Mit dem Wohnmobil rund um Polen


Vor uns liegt eine Reise entlang der Außengrenzen Polens. Wie immer interessiert uns vor allem die Natur unseres Reiselandes, aber auch die Kultur soll nicht zu kurz kommen.

 

Unsere Tour im Mai und Juni führt uns durch 9 Nationalpark; Städte wie Danzig und Krakau oder eher unbekannte Sehenswürdigkeiten wie die zum UNESCO-Welterbe zählende Friedenskirche von Schweidnitz liegen aber ebenfalls auf unserer Route.

 

 

Lernt mit uns zusammen Land und Leute kennen und werft wie wir Vorurteile über Bord. Wir haben uns selten sicherer gefühlt als im wilden Osten Polens.

 

 



Der Polen-Bericht im Ganzen:


Stettiner Haff

Idylle am Stettiner Haff
Idylle am Stettiner Haff


juveniler Seeadler
junger Seeadler

Wir beginnen unsere Reise an der Küste im Norden Polens. Von Usedom kommend geht es bei Swinemünde über die deutsch-polnische Grenze und kurz danach mit der kostenlosen Autofähre über die Swina. Gleich hinter Swinemünde führt eine gut ausgebaute Schnellstraße weiter.

 

Hier taucht für uns auch gleich das erste Problem auf. Wir wissen, dass in Polen die Autobahnen, aber auch einige der Schnellstraßen mautpflichtig sind. Da über der Straße Kamerabrücken angebracht sind, fragen wir uns nun, ob entgegen unsere Informationen auch hier schon Maut anfällt. Später erfahren wir aber, dass es sich hier Einrichtungen zur Geschwindigkeitskontrolle handeln soll. Weitere Infos zur Maut in Polen finden sich unter der Seite des Mautbetreibers Viatoll“ und auf unser Polen Übersichtsseite: hier klicken.

 

Wir sind nun auf Wolin, einer Ostsee-Insel in der Woiwodschaft Westpommern, die mit dem polnischen Festland über Brücken verbunden ist. Auf der größten polnischen Insel befindet sich an der Odermündung der Nationalpark Wolin (polnisch: Woliński Park Narodowy), der heute auch das Delta der Swine und Teile der Ostsee umfasst. Es handelt sich um den ersten Meeresnaturpark Polens. 

 

Unweit des gleichnamigen Ortes Wolin finden wir auf dem Festland einen idylisch direkt am Haff gelegenen Stellplatz mit guter Ausstattung. Hier lernen wir auch Els und Kees aus den Niederlanden kennen, mit denen wir in den nächsten Tagen viel Zeit bei Vogelbeobachtungen verbringen und die wir im Laufe unserer Reise immer wieder trreffen werden. Gemeinsam beobachten wir Seeadler, das Wappentier des nicht weit entfernten Nationalparks. Ihr Horst liegt in einem Baum ganz in der Nähe des Stellplatzes. Mehr zu Els und Kees gibt es unter „unterwegs getroffen“.


Unser Stellplatz:

  • Wollin: privater Wohnmobilstellplatz „Lafrentz“, tolle Lage mit Aussicht auf das Stettiner Haff, sehr ruhig, Strom, VE, gebührenpflichtig (N 53°49’59’’N, O 14°37’19’’)

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juveniler Seeadler


Slowinski Nationalpark (Słowiński Park Narodowy)

Aussichtsplattform im Slowinski Nationalpark
Aussichtsplattform im Slowinski Nationalpark


Karmingimpel
Karmingimpel

Unsere Tour führt uns nun entlang der Ostseeküste durch die Woiwodschaften (polnische Verwaltungsbezirke) Hinterpommern und Vorpommern. Die Küste ist hier sehr vom Tourismus geprägt; in den Badeorten wimmelt es von Lokalen, Souvenirläden und anderen Unterhaltungsmöglichkeiten. Im Moment hat die Saison aber noch nicht begonnen und so wird überall gebaut und gewerkelt. Viele Lokale und Einrichtungen sind noch nicht geöffnet. Im Juli und August macht hier aber halb Polen Urlaub.

 

Unsere Stellplatz in Rowy:

  • Camping „Wagabunda“, am Ortsrand, fußläufig zum Gardosee und zur Ostseeküste
    (N 54°39'55", O 17°03'26")

 

Unser Ziel ist der Slowinski Nationalpark (polnisch Słowiński Park Narodowy, der sich an der Küste von Rowy im Westen bis nach Łeba im Osten erstreckt. Mit seinen fast 19.000 ha gehört der 1967 gegründete Park zu den größten Parks Polens. Breite Strandabschnitte gehen hier über in küstennahe Wälder, in denen von einer Nehrung vom Meer getrennte Seen liegen. 1977 wurde der Park von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.

 

In der Nähe von Łeba finden sich mit den bis zu 42m hohen Wanderdünen eine der größten Attraktionen des Parks. Der kleinen Ort Kluki beheimatet ein Freilichtmuseum, das einen Einblick in den Alltag des für den Park namensgebenden Volksstamm der „Slowinzen“ im 18. und 19. Jahrhundert gibt. Hier und auch an anderen Stellen im Park trifft man immer wieder auf Beobachtungstürme, die einen weiten Blick über die Landschaft ermöglichen. Wir haben das Glück schon unweit unseres ersten Übernachtungsplatzes in Rowy interessante Tierbeobachtungen machen zu können. Direkt neben dem Weg tollen junge Füchse herum. Ein Stück weiter singt ein Karmingimpel, der hier mit seinem typisch kurzem Gesang ab und zu zu hören ist.

 

 

 Unser Stellplatz in Łeba:

  • Camping „Marco Polo“, zentral im Ort (N 54°45'22", O 17°33'01")

 

 An einem Feldweg in der Nähe des Camping finden wir drei junge Füchse an ihrem Bau:

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Karmingimpel


Ausflug ins Landesinnere: Die "Kaschubische Schweiz"

Blick vom terrassenförmig angelegtem Campingplatz am Klodno-See
Blick vom terrassenförmig angelegtem Campingplatz am Klodno-See


Heute trennen wir uns von der Küste und machen einen Abstecher ins Landesinnere in die "Kaschubische Schweiz". Diese  ist  eine bisher nur wenig vom Tourismus erschlossene, hügelige Wald- und Seenlandschaft und liegt etwa 40 km südwestlich von Danzig. Die dünn besiedelte Gegend gilt als eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Polens. Wir quartieren uns hier für zwei Tage auf dem Campingplatz "Tamowa" ein, wo wir praktisch alleine stehen und uns in Ruhe auf den vor uns liegenden Besuch Danzigs vorbereiten

 

Unser Stellplatz in Zawory:

  • Camping Tamowa, terassenartig angelegt mit fantastischem Blick über den Klodno-See (N 54°19'14.2", O 18°07'04.4"), der Betreiber spricht perfekt Deutscht

Danzig - eine der schönsten Städte Polens

Danzig - eine der schönsten Städte Polens
Danzig - eine der schönsten Städte Polens


Üblicherweise schlagen wir gerne einen großen Bogen um Großstädte. Für Danzig wollen wir aber eine Ausnahme machen, da wir hier schon bei unserer Polen-Kurzreise im letzten Jahr hier nicht Halt gemacht haben.

 

Die ehemalige Hanse- und Deutschordenstadt Danzig (polnisch: Gdańsk) liegt an der Danziger Bucht und bildet zusammen mit Gdynia und dem historischen Seebad Sopot die sogenannte „Dreistadt“. Während ihrer bewegten Stadtgeschichte stand sie unter polnischer, preußischer und deutscher Herrschaft und war zeitweise auch freie Stadt. Durch den Angriff auf der zu Danzig gehörenden Westerplatte, der heute als der Beginn des zweiten Weltkriegs gesehen wird, hat die Stadt unrühmliche Bekanntheit erlangt.

 

Obwohl im zweiten Weltkrieg zu fast 90% zerstört, lockt die wiederaufgebaute Altstadt Scharen von Touristen vor allem aus Deutschland an, wurden doch fast alle historischen Fassaden rekonstruiert. Danzig ist lebendig und jung und obwohl es unzählige Kunsthandwer-, Souvenir- und Bernstein-Läden gibt und um uns herum der „Bär steppt“ ist das Bummeln ein Vergnügen. Der lange Markt mit seinen Bürgerhäusern aus dem 17. Jahrhundert ist mehr eine Flaniermeile als ein Marktplatz.

 

Eines der bekannteste Wahrzeichen der Stadt ist neben dem Rathaus und dem grünen Tor, das Krantor, ein Gebäude mit doppelter Funktion. Es diente gleichzeitig als Stadttor zum Hafen als auch als Verladekran. Auch das Krantor wurde nach seiner Zerstörung im zweiten Weltkreig in den 1950er Jahren rekonstruiert und beherbergt im Innern zwei große Treträder zum Antrieb des Krans.

 

Der Hafen der Stadt ist der größte Polens und der viertgrößte der Ostsee. So verwundert es nicht, dass Danzig auch die Heimat der Gewerschaft „Solidarność“ ist, die in den 1980er Jahren aus einer Streikbewegung von Arbeitern entstand.

 

Unser Stellplatz in Danzig:

  • Wohnmobilstellplatz "Camper Park PG", eingezäunte Wiese an der Sportakademie, durch die Bahnlinie etwas laut aber fußläufig (30 Minuten) gelegen zur Altstadt; mit Strom und VE, gebührenpflichtig. Den Schlüssel zum Gelände gibt es an der rund um die Uhr besetzten Rezeption der Akademie.
    (N 54°22’18’’, O 18°37’45’’)

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Einige Impressionen aus der Stadt:


Die "Frische Nehrung" - Russland ganz nah!

Birdwatching auf der Weichsel-Mündung Delta Birding
Birdwatching an der Weichsel-Mündung


kuriose, durch einen Schleppkahn gezogenen Autofähre über die Weichsel
kuriose, durch einen Schleppkahn gezogenen Fähre über die Weichsel

Nach so viel Kultur und Stadt wollen wir erst einmal wieder raus in die Natur. Direkt hinter Danzig befindet sich mit dem Delta der Weichsel, dem längsten Fluss Polens, ein Natura2000 Vogelschutzgebiet. Nach dem Übersetzen mit einem durch einen Schleppkahn gezogenen Autofähre ergibt sich kurz hinter dem Fähranleger die Möglichkeit, das Auto abzustellen und den Blick über den Fluss zu genießen.

 

Wir machen uns im Anschluss zusammen mit unseren holländischen Ornithologen Els und Kees auf, das Mündungsgebiet zu erkunden. Auf unserer dreistündigen Wanderungen kommen uns neben Zwerg- und Brandseeschalben erneut Karmingimpel vor die Linse. An der Mündung aalt sich darüber hinaus in einiger Entfernung ein Seeotter.

 

Besuch von wilden Wildschweinen auf dem Campingplatz
Besuch von "wilden" Wildschweinen auf dem Campingplatz

Wir fahren weiter auf die „Frische Nehrung“ in Richtung russische Grenze. Auch wenn die europäische Außengrenze zu Russland doch erst in Estland zu finden ist, grenzt hier die russische Enklave rund um Kaliningrad an Polen. Wir richten uns auf einem kleinen Campingplatz mit Blick auf das „Frische Haff“ ein, wo wir nicht nur dank der auf dem Platz frei laufenden Wildschweine das Gefühl haben, am Ende der Welt angekommen zu sein.

 

Unser Stellplatz:

  • Krynica Morska: Camping Nr. 182, einfacher Campingplatz auf einer Wiese, (N 54°25'45", E 19°35'53")

Marienburg und Oberländer Kanal bei Elblag

Marienburg in Malborg
Marienburg in Malborg


Oberländischer Kanal bei Elblag
Oberländischer Kanal bei Elblag

Heute verabschieden wir uns nun endgültig von der Ostsee. Wir fahren zurück über die Frische Nehrung vorbei an der Gedenkstätte des KZ Struthof und dann in Richtung Malbork. Hier liegt mit der Marienburg am Fluss Nogat eine im 13. Jahrhundert erbaute Burg des Deutschen Ordens, die heute zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Die imposant gelegene, weitläufige Anlage ist der größte Backsteinbau Europas. Wir sehen von einer Besichtigung ab und begnügen uns mit einem Blick von außen. Obwohl direkt vor den Toren der Burg ein Stellplatz liegt, ist uns das hier doch zu viel Getümmel. Auch dass man sofort versucht, uns auf einen kostenpflichtigen (und wie wir später hören, auch für einen kurzen Stopp sehr teuren Parkplatz) zu lotsen, gefällt uns nicht.

 

Wir wühlen daher ein wenig im Reiseführer und da dieser zum Thema Natur etwas schwach auf der Brust ist, wenden wir uns der Technik zu und fahren zum Oberländer Kanal, einem technischen Wunderwerk vom Anfang des letzten Jahrhunderts. Um den Bau einer Vielzahl aufwendiger Schleusen zu vermeiden, entwickelten die damaligen Ingenieure eine durch Wasserkraft betriebene Seilbahnanlage für Schiffe, bei der diese auf auf Schienen laufende Rollwagen in fünf Etappen über schiefe Ebenen direkt vom Wasser ins höher bzw. tiefer gelegene nächste Wasser transportiert werden. Nirgendwo sonst, außer vielleicht in  Werner Herzogs "Fizcarraldo", werden sonst Schiffe derart über Land transportiert.

 

Wir können beobachten, wie die Schiffe im wahrsten Sinn des Wortes „über die Wiese“ gezogen werden.

 

Unser Stellplatz:

  • Jeloniki: Parkplatz am Oberländer Kanal
    (N 54° 02''14',  O 19°34''28)

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Die Masuren

Masuren: Gizycko / Lötzen - Polens Sommerhauptstadt mit dem Wohnmobil
Masuren: Gizycko / Lötzen - Polens Sommerhauptstadt mit dem Wohnmobil


Wir fahren weiter nach Osten, da wir die russische Enklave um Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg, umfahren wollen, denn ohne Visum ist hier kein Durchkommen. In der Nähe von Rastenburg kommen wir an der Wolfsschanze vorbei, einem der Führerhauptquartiere während des zweiten Weltkriegs und dem Ort des mißglückten Attentats vom 20. Juli 1944. Wir sehen von einer Besichtigung ab, da es hier einerseits von Mücken wimmeln soll und uns andererseits der Militärtourismus hier nicht gefällt - gleich bei der Ankuft kommt uns aus dem Parkplatz ein Panzerwagen mit Stahlhelm gekrönten Touristen entgegen. Das ist nicht so ganz unser Ding.

 

Unser heutiges Ziel ist Gizycko, ehemals Lötzen, eine 30.000 Einwohner Stadt, die eingebettet in die masurischen Seen, ein Zentrum des Tourismus der Gegend darstellt. Obwohl hier viel los ist, finden wir einen Platz zum freien Übernachten auf einem Parkplatz zwischen einer Laubenkolonie und dem zwei der Seen verbindenden Luczanski-Kanal, auf dem viele private Boote aber auch kleine Ausflugsschiffe an uns vorbeiziehen.

 

Masuren ist eine Region im ehemaliges deutschen Ostpreußen und heute eine beliebte Urlaubsregion nicht nur für Polen. Die masurische Seenplatte lädt eingebettet in eine sanfte Hügellandschaft zum Schwimmen und zum Wassersport ein. Auch Naturliebhaber kommen auf ihre Kosten.Wir machen direkt an unserem Campingplatz im Schilf Foto- Jagd auf den Drosselrohrsänger und genießen ansonsten eine entspannte Auszeit.

 

Unser Stellplätze

  • Gizycko (Lötzen)-Kanal: N 54-02-29,6 O 21-45-20,6 (siehe Bild oben)

 

  • Russka Wies: Camping „Seeblick“, terrassenartig angelegter Campingplatz mit Golfplatzatmosphäre mit direktem Seeblick, gut ausgestattet ( N 53°56'34" E 21° 19'13")

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Masuren mit dem Wohnmobil
Russka Wies: Camping „Seeblick“, terrassenartig angelegter Campingplatz mit Golfplatzatmosphäre

Wigierski Nationalpark - Halbinsel Wigry

Wigierski Nationalpark - Halbinsel Wigry mit dem Wohnmobil
Wigierski Nationalpark auf der Halbinsel Wigry


Wir, wollen nun einen zweitägigen Stoppover im Wigierskie Nationalpark einlegen. Im Informationszentrum des Parks empfiehlt uns ein netter Mitarbeiter einen schönen Stellplatz auf der Halbinsel Wigry und das obwohl das Zentrum um 16 Uhr eigentlich schon geschlossen hat und er gerade dabei ist das Licht abzudrehen.

 

Der Stellplatz "U Haliny", bei dem es sich eher um einen kleinen, einfachen Campingplatz mit Kanuverleih handelt, liegt inmitten von Wiesen und Kirschbäumen gegenüber einem ehemaligen Eremitenkloster Wigry, das heute als Herberge dient, wie wir selbst sehen,  aber auch für Hochzeiten gebucht werden kann.

 

Wander- bzw. Spazierwege führen an den See heran, das Gebiet erschließt sich aber auch per Rad, zum Teil aber über Schotterpisten.  Dem Campingplatz angeschlossen ist ein kleines  Lokal, das  zu supergünstigen Preisen eine fantastische polnische Küche bietet. Der Zander wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

 

Unser Stellplatz:

  • Wigry: Camping U Haliny, gegenüber dem Koster, WC, Duschen, WC-Entsorgung, Zloty 20,--

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Biebrza Nationalpark - der Amazonas Polens

Mit dem Kajak durch den Biebrza Nationalpark, der Amazonas Polens und Europas
Mit dem Kajak durch den Biebrza Nationalpark


Im Nordosten Polens liegt der mit etwa 59 223 ha größte Nationalpark des Landes. Die Flüsse Biebrza und Narew bilden hier das größte Flusssystem Europas. Entlang der immer wechselnden Mäander der Biebrza erstrecken sich große Wiesen und Sumpfgebiete, die vor allem im Frühjahr immer wieder überflutet werden und die eine artenreiche Faune und reiche Vogelwelt beherbergen.

 

Dieser einzigartige Lebensraum ist seit 1993 als Nationalpark geschützt. Die unzugänglichen Sümpfe sind seit Jahrhunderten unberührt, trotzdem kann man sie vom Wasser aus mit dem Kajak erkunden. Entlang des Flusses gibt es Biwakplätze, an denen man sein Zelt aufbauen kann.


Jedenfalls dann, wenn man es sich angesichts der Millionen von Moskitos und der durch den Wald ziehenden Elche traut. Eintrittskarten zum Park gibt es an den Informationszentren, z.B. in der Nähe des auch für Wohnmobile geeigneten Campingplatzes in Osowiec-Twierdza (von der Straße 65 kommend ausgeschildert) .

 

Ein Highlight der Region ist ein Vorkommen des äußerst seltenen Seggenrohrsängers, einer weltweit vom Aussterben bedrohten Rohrsängerart. Als Langstreckenzieher überwintert der kleine Vogel in Westafrika. An seine Brutgebiete stellt er hohe Ansprüche. Zur erfolgreichen Aufzucht seiner Brut benötigt er insektenreiche Seggenrohrbestände, von denen es nur noch wenige Gebiete gibt. So findet sich sein Hauptvorkommen hier in Polen, in Weissrussland und der Ukraine. Im übrigen Europa gibt es nur noch kleine Inselvorkommen.

 

Wir haben unglaubliches Glück und dürfen den Seggenrohrsänger nicht nur hören, sondern auch sehen und fotografieren: ein echtes Highlight für jeden Vogelfreund und Naturfotografen.

 

 Unser Stellplatz in Osowiec:

  •  Pole-Biwakowe, sehr einfacher Campingplatz auf einer Wiese am Fluss
    (N 53'' 28' 58°, O 22°38' 37'')

Einige Impressionen:

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Narew Nationalpark - Polens jüngster Nationalpark

Abendstimmung im Narew Nationalpark - unser Übernachtungsplatz ist ganz links neben der Sonne!
Abendstimmung im Narew Nationalpark - unser Übernachtungsplatz ist ganz links neben der Sonne!


Nur knapp 70 Kilometer südlich von Biebrza sich unweit der 300.000 Einwohner Stadt Białystok liegt im Überflutungsgebiet des Flusses Narew der Narew Nationalpark (polnisch: Narwiański Park Narodowy). 1996 unter Schutz gestellt, war der Bestand des Sumpfgebiets in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts stark bedroht durch eine Kanalisation der Flussarme stark bedroht.

 

Die unglaubliche Weite der Flusslandschaft der heute weitgehend unregulierten Narew wird für den Besucher über Stege erschlossen. Sowohl der Steg am Informationszentrum in Kurowo, der auf nur etwa einem Kilometer durch verschiedene Vegetationszonen des Gebiets führt, wie auch der etwa 7 km lange Rundweg bei Waniewo lohnen einen Besuch. Der große Reichtum des Tals ist seine Vogelwelt; 230 Vogelarten wurden nachgewiesen, von denen 150 hier brüten. Wir sind vor allem von dem Gebiet um Waniewo begeistert und verbringen viel Zeit mit dem Beobachten und Fotografieren von diversen Seeschwalbenarten. Leider kommen uns weder Elch noch Biber vor die Linse, obwohl es von beiden hier kleine Bestände geben soll.

 

Auf dem Rückweg nach einem langen Tag zu unserem Wohnmobil "Paul" spricht uns aus einem vorbeifahrenden Auto ein Herr an und fragt auf Deutsch, ob es uns denn hier gefallen würde. Wir sind im ersten Moment etwas irritiert. Es stellt sich aber schnell heraus, dass es sich um den Bürgermeister der Gemeinde handelt, der sich über ausländische Gäste freut. Auf Nachfrage und nach einem einem gemeinsamen Bier im Kiosk am Parkeingang erlaubt er uns, auf dem öffentlichen Parkplatz am Steg, die Nacht zu verbringen.

 

Zwei Tage später besuchen wir Bürgermeister dr inż. Józef Zajkowski in seinem Büro in Sokoły, wo er uns mit Informationsmaterial versorgt und von seine Plänen erzählt, einen Wohnmobilstellplatz einrichten zu wollen. Hier besuchen wir auch die Kirche und den Wochenmarkt, auf dem es vom Sofa bis zum lebenden Huhn alles zu kaufen gibt. Uns genügen heute Brot und Gemüse.

 

Unser Stellplatz in Waniewo:

  • Parkplatz am Steg

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Impressionen aus dem Narew Nationalpark:


Der Białowieża Nationalpark – Urwald und wilde Tiere

Der Białowieża Nationalpark
Der Białowieża Nationalpark


Der Bialowieza Nationalpark (polnisch: Białowieski Park Narodowy) ist liegt im Grenzgebiet von Polen und Weissrussland beiderseits der Staatsgrenzen. Das Waldgebiet gilt als der letzte Tiefland-Urwald Europas. Leider hat. Der polnische Teil des als UNESCO-Weltnaturerbe und Biospharenreservat ausgewiesene Teil des Parks ist 200 Quadratkilometer groß. Leider weckt der reiche Baumbestand immer wieder Begehrlichkeiten. In den letzten Jahren kam es wiederholt von offizieller Seite zu Holzeinschlägen in großem Stil. Angeblich gegen den Befall durch den Borkenkäfer gerichtet, brachten sie die polnische Regierung nach einer Klage der EU-Kommision bis vor den Europäischen Gerichtshof.

 

Die meisten Besucher kommen in den Bialowieza Nationalpark , um den Wisent zu sehen, das größte frei lebende europäische Säugetier und Symbol des Park. Wir sind allerdings der Meinung, dass eigentlich ein viel kleineres Tier den Nationalparks repräsentieren sollte: der Moskito. Ob auf dem Campingplatz oder im Urwald des Nationalparks, das kleine, lästige Insekt ist allgegenwärtig und nur mit guten Schutzmaßnahmen abzuwehren.

 

Insektenspray und am Besten lange Kleidung sind insbesondere bei Wanderungen unumgänglich, so man nicht aufgefressen werden will.

 

Trotzdem, ein Besuch des uralten Waldes ist ein Muß. Ein Zugang in die Kernzone des Schutzgebiets ist allerdings nur mit Führer möglich. Hier gibt es neben Wisenten auch Elche, Wölfe und Rotwild

 

Da wir uns auch für die Vögel des Waldes interessieren, heißt es für uns besonders früh aufstehen. Kurz nach Sonnenaufgang, das heißt um 5 Uhr morgens geht es für uns los, den naturbelassenen Mischwald mit seinem Wechsel von Trocken- und Feuchtzonen zu erkunden.

 

Auch ein Besuch des Tierparks von Balowieza lohnt einen Besuch, kann man doch hier die Tiere vor die Linse bekommen, die sich im Wald sonst so gut vor dem Besucher verstecken.

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Unser Stellplatz in Bialowieza:

  • Campingplatz „U Micala“, (N 52°41'38", O 23°49'51")
Eine von Millionen Steckmücken im Urwald des Białowieża Nationalparks
Eine von Millionen Stechmücken im Urwald des Białowieża Nationalparks

Impressionen:


Künstlerstadt Kazimierz Dolny

Malerische Altstadt um den Markt von Kazimierz Dolny
Malerische Altstadt um den Markt von Kazimierz Dolny


Für uns geht es weiter in Richtung  Süd-Westen, wo wir wieder auf die Weichsel, den großen Strom Polens treffen. An ihrem Unterlauf liegt in der Lubliner Hochebene die Künstlerstadt Kazimierz Dolny. Die Renaissancebauten der Altstadt liegen eingebettet zwischen den Burgruinen auf den umliegenden Hügeln und sind ein vielbesuchtes Touristenziel, vor allem für Besucher aus Polen.

 

Besonders die Przybyła-Bürgerhäuser am Marktplatz mit ihren naiven Flächenreliefs sowie die Speichergebäude entlang des Flusses stehen exemplarisch für die polnische Kleinstadt-Architektur dieser Zeit.

 

Unser Stellplatz:

  • Kazimierz Dolny: gemischter Parkplatz; gebührenpflichtig
    (N 51°19'34.2", O 21°57'05.3")

Karpartenvorland im Südosten Polens

Karpartenvorland im Südosten Polens mit dem Wohnmobil
Karpartenvorland im Südosten Polens


Unser Weg führt uns durch Gebiete im Grenzgebiet zu Weißrussland und der Ukraine. Der russische Einfluss zeigt sich deutlich in den zahlreichen Kreuzen am Wegesrand und an den Kirchen. Nicht länger sieht man das lateinische Kreuz mit gegenüber dem Querbalken längeren Längsachsen, sondern man trifft immer häufiger auf das dreiarmige russisch-orthodox Kreuz mit drei Querbalken, von denen der untere üblicherweise schräg dargestellt ist. Die orthodoxen Kirchen fallen sofort durch Üppigkeit auf, die sich schon von außen in den prunkvollen, meist vergoldeten Zwiebeltürmen zeigt.

 

Typisch für die Region ist auch die Holzbauweise von Wohngebäuden wie auch  Kirchen. So trifft man hin und wieder auf Schilder die auf die „Świętokrzyskie-Route der Holzbauweise“  hinweisen, die sich durch die Woiwodschaften  Kleinpolen, Karpaten-Vorland bis hin nach Schlesien erstreckt.

 

Soldatenfriedhöfe unterschiedlicher Nationen erinnern daran, dass polnisches Gebiet immer wieder schwer umkämpft war.

 

Unser Stellplatz:

- bei Sanok: Campingplatz Diablo Góra am Fluss San, gut ausgestattet mit Parzellen (N49°36'51.0", O 22°16'34.0")

 


Pieninski Nationalpark an der Grenze zur Slowakei

Pieninski Nationalpark mit dem Wohnmobil
Pieninski Nationalpark


An der Grenze zur Slowakei liegt in Kleinpolen der Pieninski Nationalpark. Das bewaldete Block-Kalksteingebirge wird gekrönt von den Trzy Korony (Drei Kronen) dem mit 982m höchsten Gebirgsstock der Pieninen. Der Park durchfließt die Dunajec, die hier auch die Grenze zur Slowakei bildet.

 

Auf dem Fluss werden organisierte Raftingfahrten per Floss angebooten. An schönen Tagen wie bei unserem Besuch reiht sich ein von Flössern in Tracht gesteuertes und gestaktes Floss an das andere.

 

Von dem kleinen Ort Sromowce Nizne mit seiner Holzkirche aus dem 16. Jahrhundert kann man über eine Fussgängerbrücke einen Ausflug in die Slowakei unternehmen – und in einem der Lokale zur Abwechslung einmal wieder in Euro zahlen.

 

Wir machen einen Ausflug zum Schronisko PTTK Trzy Korony (N 49°24'18.4", O 20°24'40.3"), von dem aus Wanderwege in den Park starten und und genießen bei einem richtig guten Cappuccino den Blick auf den Fluss und das Gebirge, vor dem ein junger Seeadler seine Runden dreht.

 

Unser Stellplatz:

- Sromowce Nizne: Campingplatz am Fluss, sehr einfach (N49°23'39.1", O 20°24'27.2")


Hohe Tatra und Zakopane

Hohe Tatra Karpaten Nationalpark Polen mit dem Wohnmobil
Blick auf die Hohe Tatra


Die Hohe Tatra ist ein Teilgebirge der Tatra und der höchste Abschnitt der Karpaten. Nur ein Drittel liegt in Polen, der übrige Bereich gehört zur Slowakei.

 

Das Gebiet rund um die bei uns durch den Wintersport und vor allem Weltcup-Skisprungveranstaltungen bekannte Stadt Zakopane ist als Nationalpark geschützt und UNESCO-Biosphärenreservat. Hier im 19574 gegründeten Nationalpark Tatra (polnisch: Tatrzański Park Narodowy) liegt der mit 2.499 m höchste Berg Polens.

 

Wer nun, wie wir denkt, Zakopane wäre im Juni eine verschlafene Stadt, die sich wie viele andere Wintersportort von der letzten Saison erholt, der liegt falsch. Hier tobt ganzjährig der Bär. Zakopane ist für viele Polen immer einen Besuch wert. Und so wimmelt es rund um die Innenstadt und die Sprungschanzen nur von Besuchern. Zahlreiche Buden bieten Souvenirs und Verpflegung an. Uns wird der Trubel schnell zu viel und wir suchen uns einen Übernachtungsplatz etwas außerhalb des Zentrum. Das Wetter macht uns am nächsten Morgen leider einen Strich durch die Rechnung. Es ist bewölkt und so lohnt der eigentlich geplante Trip mit der Seilbahn in die Gipfelregion wegen mangelnder Sicht nicht.

 

Zakopane hat seine ganz eigene Architektur und wird von imposanten Holzhäusern geprägt, die im sogenannten Zakopen-Stil erbaut sind. Dieser hat sich zur Zeit des Jugendstil aus der Bauweise der hier ansässigen Goralen entwickelte und wird auch heute noch gepflegt. Da es aber aufgrund der Menge an Touristen nicht ganz einfach einen Parkplatz zu bekommen, begnügen wir uns mit einer kleinen Stadtrundfahrt. Ganz anders ist das im etwa  20 Kilometer von Zakopane entfernt liegende Örtchen Chochołów. Bei einem Spaziergang durch  kann man hier in aller Ruhe die wunderschönen Häuser bewundern und die traditionelle Bauweise kennenlernen.

 

Unser Stellplatz in Zakopane:

  • Campingplatz Harenda (N49°19'24.8", O 19°59'08.6")

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Krakau

Krakau mit dem Wohnmobil


Die Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen liegt im Süden Polens an der Weichsel. Nach Warschau ist sie mit etwa 800.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Polens und  gilt als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Da von Zerstörungen seit den Einfällen der Mongolen im 13. Jahrhundert weitgehend verschont, wurde die historisch wertvolle Altstadt, in der sich Gebäude von der Romanik bis zum Jugendstil finden lassen, bereits 1978 in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen.

 

Wir stürzen uns in den Trubel von Touristen und Pferdekutschen und genießen das bunte Treiben aus einem der vielen Cafes am Hauptmarkt mit Blick auf die zentrale Tuchhalle aus den Zeiten der Renaissance. Danach machen wir uns auf den ehemals jüdischen Stadtteil „Kazimierz“ , dar lange Zeit dem Verfall preisgegeben war, heute aber eine Neubelebung als Ausgeh- und Künstlerviertel erfährt.

 

Krakau ist als Studentenstadt schon an sich eine "junge Stadt". Wie schon in Zakopane fällt uns hier zusätzlcih die große Zahl von Jugendgruppen auf und uns wird zugetragen, dass jetzt kurz vor den Sommerferien, die im Juli beginnen und zwei Monate dauern, traditionell die Zeit der Schulausflüge sei. Und so haben wir den Eindruck, dass  die Mehrheit von Polens Bevölkerung deutlich unter 18 Jahre alt ist und die Meisten davon derzeit mit dem Bus in Polen unterwegs sind.

 

Kurz vor Krakau besuchen wir noch das Salzbergwerk von Wieliczka, das ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, beschränken uns aber auf einen Blick von außen auf die Fördertürme und das Gradierwerk in dem zur Inhalation Sole verdunstet wird. Schon im 13. Jahrhundert wurde hier Salz abgebaut. Über 300 m tief gruben sich die Bergleute im Laufe der Jahre in die Erde bevor der Betrieb 1993 eingestellt wurde.

 

Unser Stellplatz in Krakau: 

  • Krakau: gebührenpflichtig Stellplatz an der Firma Elcamp (50°02'02.8"N 19°52'35.7"E), die Altstadt ist mit dem Fahrrad über einen Fahrradweg entlang der Weichsel gut zu erreichen.

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Impressionen aus Krakau:


KZ Auschwitz-Birkenau - ein bewegender Besuch



Nur etwa 60 Kilometer von Krakau entfernt liegt die Konzentrationslager Ausschwitz-Birkenau (heute UNESCO-Weltkulturerbe) in dem zu Zeiten des Nationalsozialismus mehr als 1 Million Menschen ermordet wurden und dessen Besuch wir für einen festen Bestandteil einer Reise rund um Polen halten.

 

Das direkt in der Stadt Auschwitz bzw. heute polnisch Oświęcim liegende „Stammlager“ beherbergt heute eine Gedenkstätte mit Museum. Wir besuchen früh morgens das tagsüber frei zugängliche Gelände des „Vernichtungslager Birkenau“. Der Rundgang vorbei an Lagerbaracken, Überresten gesprengter Gaskammern und Mahnmalen, die daran erinnern, dass direkt neben den Gaskammern die Asche der Opfer in Massengräber geschüttet wurde, ist mehr als bedrückend. Wir verlassen das Lager als die ersten Bus-Touristen aus den USA und Asien heranströmen.

 

Unser Stellplatz:

  • Oswiecem: bewachter, gebührenpflichtiger Großparkplatz neben dem Museum
    (N 50°01'40.6", O 19°11'57.2")

Durch Schlesien entlang der Sudeten



Für uns geht es weiter durch Schlesien entlang der Grenze zu Tschechien. Wir durchstreifen das Landschaftsschutzpark Beskidu Śląskiego und sind froh, dass es hier im dichten Wald kühl ist. In der Sonne ist die Hitze heute wahrlich kaum auszuhalten. Da wir versuchen den Park auf dem kürzesten Weg zu durchqueren, fahren wir auf engen Waldwegen. Da aber immer wieder Spuren von schwerem Gerät zu sehen sind, muss es ja irgendwie weitergehen. Unterwegs fallen mit Lockstoffen gefüllte Borkenkäferfallen zur Eindämmung der Schädlingspopulation auf. Diese werden männlichen Borkenkäfern zum Verhängnis , wenn Sie dem Duft der Weibchen folgen.

 

Vor Ratibor machen wir einen Abstecher in das Gebiet des dort entstehenden Flutpolder, der helfen soll, künftige Oderfluten einzudämmen. Wir fahren vorbei an den leerstehenden Häusern des Ortes Nieboczowy, der erst kürzlich dem Rückhaltebecken weichen musste. Es ist ein höchst merkwürdiges Gefühl Menschen zu sehen, die ihre verbleibende Habe aus den Häusern holen und noch ein letztes Mal den Garten abernten bevor się endgültig nach Neu-Nieboczowy außerhalb des Überflutungsgebiets umziehen.

 

Unsere Stellplätze:

 

- Olza: an der Kirche, da auf dem Campingplatz Europa (N 49°56'54.5", O 18°21'06.8") im Ort eine Party stattfand, die wir auch an der Kirche zusätzlich zum stündlichen Glockenspiel (vom Band) noch deutlich hören konnten.

 

- Sanowitze: einfacher Campingplatz am Stausee (N 50°28'46",  O 17°07'18" )

 

Impressionen aus Schlesien:


Im Felslabyrinth des Heuscheuergebirges

Im Felslabyrinth des Heuscheuergebirge
Im Felslabyrinth des Heuscheuergebirge


Unser nächstes Ziel ist das Heuscheuergebirge, das Teil der Sudeten ist und dessen ungewöhnliche Felsformationen als Nationalpark Góry Stołowe geschützt sind und das schon 1790 von Johann Wolfgang von Goethe besucht wurde.  Der im Deutschen ungewöhnliche Name leitet sich von den Tafelbergen „Große Heuscheuer“ und „Kleine Heuscheuer“ ab, die an riesige Scheuen erinnern und die höchsten Erhebungen darstellen.

 

Bizarre Sandsteinstrukturen laden dazu ein, erkundet zu werden, und so zwängen wir uns das Felslabyrinth „Białe Skały“. Hier geht es wirklich „eng zu“ wie unsere Bilder zeigen. Eigentlich sollte am Kassenhäuschen (2017: 7Zloty/Person) jeder Besucher darauf hingewiesen werden, dass ein Durchkommen ab einer Körpergröße von über 1,85m und einem Gewicht von mehr als 100 kg schwierig werde könnte. Glücklicherweise müssen wir nicht umdrehen, wir sind aber auch gelenkig.

 

Zum Labyrinth gelangt man von unserem Übernachtungsplatz im Wald entweder per Fußmarsch bergauf oder alternativ - wie wir - gegen Gebühr (2017: 20 Zloty/Fahrzeug) auch mit dem Auto über eine nur einspurig Straße, die tagsüber im Wechsel für den Autoverkehr freigegeben wird.

 

Unser Stellplatz.

  • Heuscheuergebirge: gebührenfreier Parkplatz an der Einfahrt zum Felslabyrinth „Białe Skały“
    (N
    50°27'39.8", O 16°18'32.6")

Die Friedenskirche in Schweidnitz

Rundumblick in der Friedenskirche zu Schweidnitz. Wohnmobilreise.
Rundumblick in der Friedenskirche zu Schweidnitz


 Unser nächstes Ziel ist die Friedenskirchen in Schweidnitz (Świdnica), die zusammen mit den Friedenskirchen in Jauer (Jawor) und Glogau (Głogów) seit gehören 2002 zum Weltkulturerbe UNESCO gehört. Die evangelischen Friedenskirchen wurden im 17. Jahrhundert im katholischen Schlesien aufgrund von Beschlüssen des Westfälischen Friedens im Jahr 1648 gebaut, die den schlesischen Protestanten die Erlaubnis für Bau dieser Kirchen gaben.

 

Der Bau war allerdings an diverse Auflagen geknüpft. So durften die Kirchen keinen Turm aufweisen, nur aus Holz, Stroh und Lehm bestehen und sie mussten innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden.

 

So macht die Friedenskirche in Schweidnitz von außen den Eindruck einer schlichten, wenn auch großen Fachwerkscheune und wir denken für einen Moment darüber nach, ob sich ein Besuch überhaupt lohnt.

 

Glücklicherweise entscheiden wir uns dafür, den Innenraum zu besichtigen und sind maximal beeindruckt. Barock in der Ausführung und gleichzeitig evangelisch in der Ausgestaltung, mit einem Fokus auf Bibelsprüchen (auf Deutsch!), bietet das Gotteshaus Platz für die unglaubliche Zahl von 7.000 Menschen. Auch ein Rundgang über den die Kirche umgebenden deutschen Friedhof lohnt. Für uns ist dies einer der kulturellen Top-Tipp dieser Reise.

 

Nicht weit entfernt liegt das Schlosses Fürstenstein bei Wałbrzych (Waldenburg) verbinden wollen. Schloss Fürstenstein sollte Hitler als neues Hauptquartier dienen und wurde unter Einsatz von KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern umgebaut, unter anderem mit unterirdischen Gängen versehen, allerdings nie fertiggestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde und der unserer Meinung nach für einen Kurzbesuch zu teuren Parkplätzen lassen wir das Schloss aber links liegen.

 

Unser Stellplatz in Karlowice:

  •   Campingplatz auf Wiese am Streichelzoo (51°01'50"N 15°22'55"E)

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Niederschlesische Heide und Muskauer Faltenbogen

Niederschlesische Heide und Muskauer mit dem Wohnmobil
Warnung vor dem Wolf in den Niederschlesische Heide


 Das Motto des heutigen Tages heißt „Wald“. Wir fahren durch die Niederschlesische Heide, eines der größten zusammenhängede Waldgebiete auf der polnischen Seite, bestehend aus Kiefer- und Laubwäldern mit dichten Heideflächen, Mooren und Teichen. Im dünnbesiedelten Waldgebiet, vor allem auf den Truppenübungsplätzen, leben Wölfe. Wir bekommen auf unserer Fahrt über holprige Wege aus alter Zeit allerdings nur die entsprechenden Warnschilder zu Gesicht. Etwas mulmig ist uns aber trotzdem.

 

Weiter geht es für uns durch den Geopark „Muskauer Faltenbogen“, ein eiszeitliches Stauchendmoränengebiet, dass sich über deutsches und polnisches Gebiet erstreckt und vor etwa 340.000 Jahren entstand. Durch die Last des Gletschers wurde der Untergrund aufgefaltet, so dass hier heute Braunkohle, Ton und Sand an die Oberfläche treten. Zwischen den Falten liegen durch die umgebenden Materialien gefärbte Seen. Durch das ganze Gebiet ziehen sich Fahrrad- und Wanderwege und man trifft immer wieder auf attraktive Rastplätze

 

Unser Stellplatz:

  • Groß Schacksdorf-Simmersdorf / Deutschland: Reisemobilplatz Szonn, gebührenpflichtiger, privater Stellplatz auf Wiese neben Wohnhaus mit VE und Strom (N 51°42’00’’, O 14°37’32’’)

Rund um den Nationalpark Warthemündung

Rund um den Nationalpark Warthemünd mit dem Wohnmobil
Mit der Fähre über die Oder


Unsere Reise neigt sich dem Ende zu und so führt uns unser Weg auf der verbleibenden Strecke entlang der deutsch-polnischen Grenze. Nachdem wir auf dem Parkplatz eines Supermarkts etwa 30 km vor der Grenze von zwei zwielichtigen Gestalten etwas eigenartig „angemacht“ wurden, fühlen wir uns das erste Mal auf dieser Reise durch Polen etwas unsicher

 

Leider sind Stell- und Campingplätze auf polnischer Seite hier rar gesät. Da wir aufgrund unseres unguten Gefühls aber nicht frei stehen wollen, übernachten wir in den nächsten Tagen auf grenznahen Stellplätzen in Deutschland.

 

Trotzdem, der Nationalpark Warthemündung ist auf jeden Fall einen Stopp wert. Etwa 80 km östlich von Berlin an der Mündung der Warthe in die Oder gelegen liegt hier ein Paradies für Vögel. Hier wurden über 250 Vogelarten bestimmt, von denen 170 hier brüten. Die Warthe teilt den Nationalpark in zwei Hälften, ein südliches Überschwemmungsgebiet mit einem bis zu vier Meter schwankenden Wasserstand und ein eingedeichtes Gebiet im Norden. Am Rand des Nationalpark gibt es mehrere Beobachtungstürme.

 

Wer will kann unweit des Parks und direkt an der Grenzlinie die Überreste der Festung Küstrin aus dem 16. Jahrhundert besichtigen, die bis zum Ende des ersten Weltkriegs genutzt wurde. Nach einer erneuten kurzzeitigen Nutzung im zweiten Weltkriegs und im Anschluss weitgehenden Zerstörung, wird sie nun in Teilen restauriert. Die übrigen Bereich zerfallen und stellen ein bedeutendes Fledermaus-Quartier dar.

 

Aufgrund der großen Hitze beschränken wir uns auf ein reduziertes Programm, freuen uns aber trotzdem, dass wir in geringer Distanz Kraniche und Störche vor die Linse bekommen.

 

Unser Stellplatz:

  • Küstriner Vorstadt: Fischereihof Schneider, Campingwiese an der Räucherei mit Imbiss; sehr leckerer Räucherfisch, (Stellplatz 5€, VE, Strom, Sanitär gegen zusätzliche Gebühr) (N 52°35'01.7", O 14°36'43.5")

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Impressionen:


Unteres Odertal - Landschaftsschutzpark Zehden

Unteres Odertal - Landschaftsschutzpark Zehden mit dem Wohnmobil
Storch auf einer Buhne an der Oder


Ein weiteres und leider auch letztes Highlight unserer Reise ist das untere Odertal.  Der Landschaftsschutzpark Zehden und der Nationalpark „Unteres Odertal“  bilden zusammen mit dem deutschen Nationalpark den Internationalpark Unteres Odertal. Da der polnische Teil des Nationalparks leider für Besucher sehr schlecht zugänglich ist, beschränken wir uns hier auf den Landschaftspark. Wir erkunden des Gebiet entlang der Oder und durch die angrenzenden Auwälder.

 

Manchmal weiß auch unser Navigationssystem nicht mehr weiter und so fahren wir geführt von Himmelsrichtung und Gefühl entlang von Forstwegen und Off-Roadpisten , von denen wir hoffen, dass sie letztlich doch irgendwo ankommen werden. Dies bringt uns zu kleinen, vergessenen Orten, wo die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Wenn man aber genau hinschaut, fällt auf, dass die Gegend für Wanderer und Fahrradfahrer durch markierte Wege erschlossen ist. Wohnmobile können hier aber an ihrer Grenzen stoßen.

 

Unser Stellplatz:

  • Stolzenhagen: Stellplatz Kiez, auf Privatgelände an der Hohensaatner-Friedrichsthaler-Wasserstraße, gebührenpflichtig, VE (N 52°56'56",  O 14°06'31")

NP Unteres Odertal und Park Krajobrazowy

Nationalpark Unteres Odertal mit dem Wohnmobil
Sonnenaufgang an der Oder


Der Nationalpark Unteres Odertal liegt im Nordosten Brandenburgs im Landkreis Uckermark und bildet ein Teilgebiet des "Internationalparks Unteres Odertal", der sich über deutsches und polnisches Gebiet (als Park Krajobrazowy) erstreckt. Hier befindet sich im eingedeichten Flussgebiet der Oder die einzige intakte Polder-Landschaft Deutschlands.

 

Die großflächige Fluss-Auenlandschaft bietet Raum für eine vielfältige Flora und Fauna. Im Winter und im Frühjahr sind die Polderwiesen geflutet und bieten stromabwärts gelegenen Orten, darunter Stettin, Schutz vor Hochwasser. 

 

Wir starten im Besucherzentrum des Parks in Criewen (Schloss Criewen, N53°00'43.9", O 14°13'23.0", Eintritt frei), wo wir Informationsmaterial bekommen und eine kleine Ausstellung einen ersten Eindruck über das Gebiet gibt. Trotz der während unserer Besuchs im Juni herrschenden Hitze erkunden wir den Park per Fahrrad und zu Fuß, wobei uns das Kartenmaterial aus dem Besucherzentrum gute Dienste leistet.

 

Besonders angetan hat es uns der Parkplatz in Grabow, von dem aus in wenigen Minuten eine Beobachtungshütte (ausgeschildert) zu erreichen ist und diverse Pfade direkt ins Herz der Feuchtgebiete führen. Nach einer ersten Erkundung am Abend, brechen wir am nächsten Morgen zu Sonnenaufgang erneut auf und werden mit fast mystisch anmutenden Bildern belohnt. Neben dem Seeadler sehen wir unter anderem Kraniche, viele Singvögel (darunter Neuntöter) und diverse Libellen.

 

Unsere Stellplätze:

  • Mescherin: Campingplatz am Oderstrom, netter, kleiner CP, 15€ ohne Strom
    (N 53°14'31.3", O 14°25'33.9")
  • Grabow: Parkplatz am Nationalpark; idealer Ausgangspunkt für (Vogel-)Exkursionen; kein Camping!
    (N 53°06'34.5", O 14°20'16.9")

Singschwantage:

Der Nationalpark Unteres Odertal ist auch bekannt für die vielen Singschwäne im Winter. Der Nationalpark Verwaltung lädt jeden Januar / Februar zu den Singschwantagen ein. Gäste werden an dem Wochenende mit einem vielfältigen Programm Wissenswertes über die singenden Schwäne erfahren und sie in der winterlichen Auenniederung beobachten können. Mehr dazu : hier

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Unsere Bilanz einer 6-wöchigen Reise mit dem Wohnmobil durch Polen



Polen zeigte sich uns als vielseitiges und sicheres Reiseland. In 9 Nationalparks erlebten wir Natur pur. Aber auch die Kultur wurde nicht vergessen, denn nicht nur in Städten wie Danzig sonder auch längs des Weges trifft man immer wieder auf Zeugnisse der reichen und leider oft kriegerischen Geschichte des Landes. Wir waren begeistert von der Hilfsbereitschaft der Menschen; von einer Abneigung gegen uns als Deutsche war nichts zu spüren. Gerade in abgelegenen Gegenden im Norden und Osten des Landes fühlten wir uns besonders willkommen.


Was Dich noch interessieren könnte:

 

  • Tipps und Infos zur Reise mit dem Wohnmobil durch Polen: hier

seit 8. Mai 2020