Mit dem Wohnmobil in der Camargue

Tipps, Stellplätze und mehr ...

Wir waren schon einige Male in der Camargue. Wer die Natur liebt, kommt um die Region in Südfrankreich einfach nicht herum:


Typisch Camargue:

Sümpfe, Reisfelder, Stiere, Pferde und vieles mehr ...


Galoppierende Pferde, aufgewirbelte Tropfen fliegen durch die Luft, im Hintergrund stehen Rosaflamingos im flachen Wasser der Lagune. Mit diesen Bildern im Kopf fahren wir in die Camargue.

Zwischen den Flussarmen "Grand Rhone" im Osten und "Petit Rhone" im Westen in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur im Département Bouches-du-Rhône am Mittelmeer gelegen, ist das Mündungsgebiet der Rhone mit etwa 750 Quadratkilometern das größte Flussdelta Westeuropas. 

 

Das Schwemmlandgebiet besteht aus Sümpfen, Seen (Étangs genannt), Wiesen, Marsch und Dünen. Die flache Landschaft wird überwiegend landwirtschaftlich zur Viehzucht, zum Gemüse- Reis- und natürlich (wir sind in Frankreich) Weinanbau genutzt.

 

Auf dem Gebiet von Arles und Saintes-Maries-de-la-Mer liegt der Regionale Naturpark Camargue, der 1970 gegründet umfasst er eine Fläche von 88.000 Quadratkilometern.

 

Uns interessieren weniger die zweifellos schönen Strände des Mittelmeers, die besonders im Sommer Heerscharen von Touristen anziehen, sondern das Küstengebiet, das mit seinen Lagunen und Brackwasserseen einer Vielzahl von Tieren und vor allem von Wasservögeln Heimat, Brut- oder auch Rastplatz bieten.


Wir starten im Osten der Camargue

Carro - kleiner Ort mit nettem Stellplatz


Mit dem Wohnmobil in der Camargue
Blick vom Stellplatz in Carro

Unseren ersten Stopp legen wir in der Nähe von Marseille am Hafen von Carro ein.

  • toller, kostenpflichtiger Stellplatz in Carro (GPS 43.328405, 5.040930)

Die Küste hier ist windig und ein wahres Surferparadies. Wir beschränken uns auf Zuschauen und Fotografieren und genießen hier einen ruhigen Jahreswechsel ganz ohne Böller.

Nur schweren Herzens trennen wir uns von unserem Stellplatz in Carro. Zu schön ist der Blick auf das Meer und viel zu sehr genießen wir es, bei Meeresrrauschen einzuschlafen und auch wieder aufzuwachen.

 

Wenn wir überrascht waren, dass wir hier bei Marseille auf so viele Wohnmobile getroffen sind, so sind wir bei unserer Fahrt entlang der Küste in der Camargue noch viel verwunderter über die Menge an Wohnmobilen. Wir sind kurz nach Silvester unterwegs und hoffen stark, dass dies daran liegt, dass der ein oder andere Franzose, Deutsche, Italiener.... die Feiertage und Ferien für eine längere Ausfahrt nutzt und in den nächsten Wochen nicht weiterhin jedes dritte Fahrzeug, das uns begegnet, ein Wohnmobil sein wird. Vielleicht sind wir aber auch immer noch von der Ruhe und Einsamkeit Lapplands geprägt, die wir wahrscheinlich sonst fast nirgendwo in Europa finden werden.


Salin-de-Giraud


Salin-de-Giraud am südöstlichen Rande der Camargue und am rechten Ufer des Rhone-Hauptarms Grand Rhône ist kein typischer Touristenort. Der Ort wurde im 19. Jahrhundert gegründet und entstand am Reißbrett als Siedlung für die Arbeiter der benachbarten Salin de Midi. Die kleinen Reihenhäuser des Dorfs zeugen von ihrer Geschichte, werden heute aber meist als Ferienwohnungen genutzt.

Camargue mit Wohnmobil - Wohnmobilstellplatz Salin-de-Giraud
Salin-de-Giraud - Wohnmobilstellplatz

Die Gemeinde bietet einen schmucklosen, aber kostenlosen Stellplatz, auf dem wir gleich zwei Tage verbringen, da sich der Platz als Standort zur Erkundung der Umgebung anbietet.

  • Wohnmobilstellplatz mit VE
    43°24'45.4"N 4°43'51.2"E

Salzgewinnung in der Camargue


Die Salzgewinnung in Salin de Giraud begann im Jahr 1855. Das Salz diente damals dazu, den Bedarf der chemischen Industrie zu decken. Heute werden fast 350.000 Tonnen Salz pro Jahr produziert, das hauptsächlich für den Winterdienst genutzt wird.

Camargue mit dem Wohnmobil
Salzgewinnung in Salin-de-Giraud

Gleich am Morgen verlassen wir den Ort auf der D36D Richtung Süden. Kurz nach dem Ortsschild sieht man auf der rechten Seite große Salzberge. Kurz davo geht es rechts ab zum Point d’observation des salins, von wo man einen guten Blick auf die Salinen hat:

  • Point d’observation des salins 43°24'05.7"N 4°45'08.1"E
Mit dem Wohnmobil in die Camargue - Salin de Giraud/Salin de Midi
Salzgarten - Salzgewinnung in den Salin du Midi

Von hieraus sieht man die flachen Becken, sogenannten Salzgärten, in denen das Meersalz gewonnen wird. Die rosa Farbe der Becken wird durch eine Mikroalge hervorgerufen, die der hohen Salzkonzentration in der Lake widersteht. Auch die rosa Färbung der Flamingos wird indirekt durch die Alge bedingt, da diese Kleintiere fressen, die sich wiederum von den Algen ernähren.

Weiter geht zum Strand "Plage de Piémanson". Auf dem Weg kommt man an der Domaine de la Palissade vorbei. In dem Feuchtgebiet hinter dem Deich sind Wanderungen auf angelegten Wegen möglich. Leider war die Domaine bei unserem Besuch geschlossen.

  • Domaine de la Palissade 43°22'20.7"N 4°48'30.4"E
Camargue mit Wohnmobil- Strand von Salin-de-Giraud
Strand bei Salin-de-Giraud

Wir fahren weiter zum Strand. Hier gibt es einen riesigen Parkplatz, auf dem sich die Wohnmobile nur so tummeln. Auf der einen Seite ist das weite Meer, auf der anderen Seite die Lagune. Hier kann man ohne weiteres den ganzen Tag verbringen.

  • Parkplatz am Plage de Piémanson:
    43°20'55.7"N 4°47'00.7"E

Für uns geht es weiter entlang des größen Sees der Camargue, dem Étang de Vaccarès, in Richtung Saintes-Maries-de-la-Mer. Ein erster Abstecher führt uns zum Tour de Tampan:

 


Tour de Tampan


Camargue mit Wohnmobil - Château de Tourvieille/Tour de Tampan
Tour de Tampan

Der Turm von Tampan, der auch als Château de Tourvieille bezeichnet wird, wurde im frühen 17. Jahrhundert erbaut, um zusammen mit weiteren Türmen den Schiffsverkehr im Delta der Rhone zu kontrollieren.  Schnell verlor er aber an Bedeutung und verfiel. Vor einigen Jahren wurde er aber umfassend stabilisiert und mit einer Aussichtsplattform versehen.

Wir parken auf einem Parkplatz neben dem Turm und erklimmen die Aussichtsplattform, von der man einen guten Überblick über die Landschaft der Camargue gewinnt. 

 

Mit dem Wohnmobil in der Camargue - Weg mit Schlaglöchern
Feldweg in der Camargue

Zum Turm führt ein schmaler Weg voller Schlaglöcher, den sich Autos und Fahrradfahrer teilen. Fahrzeuge mit einer Breite unter 2 m können auch noch weiter zum Strand fahren. Die Zufahrt wird durch zwei entsprechend beabstandete Poller begrenzt.

 

Am zweiten Parkplatz geht es dann nur noch für Fahrradfahrer und Fussgänger weiter, Autofahrer müssen die weiter im Inland liegende Strasse benutzen, um nach Saintes-Maries-de-la-Mer zu gelangen.

 

Unser Parkplatz am Tour de Tampan:

  • 43°24'41.5"N 4°40'36.9"E

Réserve naturelle nationale de Camargue


Camargue mit Wohnmobil
Vogelbeobachtungsturm

Das etwa 13.000 Hektar große Naturschutzgebiet "Réserve naturelle nationale de Camargue" umfasst den Étang de Vaccarès, den größten der flachen Seen  der Region und den davor liegenden Küstenstreifen mit seiner großen Wasservogelpopulation. Bis zu 400 Arten Wasservögel und bis zu 30.000 Rosaflamingos sind hier beheimatet.

Informationszentrum La Capelière

Im Osten des Sees liegt etwas versteckt und nicht wirklich gut ausgeschildert das Informationszentrums des Parks.

  • Parkplatz 43°32'06.5"N 4°38'36.3"E

Hier gibt es Informationen über den Park, ein kleines Museum und einen Entdeckungspfad mit 1,5 km Länge und Informationsschilder und Aussichtstürmen.

 

Eine weitere Aussichtsplatttform gibt es hier im Norden des Sees:

  • 43°34'18.2"N 4°32'30.4"E

Vogelpark

Ornithological Park of Pont de Gau


Besonders gut gefällt uns der Vogelpark "Ornithological Park of Pont de Gau". Das Gelände lässt sich über ein etwa 7 Kilometer langes Wegenetz erkunden, oft kommt man zu einem Großteil frei lebenden Vögeln sehr nahe.

 

Der Park liegt etwas nörlich von Saintes-Maries-de-la-Mer:

  • 43°29'20.2"N 4°24'14.4"E

Der Park ist kostenpflichtig und ist zu jeder Jahreszeit seinen Eintritt wert. Allerdings sollte man das Wochenende oder an Feiertagen damit rechnen, dass man keinen Parkplatz mehr bekommt. 


Tiere der Camargue


Flamingos

Interessante Beobachtungen sind in der Region an vielen Orten, oft auch von der Straße aus möglich. Flamingos, genauer die Rosaflamingos prägen zusammen mit den Wildpferden und den schwarzen Stieren das Landschaftsbild der Carmargue.

Und man findet sie überall. Selbst im Winter sollen noch mehrere Tausend der Flamingos  hier aufhalten.  Wir haben gehört, dass sich zur Brutzeit die Flamingos auf eine Insel im See Étang du Fangassier zum Brüten zurückziehen.


mehr Vögel in der Camargue

Die Camargue ist ein echtes Vogelparadies. Man findet hier beispielsweise Seidenreiher, Nachtreiher, Graureiher, Kuhreiher und Silberreiher. Auch den lustige Stelzenläufer bekommt man oft zu sehen.

Auch Kraniche hört uns sieht man immer wieder, mit etwas Glück findet man Eisvogel, Blauraken und Bienenfresser.

 

Wer wissen will, welcher Vogel auf den Bildern zu sehen ist, klickt sich durch die Galerie.


Stiere

Die Rinder in der Camargue leben fast wild in Herden im Grasland und die Sumpfgebiete. Sie sind eher klein, aber kräftig. Das Fell dunkel bis schwarz. Das typische Erkennungszeichen sind die gebogenen, langen Hörner. Sie sind wendig und widerstandsfähig.

Die rund 15.000 Stiere werden von 120 Manadiers (Stier- und Pferdehirten) gehalten.

Mit dem Wohnmobil in die Camargue - Stierkampfarena
Arena von Le-Grau-de-Roi

Die Stiere werden hauptsächlich für den Einsatz in der Arena gezüchtet, im Unterschied zum spanischen Stierkampf in der Camargue aber dort nicht getötet.


Pferde in der Camargue

Die weißen Pferde, die Camargue gehören zu einer seltenen Pferderasse, die nur in der Camargue vorkommt. Sie ist eine der ältesten Pferderassen der Welt und wurde von den Camargue Cowboys gezüchtet. Die Tiere sind eher klein und kräftig, können aber durchaus Erwachsene tragen. Wie bei den meisten Schimmeln kommen die Fohlen dunkel zur Welt und werden von Jahr zu Jahr immer heller. Heute werden in der Camargue und ganz besonders rund um Saintes-Maries-de-la-Mer von Vermietställen Ausritte "Promenade de cheval" angeboten.



Nicht weit vom Vogelpark entfernt:

Saintes-Maries-de-la-Mer


Camargue mit Wohnmobil
Saintes Maries de la Mer

Saintes-Maries ist ein bekannter Wallfahrtsort, zu dem jedes Jahr Tausende von Gläubige pilgern und die heimliche „Hauptstadt“ der Camargue.

 

Unser Stellplatz in Saintes-Maries-de-la-Mer:

  • Aire Camping Car - George Pompidou Space:
    gebührenpflichtiger Stelllplatz auf Parkplatz mit VE
    43°27'20.3"N 4°25'38.9"E

 Auf dem Rückweg bietet sich ein kleiner Abstecher über die D85A an. An der Straße sieht man viele Tiere und es gibt viele Parkplätze zum Verweilen.


Einen weiteren kostenlosen Stellplatz auf einem Bauernhof abseits des Trubels an der Küste finden wir hier unweit von Albaron:

  • 43.612607, 4.456540

 Hier kann man auch Produkte der Region kaufen und in einem Reismuseum "La Maison du Riz" Informationen einen Einblick in das Leben der Bauern erhalten. Leider war das Museum bei unserem Besuch an einem Feiertag geschlossen.

Mit dem Wohnmobil in der Camargue
Feuchtgebiet bei Aigues-Mortes

Aigues-Mortes


Mit dem Wohnmobil in der Camargue
Altstadt von Aigues-Mortes

Aigues-Mortes war früher einer der wichtigsten Häfen am Mittelmeer. Heute ist er verlandet, die 1,6 km lange Stadtmauer zeugt aber immer noch von der einstigen Grösse. Heute lebt die Stadt vom Tourismus und der Salzgewinnung. Die nette Altstadt lädt zum Besuch. Direkt vor der Stadtmauer gibt es einen kostenpflichtigen Stellplatz für Wohnmobil.



Tipps und Tricks

rund um das Wohnmobil


Das Leben im Wohnmobil optimieren: tipps und Tricks


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