Naturparadiese in Schottland


Vogelbeobachtung an der Küste der Highlands

Die Steilküsten im Nord-Osten Schottlands bieten reichlich Gelegenheit zur Vogelbeobachtung. Besonders gut fanden wir die Klippen um Duncansby Head (vom Parkplatz aus an der Küste Richtung Süden gehen), aber auch das Gebiet um Dunnet Head (hier östlich des Parkplatzes) ist interessant.

 

 

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Halbinsel Applecross

Leuchtturm von Rona bei Sonnenuntergang
Leuchtturm von Rona bei Sonnenuntergang
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Im Einzelnen:

Vogelbeobachtung an der Küste der Highlands

Die Steilküsten im Nord-Osten Schottlands bieten reichlich Gelegenheit zur Vogelbeobachtung. Besonders gut fanden wir die Klippen um Duncansby Head (vom Parkplatz aus an der Küste Richtung Süden gehen), aber auch das Gebiet um Dunnet Head (hier östlich des Parkplatzes) ist interessant.

 

 



Hier die wichtigsten von uns beobachteten Vogelarten:


 Papageientaucher

 

Papageientaucher gehören zu den Alkenvögel. Ihr breiter, bunter Schnabel und die roten Füße geben ihnen ein clowneskes Erscheinungsbild, was sie ungeheuer beliebt macht. Bei unserem Besuch Anfang August ist die beste Beobachtungszeit der späte Nachmittag bis frühe Abend, ab ca. 17 Uhr. Tagsüber sind die Vögel an den Klippen nicht zu sehen.

 Skua

 

Der Skua ist eine Raubmöwenart und ein echter Pirat. Anstatt selbst auf Nahrungssuche oder -fang zu gehen, jagen Skuas anderen Vögeln, darunter auch den viel größeren Basstölpeln die Nahrung ab. Oft "nerven" sie andere Vögel so lange, bis diese ihre Beute loslassen oder auch hochwürgen, nur um endlich in Ruhe gelassen zu werden.

 

Eissturmvogel

 

Eissturmvögel gehören zur Ordnung der Röhrennasen und so sieht ihr Schnabel aus der Nähe betrachtet etwas speziell aus. Sie brüten in lockeren Kolonien und beeindrucken durch ihren schnellen, brettartigen Flug. Bei der Landung aber zeigt sich, dass sie für ein Leben in der Luft ausgelegt sind: Ihr Landeanflug ist selten elegant. Werden sie bedroht, speien sie dem Angreifer ihr Magenöl entgegen.

Krähenscharbe

 

Krähenscharben gehören zur Familie der Kormorane und so sind exzellente Taucher. Vom echten Kormoran kann man sie dadurch unterscheiden, dass sie keinerlei Weiß am Körper haben und im Gegensatz zu diesem meist sehr dicht über dem Wasser fliegen. Wie der Kormoran müssen sie ihr Gefieder nach dem Tauchgang trocknen. Oft sieht man sie daher mit weit ausgebreiteten Flügeln auf Felsen sitzen.

 

Drei-Zehen-Möwe

 

Drei-Zehen-Möwen lebe in großen Kolonien. Schon von weitem kann man das Geschrei der Tiere hören, wie sie ihre dicht an dicht an die Felswände gebauten Nester anfliegen und verteidigen. Am ehesten kann man die Drei-Zehen-Möwe mit der Sturmmöwe verwechseln, diese ist allerdings deutlich größer. Ihr Ruf ist ein deutliches "kiti-uääh" und so heißt sie dann im Englischen auch ganz einfach "Kittiwake".

 

Gryllteiste

 

Die Gryllteiste gehört wie der Papageientaucher zu den Alkenvögeln und ist diesem in Figur und Flug sehr ähnlich. Sie hat kräftig rote Füße, aber ansonsten ist sie dezent schwarz gefärbt und hat je einen großen weißen Fleck auf den Flügeln. Der schmale Schnabel ist schwarz.

Meist bekommt man Grylleisten nur aus der Ferne zu sehen, wenn sie unauffällig auf dem Wasser schaukeln oder auf Felsen sitzen. 

Basstölpel

 

Basstölpel sind gänsegroße Vertreter der Familie der Tölpel, die trotz ihrer Größe ungemein elegante Flieger sind. Zum Fischfang stürzen sie sich teils aus großer Höhe Kopf voran ins Wasser. Basstölpel sind als großer, weißer Vögel mit schwarzen Flügelspitzen gut zu erkennen mit dem Fernglas fällt der gelbliche Kopf mit der schwarzen Gesichtszeichnung ins Auge.

 

Tordalk

 

Auch der Tordalk gehört zur Familie der Alkvögel und hat wie der Papageientaucher einen breiten Schnabel, durch den er sich auch von den Lummen unterscheidet, die ebenfalls ein ausschließlich scharz-weißes Gefieder aufweisen. Im Gegensatz zu diesen hat er auch einen alk-untypisch längeren Schwanz. Ihre Nahrung fangen Tordalke tauchend.

 


Unser Vogelführer:

Dieses Buch gilt als eines der Standardwerke für Ornithologen. Es ist auch als App erhältlich, aber das Suchen von Vögeln im Buch ist deutlich einfacher.

Unser Spektiv:

Da unser Fokus auf der Fotografie liegt, haben wir nur ein Einsteiger-Modell dabei, das uns von verschiedenen Fachleuten als Spektiv mit sehr gutem Preis/Leistungsverhältnis empfohlen worden ist:


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Halbinsel Applecross

Leuchtturm von Rona bei Sonnenuntergang
Leuchtturm von Rona bei Sonnenuntergang


Halbinsel Applecross
Halbinsel Applecross

 

 

Uns zieht es weg vom Verkehr auf die urwüchsige Halbinsel Applecross, einer der wildesten Regionen in den Highlands. Die Straßen hier sind steil, eng und kurvig und daher nur für kleinere Wohnmobile zu empfehlen. Wir kommen an einem älteren Modell vorbei, das liegengeblieben ist. Offenbar ist irgendetwas zu heiß geworden. Das Mobil sehen wir am Abend wieder - auf der Ladefläche eines Abschleppfahrzeugs.

 

 Rotwild an der Passstraße

 

Uns begeistert die Passstraße "Bealach na Bà", die hinter jeder Kurve einen neuen Blick freigibt, ganz unvermutet auch immer wieder auf Rotwild, das gar nicht scheu, Bilder aus großer Nähe erlaubt. Auch die anschließende Küstenstraße ist sehr eindrucksvoll, hat man doch einen Ausblick den über den Sound of Raasay auf die Inseln Raasay und Skye. Leider können wir trotz intensivem Absuchen des Wasser weder Wale noch Delphine sehen, die sich hier immer wieder zeigen sollen. Auch Vögel bekommen wir erneut praktisch keine zu sehen.

 

Das folgende Video zeigt einen kleinen Teil der Passstraße:

 

 

 

 

Unsere Stellplätze:

  • Stromeferry: Parkplatz mit großartigem Blick (N 57°21'01" W 5°32'43")
  • Appelcross: einer der Parkplätze entlang der Küstenstraße

Auf dem letzten Stellplatz am Morgen:

 

 

 

 

Ein bisschen Naturkunde: Landschaft und Geologie der Highlands

 

Die Landschaft der Highlands, wie wir sie heute sehen, wurde von den Eiszeiten geschaffen, während denen das Land von einer kilometerdicken Eisschicht bedeckt war. Ursprünglich hohe Berge wurden durch Erosion dabei auf das heutige Maß abgeschliffen; der höchste Berg Schottlands (und Großbritanniens) der Ben Nevis in der Nähe von Fort Williams ist nur 1.345 m hoch.

 

Die sich zurückziehenden Gletscher hinterließen die typischen sanften Täler und weichen Hügel, die Seen ("Lochs") und Fjorde ("Firths"), schroffen Bergrücken und viele Findlinge.

 

Auch wenn man denken könnte, dies hätte auch unweigerlich die heutige Kargheit und Weite der Highlands bedingt, so waren diese noch bis vor einigen hundert Jahren von weiten Mischwäldern bedeckt. Die Gras- und Heideflächen entstanden erst durch die Intensivierung der Weidehaltung, insbesondere der von Schafen. Auch von Menschen ausgewildertes Rotwild, das sich in Ermangelung natürlicher Feinde (der letzte Wolf wurde vor mehr als 260 Jahren geschossen) immer weiter ausbreitete und jeden Wald, so er nicht durch Zäune geschützt wird, kurz hält. Heute werden Versuche zur Wiederaufforstung unternommen.

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interner Zähler: 15.05.2020