Freilebende Flamingos in Deutschland

Im Münsterland lebt die nördlichste Kolonie der Welt

Flamingo im Zwillbrocker Venn / Deutschland
Flamingo im Zwillbrocker Venn / Deutschland


Zwillbrocker Venn - Flamingos in Deutschland

 

In Deutschland gibt es frei lebende Flamingos? Nein, das ist kein Aprilscherz. Unweit der deutsch-niederländischen Grenze brütet im Sommer im Zwillbrooker Venn (Kreis Borken) tatsächlich eine Flamingo-Kolonie.

 

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Das Zwillbrocker Venn ist ein Wald, Moor und Feuchtwiesengebiet westlich von Verden und wurde bereits 1938 in Teilen als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Ursprünglich befand sich hier ein Hochmoor; nach Ende des Torfabbaus verblieb ein Flachwassersee. Dieser und die umliegenden Flächen beherbern eine reiche Pflanzen- und Tierwelt.

 

Die Besonderheit des Gebiet und Anziehungspunkt für Besucher aus nah und fern sind aber die hier im Sommer nistenden Flamingos. Es ist unbekannt, woher die seit den 1970er Jahren im Venn anzutreffenden Vögel stammen. Es wird aber vermutet, dass es sich um Flüchtlinge aus Parks und Gärten handelt, findet man hier neben Rosaflamingos auch Kuba- und Chileflamingos, die in Europa definitiv nicht zuhause sind. Mittlerweile zählt die Kolonie zwischen 40 und 50 Tieren.

 

Unser 1. Besuch:

 

Eigentlich sollen die Vögel zwischen April und August im Venn anzutreffen sein. Wir sind bei unserem Besuch Anfang August aber leider in diesem Jahr zu spät dran. Die Flamingos sind schon in Richtung ihrer Überwinterungsgebiete abgezogen. Wir müssen uns daher mit den netten Flamingo-Skulpturen vor der Biologischen Station begnügen. (Die Station liegt schräg gegenüber des Wohnmobil-Stellplatzes/Parkplatzes auf der anderen Straßenseite.) Auch die im Gebiet brütetenden Lachmöwen – im Sommer sollen es über 10.000 sein – treffen wir nicht mehr an.

 

Auch ohne Flamingos brechen wir am frühen Morgen zu einer Fototour entlang des am Wohnmobilstellplatz von Zwillbrock startenden Rundwegs auf. Wie eigentlich meistens, wenn wir es schaffen, zeitig loszuziehen, werden wir mit einer fantastischen Morgenstimmung belohnt.

 

Entlang des Wegs sind drei Beobachtungshütten zu finden. Wir sehen von dort zwar keine Flamingos, können aber auf den umliegende Heideflächen Rehe und Kraniche beobachten, obwohl Kraniche hier eigentlich nur regelmäßig im Frühjahr und Herbst rasten sollen. Auch wir dürfen mal Glück haben. Direkt am Rundweg stehen Schottische Hochlandrinder, die hier zur Beweidung der tiefen Wiesenflächen eingesetzt werden.

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Unser 2. Besuch im Venn war erfolgreicher.


Fotogalerie:


Stand: 25.12.21

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