Naturparadiese in Marokko


Das Draa-Tal: unverfälschtes Marokko


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Erg Chegaga: Offroad mit dem Sprinter durch die Sahara in Marokko


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Gorges d’Aït Mansour: Palmen und Piste


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NP Souss Massa/Sidi R´bat: Paradies am Meer

Souss Massa Nationalpark
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Paradise Valley: auf den den Spuren von Jimi Hendrix

Serpentinen auf dem Weg zum Paradise Valley
Serpentinen auf dem Weg zum Paradise Valley

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Im Einzelnen:

Das Draa-Tal: unverfälschtes Marokko



Das Wadi (Tal) des Flusses Draa ist etwa 1100 km lang und meist ausgetrocknet. Als Fluss ist er nur bis Zagora erkennbar.

 

Wir durchfahren das Tal, das als eines der schönsten Marokkos gilt, von M'hamid bis Ouarzazate. Palmenhaine (Palmeraie) und alte Berbersiedlungen (Ksars und Kasbahs) reihen sich aneinander. So haben wir uns Marokko vorgestellt.

 

 

 

Quarzatate, eine 60.000-Einwohner-Stadt liegt auf 1.100 Metern Höhe zwischen dem Atlas und dem Antiatlas. Hier gibt es endlich wieder einen Carrefour-Supermarkt, in dem man endlich einmal wieder Käse kaufen und die Bier- und Weinvorräte auffüllen kann. So parkt vor dem Supermarkt auch Wohnmobil an Wohnmobil. Wir reihen uns ein.

 

 

 

 

Unser Stellplatz:

  • Agdz: Camping a la ferme Tansift, netter, ruhiger Campingplatz (N 30°40'59", W 6°28'22")

 

Impressionen vom Tag:



Erg Chegaga: Offroad mit dem Sprinter durch die Sahara in Marokko



Luft auf 1,5 bar ablassen
Luft auf 1,5 bar ablassen

Was wäre eine Reise nach Marokko ohne eine Fahrt durch die Wüste. Da wir bisher aber noch keine echte Off-Road Erfahrung gesammelt haben, wollen wir ein solches Unternehmen nicht alleine in Angriff nehmen. Kurz vor Tata lernen wir aber auf einem Campingplatz Dennis, Phil und Nadja kennen, die schon seit einigen Wochen mit ihren 4x4 Sprintern in Marokko unterwegs sind und die als nächste Reiseetappe die Wüste Erg Chegaga von Foum-Zguid nach Mhamid off-road durchqueren wollen.

 

Da wir ein sehr ähnliches Auto haben, bieten sie uns an, sich ihnen anzuschließen. Auf so ein Angebot haben wir gewartet. Dass wir allerdings in den nächsten Tagen, um bei Dennis Worten zu bleiben, als "Sprinter Squad" (Sprinter Geschwader) auftreten würden, haben wir uns nicht träumen lassen.

 

Am Nachmittag treffen wir uns in der Oasenstadt Foum-Zguid, um unsere Autos vorzubereiten. Unsere Trinkwasservorräte haben wir bereits am Morgen in Tata aufgefüllt. Auch wenn Dennis die Route durch die Wüste schon einmal gefahren ist...man weiß ja nie, was kommt.

 

So heißt es jetzt erst einmal "alle Fenster und anderen Öffnungen zu" und vor allem "Luft ablassen". Dennis und wir haben AT-Bereifung auf unseren Fahrzeugen und können den Luftdruck in den Reifen daher deutlich reduzieren. Wir senken auf 1,5 bar ab. Bei den Winterreifen des Sprinters von Phil und Nadja ist unklar, wie weit diese zur Fahrt mit geringem Druck geeignet sind. Die beiden werden es daher mit 2,5 bar versuchen.

 

Am Einsteig zur Piste erwartet uns ein Militärposten mit Schranke. Nach einer kurzen Ausweiskontrolle wird uns der Schlagbaum ins Abenteuer geöffnet.

 

Unsere Fahrzeuge:

  • links: Phil und Nadja: 319 CDI Hymer Kastenwagen, 6-Zylinder mit Standard-Allrad, Automatik und Continental Winterreifen
  • Mitte: Michael und Iris: 316 CDI Autark mit GFK-Kabine von Woelcke, 4-Zylinder mit Standard-Allrad und BF-Goodrich AT Bereifung
  • rechts: Dennis: 313 CDI Selbstausbau Kastenwagen, 4-Zylinder mit permanentem Oberaigner-Allrad, zwei Differentialsperren und BF-Goodrich AT Bereifung

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Hier unser kurzes Video (ca. 2 Minuten):


Erg Chegaga, das ist eine der beiden Sandwüsten Marokkos. Bis 1990 war die Region militärisches Sperrgebiet und so ist sie auch heute noch sehr ursprünglich und praktisch nicht erschlossen. Unserer etwa 150 Kilometer lange Fahrt führt uns über eine Piste, die wir nur anhand von GPS-Daten von pistenkuh.de kennen.

 

Gegen Abend schlagen wir abseits der uns am ersten Tag meist durch karge Steinwüste führenden Piste unser Lager auf. Wir genießen den Abend und backen Pfannenpizza (hier das: Rezept) . Kein Mensch weit und breit, über uns spannt sich der endlose Sternenhimmel, nur das Lagerfeuer verbreitet etwas Wärme. Bei dem Gedanken daran, dass in nur knapp 50km Entfernung die Grenze zu Algerien liegt, könnte allerdings kurz ein mulmiges Gefühl aufkommen.

 

Trotzdem oder gerade deshalb, wir haben eine ruhige Nacht und auch der Sonnenaufgang in der Wüste ist ein unvergessliches Erlebnis. Die Nacht war eiskalt, aber die ersten Sonnenstrahlen wärmen uns und die Autos sofort auf. Die Hunde, Adi und Ciara, dürfen toben. Wir Menschen lassen den Tag mit dem Kaffeebecher in der Hand auf uns zukommen.

 

Unser Weg führt uns nun mitten durch die Wüste. Die harte Piste ist gut befahrbar, den ganz großen Steinen kann man gut ausweichen. Weiter westlich verändert sich die Landschaft, die ersten Sanddünen tauchen auf. Dazwischen immer wieder komplett ebene Flächen und ab und an sogar etwas Grün, das vor der sonst erdfarbenen Kulisse fast unnatürlich wirkt. Auf hartem Untergrund düsen wir manchmal mit 80 Stundenkilometern durch die Weite.

 

Schon hinter der nächsten Kurve bremst uns aber die Natur aus und wir müssen uns durch puderzuckerfeinen Sand wühlen. Fahren fühlt sich hier teilweise eher an wie Schwimmen und es geht nur im Schritttempo voran. Unser Paul verhält sich auch dank des geringen Luftdrucks sehr gut; im Gegensatz zum Sprinter mit Winterreifen, bleiben weder wir noch Dennis hängen. Sowohl die AT-Reifen als auch unser Allrad-Sprinter bestehen den Wüsten-Test. Ein Freischaufeln bleibt aber heute auch Phil und Nadja erspart, rückwärtsfahren und mit mehr Schwung "nochmal probieren" genügt auch für sie, um weiterzukommen.


Unser Übernachtungsplatz am Morgen
Unser Übernachtungsplatz am Morgen

Mitten im Nichts taucht dann plötzlich die "Titanic" vor uns auf. Nein, das ist keine Fata Morgana, sondern ein kleines Café, das Wüstenfahrern als Anlaufstelle dient. Hier treffen wir auf eine Gruppe von Touristen die mit Jeep und Fahrer einen Abstecher in die Wüste wagen. Diese warnen uns vor dem immer stärker werdenden Wind und einem möglichen Sandsturm. So halten wir uns nicht zu lange auf, trinken nur einen "Nous Nous" und fahren weiterer.

 

Um so näher wir unserem Ziel, der kleinen Stadt M'hamid, kommen, um so häufiger treffen wir nun auf Oasen, Nomaden mit ihren Kamelen und kleine Siedlungen mitten in der Wüste. Hier gäbe es auch die Möglichkeit in einem Camp noch eine weitere Nacht zu verbringen. Da aber immer mehr Sand in der Luft ist, verzichten wir darauf, denn einen Sandsturm in der Wüste zu erleben, ist kein Spaß. Das wollen wir weder und schon garnicht unseren Autos zumuten. In M'hamid endet die Piste und wir fahren auf einen Campingplatz, wo wir uns und unseren Fahrzeugen nach der anstrengenden Fahrt etwas Ruhe und Pflege gönnen wollen.

 

Unser Stellplatz:

  •  Erg Chegaga: 20 km entfernt von Foum-Zguid, irgendwo im Nirgendwo abseits der Piste

 

Impressionen vom Tag:

 

 


unsere Route durch die Wüste:



Gorges d’Aït Mansour: Palmen und Piste



Von Tafraoute wollen wir weiter in Richtung Osten zur Sandwüste von Erg Chegaga. Andre von Amumot.de empfiehlt uns statt der üblichen Route R105, zuerst durch die "Les Gorges d’Aït Mansour" und dann über eine Piste weiterzufahren.

 

Das grüne Tal von Aït Mansour mit seinen vielen Palmen gesäumt von hohen Felswänden ist eng, die Straße durch die kleinen Ortschaften für uns aber gut befahrbar. Am Straßenrand gibt es kleine Hotels und Lokale, teilsweise stehen die Stühle und Tische auf der an sch schon schmalen Straße so dass es noch enger wird.
Mit einem LKW wollten wir uns hier allerdings nicht durchschlängeln müssen. Wieder einmal sind wir froh, dass unser Wohnmobil nur 2 m breit bzw. schmal ist.

 

Die folgende unbefestigte Strecke ist auf unserer Straßenkarte nicht eingezeichnet. Wir versuchen es trotzdem und finden dank unserer offline Karte von Maps.me und gutem Riecher letztlich den Einstieg in die Piste. Diese wird auch von LKWs einer Mine genutzt und fährt sich bei dem derzeit trockenen Wetter wie fast wie eine Autobahn. Die Beschilderung entspricht nicht ganz europäischem Standard, aber wir finden uns zurecht. (siehe Bild unten - nein, wir sind nicht auf dem Markt für Kunsthandwerk, das ist ernst gemeint). Für uns fühlt sich diese Fahrt jedenfalls an wie ein erstes Abenteuer.

 

Am Ende der Piste müssen wir noch ein ausgetrocknetes Flussbett durchqueren. Diese 300 Meter sind der schwierigste Teil der Strecke, aber wir sind der Meinung, dass auch das ohne Allrad mit mit einem Fahrzeug mit genug Bodenfreiheit fahrbar sein sollte.

 

Auf guter Straße geht es für uns weiter nach Tata. Auf dem Campingplatz lernen wir Dennis, Phil und Nadja kennen, die den weiteren Verlauf unserer Reise stark beeinflussen werden.

 

Unser Campingplatz:

  • Tata: Oasis Dar Ouanou, kurz vor Tata, hübscher kleiner Campinplatz an einem Hotel mit nettem Lokal, VE (N 29°42'51", W 7°57'57")

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Impressionen von der Fahrt:



NP Souss Massa/Sidi R´bat: Paradies am Meer

Souss Massa Nationalpark
Souss Massa Nationalpark


Etwa 40 km südlich von Agadir liegt der 1991 gegründete Souss Massa Nationalpark Er umfasst die Mündungen der Flüsse Oued Sous und Oued Massa, die hier in den Atlantik fließen. Hier soll es noch ein bedeutendes Brutvorkommen des vom Aussterben bedrohten Waldrapps (Schopfibis) geben, über den wir kürzlich im Fernsehen einen interessanten Bericht gesehen haben. In Deutschland gibt es derzeit Bemühungen den seltenen Vogel wieder anzusiedeln. Wir machen uns also auf die Suche.

 

Wir verlassen Agadir über die vierspurigen Überlandsstraße N1 und fahren Richtung Sidi Binzarne. Von einem Parkplatz am Ufer der Oued Masse (N 30°03'25", W 9°39'16") aus kann man zu Fuß dem Flusslauf folgen. Achtung: Wenn man von der asphaltierten Straße auf die gut befahrbare Piste abbiegt, wird man von Einheimischen angehalten, die sich als Führer anbieten. Ein Führer ist aber für den Weg entlang des Flusses nicht notwendig, der Eintritt in den ist Park kostenlos. Man kann das Angebot also dankend ablehnen. Wir haben aber gelesen, dass es Bereich des Parks geben soll, die nur mit einem Führer zugänglich sind.

 

Bei unserem ersten Besuch am Nachmittag sehen wir nicht wirklich viel, vor allem keinen einzigen Waldrapp. So probieren wir es am nächsten Morgen erneut, diesmal allerdings vom Örtchen Sidi R´bat aus. Hier gibt es am Parkeingang keinen Parkplatz, er ist aber von unserem kleinen Stellplatz im Ort in wenigen Minuten gut zu Fuß zu erreichen. Erneut sehen wir keinen Waldrapp, dafür aber Fischadler, Samtkopfgrasmücke, Wiedehopf, Flamingo, Stelzenläufer, Eisvogel und Korallenmöwe. Am Eingang werden wir wieder angesprochen. Dieses Mal will uns aber niemand seine Dienste anbieten. Der nette Nationalparkwächter möchte uns nur auf die Senegaltschagras aufmerksam, deren Ruf man im Gebüsch hören kann. Direkt an unserem Stellplatz sitzt auf einem Pfeiler ein Steinkauz.

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Ein Einblick in die Vogelwelt des Nationalparks Souss Massa:


Sidi R´bat

unendliche Weite in der Nähe von Sidi R´bat
unendliche Weite in der Nähe von Sidi R´bat

Sidi R´bat ist ein winziger Ort im Souss Massa Nationalpark mit einigen Hotels und einem endlosen Sandstrand. Am Ende des Ortes endet die Asphaltstraße und geht in eine sandige Piste über. Hier scheint die Welt zu Ende, trotzdem fahren einige Autos und Wohnmobile weiter, um noch näher an den Stand zu gelangen.

 

In Höhlen oberhalb des Strandes wohnen Fischer, die die Wohnmobilfahrer gerne - gegen Entgelt natürlich - mit selbst gekochtem Essen versorgen oder sich als Guide verdingen. Leider macht auch vor diesem malerischen Ort der (Plastik-)Müll nicht Halt. Wie bisher überall in Marokko verschandelt er die Landschaft. Es ist wirklich schade.

 

Unser Stellplatz in Sidi R´bat:

  • kleiner Stellplatz am Hotel La Dune mit schönem Meerblick::
    40 DIH pro Nacht (2020)
    (N 30°05'08", W 9°39'48")

Impressionen:

 



Paradise Valley: auf den den Spuren von Jimi Hendrix

Serpentinen auf dem Weg zum Paradise Valley
Serpentinen auf dem Weg zum Paradise Valley


Etwa 35 Kilometer von Agadir und Taghazout entfernt liegt das "Paradise Valley". Die Legende besagt, dass Jimi Hendrix dem Tal während eines Besuchs in den 60er Jahren diesen Namen gegeben hat. Ob diese Geschichte nun stimmt oder nicht, sei dahingestellt. Das Tal war damals aber zumindest ein beliebter Anlaufpunkt für Hippies. Heute ist es eher ein Ziel für ausländische Touristen. Da aber auch Einheimische aus den umliegenden Städten gerne einen Wochenendausflug hierher unternehmen, sollte man unter der Woche kommen.

 

Wir starten von Imi Quaddar zu einer Rundtour, die uns zuerst auf der Straße P1004 hoch in die Berge und durch ursprüngliche Orte führt. Plötzlich ist die asphaltierte Straße zu Ende und geht in eine massiv holprige Piste über. Ein vorbeikommender Quad-Fahrer aus der Schweiz gibt uns dem Tipp, nicht länger unserem Navi zu folgen. Der Abschnitt vor uns würde doch sehr eng und ungemütlich, so sagt er. Wir sollen statt dessen doch einfach links abbiegen und der neuen Asphaltstraße sowie der Beschilderung folgen. Dieser Rat ist Gold wert. Die Route ist super zu befahren, äußerst sehenswert und nicht länger als die ursprünglich geplante Strecke. Die Straße ist aber so neu, dass sie in unserem Navi noch als "Pfad" verzeichnet ist.

 

Zurück fahren wir auf der P1001 und wandern von Parkplatz an der Straße (bewacht, 2020/10 Dirham, N 30°35'16", 9°31'54") ein Stück ins eigentlich "Paradise Valley". Leider führt der Fluss bei unserem Besuch nur sehr wenig Wasser und versiegt auf seinem weiteren Weg entlang der Straße fast vollständig.

 

Auf unserem Campingplatz lernen wir Bettina Müller kennen, die mit ihrer ausgebauten Feuerwehr neben uns steht. Wer mehr über diese interessante Frau erfahren will klickt hier.

 

Unser Campingplatz in Camping Aourir: :

  • gepflegter Platz mit VE, 2020: 100 Dirham pro Nacht/ohne Strom
    (N 30°29'40", W 9°37'23")

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Impressionen:




Interner Zähler (15.05.20)