obidos

 

Óbidos liegt im Landesinneren und gilt als als eine der schönsten Städte Portugals. Es ist hier zwar sehr touristisch; da wir aber außerhalb der Saison unterwergs sind, wirkt das alles trotzdem sehr beschaulich. Bei unserem Besuch ist hier deutlich weniger los als an der Küste.

 

Der Ort bildet ein Ensemble mit  Elementen aus dem Mittelalter, Gotik, Barock und Renaissance. Fast könnte man denken, man befände sich in einem großen Freilichtmuseum. Der besondere Charme von Obidos liegt aber darin, dass in den engen Gasse und zwischen den alten Gebäuden zwar die Zeit stehengeblieben zu sein scheint, der Ort aber auch von Einheimsichen bewohnt und nicht nur von Touristen bevölkert wird.... auch wenn es reichlich Lokale und Souvenier- bzw. Kunsthandwerkshops gibt

 

Wir machen uns auf zu einem Rundgang durch die Stadt. Die Burg innerhalb der Stadtmauer wurde unter der maurischen Herrschaft erbaut und nach der Rückeroberung durch die Christen im Jahre 1148 mehrmals umgebaut und vergrößert. Besonders schön ist ein Rundgang auf der Stadtmauer. Diese stmmt aus dem 16. Jahrhundert, ist unverändert erhalten geblieben und  auch heute noch vollständig begehbar. Steile Treppen und ein Fehlen jeglicher Art von Geländer zur Innenseite  machen den Weg oberhalb der Häuser aber zu  einer Herausforderung für Menschen mit Höhenangst. Immer wieer trifft man hier auch auf die für Portugal so typischen Azulejos, Mosaiken, zusammengesetzt aus bunten, zumeist im Wesentlichen blauen und quadratischen Kacheln. Die Kirche Santa Maria aus dem 12. Jahrhundert ist mit Azulejos ausgekleidet.

 

Für uns gibt es nach der Tour zur Belohnung Anschluß einen Kaffee mit Gebäck in einer Bäckerei, in der direkt  vor unseren Augen in einem holzbefeuerten Ofen Brot gebacken wird.

 

Unser Stellplatz:

  • Obidos: kostenpflichtiger Parkplatz vor der Stadtmauer am Aquädukt, fussläufig in die Stadt (N 39°21'27",  W 9°09'26")

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Fotogalerie: Obidos

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Zwischen Meer und Urwald - von Figueira de Foz nach Aveiro

Costa Nova Streifenhäuser gestreifte Häuser
auffällig bunt gestreife Häuser in Costa Nova
Eukalyptuswald Eukalyptusbäume Wald
Eukalyptuswald

Das Wetter ist weiterhin schlecht. Wir wollen trotzdem wieder einmal versuchen Vögel zu beobachten. Das Salinengebiet vor dem von Spaniern dominierten Touristenort Figueira de Foz sieht sowohl auf der Karte als auch von der Straße aus interessant aus, man kommt aber mal wieder mit dem Auto nicht rein. Da es sowieso dank des Regens zu dunkel zum Fotografieren ist, ziehen wir weiter. Figueira wartet entlang der Küste mit großen Hotelkomplexen auf und ist sehr städtisch. Um so mehr überrascht uns, dass die  direkt an der Küste verlaufende Straße nördlich ausserhalb der Stadt  in eine unbefestige Piste übergeht.

 

Riesige Eukalyptusbäume und flechtenbewachsene Kiefern entführen uns in eine völlig andere Welt, die einem Regen- oder Urwald gleicht, auch wenn die diversen Grillplätze darauf hinweisen, dass das hier ein Naherholungsgebiet der angrenzenden Stadt ist. Bei  Bom Succeso liegt zwischen Wald und kleinen Dörfern eine Reihe idyllischer Seen. Leider hat das den Wasservögeln noch niemand gesagt, denn es sind keine da.

 

Weiter geht es entlang des Rio de Aveiro, der sich kilometerlang parallel zum Strand durch die Dünenlandschaft zieht. Auf beiden Seiten des Flusses liegen kleine Ferienorte. Besonders Costa  Nove fällt aufgrund seiner bunt gestreifen Häuer ins Auge. Wir verbringen die Nacht in Bracca mit Blick auf die in den Hafen von Aveiro ein- und auslaufenden Frachtschiffe. Lotsenboote unterstützen bei der Navigation durch die durch Molen eng begrenzte Flussausfahrt.

 

Unsere Wohnmobil-Stellplatz:

  • Barra vor Aveiro: Ria de Aveiro an der südlichen Mündung in der Nähe des Leuchtturm - Parkplätze entlang der Straße ohne VE

Ria de Aveiro

Moliceiro Boote Fischer Fischerei Ria de Aveiro

Fischer in ihren Moliceiro-Booten in Torreira

 

Am Morgen durchfahren wir Aveiro, dass mit seinen die Stadt durchziehenden Kanälen als das Venedig Portugal gilt. Auf den Kanälen fahren die für die Gegend typischen Moliceiro-Boote Touristen spazieren. Auch wenn das nett aussieht, ist das nicht so ganz unser Ding. Hinter Aveiro im Lagunengebiet des Ria de Aveiro gefällt es uns gleich viel besser. Von Tourismus ist hier außerhalb der Saison wieder nichts zu sehen. Nur die teilweise neu gemachten Bootsanleger deuten darauf hin, dass hier im Sommer deutlich mehr los ist.  An einem dieser Anlager, dem Porto de Abrigo de Bico, sehen wir seit langem wieder ein Wohnmobil aus Deutschland. Und.... es ist schon wieder ein Woelcke. Das Auto von Hanna und Udo aus Berlin ist etwas größer als unser Paul. Trotzdem ist das gleich wieder so eine Art Familientreffen. Wir unterhalten uns bestens, trinken zusammen einen Kaffee im Lokal um die Ecke und bleiben natürlich über Nacht.

 

Am nächsten Morgen ist das Wetter noch schlechter. Es hat jetzt auch noch angefangen zu stürmen. Nach einer ausgebiegen Autobesichtigung und dem Austausch von Reiseinfos entschließen wir uns, dem Sauwetter zu trotzen und auf die Aveiro gegenüberliegende Landzunge nach Torreira zu fahren. Wir werden belohnt, denn hier sehen wir die die Moliceiro-Boote noch im Einsatz. Mehre Fischer sind gerade beim Auslaufen, als wir im Hafen ankommen.

 

Den Rest des Tages machen wir noch einige Kilometer, denn irgendwann müssen wir auch wieder daran denken, die Heimreise anzutreten. Es sind noch über 2000 Kilometer bis nach Hause. So fahren wir auf dem kürzesten Weg durch Porto und Verbringen die Nacht in Via do Conde.

 

Unsere Stellplätze:

  • Porto de Abrigo de Bico: Parkplatz am Ria de Aveiro
  • Vila de Conde: Parkplatz an der nördliche Mündung des Rio Ave -  Avenida Julio Graca

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Land unter ....... entlang der Küste von Via do Conde bis  Beiro.

morgendlicher Blick mit dem Handy aus dem  Womo:  Die Sonne findet eine Lücke durch die Wolken nach einer stürmischen  Nacht
morgendlicher Blick mit dem Handy aus dem Womo: Die Sonne findet eine Lücke durch die Wolken nach einer stürmischen Nacht

Es regnet und regnet und regnet. Nordspanien empfängt uns wieder mit dem Wetter, mit dem es uns vor Wochen verabschiedet hat. Es scheint, dass es hier auch in der Zwischenzeit nicht anders war, denn die Hochwasser, deren Anfänge wir schon im Januar beobachten konnten, sind deutlich angeschwollen. Straßen und Wege sind überflutet oder sogar gesperrt, Wasser schießt aus Überläufen, aus denen man nur einen Rinnsal erwartet, Flüsse sind über die Ufer getreten, wo ein Stellplatz sein soll ist jetzt ein See.

 

Am Abend finden wir doch noch einen trockenen Platz an einem kleinen Hafen neben einer Pumpstation. Deren Pumpgeräusche können uns heute aber nicht stören, denn sie sind aufgrund des Sturm, der die ganze Nacht tobt, nicht zu hören.

 

Am nächsten Tag wollen wir eigentlich noch Santiago de Compostela. Da sich die Wetterlage aber immer noch nicht verändert hat und wir so wirklich keine Lust auf Stadtbesichtigung haben, suchen wir uns einen Stellplatz, um die Sache auszusitzen. Wir finden ihn in Boiro. Der Stellplatz liegt zwar an einer befahrenen Straße auf der dem Wasser abgewandten Seite, gewährt aber trotzdem eine fantastische Aussicht. Im wenige Meter entfernten Bistro "Estrella del Mar" gehen wir abends essen - immerhin ist Valentinstag. Wir sind die einzigen Gäste. Der Pulpo ist frisch, Bier und Wein süffig und der Kellner nett und sehr bemüht. Wenn stört es da noch, dass es heute Nacht nicht nur stürmt sondern auch noch hagelt.

 

Unser Wohnmobil-Stellplätze:

  • Arcade: Stellplatz am Hafen, mit Ver- und Entsorgung
  • Beiro, Aldea Magdalena: Stellplatz mit Ver- und Entsorgung, eigentlich kostenpflichtig, die Zahlstelle in der Stadt ist aber sonntags geschlossen und es kam auch niemand zum Kassieren vorbei.

Santiago de Compostela

Santiago de Compostela
Santiago de Compostela

von Santiago de Compostela nach A Coruna

 

Blauer Himmel - ein ungewohnter Anblick. Es  fällt immer noch der ein oder andere Regenschauer aus den über den Himmel rasenden Wolken und der Wind ist eisig. Trotzdem machen wir uns auf den Weg nach Santiago de Compostela - endlich mal wieder ein Weltkulturerbe.

 

Eigentlich nähert man sich der Wallfahrtsstadt als Pilger entlang des Jakobswegs zu Fuß.  Erstmals urkundlich erwähnt in der Mitte des 11. Jahrhunderts entwickelte sich die Wahlfahrt nach Santiago de Compostela im Mittelalter neben Rom und Jerusalem zu einem dritten Zentrum christlicher Pilgerreisen. Häufig sind wir während unserer Reisen vielen Teilen Europas schon auf Schilder gestoßen, die auf den Weg hinweisen, doch erst in Nordspanien vereinigen sich all diese "Wege der Jakobspilger" zum eigentlichen Camino de Santiago (Jakobsweg).  Unsere Pilgerreise beschränkt sich auf die knapp 2 Kilometer vom bewachten Parkplatz am Rande der Innenstadt bis hinein in die Fußgängerzone.

 

In der Kathedrale der Stadt sollen die Gebeine des Apostel Jakobus zu finden sein. Die Wallfahrt hat in den letzten Jahren einen echten Hype erfahren. Kamen vor 40 Jahren nach keine hundert Pilger, waren es in den letzten Jahren ca. 250.000 pro Jahr. Wir vermuten aber, dass der Pilgerstrom im Sommer größer sein muss, den wir können die Kathedrale in aller Ruhe bsichtigen und einen Blick auf den silbernen Reliquienschrein werfen. Der ursprünglich romanische Bau des Gotteshauses wurde immer wieder ergänzt, trotzdem hat er seine Erhabenheit bewahrt.  Auch die die puttengeschmückte Orgel und der goldglänzende Altarbereich tut dem keinen Abbruch. Auch die übrige Altstadt ist sehenswert. Trotzdem wollen wir heute noch weiter. Wir fahren bis zur Küste, wo wir die Nacht in der Nähe von A Coruna verbringen.

 

Unser Stellplatz:

  • A Coruna, Poblado Portino: Stellplatz mit Ver- und Entsorgung oberhalb eines kleine Fischerhafens

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Herkulesturm in A Coruna

Windrose - Skulpturenpark am Herkulesturm
Windrose - Skulpturenpark am Herkulesturm

Der neue Tag beginnt mit Sonne und schon wieder mit einem Weltkulturerbe. Der Herkulessturm ist das Wahrzeichen der etwa 250.000 Einwohner zählenden Stadt A Coruna. Gebaut durch die Römer im  frühen 2. Jahrhundert nach Christi ist der Leuchtturm auch heute noch in Betrieb. Das Äußere des Turm ist klassizistisch, da er im 18. Jahrhundert renoviert und umgebaut wurde, im Innern steckt aber auch noch heute der römische Kern.

 

Imposant erhebt sich der Turm auf einer Halbinsel vor der Stadt, umgeben von einem sich über 47 Hektar erstreckenden Skulpturenpark. Das  Blog-Bild zeigt die Windrose des Künstlers Javier Correa aus dem Jahr 1952 mit dem Herkulessturm im Hintergrund. Durch die Aufnahme mit der Panoramfunktion des Mobiltelefons ergibt sich die verfremdete Darstellung des eigentlich runden Mosaiks.

 

Wie viele spanische Städte wird  auch die mehrere Kilometer lange Strandpromenade durch Wohnblocks bestimmt. Diese sind hier aber so abwechslungsreich, dass die Front nicht abweisend, sondern in Verbindung mit dem vorgelagerten Park, äußerst attraktiv und einladend erscheint.

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Foz: Stellplatz am Hafen

Reservade Sueve und Mirador del Fito und San Vincente de laBarquera

Mirador del Fito
Mirador del Fito

Entlang der spanischen Küste bis nach Biarritz in Frankreich

 

Wir düsen über die bis Bilbao kostenfrei Autobahn Richtung Frankreich und kommen gut voran, verlassen die Autobahn aber sobald sie mautpflichtig wird. Ein Abstecher ins Inland führt uns in das Reserva de Sueve. Vom Mirador del Fito hat meinen einen herrlichen Blick vom Meer bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln des Nationalparks Picos de Europe.

 

Ein zweiter Abstecher bringt uns an die Küste nach San Vincente de la Barquera, einem ganz entzückenden Küstenort, den wir aufgrund des schlechten Wetters aber nicht weiter erkunden. Hinter dem Ort finden wir einen Parkplatz für die Nacht auf einem Strandparkplatz, wo bereits ein anderes deutsches Wohnmobil steht. Eigentlich ist hier Camping nicht erlaubt. Ganz ausnahmsweise ignorieren wir das Verbot – die Höhenbegrenzung ist demontiert. Arbeiter sammeln angespülten Tang ein und nehmen von uns wie auch einige Surfer keine Notiz. Man sieht deutlich, dass der Platz während der Stürme der letzten Tage häufiger überschwemmt war. Hoffentlich steigt die Flut heute Nacht nicht so hoch, 

 

Unsere Wohnmobil-Stellplätze:

  • San Vincente de la Barquera: Strandparkplatz
  • Ondres Plage: Stellplatz auf Strandparkplatz, im Winter kostenfrei, VE in Februar abgestellt
    (Anmerkung aus dem März 2020: diesen Stellplatz gibt es leider nicht mehr)

 

 San Vincente de la Barquera
San Vincente de la Barquera

Richtung Albi - Weltkulturerbe mit Charme

Ondres Plage
Ondres Plage

Beim Aufwachen scheint uns die Sonne ins Gesicht, was Iris dazu verleitet, unseren letzten Tag an der Küste für einen Strandlauf entlang des Ozeans zu nutzen. Am Stand wird klar, wie schwer das Wetter in der vergangenen Zeit gewütet haben muss. An der sich tief in die Dünen ziehenden Spülsaumkante liegt nicht nur viel Unrat sondern auch viele große Stämme bis hin zu ganzen Bäumen. Der Sand ist aufgewühlt und das Laufen mit dem wieder einsetzenden Regen kein wirkliches Vergnügen.

 

Wir verlassen gegen Mittag die Küste und fahren über Dax Richtung Osten. Zuerst kommen wir gut voran. Erst bei Toulouse geraten wir in den freitaglichen Feierabendverkehr und sehen von der Stadt nicht viel mehr als Stau von dem aus wir aber einen kurzen Blick auf die Garonne und auf das Airbus-Werk erhaschen können.

 

Es ist schon Dunkel als wir nach Albi kommen und uns im Gewirr der Straßen auf der Suche nach dem Stellplatz auf dem Parkplatz an der Kathedrale verlieren. Die Suche wir nach dadurch erschwert, dass in der Innenstadt ein Jahrmarkt aufgebaut ist.

 

Letztlich finden wir aber doch eine Platz und machen uns auf zu einem Nachtspaziergang durch die Stadt, deren Altstadt mit der Kathedrale mal wieder in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Es ist 22 Uhr und die Stadt wie ausgestorben, obwohl es Freitagabend ist. Umso beeindruckender ist unser Rundgang entlang der gothischen Backsteinkirche, die fast wie eine Festung wirkt, bis hin zur frisch renovierten Markthalle.

  • Albi: Parkplatz an der Kathedrale – ausgewiesener Bereich für Wohnmobile
  • Albi – alternativ: Parkplatz am Friedhof mit VE

 


Gorges du Tarn (Cévennen): Tiefe Schlucht und einsame Dörfer

"getarnte" Dörfer entlang der Tarn-Schlucht
"getarnte" Dörfer entlang der Tarn-Schlucht

Von Albi nach Florac

Am nächsten Tag kommen wir mit Renate und Christian aus der Oberpfalz ins Gespräch, die mit ihrem Campingbus noch ganz am Anfang ihrer Reise nach Portugal stehen. Wir gehen gemeinsam einen Kaffee in der jetzt plötzlich belebten Stadt trinken und werfen einen Blick auf das quirlige Leben in der Markhalle.

 

Wir wollen heuten noch in die Cévennen, die in der Zusammenschau von Nationalpark, geschichtlichen Zeugnissen und erhaltener Kultur ein Welterbe UNESCO darstellen. Die uns zur Verfügung stehende Zeit genügt nicht, die Region zu erkunden.

 

Wenigstens wollen wir aber die Gorge de Tarn durchfahren, welche zu den Highlights der Region gehört soll. Und das ist sie auch. Im Nordosten  von Millau gelegen, führt die Schlucht von Sainte-Enimie im Osten über 35 Kilometer bis Le Rozier im Westen. Tief schneidet sich die Schlucht in die Felsen. Die Strasse windet sich spektakulär zwischen den bis zu 500 Meter hohen Felswänden und und dem Fluss Tarn, unter Felsüberhängen hindurch und durch enge Tunnel.

 

Kleine Dörfer und Burgen wirken wie an die Felsen angeklebt und sind kaum zu sehen, da sie aus dem Stein der Schlucht gebaut sind. Es gibt sogar Häuser deren Zugang und Versorgung nur über den Fluß überspannende Seilbahnen möglich ist.

 

Gegen Abend suchen wir uns im Örtchen Florac einen Stellplatz. Kurz nach uns trudelt ein mit viel Gepäck beladener Fahrradfahrer auf dem Parkplatz ein und baut hinter unserem Auto sein Zelt auf. Als er fertig ist, holt er die Gitarre raus und beginnt zu spielen.Wir kommen ins Gespräch und laden ihn zum Aufwärmen ins Auto ein. Dabei erfahren wir, dass der selbständige Bierbrauer aus Bayern regelmäßig per Fahrrad in Frankreich unterwegs ist, um sein Französisch zu verbessern und nebenbei die ein oder andere Brauerei zu besichtigen. Mehr Infos zu Manfred und seiner Brauerei gibt es in unserer Rubrik "unterwegs getroffen":  hier klicken.

 

Unser Stellplatz:

  • Florac: Stellplatz auf Parkplatz mit VE oberhalb der Stadt, Avenue Michel Gillibert

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Ardeche - "Domaine de Baffie"

Von Florac in den Cevennen nach Les Ollières sur Eyrieux in der Ardeche

 

Heute geht es für uns von den Cevennen in die Ardeche. Dort wollen wir Christine und Pierre aus Belgien besuchen, die wir auf unserer Nordlandtour im letzten Jahr kennengelernt haben und die gerade in ihrem Ferienhaus in der Ardeche sind.

 

Auch die Ardeche wird dominiert von kleinen Dörfern entlang enger und steiler Strasse. Je weiter uns unser Weg führt, umso weniger spektakulär sind allerdings die Schluchten, immer mehr weichen sie breiten Tälern.  Bis in die Mitte des letzten Jahres blühte hier die Landwirtschaft. Riesiege Mengen von Kastanien wurden geerntet, Pfirsich- und Kirschbäume lieferten Obst für Kunden bis hin im entfernten Paris.

 

Wichtig waren aber auch Maulbeerbaumplantagen, die das Futter für Seidenraupen lieferten und die damit die Basis der hiesigen Seidenproduktion bildeten. Zuerst kam die Seidenproduktion durch Krankheiten, dann aber auch durch die zunehmende Konkurrenz günstigerer Importseide aus Asien in die Krise. Dann ruinierte ein Pilz die Kastanienerten. Die Region verarmte. Viele Menschen zogen weg, wovon noch heute viele verlassenen Häuser zeugen. Erst Gegen Ende des letzten Jahrhunderts brachte der Tourismus wieder einen gewissen Aufschwung.

 

Gegen Abend erreichen wir nach einigem Suchen in der Nähe des Ortes Les Ollières sur Eyrieux die "Domaine de Baffie", das Ferienhaus unserer belgischen Bekannten. Eigentlich handelt es sich dabei um ein aus mehreren kleinen Häusern, Scheunen und Anbauten bestehendes Gebäude, dessen ältester Teil bis ins 17. Jahrhundert zurück datiert und das typisch für die Region ist. In der Scheune wurden früher Seidenraupen gezüchtet. Noch heute erinnert viel daran, unter anderem sind Überreste der Beheizung zu sehen, den Seidenraupen brauchen viel Wärme.

 

Update: Bei einem erneuten Besuch begleiten wir Christine beim Einkaufen. Die Auslage der kleinen Metzgereien überzeugt uns, auf dem Markt bieten regionale Produzenten ihre Produkte an. Hier kann man nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Honig, Nüsse oder die biologisch angebauten Produkte einer landwirtschaftlichen Kommune kaufen. Ein paar Brocken Französisch erleichtern die Verständigung, sind aber nicht notwendig. Man kann sich ja immer noch mit Händen und Füßen unterhalten.

 

Unser Stellplatz:

  • privat bei Christine und Pierre

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Exkurs: Geschichte der Hugenotten in der Ardeche und in den Cevennen

Von Les Ollières sur Eyrieux nach Randeviller in der Nähe von Besancon

Unser Reisebekanntschaften, Christine und Pierre aus Belgien, die in der Ardeche ein Ferienahus besitzen, bringen uns die Kultur der Ardeche näher. Wir besuchen eine kleine Kirche, die von den katholischen Bewohnern des kleinen Orts Saint Vincent de Durfort in Eigenregie restauriert wurde. Direkt nebenan steht ein protestanticher Tempel (evangelische Kirchen werden hier so genannt), der völlig schmucklos ist und auch keinen Turm besitzt.

 

Dieses für uns außergewöhnliche Gebäude bringt uns dazu, uns ein wenig mit der Geschichte der Protestanten in Frankreich zu beschäftigen. Frankfreichs Bevölkerung ist in der Hauptsache katholisch - Protestenten stellen auch heute nur eine Minderheit darstellen.

 

Die Cevennen und die Ardeche bildeten währen der Protestantenverfolgung und den Hugenottenkriegen im 16. Jahrhundert die letzten Rückzugsräume der Hugenotten, in denen sie sich Partisanenkämpfe mit dem Militär lieferten. Die Religionsausübung erfolgte im Geheimen, man lebte sehr zurückgezogen, Fremden gegenüber war man äußert misstrauisch. Wenn man dies weiß, sieht man Zeichen dafür auch noch heute. Die Dörfer sind oft noch immer schwer zugänglich, Häuser wirken wie kleinen Burgen, Fensterläden bleiben häufig auch noch am Tag geschlossen. Christine erzählt, wie schwer es für ihre Eltern war, in der Dorfgemeinschaft Fuß zu fassen, als sie das Ferienhaus vor 50 Jahren kauften.

 

In vielen Häusern gab und gibt es versteckte Räume. Hier konnten sich sich verfolgte Menschen verbergen oder es wurden Gegenstände versteckt, die die die Zugehörigkeit zum Protestantismus hätten verraten können. Auch in der Domaine de Baffie lässt die fehlende Übereinstimmung zweier Wände im Obergeschoss vermuten, dass es dort einen solchen Raum geben könnte.

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zurück in Deutschland

von der Ardeche ohne Autobahn an den Rhein bei Karlsruhe

zurück am Rhein
zurück am Rhein

Unsere Reise neigt sich dem Ende zu . Obwohl wir acht Wochen unterwegs waren, haben wir mal wieder den Eindruck, dass sie trotzdem zu kurz war. Wir könnten einfach so weitermachen. Da wir aber Termine haben, bleibt uns nichts anderes übrig, als zurückzufahren. Wir übernachten noch einmal in Frankfreich in der Nähe von Besancon auf einem Stellplatz, den wir auf unserer Hinreise entdeckt haben und der uns sehr gut gefallen hat. Danach soll es zu unserem Ausbauer Woelcke in Heimsheim weitergehen, denn wir sind zur Dichtigkeitsprüfung angemeldet.

 

Kaum in Deutschland leuchtet Pauls Motorkontrollleuchte auf. Das darf doch nicht wahr sein. Kaum zurück und schon Probleme. Die Mercedes-Hotline hilft uns aber weiter und vermittelt einen Termin bei einer Mercedes-Werkstatt, die eine Spätschicht anbietet. Das ist wirklich prima. Glücklicherweise erweist sich das Ganze als falscher Alarm. Das Auslesen der Motorsteuerung ergibt, dass der Commonrail-Sensor während des Starts eine einmalige Fehlermeldung abgeben hat. Diese hat sich nicht wiederholt. Paul hat sich offenbar verschluckt. Hoffentlich bleibt es dabei und es ergibt sich nicht doch noch etwas Ernstes daraus. Mit neuer Motorsoftware werden wir gegen 20 Uhr als geheilt entlassen.

 

Wir fahren weiter nach Heimsheim, um im Wendehammer neben der Werkshalle zu übernachten, wie es offenbar alle "Woelckes" tun, und trauen unseren Augen nicht: Ronnie, Martin und ihr "Benz", die Autarkfahrer, die wir in Südportugal kennengelernt und die wir  "gestalkt" haben, dass heißt, deren Stellplatztipps wir gefolgt sind, sind auch da. Nicht zu übersehen und auch nicht zu verkennen, ist der auf Stützen stehende "Benz". Auch sie haben am nächsten Tag einen Termin bei Woelcke, um einige gewünschte Änderungen zu besprechen. Am nächsten Tag tauschen wir noch bei einem Kaffee Erfahrungen aus und versprechen, demnächst einmal im Bergischen Land vorbeizukommen.

 

Wir machen uns auf zu unserem Lieblingsplatz am Rhein in der Nähe von Karlsruhe, wo wir die nächsten zwei Tage frei stehen werden, bevor uns die Pflicht zurück nach Heidelberg ruft.

 

Unser Stellplatz: Randeviller, Stellplatz oberhalb des Orts

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Reisetipps zu den Ländern Portugal und Spanien:


Reise-Tipps: mit dem Wohnmobil nach Spanien

Reisetipps zu Spanien und Portugal

Reisetipps für Wohnmobilreisende zu Spanien

 

Unsere Erfahrungen und alles, was uns so aufgefallen ist:

Spanien läßt sich mit dem Wohnmobil gut bereisen. Es ist ein beliebtes Reiseland für alle Nordeuropäer - vor allem in der kalten Jahreszeit.Vor allem die Ostküste und der Süden Spaniens sind gern besuchte Überwinterungsorte  bei Wohnmobilisten aus Frankreich, Deutschland, England und auch Skandinavien. Entsprechend ist die Infrastruktur für Reisende gut ausgebaut. Manche Dinge sind trotzdessen ein wenig schwierig:

 

Freies Stehen

ist scheinbar erlaubt oder wird toleriert, allerdings ist Camping-Verhalten wie Stühle und Tische, Markise, Wäsche trocknen, aber auch Keile und Hubstützen nicht erlaubt und oft sogar explizit verboten.


Maut:

die meisten Autobahnen sind kostenlos. Nur die Autobahnen mit einem "P", z.B. "AP7" kosten Maut. Die "A7" hingegen kostet nichts. In den kommenden Jahren soll die Maut in Spanien abgeschafft werden. Auf unserer Reise 2020 in Richtung Marokko waren die ersten ehemals kostenpflichtigen Autobahnen bereits kostenfrei. Mehr Informationen findet man dazu im Internet.


Bäcker:

In Spanien gibt es nur wenige Bäcker. Wer frisches Brot kaufen möchte, muss das in der Regel in einem Supermarkt machen.


Einkaufen:

LIDL breitet sich immer mehr aus. Keiner muss auf deutsche Produkte hier "verzichten".


Sprit:

Der Spritpreis variiert von Tankstelle zu Tankstelle. Mit Abstand am günstigsten sind die Tankstellen an den großen Supermärkten


Essen gehen:

Mittagsmenue oft sehr günstig


LPG tanken

Fest eingebaute Gastankflasche lassen sich in Spanien an vielen Tankstellen gur betanken.

 

Gasflaschen

Der Tausch oder das Auffüllen von deutschen Gasflaschen soll in Spanien sehr schwer bis kaum möglich sein. Anscheinend gibt es bei Repsol oder anderen Tankstellenketen Tankflaschen zu kaufen bzw. zu  mieten, die man dann überall an den entsprechenden Tankstellen tauschen kann.

 

Sehenswürdigkeiten

Informationen bei Sehenswürdigkeiten oft nur in spanisch (oder katanisch).

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Besuche seit dem 27.10.20

Reise-Tipps: mit dem Wohnmobil nach Portugal

Insider-Tipps
für Wohnmobilreisende zu Portugal

 

Unsere Erfahrungen und alles, was uns so aufgefallen ist:

Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt knapp 600 Kilometer, die Ost-West-Ausdehnung rund 230 Kilometer. Etwa 10 Millionen Einwohner teilen sich rund 100.000 Quadratmeter Fläche. Mit 115 Einwohner / qkm ist das Land recht dünn besiedelt (im Vergleich: Deutschland: 230 Einwohner / qkm). Die Amtssprache ist portugiesisch, knapp 80% aller Portugiesen sind römisch-katholischen Glaubens.

 

Vom grünen Norden mit wild romantischen Ge­birgs­land­schaften und wunderschönen Flusstäler, unzähligen kleinen Fischerdörfern an der rauen Westküste bis hin zu stillen Buchten mit kilometerlangen Sandstränden im Süden ist für jeden etwas dabei. Und mitten drin - die beiden Metropolen Porto und Lissabon.

 

Klima

In Portugal findet man ein gemäßigtes Klima mit heißen Sommern und regenreichen Wintern vor, das je nach Region von atlantischen, kontinentalen und mediterranen Einflüssen geprägt ist. Abhängig davon, welche Region besucht und zu welcher Jahreszeit nach Portugal gereist wird, erfreut das Land mit viel Sonnenschein und ist somit ein ideales Reiseziel.

 

Je nach Höhenlage und Nähe zur Küste variiert das Klima stark. So ist es im bergigen Norden in der Regel kälter und regenreicher, während Lissabon, der Alentejo und die Algarve lange, heiße Sommer mit Temperaturen von bis zu 35-40°C aufweisen. Im Landesinneren herrscht dagegen recht mildes Klima und je weiter man sich von der Küste entfernt, desto geringer wird die Luftfeuchtigkeit.

 

Daraus ergeben sich die besten Reisezeiten:

  • Beste Reisezeit für eine Sommerreise an die Küsten:
  • Mai – September, jedoch sehr hohe Temperaturen im Juli und August
  • Beste Reisezeit für Städtetrips: Frühling und Herbst
  • Beste Reisezeit im Winter: Dezember bis April

Aufgrund der klimatischen Bedingungen kann es in den Sommermonaten in Portugal immer wieder zu massiven Busch- und Waldbränden kommen, die auch die Infrastruktur sowie den Tourismus beeinträchtigen können. Reisende sollten bei Fahrten in bewaldete Gebiete besonders vorsichtig sein und auf entsprechende Meldungen in den Medien und Hinweise der lokalen Behörden wie z.B. der Nationalen Zivilschutzbehörde (www.prociv.pt/en-us) achten.

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Einreise

Die Einreise nach Portugal wie auch nach Spanien ist für deutsche Staatsangehörige mit dem Reisepass, einem vorläufigen Reisepass, dem Personalausweis, einem gültigen vorläufiger Personalausweis oder Kinderreisepass möglich.

 

Pfefferspray

Wohnmobilfahrer, die Pfefferspray in ihrem Fahrzeug mitführen, müssen wissen, dass Pfefferspray in Portugal unter die Bestimmungen des Waffengesetzes fällt. Der Besitz ist nur Inhabern eines Waffenscheins der Kat. E erlaubt. Zuwiderhandlungen haben in der Regel Strafanzeige zur Folge. Somit sollte das Pfefferspray besser zuhause bleiben.

 

Einreise mit Haustieren

 Hunde, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern benötigen bei Einreise einen EU-Heimtierausweis (pet pass) bzw. einen nationalen Heimtierausweis und müssen als Kennung einen implantierten Mikrochip am Hals tragen. Aus dem Ausweis muss hervorgehen, dass das Tier eine gültige Impfung gegen Tollwut bzw. eine Auffrischungsimpfung hat.

 

Weiterreise mit Hund nach Marokko

Möchte man mit Hund nach Marokko weiterreisen, ist es zwingend erforderlich, dass man für den Hund ein gültiges Tollwut-Titer-Zertifikat vorlegen kann und die Folgeimpfung für Tollwut nicht um einen einzigen Tag überzogen ist. Ist dies nicht der Fall und ist der Hund erst einmal in Afrika, wird ihm die Einreise zurück nach Europa verweigert und er kommt für drei Monate in Quarantäne! Hier sollte man sich vor Antritt der Reise sehr genau informieren, denn die Titer-Bestimmung kann erst 30 Tage nach der Immunisierung durchgeführt werden.

 

Verkehr:

In Portugal gilt die 0,5 Promille Grenze. Für Fahranfänger, die nicht mehr als Jahre Fahrerfahrung haben, gilt die strenge Grenze von 0,2 Promille.

Telefonieren bzw. ein Handy am Steuer ist verboten und kostet schnell 120 EUR

Bei einem Unfall oder einer Panne sollte man eine Warnweste nach EU-Norm 471 tragen.

gelbe Markierungen am Straßenrand sind Halte- und Parkverbotszonen. Wer diese missachtet, muss mit Abschleppen oder einer Kralle sowie einem empfindlichen Bußgeld rechnen, das oft sogar direkt vor Ort bezahlt werden muss.

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Geschwindigkeitsbegrenzungen:

  •  innerhalb geschlossener Ortschaften: 50 km/h
  • außerhalb geschlossener Ortschaften: 90-100 km/h
  • Autobahn: 120 km/h

 Das Schild "Velocidade Controlada" weist darauf hin, dass eine Geschwindigkeitskontrolle mit einer folgenden Ampel verknüpft ist. Ist man zu schnell, schaltet die Ampel auf rot.

 

Uns ist aufgefallen, dass Portugiesen oft sehr dicht auffahren. Als Womo-Fahrer sollte man darauf vorbereitet sein, Ruhe bewahren und eine Gelegenheit suchen, den Drängler vorbei zu lassen. Wir hatten allerdings nie das Gefühl, das das Drängeln in Portugal - im Gegensatz zu Deutschland - etwas mit Aggression zu tun hat. Oft saßen auch ältere und total entspannte Menschen im Auto.

 

Auch überholen Portugiesen oft, obwohl es die Situation noch nicht wirklich erlaubt. Hier wird darauf spekuliert, dass die oft vorhandenen Standspuren genutzt werden. Jeder Portugal-Fahrer wird diese Situation erleben und bald erkennen, dass das "Normal" ist und sich kein portugiesischer Fahrer darüber aufregt. Auf hier sollte man einfach nur vorbereitet sein.

 

Maut

Wer seine Portugalreise genießen möchte, sollte die Autobahnen meiden. Möchte man allerdings schnell vorwärts kommen, so bietet sich die mautpflichtigen Autobahnen mit Sicherheit an, denn sie sind wegen der anfallenden Kosten meist recht leer. Der Preis errechnet sich aus der Fahrzeug-Kategorie (die meisten Womos sind Klasse 2) und Nutzungsdauer. Wir haben auf unseren Reisen keine Autobahn benutzt.

 

Das Bezahlen der Maut soll ein wenig kompliziert sein. Es gibt eine Vignette, eine On-Board-Unit oder aber auch Möglichkeiten, im Nachhinein z.B. bei der Post zu zahlen. Wer die Autobahn nutzten möchte sollte sich im Vorfeld genau informieren.

 

Gas Tanken:

Der Tausch oder das Auffüllen deutschen Gasflaschen ist in Portugal nur schwer möglich. Wir haben allerdings gehört, dass man sich an Repsol- oder Cepsa-Tankstellen portugiesische Flaschen für die Zeit des Urlaubs leihen kann. Wer das tun möchte, sollte für die portugiesische Flasche Platz in seinem Gasfach frei halten.

 

Hat man eine fest eingebaute Gastankflasche an Bord, ist man fein raus. LPG zu tanken ist in Portugal an vielen Tankstellen möglich, den richtigen Adapter sollte man allerdings sicherheitshalber dabei haben.

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Übernachten im Wohnmobil:

Ob man lieber auf einen Campingplatz mit mehr oder weniger Komfort oder einen einfachen Wohnmobilstellplatz möchte, muss jeder für sich entscheiden. Beides gibt es in Hülle und Fülle. Vor allen in der Touristikhochburgen reiht sich ein Campingplatz an den anderen. Aber auch in abgelegenen Teilen der Iberischen Halbinsel findet man immer wieder z.T. kleine, aber mit viel Liebe angelegte Stellplätze, oft sogar mit Ver- und Entsorgung für kleines Geld. Nicht selten ist die Übernachtung sogar kostenlos. Für das Auffinden von Übernachtungsplätzen nutzen wir vor allen park4night (www.park4night.com), Campercontact (www.campercontact.com ) oder meinwomo (www.meinwomo.net). Einige dieser Seiten gibt es auch als App für das Smartphone.

 

freies Übernachten:

"Wildes Campen" und "freies Übernachten" ist ein schwieriges Thema. Man liest immer wieder, dass es in Portugal nicht erlaubt ist, aber eine abgesicherte Auskunft haben wir nirgends bekommen. Daher möchten wir nur kurz unsere Erfahrungen schildern:

 

Immer wieder findet man an besonders schönen Plätzen Ansammlungen von Wohnmobilen, die, sobald sich eine gewisse Wohnmobildichte angesammelt hat, auch durch die Polizei geräumt werden. Wenn wir "frei" übernachtet haben, dann auf einem ruhigen Plätzchen abseits des Trubels. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass vorbeifahrenden Streifenwagen - wenn Sie uns denn entdeckt haben - immer ein Auge zugedrückt haben. Allerdings verzichteten wir an solchen Plätzen komplett auf "Camping", d.h. Stühle, Tische und Grill blieben im Auto, die Markise eingerollt.

 

Noch ein Tipp:

Hippies stehen mit ihren "Wohnungen auf 4 Rädern" gern auf einsamen Parkplätzen in Strandnähe. Werden Sie von der Polizei entdeckt, werden sie oft zur Kasse gebeten. Steht man zufällig ganz in der Nähe, kassiert die Polizei aus "Solidarität" gleich alle Übernachter vor Ort ab - und das kann ein teures Vergnügen werden.

 

Sicherheit

Nach unserem Empfinden ist Portugal ein sicheres Land, aber Vorbeugen ist allemal besser. Man sollte sich vor der Abreise seine Gedanken machen und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Auch eine vorher klar definierte Prozedur beim Verlassen des Fahrzeugs ist hilfreich, nichts zu vergessen. Bei uns macht einer alles zu, der andere kontrolliert!

 

Selbstverständlich ist es natürlich, keinerlei Wertsachen frei sichtbar im Wohnmobil liegen zu lassen. Offene Fenster und Türen sind Einladungen für Gelegenheitsdiebe.

 

Grundsätzlich sollte man es einem Einbrecher so schwer machen wie möglich - und das soll er auch von außen sehen! Ein Großteil der Einbrüche erfolgt über die Fahrer- bzw. Beifahrertür, ein Seitenfenster ist schnell eingeschlagen und der Weg ins Innere frei. Hier sollte man sich Gedanken machen, wie man die Fahrerhaustüren zum Beispiel durch eine gut sichtbar Kette zusammenschließt. Weitere Sicherheitsmaßnahmen wären u.a. Alarmanlagen und Tür- und Fenstersicherungssysteme.

 

Ein gutes Mittel, sich vor großem Schaden zu schützen ist es, einfach nichts Wertvolles mit zu nehmen, bzw. im Wagen liegen zu lassen.

 

Aber auch die Wahl des Park- oder Stellplatzes sollte wohl überlegt sein. Auch ein offizieller Stellplatz ist nicht unbedingt sicher. Bierflaschen und anderer Müll können Hinweise sein, dass sich hier Jugendliche am Abend die Zeit vertreiben. Unser Motto ist, wenn wir uns auf einem Platz nicht wohlfühlen, fahren wir weiter.

 

Menschenleere oder schlecht beleuchtete Straßen meiden wir. Besonders vorsichtig sind wir an Orten mit Menschenmassen oder auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Vor allen in den historischen Straßenbahnen von Lissabon sollte man vorsichtig sein. Unsere Wertsachen tragen wir versteckt, die Fotoausrüstung in speziellen Taschen mit Diebstahlschutz.

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Einkaufen:

Wer auf deutsche Produkte nicht verzichten möchte, findet in Portugal flächendeckend Filialen von deutschen Discountern. Mit Bäckern ist das ein wenig anders, denn auf der ganzen Iberischen Halbinsel gibt es nur wenige Bäcker. Wer frisches Brot kaufen möchte, muss das in der Regel auf einen Supermarkt zurückgreifen.

 

Portugiesische Küche

Die Portugiesische Küche ist vor allem von der Seefahrt geprägt. Wichtige Bestandteile der Küche sind Gewürze wie Koriander, Chili, Zimt, Kardamon, Ingwer oder Früchte wie Tomaten, Kartoffeln und Paprika, die die Seemänner aus Übersee mitbrachten. Hinzu kommt der Fisch aus dem nahen Meer und das Fleisch aus dem Binnenland.

 

Vor allem Chili hat es den Portugiesen angetan. Piri-Piri ist nicht nur die Bezeichnung der Schote, sondern auch von Soßen, die die Portugiesen in allen Schärfevariationen lieben.

 

Restaurant:

Da die Lebensunterhaltskosten für uns Deutsche in Portugal sehr günstig sind, ist auch Essen gehen erschwinglich. Vor allem mittags bieten viele Restaurants kostengünstige und gute Tagesmenüs.

 

Betritt man ein Restaurant, wartet man, bis einem ein Tisch zugewiesen wird. Hat man sich gesetzt, werden einem in der Regel ein paar Appetitanreger auf den Tisch gestellt. Hat man sie konsumiert, werden sie später auf der Rechnung mit ausgewiesen. Sollten diese Häppchen nicht nur aus Oliven, Weißbrot, Butter, Käse und Pasteten, sondern - aufwendig hergestellt - aus Tintenfisch-Salat oder Garnelen bestehen, sollte man sich den Verzehr überlegen, denn sie schlagen sich oft deutlich in der Rechnung nieder. Neben dem kostenlosen Leitungswasser, das an den Tisch gebracht wird, sollte man auch andere Getränke bestellen.

 

Rechnung und Trinkgeld

Die Rechnung "a conta" bringt der Kellner meist auf einem kleinen Teller. Aber anders als in Deutschland schlägt man das Trinkgeld nicht gleich auf die Rechnung, sondern zahlt zuerst den ausgewiesenen Betrag. Wenn der Kellner dann das Wechselgeld auf dem Teller zurückbringt, lässt der man das Trinkgeld darauf liegen. 10 bis 15 Prozent Trinkgeld sind in der Gastronomie üblich.

 

Telefonieren und Internet:

Bisher war das Telefonieren und das Internet auf Reisen ins Ausland immer ein großes Problem. Aber seit Mitte Juni 2017 muss man sich auf Reisen in die EU kaum noch Sorgen mehr über Roaming-Gebühren machen, wenn man mit dem Handy oder Notebook mobil im Internet surfen möchte. Mit dem Wegfall der Roaminggebühren stehen einem in der Regel jetzt auch im EU-Ausland die gewohnten Volumina des Heimattarifs zur Verfügung. Aber Achtung: Die neuen Roaming-Regeln gelten ausschließlich in den Ländern der EU sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein, also nicht in allen Ländern Europas!

 

Ausnahmen kann es auch bei Tarifen geben, die unbegrenzte oder umfangreiche Surf-Flatrates enthalten. Hier kann durch den Mobilfunkanbieter eine Grenze eingerichtet werden. Neuerdings werden von einigen Anbietern auch wieder Tarife angeboten, die ausschließich in Deutschland gelten. Hier sollte man bei Abschluss eines neuen Vertrages aufpassen.

 

Wichtig vor jeder Reise ist, dass man sich im Vorfeld hinreichend informiert, was der eigene Vertrag beinhaltet und was nicht. Hat man dies versäumt, erhält man von den meisten Mobilfunkanbietern bei Grenzübertritt eine SMS. Diese sollte man genau lesen, denn sie enthält meist Informationen über die Gebühren im Einreiseland.

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Zähler für interne Zwecke (22.05.20)



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