Gaswarner im Wohnmobil: Sinn oder Unsinn?

4 Gefahrenquellen können gefährlich werden!


Gaswarner im Wohnmobil
Kohlenmonoxid-Warner im Wohnmobil

Die Frage, ob ein Gaswarner im Wohnmobil sinnvoll ist, wird erstaunlich kontrovers diskutiert. In vielen Gesprächen habe ich den Eindruck, dass Urteile gefällt werden, ohne sich wirklich mit den Fakten zu beschäftigen.

 

Dabei geht es nicht nur um eine einzelne Gefahr – sondern gleich um vier verschiedene Gefahrenquellen, die uns im schlimmsten Fall ernsthaft gefährden können.



Beim Stichwort „Gaswarner“ denken viele zunächst an das viel diskutierte Thema Narkosegas und mögliche Überfälle. Auch wir haben diesen Aspekt lange Zeit in den Vordergrund gestellt.

 

Tatsächlich liegt die größere Gefahr jedoch woanders:
Defekte Gasflaschen oder beschädigte Zuleitungen können durch mechanische Belastung – etwa durch Scheuern oder Ruckeln – undichte Stellen entwickeln. Das austretende Gas bleibt oft unbemerkt, da es geruchlos ist, und kann sich im Innenraum des Wohnmobils ausbreiten. Im schlimmsten Fall führt dies zu lebensbedrohlichen Situationen.

Die meisten Gaswarner schützen aber nicht nur vor Gas aus den Gasflaschen, sondern gleichzeitig auch vor Betäubungsgasen.


1. Gefahrenquelle:

Gasflasche und Gassystem

Wer eine Gasflasche oder einen Gastank an Bord hat, fährt viel gefährliches Propan und/oder Butan spazieren. Wir benötigen es zum Kochen, zum Heizen und/oder auch für den (Absorber-)Kühlschrank. LPG Gas ist eine Mischung aus den beiden Gasen Propan und Butan. 

 

Die Gase Propan, Butan oder LPG-Gas haben gleich zwei lebensbedrohliche Eigenschaften. Die Gase sind einerseits hochentzündlich und können andererseits zum Tod durch Ersticken führen.

  1. Sie sind - im Gegensatz zu Kohlenmonoxyd - allesamt schwerer als Luft. Breitet sich das Gas durch ein Leck im Gassystem im Wohnmobil aus, so steigt die Konzentration von unten nach oben. So verteilen sich die Gase zuerst im unteren Bereich des Wohnraums und kriechen durch Ritzen und Löcher in alle Ecken des Wohnmobils und können so schnell auch entfernte Zündquellen z.B. im Stauraum, in der Heizungsanlage, Lichtschalter oder Steckdose erreichen. Ein Funke reicht bereits, um eine Explosion zu erzeugen.

  2. Nicht nur das. Das Gas verdrängt zudem den lebensnotwendigen Sauerstoff in unserer Atemluft. Dies führt anfänglich zur Schwächung des Zentralen Nervensystems, Schwindelgefühl und Übelkeit und kann bis hin zur plötzlich Bewusstlosigkeit und  zum Tod führen. Ein entsprechender Gasmelder kann für wenig Geld Leben retten.

Unser Wohnmobil hat bereits viele Jahre und etliche anspruchsvolle Touren hinter sich. Ob steile Passstraßen, endlose Schotterpisten oder die Sahara in Marokko – all diese Strecken haben das Fahrzeug und insbesondere die Gasleitungen doch stark beansprucht. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, dass sich Undichtigkeiten im Gassystem entwickeln.


Warum hilft die regelmäßige Gasprüfung nicht?


Die Gasflaschen sind über Leitungen mit den jeweiligen Verbrauchsgeräten im Wohnmobil verbunden. Dieses Leitungssystem sollte unter normalen Umständen absolut dicht sein. Genau das wird bei der Gasprüfung überprüft – eine Kontrolle, die seit 2025 wieder alle zwei Jahre verpflichtend durchgeführt werden muss.


Warum schützt die Gas-Prüfung nicht wirklich?

Eine Gasprüfung liefert lediglich eine Momentaufnahme des aktuellen Zustands. Zwischen den Prüfintervallen liegen aber über 700 Tage, in denen Schäden an Gasleitungen oder Flaschen entstehen können – etwa durch Materialermüdung, äußere Einflüsse oder mechanische Belastung. Solche Defekte bleiben oft unbemerkt und können im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein.


Offene Gasflaschen während der Fahrt:

Unsere Gasversorgung ist mit einer Mono/DuoControl CS von Truma ausgestattet. Dieses System verfügt über einen Crashsensor, der im Falle eines Unfalls die Gaszufuhr automatisch unterbricht und so vor unkontrolliertem Gasaustritt schützt. Wer während der Fahrt gasbetriebene Geräte nutzen oder die Flaschen geöffnet lassen möchte, muss laut EU-Vorgaben ein solches Sicherheitssystem verbaut haben. Das bedeutet: Unsere Gasleitungen bleiben auch nach dem Kochen, über Nacht oder während der Weiterfahrt geöffnet und stehen dauerhaft unter Druck.

 

Die Mono-/DuoControl bietet Schutz bei Unfällen – nicht jedoch bei kleinen, schleichenden Lecks innerhalb des Leitungssystems.


Wohnmobil Gasflaschen passen nicht in Europa ländern

2. Gefahrenquelle:

Kohlenmonoxyd aus der Heizung

Kohlenmonoxid – ein Gas, das bei jeder Verbrennung entsteht. Auch unsere Gas- bzw. Dieselheizungen produzieren es und es wird normalerweise über ein Abgasrohr nach draußen geführt.

 

Aber was, wenn in dem System etwas defekt ist? Dann wird’s kritisch, denn CO ist tückisch:

 

Man sieht es nicht, man riecht es nicht – und es verdrängt den Sauerstoff im Blut.

 

Schon kleinste Mengen können zu heftigen Symptomen führen und im schlimmsten Fall tödlich sein. Anders als Propan und Butan ist CO leichter als Luft und steigt nach oben. Deshalb gehört der CO-Warner auch dort hin. Und genau deshalb reicht ein einzelner Gaswarner nicht aus – man braucht zwei, um wirklich auf der sicheren Seite zu sein.


3. und 4. Gefahrenquelle:

Feuer und Rauch

In den meisten Bundesländern sind Rauchmelder in Wohnungen längst Pflicht – doch im Wohnmobil gelten diese Vorschriften bisher nicht.

 

Wir kennen persönlich zwei Paare, deren Fahrzeuge durch Brände komplett zerstört wurden. Aus diesem Grund haben wir beim Einrichten unserer Wohnung einfach einen zusätzlichen Rauchmelder gekauft und im Wohnmobil montiert.

 

Wichtig für die Installation:

Der Melder sollte nicht direkt an der Decke montiert werden, sondern an der Wand – knapp unterhalb der Decke. Und ja, er hat sich schon ein paar Mal beim Kochen bemerkbar gemacht. Der erste Alarm erschreckt, aber mit der Zeit weiß man, woher der Ton kommt – und nimmt’s gelassen.


... und wer dran glaubt:

Betäubungsgase

Über Überfälle mit Hilfe von Narkosegase wird viel geschrieben und diskutiert. Aber ist das mit Narkosegase überhaupt möglich? Ich habe einem Narkosearzt, der auch mit einem Expeditionsmobil unterwegs, getroffen und wir haben bei einer Tasse Kaffee darüber geplaudert:

  • Er meinte, dass die richtige Konzentration des Narkosegases für eine Betäubung zu finden, sehr schwierig ist. Eine falsche Konzentration und deren Folgen ist ein hohes Risiko für einen Einbrecher, denn es kann auch schnell mal schief gehen. Ein Narkosearzt hat eine spezielle Ausbildung und entsprechende Geräte.
  • Fast jeder schläft mit offenem Fenster, auch Dachluken haben oft eine Zwangsentlüftung. Der Luftaustausch erschwert das finden der richtigen Konzentration.
  • Narkosegase sind schwerer als Luft und konzentrieren sich im unteren Teil des Fahrzeugs. Woher weiß der Einbrecher, wo die Insassen schlafen? Wie unterscheidet er zwischen oben und unten schlafenden Personen?
  • Bisher haben wir immer nur Leute kennengelernt, die jemanden kennen, dem es "passiert" ist. Und wenn man genauer nachfragt heißt es, dass der Hund unten den Angriff überlebt hat und die schlafenden Personen im Alkoven betäubt worden sind. Da die Gase schwerer als Luft sind, im meinen Augen eine Unmöglichkeit.
  • Auch habe ich auch noch nie etwas von einer öffentlichen Stelle gehört oder gelesen.

Narkosegas ist schwerer als Luft – es sammelt sich unten im Fahrzeug. Deshalb gehören die passenden Gaswarner auch dorthin, genau wie die für Propan und Butan. Aus diesem Grund erkennen die meisten Warner alle drei Gase und heißen deshalb 3-Gas-Alarmmelder und kosten kaum mehr als einfache Modelle.


Zwei Gasmelder sinnvoll

Propan, Butan (also auch LPG) sowie Narkosegase sind schwerer als Luft und sammeln sich unten im Fahrzeug, Kohlenmonoxyd verteilt sich eher im oberen Bereich des Wohnraums.

 

Da sich die gefährlichen Gase also an unterschiedlichen Orten konzentrieren, benötigt man zwei Warngeräte:


für schwere Gase:

1. ein 3-Gas-Alarmmelder


Dieser Melder erkennt kleinste Mengen von Propan, Butan (also auch LPG) sowie Narkosegas – wie es der Name bereits vermuten lässt. Da diese Gase schwerer als Luft sind und sich im unteren Bereich des Fahrzeugs sammeln, muss das Gerät entsprechend tief montiert werden. 


 

Obwohl wir bereits eine Thitronik Wipro-Alarmanlage verbaut haben, haben wir bewusst auf das zugehörige Erweiterungsmodul verzichtet und stattdessen das eigenständige Modell Thitronik GBA-I gewählt. Beim Einschalten führt der Sensor einen automatischen Selbsttest durch, um die Funktionsfähigkeit sicherzustellen.

 

Wir haben uns mehrere Tests und die technischen Daten genauer angeschaut. Letztendlich haben wir uns für dieses Gerät entschieden, da es am wenigsten von unserem wertvollen Strom verbraucht. Dies war ein wirkliches Argument, denn das Gerät läuft 24 Stunden am Tag. 

 

Die Installation war einfach. Ich habe das Gerät im Fußraum installiert und an das 12 Volt Bordnetz der Kabine angeschlossen.

 

Wer an dem Gerät interessiert ist, kann sich hier den Nachfolger anschauen:

Eine Übersicht aller Gaswarner bei Camping Wagner gibt es hier: 

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für das leichte CO:

2. der Kohlenmonoxyd-Melder


Gaswarner im Wohnmobil
Kohlenmonoxid-Warner im Wohnmobil

Als Kohlenmonoxyd-Warner haben wir uns für den X-Sense CO Melder CO03D (Foto siehe oben) entschieden. Uns gefällt bei Gerät auch, dass eine digitale LCD nicht nur die Echtzeit-CO-Konzentration, sondern auch die Batterieleistung anzeigt. So kann man die CO-Konzentration z.B. beim Kochen überprüfen. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Gerät von drei normalen 1,5 V AA-Batterien gespeist zu werden. Diese haben wir in Form von Akkus immer an Bord.


Wer Interesse an dem Warner hat, kann ihn hier bei Amazon bestellen*:

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Zudem haben als viertes noch einen Rauchmelder eingebaut. 


Fazit

Wir haben den Gaswarner lange als nettes Extra angesehen – hauptsächlich gedacht für den Fall eines Überfalls mit Narkosegas. Im Nachhinein hätten wir uns früher darum kümmern sollen, dann wären die Dinger längst eingebaut und wir hätten uns auf unseren Touren von Anfang an sicherer gefühlt.


noch ein paar Tipps:

Reiseinspirationen 2026:

Diese Ziele solltest Du Dir anschauen:


Hier ein paar Ideen für längere Touren:

und hier ein paar Ideen für kurze Tripps:


kurz & hilfreich auf den Punkt gebracht



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das könnte auch interessieren:

Wie gehe ich mit den begrenzten Ressourcen um?

Tipps zum Gas-, Strom- und Wassersparen (1)

Die Ressourcen Wasser, Gas und Strom im Wohnmobil sind begrenzt, aber man kann einiges tun, um zu sparen, ohne dass man viel an Lebensqualität verliert.

 

Hier unsere Anregungen: 


1. Tipps zum Gasverbrauch


Tipps zu Gasverbrauch, Stromverbrauch und Wasserverbrauch im Wohnmobil

Die Situation bei uns:

 

Wir haben eine 14 kg Gastankflasche an Bord, die von außen an fast jeder LPG-Tankstelle, auch im Ausland, gefüllt werden kann, sowie Platz für eine weitere 11 kg Gasflasche. 

(mehr über Gastankflaschen: hier)

 

Außerdem haben wir noch eine 11 kg Gasflasche an Bord, die allerdings nur selten zum Einsatz kommt.


Was sind die größten Gas-Verbraucher?


Grundsätzlich gilt wohl, dass die Heizung und der Warmwasserboiler mit Abstand das meiste Gas benötigt. Der Absorberkühlschrank (=Kühlschrank mit Gas) benötigt recht wenig, am wenigsten benötigt das Kochen.

 

Hier grobe Richtwerte:

  • Heizung (ca. 150 – 400 g/h)
  • Boiler (ca. 120 g/h)
  • Kochen (ca. 50 – 150 g/h)
  • Kühlschrank (ca. 15 – 20 g/h)

Beim Kühlschrank sollte man berücksichtigen, dass er während der Fahrt kein Gas verbraucht und bei voller Bordbatterie und Solar auf dem Dach z.T. auch von der Batterie versorgt wird bzw. werden kann, wenn der Kühlschrank die AES Funktion besitzt. 


Was verbrauchen wir mit unserem 6 m Woelcke Autark?


Tipps zu Gasverbrauch, Stromverbrauch und Wasserverbrauch im Wohnmobil

Folgenden Gas-Verbrauch haben wir für unser Fahrzeug ermittelt:

  • Sommer: ca. 2 kg / Woche
    Kühlschrank läuft, tägl. Kochen oder Grillen, heißes Wasser für die Dusche und Waschen.
  • Frühjahr / Herbst: ca. 3-4 kg / Woche
    Kühlschrank läuft, tägl. Kochen, heißes Wasser für Dusche und Waschen, gelegentliches Heizen am Morgen und/oder Abend.
  • Winter:
    Hier hängt der Verbrauch hauptsächlich von den Außentemperaturen ab. Eins sollte man allerdings wissen: Heizen verbraucht mit Abstand das meiste Gas. Unser Wohnmobil hat eine isolierte GFK-Kabine mit einer sogenannten Wintertür, die die Kabine zum Fahrerhaus abschließt. Dies spart erheblich an Heizleistung. Nachts müssen wir erst heizen, wenn die Außentemperaturen unter rund 4° sinken. Ansonsten reicht unser Körpertemperatur aus, das Innenleben der Kabine beim Schlafen auf 16-17° C zu halten.

 


Achtung: Deutsche Gasflaschen sind nicht europatauglisch

Gas im Ausland - oft ein Problem:


Unsere deutschen Gasflaschen sind nicht europatauglich und können in der Regel nicht im Ausland getauscht bzw. gefüllt werden. In Spanien oder Italien z.B. ist ein Nachfüllen einer deutschen Flasche kaum möglich und soweit ich weiß auch illegal! In Finnland ist das Befüllen so gut wie nicht möglich!

LPG Gas tanken im Ausland mit dem Wohnmobil
Tankeinlass

Wer länger ins Ausland möchte, sollte sich auf jedem Fall vorher informieren, ob, wie und wo man Gas im Zielland bekommen kann.

 

Eine wirkliche Alternative ist eine eingebaute Gastankflasche. In den meisten Ländern ist ein Betanken dieser Flasche problemlos an (fast) jeder LPG-Tankstelle möglich. Man sollte aber den richtigen Adapter dabei haben.

Weitere Informationen über Möglichkeiten, im Ausland Gas zu tanken, gibt es hier:


Hilfe - das Gas wird knapp. Was tun?


Was man auf jeden Fall dabei haben sollte, sind entsprechende Adapter. 

Gasflaschenadapter für das Befüllen von Gasflaschen im Ausland: 

Adapter zum Betanken von Gastankflaschen und Gastanks im In- und Ausland:

Anmerkung: nicht überall ist das Auffüllen von Gasflaschen erlaubt. Mehr dazu hier.


Sollte das Gas mal knapp werden oder ist man in einem Land, in dem das Nachfüllen von Gas schwierig wird, dann kann man sich auch anders helfen. In dem Fall nutzen wir mehr den Strom aus der Batterie. Mehr Informationen dazu: hier


2. Tipps zum Stromsparen


Wer sich Gedanken über Strom macht, sollte wissen, wo der meiste Strom gebraucht wird:

  • Wieviel Strom braucht man überhaupt in seinem Wohnmobil?
  • Überraschung:
    Stromfresser Absorber-Kühlschrank!
  • Was man über Gel- und Lithium-Batterien wissen sollte
  • 230 Volt an Bord

Wieviel Strom (Ah) brauchen wir eigentlich am Tag?


Ohne stromsparende Maßnahmen verbrauchen wir in unserem 6 Meter Wohnmobil mit GFK Kabine in der Regel nicht mehr als 50 bis 60 Ah am Tag.

 

Die verteilen sich wie folgt:

  • Der Wasserkocher benötigt für das Aufkochen von Wasser für 2 Tassen Tee oder Kaffee ca. 8 Ampere,
  • kleines Notebook: ca. 2-3 A/h (Ampere pro Stunde)
  • großes Notebook: ca. 5 A/h
  • Absorber-Kühlschrank (siehe unten)
  • Fön: Das Haare trocknen spielt mit 5-7 Ampere eher eine untergeordneter Rolle.
  • Strom für Licht kommt nur im Winter dazu. Da moderne Wohnmobil aber mit stromsparenden Lampen ausgestattet sind, ist der Verbrauch fast zu vernachlässigen
  • Heizung: auch die Gas- oder Diesel-Heizung braucht Strom, denn ein Ventilator verteilt die warme Luft
  • Fernseher, Telefone und andere Kleingeräte

Absorber-Kühlschrank als Stromfresser


Nicht vergessen sollte man allerdings den Absorber-Kühlschrank. Ohne dass man es weiß, verbraucht er doch in manchen Situationen übermäßig viel Strom:

  • Er läuft nach dem Ausschalten der Zündung noch ca. 20 Minuten weiter auf Strom und kann in dieser Zeit bei uns bis ca. 11A Strom aus den Batterien ziehen. Wenn man sofort nach dem Ausschalten des Motors per Hand auf "Gas", stellt, kann dies verhindern. 

  • Vereistes Eisfach:
    Wenn das Thermometer nach einigen Wochen Fahrt nicht mehr gewohnten Minusgrade im Gefrierfach zeigt, ist bei uns oft das Fach vor allem zwischen den Kühlrippen stark vereist. Das Eis wirkt nun wie eine Isolationsschicht und lässt die teuer produzierte Kälte nicht mehr an das zu kühlende Kühlgut. Mit unserem Pfannenwender aus Holz entferne ich vorsichtig das Eis und  ein paar Stunden später zeigt das Thermometer wieder die  gewünschten Temperaturen.
  • Das Temperaturverhalten ändert sich je nach Außentemperatur. Um die Funktionen unseres Absorbers zu kontrollieren, habe ich ein externes Thermometer im Eisfach angebracht,    welches mir ständig die dortige Temperatur anzeigt. So kann ich die Einstellungen überprüfen und gegebenenfalls die Temperatur nachregeln und somit Gas und Strom sparen.

Was sollte man über seine Batterie wissen?


Es gibt unterschiedliche Batterie-Typen im Wohnmobil, die ganz unterschiedliche Eigenschaften haben. Als interessierter Wohnmobilfahrer sollte man schon wissen, welchen Typ von Batterie man an Bord hat und wie man diese behandeln sollte.

 

Die gängigsten Typen sind:

  • Gelbatterie und AGM Batterien
  • Lithiumbatterien

Gel- und AGM Batterien:

Wer eine Gel-Batterie oder die Weiterentwicklung, eine AGM-Batterie an Bord hat, sollte folgendes wissen:

Leider kann man bei diesem Typ nur ungefähr die Hälfte der angegebenen Kapazität nutzen. Unsere alten  AGM Optima Yellowtop YTS 5.5 hatten eine Kapazität von je 75 Ah = 150 Ah; nutzen sollte man  nur 75Ah!

 

Jedes tiefere Entladen "stresst" die Batterie, die Lebensdauer des Akkus reduziert sich erheblich.

 


Lithium-Batterie

Aus diesem Grund haben wir auf eine Lithium-Batterie umgerüstet. Diese sind zwar sehr teuer, aber auf lange Sicht lohnt sich die Investition aus 2 Gründen:

  • Bei Lithium-Batterien sind rund 90% der Kapazität nutzbar
  • Die Lithium-Batterie sind deutlich langlebiger und so auf längere Sicht deutlich wirtschaftlicher

 

Wer mehr über die unterschiedlichen Typen von Aufbaubatterien erfahren möchte, ist hier richtig:


Wie und womit laden wir die Batterie auf?


Es gibt mehrere Möglichkeiten, seine Batterie aufzuladen.

  1. Ladebooster während der Fahrt
  2. Solarpanele auf dem Dach oder Faltpanele (über darüber: hier)
  3. Landstrom
  4. Generatoren und Brennstoffzellen

Ladebooster:

Die meiste Ladung erhalten wir während der Fahrt über den Ladebooster. Obwohl wir nur einen 45-AH-Ladebooster an Bord haben, reicht das in der Regel auf, die Batterie während der Fahrt aufzuladen. 

 

Dabei gibt es allerdings Unterschiede zwischen Gel- und Lithium-Batterien:

  • Gelbatterie: je voller die Batterie, desto geringer der Ladestrom
  • Lithium-Batterien werden bis zuletzt mit der vollen Leistung des Ladeboosters aufgeladen.

Gut zu wissen:
Man muss nicht fahren, um die Batterie zu laden. Das Laufen des Motors im Stand reicht vollkommend aus, um die volle Leistung des Boosters zu erhalten. Aber das sollte man nur im Notfall machen!

 


Solarpanels auf dem Dach:

Zusätzlich speisen bei uns zwei Solarpanels mit jeweils 100 Watt auf dem Dach den Akku. Rein theoretisch wären damit rund 10 A Ladestrom pro Stunde drin – in der Praxis bleibt das aber ein Schönwetterwert. Da man sich unterwegs meist ein schattiges Plätzchen sucht oder die Sonne selten perfekt von oben kommt, landen wir realistisch eher bei 20 bis 30 Ah pro Tag, die über die Dachmodule nachgeladen werden.


Solartasche als Zusatz:

Solartasche von Wattstunde im Wohnmobil

Da wir so gut wie nie am Landstrom hängen, ist der Ladebooster für uns die entscheidende Energiequelle.

 

Zusätzlich haben wir uns vor einiger Zeit eine Solartasche zugelegt. Sie springt immer dann ein, wenn wir mehrere Tage frei an einem Ort stehen – und liefert genau dann zuverlässig Nachschub, wenn die Dachmodule im Schatten kaum etwas beitragen.

 

Mehr Infos zur Solartasche: hier


Landstrom

Die letzte Möglichkeit die Batterie zu laden, ist der Landstrom. Die erfolgt entweder durch den Anschluss des Wohnmobils an eine  230 Volt Steckdose, der 230 Volt liefert. 

 

Da wir so gut wie nie auf Campingplätzen stehen, kommt dies für uns entsprechend selten zum Einsatz.


Generatoren und Brennstoffzellen

Vor einigen Jahren waren Generatoren beliebt. Man sieht sie heute noch vor allem im Winter als laute, knatternde Geräte vor den Wohnmobil stehen.

 

Achtung:
Einen Generator nicht direkt an das Wohnmobil schließen - hier ist - je nach Generator - ein N-PE-Adapter notwendig. Ohne ihn funktioniert der FI-Schalter nicht korrekt.

 

In manchen, vor allem größeren  Wohnmobilen sind Brennstoffzellen verbaut, die aus Methanol oder Wasserstoff Strom erzeugen.


Der Strom wird knapp - was tun?

Strom sparen ist angesagt:


  • Ist die Batterie voll, läuft der Kühlschrank nach dem Abstellen des Motors den 1. Kühlzyklus auf Strom aus der Batterie. Das bedeutet, dass uns der Kühlschrank gleich am Anfang mal bis zu 11 Ah aus der Batterie zieht. Das können schnell mal 10 oder 15% des zur Verfügung stehenden Stroms sein. Um dies zu verhindern schalten wir den Kühlschrank sofort nach dem Ausschalten des Motors von >Automatik< auf >Gas<.
  • Kaffee  und Tee kochen wir dann mit Gas
  • Außerdem schalten wir den Fernseher komplett aus und den Router nur dann an, wenn wir ihn brauchen.
  • Im Notfall laufen die Laptops per Akku

Alleine mit diesen Maßnahmen können wir bis zu 30 Ah am Tag sparen.


Tipp: Motor starten und Batterie laden:

Hat man trotzdem noch zu wenig Strom, kann man durch Starten des Motors die Batterie wieder etwas aufladen. Dazu sollte man folgendes wissen:

  • Man muss nicht fahren, um die Batterie aufzuladen. Auch im Stand lädt der Ladebooster mit voller Leistung. Nur wenn die Batterie fast voll ist, reduziert sich die Ladeleistung des Boosters
  • Während des Ladens bei laufenden Motors sollte man auch der Kühlschrank auf Gas umstellen, denn sobald der Motor läuft, schaltet der Kühlschrank auf Strom um. Dieser Strom steht dann dem Ladevorgang der Batterie nicht mehr zur Verfügung.  Bei uns lädt der Ladebooster die Batterie mit 42 A pro Stunde, bei laufenden Kühlschrank lädt er nur mit etwas mehr als 30 A. Wir verlieren also rund 25% der Ladeleistung.
  • Das Laden der Batterie bei laufenden Motor bitte nur im Notfall!

3. Tipps zum Wassersparen




unser nächste Thema:



 VG 11.000

 

 

 

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1 Umsatzsteuerbefreit gemäß § 19 UStG (Kleinunternehmerregelung)