Ein großes Problem: Gasflaschen im Ausland befüllen

Deutsche Gasflaschen sind nicht EU-tauglich

LPG Gastankflasche im Wohnmobil
Gastankflasche (re.), Alu-Tauschflasche (li.)

 Viele wissen es nicht:


Deutsche Gasflaschen sind nicht europatauglich und in den meisten europäischen Länder können sie weder getauscht noch legal aufgefüllt werden.

 

Aber ohne Gas geht es in den seltensten Fällen, denn zum Kochen, zum Heizen und - wer einen Absorber-Kühlschrank hat - auch beim Kühlen braucht es diese Energiequelle.


Wer etwas länger oder im Winter unterwegs ist, ist in den meisten Fällen gezwungen, seinen Vorrat während der Reise vor Ort, also meist im Ausland wieder aufzufüllen. So sollte sich jeder bei der Vorbereitung der Reise Gedanken über diese Problematik machen, denn von einer einheitlichen Gasversorgung im Campingsektor kann in Europa keine Rede sein, stattdessen gibt es zahlreiche verschiedene Anschlusssysteme.

 

Das Problem daran: Ausländische Gasflaschen passen oft nicht zu den Anschlüssen im Caravan. Hier zeigen wir Möglichkeiten, wie man auch bei längerem Aufenthalt im Ausland keine Probleme mit dem Gas bekommt und warum Finnland eine Ausnahme ist:


In vielen Ländern nicht erlaubt:

1. Auffüllen der eigenen Flaschen im Ausland


Im Ausland dürfen deutsche Gasflaschen sehr oft aus rechtlichen Gründen nicht aufgefüllt werden, in Finnland beispielsweise ist es gänzlich verboten. Auch in Frankreich werden offiziell nur landesüblichen Gasflaschen getauscht oder wieder befüllt.

 

Wer seine Gasflasche unterwegs wieder befüllen lassen möchte, sollte auf jeden Fall das Europa-Füll-Set mit an Bord haben, mit dessen Hilfe deutsche Campinggasflaschen im Ausland zumindest technisch befüllt werden können. Dann muss man einen Händler finden, der es macht.

 

In Touristenhochburgen sind die entsprechenden Tankstellen oder Gashändler oftmals vorbereitet und haben die entsprechenden Adapter vor Ort. Wer - wie wir - allerdings nicht nur in den Hochburgen aufhält, sollte entsprechend vorbereitet sein:

 

Das Europa-Füll-Set besteht aus vier unterschiedlichen Adaptern: 

  • Adapter 1: Italien, Schweiz
  • Adapter 2: Italien
  • Adapter 3: Norwegen, Österreich, Portugal, Schottland, Schweiz, Italien, Schweden
  • Adapter 4: Dänemark, England, Frankreich, Holland, Italien, Österreich, Schweiz, Spanien

Der deutsche Anschluss ist wohl identisch in Belgien, Griechenland, Holland, Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Polen, Finnland und Schweden.

 

Wer Interesse an dem Adapterset hat, kann sich ihn hier bei Amazon anschauen und bestellen:

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So wird es in einzelnen Ländern gehandhabt:

  • In Italien befüllen italienische Betriebe auch deutsche Gasflaschen mit Hilfe des Europa-Füll-Sets. 

  • In Kroatien ist wohl teilweise eine Befüllung direkt bei den Campingplätzen, sowie auch bei den INA-Tankstellen möglich. Die Flüssiggas-Flaschen dürfen wohl nicht älter als fünf Jahre sein.

  • Die Gasflaschen in Österreich entsprechen den deutschen grauen Flaschen. Somit lassen sich diese ohne Weiteres in dem Land tauschen.

  • In den Niederlanden werden deutschen Flaschen scheinbar problemlos bei jedem Gashändler oder und vielen Campingläden aufgefüllt.

  • Dänemark hat sein eigenes Flaschensystem. Ein Auffüllen ist wohl nicht mehr möglich.

Wir haben seit Jahren eine Gastankflasche an Bord. Unsere Ersatzflasche mußten wir daher noch nie auffüllen. Daher sind diese Informationen alle aus zweiter Hand, also ohne Gewähr. Wer mehr weiß, darf mir gerne schreiben: eMail


so geht es auch:

2. Im Ausland auf ausländische Flaschen umsteigen


In Europa gibt es unterschiedlichste Anschlusssysteme. Jedes Land kocht seine eigene Suppe. In der Regel ein ausländisches System nicht an eine deutsche Flasche.

 

So gibt es die Möglichkeit, in dem Land, in dem man sich gerade befindet, eine Flasche zu kaufen (leihen), die man dann auch in dem Urlaubsland tauschen oder befüllen lassen kann.

 

Europa-Entnahme-Set:

Wer aber eine ausländische Gasflasche in seinem Fahrzeug anschließen möchte, wird feststellen, dass die neue nicht passt. Man braucht in der Regel einen passenden Adapter, den man besten als Europa-Entnahme-Set schon vor Beginn der Reise besorgt. Das Set besteht aus 4 Entnahmestutzen, die den Anschluss eines Druckregelgerätes für deutsche Flüssiggasflaschen an eine auf dem europäischen Markt gebräuchliche Flüssiggas-Flasche ermöglicht.

 

Hier gibt es den Europa-Entnahme Set bei Amazon:

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Größe der Flasche überprüfen:

Aber auch die Größe ausländischer Flaschen sind unterschiedlich und man sollte prüfen, ob die gewünschte Flasche auch in den Staukasten passt. 

Ausnahmen:

Nicht in allen europäischen Ländern ist der Verkauf von Flüssiggas an Wohnmobile offiziell gestattet. In Italien zum Beispiel. Wir persönlich waren in Italien noch nie Flüssiggas tanken, aber wir haben gehört, dass man an vielen italienischen Tankstellen LPG bekommt.


die beste Lösung:

3. Einbau einer Gastankflasche


Die Gastankflasche ersetzt eine normale, herausnehmbare Gasflasche im Gasfach. Sie muss "fest" eingebaut sein und kann dann an (fast) jeder LPG-Tankstelle in Europa an der LPG-Zapfsäule aufgefüllt werden.


Ist das Gas aus der LPG Tankstelle auch gut für meine Geräte?

Das Gasgemisch von der Tankstelle besteht aus Butan und Propan und ist somit für Verbraucher im Wohnmobil (Heizung, Absorber-Kühlschrank, Heizung) gut geeignet. Nichts desto trotz sollte man versuchen, Gas mit einem hohen Propangas-Anteil (Wintergas) zu tanken.


Was ist Wintergas?

Man sollte allerdings darauf achten, dass der Propan-Anteil (>90%) im LPG-Gas vor allem im Winter möglichst hoch ist. Der Grund ist die Verdampfungstemperatur von Propan und Butan. Im Sommer bzw. in warmen Ländern ist der Propan-Anteil an den Tankstellen meist niedriger als im Winter oder in kalten Ländern. Trotzdem sollte man vor allem im Winter aktiv darauf achten, was man tankt.

 

Wintergas ist also Gas mit einem hohen Propangasanteil. In Deutschland ist es in der Regel kein großes Problem, Gas mit hohen Propananteil zu finden (siehe unten). 

 

Wir tanken in Deutschland so oft wie möglich Propan und im Ausland, das, was wir gerade bekommen.

 


Wer sollte über eine Gastankflasche nachdenken?

Wer für 3 Wochen im Sommer in den Urlaub fährt, muss sich wenig Gedanken machen, denn sein Gasvorrat wird wohl in der Regel reichen. Den größten Verbraucher - die Heizung - benötigt man im Sommer eher nicht (mehr über Gas-Verbraucher siehe:  hier) . Aber was ist mit denjenigen, die länger als 3 Wochen und nicht nur im Sommer unterwegs sind?

 

Normalerweise hat ein Gasfach Platz für 2x 11 kg Flaschen, so auch bei uns. Heute haben wir dort neben einer normalen 11 kg Tauschflasche aus Alu eine 14 kg Gastankflasche verbaut. Diese Flasche muss fest im Fahrzeug installiert werden, d.h. sie darf nicht einfach so herauszunehmen sein. Von der Flasche führt ein Schlauch zu einem Tankstutzen an der Außenwand der Wohnkabine. Ein vorgeschriebene 80% Füllstopp sowie eine Füllstandanzeige sind in der Gastankflaschen integriert. Die Installation sollte man von einem Fachmann durchführen lassen.

 

Unsere Tankflasche ist noch aus Stahl und wiegt schwere 12,5 kg. Heute gibt es aber auch Flaschen aus Alu, die nur knapp 7 kg wiegen.

 

Eine andere Option wäre ein Unterflur-Gastank. Bei unserem Allrad-Fahrzeug war dies allerdings keine Option.


Gas-Tank-Adapter für das Ausland

Wer im Ausland mit einer Gastankflasche unterwegs ist, sollte noch einen Satz Adapter an Bord haben. Mit einem Set aus vier Adaptern kommt man durch fast ganz Europa.

 

Hier gibt es das Set bei Amazon zu bestellen:

Allerdings haben wir festgestellt, dass die meisten Tankstellen den notwendigen Adapter griffbereit haben, aber verlassen kann man sich darauf nicht.

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Übrigens: In Finnland gibt es kein LPG: hier


Gasfilter

 

LPG-Gas ist oft nicht ganz frei von Verunreinigungen. Daher haben wir noch 2 Filter in das System integriert. Der eine reinigt das Gas bevor es in die Gastankflasche gelangt, der zweite reinigt das Gas bevor es zum Verbraucher gelangt. Dieser ist hauptsächlich für die normale Flasche, denn auch in dieser können sich Verunreinigungen befinden.

 


Wo finde ich Gastankstellen?

Im Internet gibt es eine Menge Seiten mit Adressen, aber es gibt auch für einzelne Länder Apps.

 

Eine große Karte mit über 1.300 Gastankstellen mit "Wintergas", also Gas mit einem hohen Propangas-Anteil, findet man hier:



Nachteile einer Gastankflasche

Ein großer Nachteil von Gastankflaschen ist, dass sie nach 10 Jahren ausgetauscht werden müssen. Dies kann ein technisch versierter selber machen, eine neue Flasche bekommt man im Austausch vom Hersteller. Ich musste dem Hersteller schriftlich nachweisen, dass ich die alte Flasche ordnungsgemäß entsorgt habe, um eine neue zu bekommen. 

 


unser Fazit zum Thema Gastankflasche

Unsere Gastankflasche möchten wir nicht mehr missen. Das ewige Schleppen der Flasche beim Austausch entfällt und jetzt ist ein Tanken im Ausland in der Regel problemlos möglich. Nur in Finnland gibt es kein LPG!


Voraussetzungen für den Einbau einer Gastankflasche


Für diejenigen, die viel im Ausland unterwegs sind, wäre der Einbau einer Gastankflasche durchaus sinnvoll. Die Flaschen sind eine wirkliche Alternative zum Gastank. Mit dem Einbau einer Gastankflasche ist die Suche nach Baumärkten oder anderen Verkaufsstellen nicht mehr notwendig, statt dessen man fährt einfach eine Tankstelle mit LPG oder auch einen Gasfachmarkt mit entsprechender Zapfsäule an (Ausnahme siehe oben). So ist man nicht mehr an einen Wochentag gebunden, auch an Wochenende und Feiertagen das Auftanken möglich. Auch muss man nicht warten bis die Flasche leer ist, sondern kann immer und jederzeit nachfüllen. 

 


Was sind die Voraussetzungen, eine Gastankflasche einbauen zu lassen?

Normalerweise kann man jeden vorhandenen, abgeschlossenen Gaskasten in seinem Wohnmobil für den Einbau einer Gastankflaschen nutzen. Es sind allerdings einige Voraussetzungen zu erfüllen und gegebenenfalls auch Umbauten notwendig.

 

Natürlich muss der Gaskasten eine Öffnung nach unten in die Außenwelt haben, damit versehentlich ausströmendes Gas (das Gas ist schwerer als Luft)  aus dem Wohnmobil nach unten entweichen kann. Das Maß der Öffnung muss meines Wissens mindestens 100 cm2 groß sein. 

 

Am einfachsten ist es, wenn der Gaskasten von außen durch eine Tür erreichbar ist. Aber auch, wenn der Flaschenkasten nur von Innen erreichbar ist (so wie bei uns -> unser Paul), ist es möglich, dort eine Gastankflasche einzubauen, aber hier sollte man vorher einen Fachmann befragen. Nach Innen muss der Gaskasten natürlich komplett dicht sein.

 


Die Befestigung

Auch die Befestigung der Gastankflasche muss gewisse Vorrausetzungen erfüllen. Die Flasche müssen „ortsfest“ eingebaut werden, also so fest mit dem Wohnmobil verschraubt werden, dass sie nicht ohne weiteres – also ohne Werkzeug - entfernt werden kann. Geeignete Halterungen kann man beim Kauf eine Gastankflasche zusammen mit der Betankungseinrichtung mit bestellen. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Gaskasten auch entsprechend stabil ist.


Betankungsstutzen

Ist der Gaskasten von direkt von außen erreichbar, kann der Betankungsstutzen  im Gaskasten angebracht sein, sind aber noch andere Klappen vorher zu öffnen oder ist die Gastankflasche nicht von außen erreichbar, muss der Betankungsstutzen außen angebracht werden.

 

Anmerkung:

All diese Informationen sind ohne Gewähr. Sie stammen aus einem Webinar, Gesprächen mit Fachleuten und dem Internet.



Weitere interessante Informationen über Gas:


Internet im Wohnmobil


Internet im Wohnmobil

Turbo-Gasgrill  und Kocher für draußen (30 und 50 mbar)

Mit unserem Außengrill haben wir viel probiert, der dritte Versuch hat zum Erfolg geführt.

 

Endlich haben wir das richtige Gerät gefunden:



Schottland mit dem Wohnmobil


N24/neu

 

 

 

 

 

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1 Aufgrund des Kleinunternehmerstatus gem. § 19 UStG erheben wir keine Umsatzsteuer und weisen diese daher auch nicht aus.