Gänsegeier


Hier kann man diesen riesigen Vogel gut beobachten:


Parque Nacional de Monfragüe / Extremadura

Parque Nacional de Monfragüe Extremadura
Gänsegeier

Es ist unglaublich - es scheint die Sonne! Zumindest bis in den frühen Nachmittag hinein. Wir nützen die Zeit, um den Nationalpark Monfragüe in der Extramadura zu besuchen. Er ist zwar nicht sehr groß, aber mit dem Auto über durch ihn hindurchführenden Straßen gut zugänglich. Entlang der Straßen gibt es immer wieder Parkplätze und Aussichtspunkte, von denen man die teils schroff aufragenden Felswände gut sehen kann oder aber einen Überblick über die den Park durchziehenden Flusstäler sowie die die Landschaft prägenden Korkeichenwälder hat.

 

Schon der erste Parkplatz ist ein Aha-Erlebnis für uns: Raubvögel ziehen in großer Zahl über uns ihre Kreise. Raus aus dem Wohnmobil, her mit den Kameras. Wie wir später bei genauer Betrachtung unserer Bilder herausfinden, handelt es sich um Iberische Kaiseradler und um Gänsegeier, die hier ihre beeindruckenden Flugkünste zeigen. Der Tag hat sich bereits gelohnt, so denken wir, ohne die kommenden Aussichtspunkte und ihre Akteure zu kennen.

 

Wir statten zuerst noch dem mitten im Park gelegenen Informationszentrum einen kurzen Besuch ab und erhalten dort eine detaillierte Karte, die uns die weitere Planung erleichtert. Der nächste Halt bringt uns den Gänsegeier deutlich näher. Wieder drehen sie über uns ihre Kreise, landen und starten aber auch immer wieder von den uns umgebenden Felsen. Teilweise sausen sie praktisch im Tiefflug über uns hinweg. Das Geräusch ihrer Flügel gleicht den Windgeräuschen eines Flugzeugs, wie auch die Flügelform bei genauer Betrachtung deutlich der moderner Düsenjets gleicht. Wer hier von wem abgekupfert hat, sollte klar sein. Weiter geht es zu einem Vogelfelsen, an dem es nicht nur von Gänsegeiern sondern auch von Fotografen nur so wimmelt. Sicher über 100 Geier stehen etwa 20 Fotografen gegenüber. Es ist ein beeindruckendes Erlebnis, die Geier dabei zu beobachten, wie sie die Thermik des unter uns liegenden Flusstals nutzend ihre Kreise ziehen. Ihre Schreie hallen durch das Tal.

 

Leider zieht sich der Himmel wieder zu. Wir folgen aber noch der zweiten Parkroute und treffen dabei immer wieder auf Rotwild, das ohne jede Scheu neben der Straße äst oder diese auch in aller Ruhe vor unserem Auto überquert.

 

Unser Wohnmobil-Stellplätze:

  • Plasencia: Großparkplatz in der Innenstadt vor einem Park am Fluss
  • nahe Plasencia: Parkplatz am Restaurant Las Habazas auf Nachfrage bei Einkehr
    (N 39°56'47", W 6°05'11")

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Unter Geiern:

 

Kurz nach Sonnenaufgang ziehen wir wieder los in den Nationalpark. Es sieht so aus, als ob es der Sonne heute endlich einmal wieder gelingen könnte, sich durch die Wolken zu arbeiten. Den gestrigen Sonntag haben wir nämlich bei Dauerregen mit Bilder sichten, arbeiten und Haareschneiden verbracht. Wie letzteres im Wohnmobil funktioniert, ist unter "Tipps und Tricks" nachzulesen.

Der Nationpark Monfragüe hat diverse Aussichtspunkte zu bieten. Für uns der Interessantes ist aber der Salto del Gitano. Dieser soll der meist fotografierte Spot des Park sein und das nach unserer Meinung zu recht. Bei unserer Ankunft sitzen die meisten der zahlreichen Gänsegeier noch mit ausgebreiteten Flügeln auf den Bergkämmen und trocknen ihr Gefieder. Auch an ihnen scheint das Regenwetter nicht völlig vorbeigegangen zu sein. Sobald die Sonne  voll am Himmel steht, starten sie aber wieder durch zu ihren eindrucksvollen Flugvorführung. Nicht vergessen werden darf die große Zahl an Singvögeln, die auf dem Parkplatz des Aussichtspunkts mit wenig Scheu herumtoben - Blaumeisen, Rotkehlchen, aber auch Einfarbstar, Zippammer und Samtkopfgrasmücke hüpfen uns vor die Linse. Die Zeit vergeht wie im Flug.

 

Gegen Mittag trennen wir  uns von unserem neuen Lieblingsplatz, um den Park in östlicher Richtung zu verlassen. Unser Ziel ist der Stausee Embalso de Arrocampo. Leider ist sowohl das Informationszentrum  des Vogelparks in Saucedilla als auch der Rundweg geschlossen - wahrscheinlich hat der Regen der letzten Tage Teile davon unpassierbar gemacht. Wir beobachten dennoch einige Kleinvögel und genießen die Fahrt durch die Landschaft, das Automkraftwerk ignorierend, das sein Kühlwasser aus dem See bezieht.

 

Gegen Abend machen wir uns durch Korkeichenwälder auf die Weiterfahrt. Wir kommen vorbei an in diesen Wäldern grasenden Kühen und Schafen. Auch die bekannten Iberischen Schweine sehen wir. So stellen wir uns artgerechte Tierhaltung vor. Nur die in diesem Gebiet heimische Großtrappe bekommen wir nicht zu Gesicht.

 

An der Stierkamparena in Trojadillo fahren wir den Stellplatz an. Er gefällt uns aber nicht wirklich. Es handelt sich um einen wenig einladenden Großparkplatz. Eine Entsorgung scheint im Aufbau, derzeit kann aber nur Grauwasser abgelassen werden. 50 Kilometer weiter in Cacares ergattern wir den letzten Platz auf dem dortigen Wohnmobilstellplatz in Innenstadtnähe und Verbringen eine ruhige Nacht.

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Wir wollen auch noch in den nächsten Tagen die Extremadura erkunden. Diese soll auch außerhalb des Nationalparks sehr sehenswert und von großer ornithologischer Bedeutung sind. Weite Teile sind ZEPA bzw. Natura2000 Schutzgebiet. Von Cáceres aus fahren wir grob Richtung Merida. Eine unglaubliche Anzahl von Störchen bzw. Storchennestern ist dabei unser ständiger Begleiter - irgendwann denkt man nur noch: "Oh, schon wieder ein Storch - gibt es hier nichts anderes?"

 

Gibt es. Im Wechsel zwischen Korkeichenwäldern, Feldern und steppenartigen Gebieten stoßen wir immer wieder auf interessante Kleinvögel wie Samtgrasmücken, Schwarzkelchen, Raubwürger aber auch auf Rothühner.

 

Gegen Abend besuchen wir ein Vogelschutzgebiet in der Nähe von Entrin Alto. Dieses umfasst mehrere Lagunen, die natürlicherweise nur temporär Wasser beinhalten. Derzeit liegen sie trocken und es sind daher leider keine Wasservögel anzutreffen. Auf unsere Wanderung treffen wir allerdings auf einen Wiedehopf. Der schicke Vogel ist zu schnell für uns und bleibt so bleibt unfotografiert. Um die Lagunen herum stehen Kraniche und Störche, die sich um die besten Plätze am nicht vorhandenen Wasser kabbeln.

 

Wir entschließen uns auf dem kleinen, einsamen Parkplatz vor dem Schutzgebiet zu übernachten und verbringen eine ruhige Nacht.


Fotogalerie: Extremadura


Parc Natural Dels Ports

Sonnenuntergang in den Bergen Parc Natural Dels Ports
Sonnenuntergang in den Bergen

Nach drei Tagen im Ebro-Delta wird es Zeit, auch einmal einen Blick ins Landesinnere zu werfen. Nur etwa 50 km von der Küste erhebt sich das Bergmassive Ports de Tortosa-Besseit. Weite Flächen des Gebiets sind als Parc Natural Dels Ports geschützt. Das Leittier des Parks ist der Steinbock, soll der Park doch eine große Population des Iberischen Steinbocks beherbergen. Leider bekommen wir während unseres Aufenthalts keinen einzigen zu Gesicht.

 

Statt dessen sehen wir eine größere Zahl Gänsegeier, die an der Straße T-333 in der Nähe von Horta de Sant Joan ihre Runden drehen.

 

Entlang des Weges trifft man immer wieder auf kleine, trutzige Städte, deren Architektur oft den maurischen Einfluss nicht verbergen kann. Das Bild oben zeigt einen Blick über den Ort Morella mit seinem im gotischen Still erbauten Aquädukt aus dem 13. Jahrhundert.

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Vinaròs: Parkplatz an der nördlichen Seite der Flussmündung; im Sommer eventuell verboten (N40° 28' 34'', E 0° 20'' 3')

Fotogalerie: Parc Natural Dels Ports



Cacares - ein Bergdorf in Andalusien

Im bergigen Hinterland Andalusiens stößt man nach kurvenreicher Fahrt auf Cacares, eines der weißen Dörfer Andalusiens. In seiner wechselvollen Geschichte erfuhr es römische, maurische und christliche Einflüsse. Der alte Ortskern, in dem man auch einige Lokale finden kann,  stammt aus maurischer Zeit.  Über den an den Hang geklebten weißen Häusern thront eine ebenfalls maurische Burg.

Wir interessieren uns aber mehr für die über den umliegenden Hängen vor einer grandiosen Landschaft kreisenden Gänsegeier, die hier zahlreich anzutreffen sind.

 

Unser Stellplatz:

  • Cacares: an der Touristeninformation gegenüber dem eigentlichen Ort, mit VE

    (N 36°26'46", W 5°16'41")