Diepholzer Moorniederung

Diepholzer Moorniederung
Diepholzer Moorniederung

 

 

Die Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen ist knapp 105.000 Hektar groß und umfasst mehrere Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Darunter sind einige Hochmoore sowie der am Südwestrand gelegene Naturpark Dümmer.



Die Hochmoore der Diepholzer Moorniederung gehören zu den am Besten erhaltenen bzw. renaturierten in Niedersachsen. Auf Wanderwegen durch die Moorgebiete lassen sich diese erwandern und auf Lehrpfaden entdecken.

 

Wir haben bisher das Openweher Moor, das Neustädter Moor und das Rehdener Geestmoor genauer erkundet.

 

 

Openweher Moor

 

Das südlichste der drei Moorgebiete hat eine Gesamtgröße von etwa 870 Hektar, wobei 380 Hektar des Naturschutzgebiets in Niedersachsen und der übrige Teil in Nordrhein-Westfalen liegen. Vor der Einrichtung der Naturschutzgebiete wurde hier Torf im bäuerlichen Handstichverfahren abgebaut. Dieser fand zwar teils großflächig statt; eine industrielle Ausbeutung des Gebiets erfolgte aber nie.

 

Das Gebiet lässt sich gut vom Parkplatz im Süden des Gebiets erkunden. Hier führt ein etwa 600 Meter langer Weg zu einem Infopavillon mit Informationstafeln. Wir folgen dem Rundweg mit der Beschilderung III, der Mitten ins Moor führt. Hier gibt es auch einen Beobachtungsturm. Bei unserem Besuch gegen Abend an einem warmen Julitag sehen wir beispielsweise einen Rotmilan, mehrere Turmfalken, Schafstelzen, Bachstelzen, Wiesenpieper, Goldammern und viele Weißstörche.

 

 

Unser Parkplatz:

 

  • Stemwede: Am Moordamm/Brahendamm (52°30'00.1"N 8°29'33.3"E)

 

 

Infokasten: Hochmoore

 

Hochmoore sind außergewöhnliche Landschaften, die nur dort entstehen können, wo die Regenmenge die den durch Abfluss und Verdunstung entstehenden Wasserfluss überstiegt. Dies gelingt nur in einem gemäßigt feuchten Klima, wie es beispielsweise im Norden Deutschlands vorherrscht.

 

Hochmoore entstehend durch das Wachstum von Torfmoosen über Jahrhunderte und Jahrtausende. Torfmoose können mehr als das zwanzigfache ihres Gewichtes an Wasser speichern. Ihre unteren Teile sterben ab und bilden den Torf auf dem neues Moos wächst. So wachsen Hochmoore tatsächlich auf totem Material in die Höhe. Lebende und noch wachsende Hochmoore gibt es heute aufgrund von Torfabbau und Entwässerung der Moore zur Gewinnung von Ackerland nur noch selten.

 

Die besonderen Lebensräume mit ihrem nassen sowie mineralsalzarmen und sauren Boden bringen eine an diese extremen Bedingungen angepasste Flora und Fauna hervor.

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Openweher Moor Hochmoor
Openweher Moor

Neustädter Moor

 

Das Neustädter Moor ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und liegt nordöstlich von Wagenfeld und südlich von Freistadt. Auch hier wurde Torf im Handstich aber auch industriell abgebaut. Mittlerweile wurden die so veränderten Gebiete aber renaturiert.

 

Wir parken auf einem kleinen Parkplatz an einem Gehöft am Südrand des Naturschutzgebietes und gehen zu Fuß zum größeren der beiden Beobachtungstürme des Gebiets. Bei unserem Besuch im Juli kann man zwar das Gebiet gut überblicken, wir bekommen aber nicht viel zu sehen. Zur Zeit des Kranichzugs sollte dies anders sein.

 

Wir fahren daher weiter zum kleineren Beobachtungsturm, der nur wenige Autominuten entfernt liegt. Von der Plattform hat man einen guten Überblick über die Moorlandschaft und vom kleinen Picknickplatz am Fuß des Turms startet auch ein etwa zwei Kilometer langer Naturrundweg. In der Saison macht hier auch eine Moorbahn halt.

 

Der Weg schlängelt sich gut beschildert durch das Moorgebiet. Teilweise führen Stege über den feuchten Boden. Auch eine kleine "Wackelbrücke" aus Schwimmpontons muss überwunden werden. Für unseren Hund ist das eine echte Herausforderung - so etwas hatte er bisher noch nicht gesehen.

 

Man sollte sich für den Rundgang Zeit nehmen, denn für manch Sehenswertes muss man genauer hinsehen. An mehreren Stationen gibt es Information zum Lebensraum Moor. So weißt beispielsweise eine Tafel auf ein Vorkommen von Sonnentau, einer fleischfressenden Pflanze, hin. Diese ist aber so winzig, dass man sie eigentlich nur entdeckt, wenn man in die Knie geht. Wir legen uns zum Fotografieren sogar auf dem hölzernen Weg. Gut, dass bei unserem Besuch so wenig los ist. Außerdem sehen wir verschiedene Heidearten, darunter die Rosmarinheide, die auch Sumpfrosmarin genannt wird, und diverse Schmetterlinge und Libellen.

 

Unsere Parkplätze:

  • großer Turm: Wagenfeld, Parkplatz Hochmoorweg (52°34'22"N 8°40'54"E
  • kleiner Turm, Moorpfad: Parkplatz am Langen Berg (52°33'55"N 8°40'17"E)

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Rehdener Geestmoor

 

Das Rehdener Geestmoor ist ein offenes Hochmoor in der Samtgemeinde Rehden mit einer Größe von gut 1700 Hektar. Mitten durch das Moor führt schnurgerade der befahrbare Moordamm. Am Rand des Gebiets befindet sich ein hoher Beobachtungsturm mit gutem Weitblick und hier findet man auch einen großen Parkplatz, von dem ein Rundweg startet.

 

Wir haben das Gebiet schon mehrfach besucht, meist zur Zeit des Kranichzugs. Vor allem im Herbst versorgen sich die Kraniche auf den umliegenden Maisfelder noch einmal mit Energie für den anstrengenden Weiterflug in den Süden. Die Nacht verbringen sie in den flachen Wasserflächen des Moorgebiets. Im Frühjahr ist die Anzahl rastender Vögel kleiner, aber mit Glück kann man sie aber bei ihrem Balztanz beobachten. Der Turm wurde so gebaut, dass man den abendlichen Einflug der Kraniche beobachten kann.

 

 Infobox: Kranich

 

Der Kranich ist ein langbeiniger Schreitvogel mit grauem Gefieder, der oft auch als "Vogel des Glücks" bezeichnet wird. Sein lateinischer Name "grus grus" beschreibt perfekt seinen Ruf, an dem man ihn aus der Ferne erkennen kann.

 

Als der Kranich 1978 zum Vogel des Jahres gewählt wurde, war er in Deutschland selten geworden. Heute brüten hier aber wieder über 10.000 Paare.

 

Über Deutschland verläuft eine wichtige Route des Kranichzugs. Ein Großteil der europäischen Kraniche macht hier einen Zwischenstopp. Zum Höhepunkt der Rast sind in Deutschland bis zu 100.000 Vögel zu Gast. Wichtige Rastplätze befinden sich in Mecklenburg-Vorpommern, im Linumer Teichland in Brandenburg und in den Diepholzer Moorniederungen in Niedersachen.

 

 Das Gebiet ist bei Vogelfreunden bekannt und so trifft man hier nicht nur Kraniche, sondern vor allem am Wochenende abends und morgens auch viele Menschen mit Ferngläsern, Spektiven und großen Kameras.

 

Unser Parkplatz:

  • Hemsloh: Parkplatz am Moordamm (52°33'36.2"N 8°29'58.0")

Unser Stellplatz:

  • Wagenfeld, kostenpflichtiger Stellplatz am Schwimmbad, mit Hecken abgegrenzte Parzellen, VE (52°32'42.9"N 8°35'45.5"E)

weitere Stellplätze in der Diepholzer Moorniederung:

  • Wagenfeld: Stellplatz an der Ströher Moorbahn, kostenpflichtig ( 52°32'21''N 8°41'2'' E)

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Hier Bilder aus dem Sommer und dem Herbst:


interne Zählmarke vom 26.07.20