Gaswarner: Sinn oder Unsinn?

Gaswarner und Detektor im Wohnmobil
CO-Gaswarner im Wohnmobil

Den Gedanken, einen Gaswarner zu installieren, hegen wir schon lange. Dabei stellten sich uns folgende Fragen:

  • Ist ein Gaswarner sinnvoll?
  • Gegen was schützen Gaswarner überhaupt?

Wir haben uns ein wenig schlau gemacht und uns entschieden, gleich zwei Gaswarner zu installieren.

 

Warum lest ihr hier:

Wer Gaswarner hört, denkt wahrscheinlich zuerst an Überfälle mit Narkosegas. Das dachten wir bisher auch. Dies kontrovers diskutierte Thema ist allerdings nicht das Hauptargument für einen Gaswarner. Viel wichtiger ist der Schutz vor Gasen, die sich jederzeit unbemerkt im Innenraum des Wohnmobil breit machen können und schlimmsten Falls zum Tode führen können. Das kann schneller passieren als man denkt. Die meisten Gaswarner allerdings schützen gleichzeitig auch vor Betäubungsgasen.

 

Vor was sollte der Gaswarner uns schützen?

 

Propan / Butan / LPG-Gas:

 

Wer eine Gasflasche oder einen Gastank an Bord hat, fährt diese Gase spazieren. Wir benötigen sie zum Kochen, zum Heizen und/oder auch für den (Absorber-)Kühlschrank. Von den Gasflaschen führen Gasleitungen zu den einzelnen Verbrauchern. Diese System von Leitungen sollte normalerweise dicht sein. Diese Dichtigkeit wird alle 2 Jahre durch die Gasprüfung überprüft. Die Prüfung ist allerdings nur eine Momentaufnahme. Zwischen den einzelnen Gasprüfungen liegen über 700 Tage, an denen an diesem Leitungssystem etwas kaputt gehen kann. Das kann verheerende Folgen haben.

 

Unser Wohnmobil hat schon einige Jahre auf dem Buckel und die Gasleitungen haben schon einiges mitgemacht. Passstraßen in den Alpen, kilometerlange Schotterpisten in Lappland und Schottland oder die Tour durch die Sahara in Marokko haben das komplette Fahrzeug, also auch die Gasleitungen stark beansprucht. Die Gefahr eines Leckes im Gassystem nimmt mit dem Alter und der Beanspruchung des Wohnmobil zu.

 

Unsere Gasflaschen werden durch eine Mono/DuoControl CS von Truma geschützt. Bei einem Unfall unterbricht der Crashsensor die Gaszufuhr und schützt uns vor ausströmendem Gas. Möchte jemand während der Fahrt ein gasbetriebenes Gerät nutzen oder auch nur die Flaschen offen lassen, so fordert der Gesetzgeber europaweit ein solches Sicherungssystem. Mit anderen Worten: Wir verschließen die Gasleitungen nicht, wenn wir mit dem Kochen fertig sind, wenn wir ins Bett gehen oder am nächsten Morgen wieder weiter fahren. Unsere Gasleitungen stehen also ständig unter Druck! Eine Mono-/DuoControl schützt uns bei einem Unfall, aber nicht vor kleinen Gaslecks in oder an den Gasleitungen.

 

Und hier fängt das Problem an:

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Die Gase Propan, Butan oder LPG-Gas (LPG ist eine Mischung aus Butan und Propan) haben gleich zwei lebensbedrohliche Eigenschaften. Die Gase sind einerseits hochentzündlich und können andererseits zum Tod durch Ersticken führen. Sie sind - im Gegensatz zu Kohlenmonoxyd - allesamt schwerer als Luft. Breitet sich das Gas durch ein Leck im Gassystem im Wohnmobil aus, so steigt die Konzentration von unten nach oben. So verteilen sich die Gase zuerst im unteren Bereich des Wohnraums und kriechen durch Ritzen und Löcher in alle Ecken des Wohnmobils und können so schnell auch entfernte Zündquellen z.B. im Stauraum, in der Heizungsanlage, Lichtschalter oder Steckdose erreichen. Ein Funke reicht bereits, um eine Explosion zu erzeugen.

 

Nicht nur das. Das Gas verdrängt zudem den lebensnotwendigen Sauerstoff in unserer Atemluft. Dies führt anfänglich zur Schwächung des Zentralen Nervensystems, Schwindelgefühl und Übelkeit und kann bis hin zur plötzlich Bewusstlosigkeit und  zum Tod führen. Ein entsprechender Gasmelder kann für wenig Geld Leben retten.

 

 

Kohlenmonoxyd

 

Kohlenmonoxyd (CO) entsteht, wenn etwas verbrennt. So entsteht auch beim Heizen mit einer Gas- oder Dieselheizung Kohlenmonoxyd, das aber im Normalfall durch ein Abgasrohr nach außen geleitet wird.

 

Sollte das gefährliche Gas z.B. durch ein defektes oder abgerutschtes Rohr ins Fahrzeug gelangen, wird es gefährlich. Da das unsichtbare und geruchlose Gas den lebenswichtigen Sauerstoff im Blut verdrängt, kann bereits eine sehr geringen Kohlenmonoxid-Konzentrationen in der Atemluft zu schwerwiegenden Vergiftungssymptomen und innerhalb kurzer Zeit auch zum Tod durch Ersticken führen. Im Gegensatz zu Propan und Butan ist Kohlenmonoxyd nur wenig schwerer als Luft und verteilt sich eher im oberen Bereich des Wohnraumes. Daher sollten CO-Warner eher oben angebracht werden. Dies ist der Grund, dass man zwei verschiedene Gaswarner benötigt.

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3-Gas-Alarmmelder und Detektor im Wohnmobil
Der 3-Gas-Alarmmelder muß am Boden angebracht werden.

 

Wir brauchen also zwei Geräte!

 

3-Gas-Alarmmelder

 

Obwohl wir eine Thitronic Wipro-Alarmanlage an Bord haben, haben wir uns nicht für das Zusatzmodul für diese Alarmanlage entschieden, sondern für das Stand-Alone-System Thitronic GBA-I des selben Herstellers. Es handel sich hierbei um einen 3-Gas-Alarmmelder, der Propan, Butan (also auch LPG) sowie Narkosegase in kleinsten Mengen detektiert. Wenn man das Gerät startet, führt der Sensor einen Selbsttest durch. So wird sichergestellt, dass das Gerät auch zuverlässig funktioniert.

 

Wir haben uns mehrere Tests und die technischen Daten genauer angeschaut. Letztendlich haben wir uns für dieses Gerät entschieden, da es am wenigsten von unserem wertvollen Strom verbraucht. Dies war ein wirkliches Argument, läuft das Gerät doch 24 Stunden am Tag.  Die Installation war einfach. Ich habe das Gerät an das 12 Volt Bordnetz der Kabine angeschlossen.

 

Als Kohlenmonoxyd-Warner haben wir uns für den X-Sense CO Melder CO03D (Foto siehe oben) entschieden. Uns gefällt bei Gerät auch, dass eine digitale LCD nicht nur die Echtzeit-CO-Konzentration, sondern auch die Batterieleistung anzeigt. So kann man die CO-Konzentration z.B. beim Kochen überprüfen. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Gerät von drei normalen 1,5 V AA-Batterien gespeist zu werden. Diese haben wir in Form von Akkus immer an Bord.

 

Betäubungsgase:

 

Über Überfälle mit Hilfe von Narkosegase wird viel geschrieben und diskutiert. Wir glauben aus mehrere Gründen nicht an solche Überfälle, aber Gasmelder, die auch Narkosegase erkennen, kosten nicht viel mehr.

 

Auch Narkosegase sind schwerer als Luft und müssen daher unten montiert werden. Wir haben uns entschieden - obwohl wir nicht daran glauben - einen sogenannter 3-Gas-Alarmmelder zu installieren, der neben Propan und Butan auch Narkosegase erkennt und davor warnt.

 

Fazit:

 

Für uns war ein Gaswarner bisher ein eher unwichtiges Teil, das vor Überfälle mit Narkosegase schützen soll. Hätten wir uns mit dem Thema bereits ein wenig früher auseinander gesetzt, hätten wir sicher auch in der Vergangenheit in unsere Wohnmobile bereits Gasmelder an Bord gehabt.

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Der 3-Gas-Alarmmelder muß am Boden angebracht werden.

3-Gas-Melder

Kohlenmonoxyd-Melder

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