Donau, Wachau, Neusiedlersee und Alpenpässe


Entlang der Donau

Kurz hinter Passau liegt die Grenze zu Österreich. Es ist wenig Verkehr auf der Straße und nichts errinnert an diesem ruhigen Samstagmorgen an das Gedränge, das hier vor einem Jahr zur Hochzeit der Flüchtlingskrise geherrscht haben muss. Unser Weg führt uns entlang der Donau über Linz bis in den kleinen Ort Aggsbach an der Grenze des Weinbaugebiets Wachau. Die Donau ist hier hinter Passau schon ein gewaltiger Strom, der von Burgen und meist kleineren Orten gesäumt wird, bis man in Linz, einer Stadt mit etwa 200.000 Einwohnern auf die Landeshauptstadt von Oberösterreich und die drittgrößte Stadt Österreichs trifft. Linz legt heute großen Wert auf Förderung der Kultur und war 2009 europäische Kulturhauptstadt, ist aber auch deutlich eine von der Stahlherstellung geprägte Industriestadt.

 

Von Linz geht es für uns weiter in Richtung Melk, dessen zu Beginn des 18. Jahrhunderts erbaute Stift als Wahrzeichen der Wachau gilt und mit dieser zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Klosteranlage ist die größte des österreichischen Barocks und ein Touristenmagnet.

 

Wir lassen den Tag in Aggsbach im Heurigen Kurz bei einer Jausen und grünem Veltliner, dem typischen Wein der Region ausklingen.

 

Unser Stellplatz:

  • Aggsbach: Stellplatz direkt an der Donau, kleines Lokal, gebührenpflichtig - eine der besten VE-Anlagen, die wir bisher auf unseren Reisen gesehen haben

Weinregion Wachau

Die Wachau in Oberösterreich ist eine Kulturlandschaft, die  in die Liste des UNESCO-Welterbe aufgenommen wurde.

 

Die Wachau in Oberösterreich ist eine Kulturlandschaft, die  im Jahr 2000 zusammen mit der Altstadt von Krems und den barocken Stiften in Melk und Göttweig in die Liste des UNESCO-Welterbe aufgenommen wurde.

 

Wie auch bei Stift Melk handelt es sich bei dem Stift Göttweig um ein auch heute noch aktives  Kloster, zu dessen Gemeinschaft 40 Mönche zählen. Der barocke Bau stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und liegt imposant auf einem Hügel südlich von Krems im Dunkelsteiner Wald.

 

Entlang der Donau erstrecken sich Weinorte mit Weinbaubetrieben und Heurigenlokalen, wobei das Nordufer stärker touristisch geprägt  und auch auf Busreisende eingestellt erscheint. Die Straße führt zwischen den Orten und der Donau entlang, wobei die neuerbauten Hochwasserschutzwände ins Auge fallen. Deren normalerweise geöffnete Durchfahrten können bei extremen Donauhochwassern, wie zuletzt im Jahr 2013 aufgetreten, geschlossen werden. Am ruhigeren Südufer führt der Weg oft direkt durch die kleinen, charmanten Orte mit ihren Heurigenlokalen und gibt nur hin und wieder den direkten Blick auf die Donau und das gegenüberliegen Ufer frei.

 

Stellplatz:

  • Rossatzbach: Stellplatz in Donaunähe, gebührenpflichtig

Fotogalerie Wachau


Neusiedler See

Ziehbrunnen am Neusiedler See
Ziehbrunnen am Neusiedler See

Bei Aggstein verlassen wir die Donau und fahren durch den Dunkelsteiner Wald in Richtung St. Pölten, der Landeshauptstadt von Niederösterreich. Wir haben kein Pickerl gekauft und sind somit bedacht darauf, die Autobahnen zu vermeiden. Unser Ziel ist der südöstlich von Wien gelegene Neusiedler See. Auf dem Weg dorthin umfahren wir Wien großzügig und kommen durch  den Wienerwald dem östlicheste Ausläufer der Alpen, der ein beliebtes Naherholungsgebiet der Wiener und gleichzeitig aber auch in weiten Teilen als UNESCO-Biosphärenreservat ausgewiesen ist.

 

Der Neusiedler See

Der Neusiedler See liegt an der Grenze von Österreich zu Ungarn und erstreckt sich, wie die ihn umgebenden Nationalparks über Gebiet beider Länder. Der größte abflusslose See Mitteleuropas ist einer der wenigen Steppenseen Europas und wird von einem breiten Schilfgürtel umgeben. Eingebettet in die kleine ungarische Tiefebene liegt er in einer außergewöhnlichen Landschaft geprägt von Puszta, einer baumarmen Steppe mit einer teilweise sonst eher im nahen Osten zu findenden Flora, Weinbau und so einzigartigen Lebensräumen wie den sogenannten Lacken. Diese kleinen Salzseen sind  teilweise periodisch , das heißt, sie trockenen bei geringer Niederschlagsmenge aus. Leider sehen wir  von dem Vogelreichtum nicht viel, für den dieses Gebiet eigentlich bekannt ist.

 

Die einzigartige Flora und Fauna des Sees wird auf österreichischer Seite durch den Nationalpark "Neusiedler See-Seewinkel" und in Ungarn durch den " Fertő-Hanság" Nationalpark geschützt.

 

Unser Stellplatz:

Den heutigen Abend verbringen wir im Heurigen Fabian mit angeschlossenem Stellplatz. Das Lokal unterscheidet sich durch sein modernes Ambiente von anderen Heurigen. Uns haben es besonders die "Kostpakete" angetan, in denen jeweils vier unterschiedliche Rot- oder Weißweine in 1/8 l Gläsern zusammen mit etwas Brot und einigen kulinarischen Kleinigkeiten zur Verkostung  angeboten werden.

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Weinprobe beim Heurigen Fabian
Weinprobe beim Heurigen Fabian

Der junge Winzer und Wirt Fabian Sloboda erklärt uns, dass sein innovatives Konzept gut mit den Bedürfnissen der Wohnmobilisten harmoniert. Viele der Wohnmobilfahrer seien echte Weinliebhaber, die meist nur durch Mundpropagande zu ihm gelangten.

 

Kulturlandschaft Fertő

 

Das Gebiet um den Neusiedler See beherbergt nicht nur zwei Nationalparks, sondern gehört darüber hinaus zum UNESCO Welterbe. Die Welterbe-Zone entspricht im wesentlichen den beiden Nationalparks inklusive deren Randzonen und schützt die Kulturlandschaft der Region als Begegnungsstätte unterschiedlicher Kulturen in den letzten 8000 Jahren und als Zeugnis dieses interkulturellen Entwicklungsprozesses.

 

Unsere Fahrt führt vorbei an ungarischen Graurindern, Büffeln und Schafen, die sich ihren Lebensraum mit Zieseln teilen. Diese Weideflächeflächen, die auch Hutweiden, von Hut wie Hüten, genannt werden, wechseln sich ab mit Weinbau und Gemüseanbauflächen, wobei wir im sehr empfehlenswerten Informationszentrum des Nationalparks Neusiedler See lesen, dass der Gemüseanbau einst von rumänischen Bauern hierher gebracht wurde.

 

Außerdem bietet die Region noch zwei besondere Raritäten für Ornithologen: Eine Steilwand in Seenähe beherbergt eine Brutkolonie von Bienenfressern. Die bunten Vögel halten sich hier allerdings nur von Mai bis August zur Aufzucht ihrer Jungen auf und sind jetzt schon wieder auf dem Weg in den Süden. Im Gebiet Hanság an der Grenze zu Ungarn leben Großtrappen. Diejenigen, die unseren Blog schon länger verfolgen, wissen was kommt: „Wir machen uns einmal mehr auf die Suche nach der Großtrappe“. Allerdings bleibt diese wieder einmal erfolglos. Bei einem Bestand von ca. 20 Tieren und einer Fluchtdistanz von 500 m ist das aber keine große Überraschung. Eine große Menge an Greifvögeln, die herrliche Landschaft und ein Skulpturenpark, der an die Vertreibung von 70.000 Menschen nach dem Ungarnaufstand im Jahr 1956 erinnert, entschädigt uns dafür.

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Stare fallen im Herbst ins Schilf ein
Stare fallen im Herbst ins Schilf ein

Im Herbst:

Stare fallen ins Schilf ein

 

Im Herbst findet am Neusiedler ein weiteres Naturschauspiel statt. Stare sammeln sich zu großen Schwärmen und starten zu ihren Formationsflügen. Die "Schwarze Sonne"

 

Die schwarze Sonne kannst Du auch in Deutschland beobachten: hier


Impressionen vom Neusiedler See:



auf dem Weg in die Dolomiten

 Schlechtes Wetter mit Dauerregen treibt uns durch Österreich mit einem Zwischenstopp im Buschenschank Schleiß in Obertiefenbach entlang des Wörthersees bis an den Rand der Alpen. Hier klart es nach einer weiteren Übernachtung auf dem netten Stellplatz in St. Stefan im Rosental endlich auf, so dass wir unserer nächstes Ziel, die Dolomiten, in Angriff nehmen können.

 

Wir wollen austesten, in wie weit Paul alpentauglich ist und haben uns einige Passstraßen herausgesucht, die wir befahren wollen. So geht es also über die Drei-Zinnen-Straße, den Tre-Croci, den Giau- und den Fedaia-Pass. Paul schnurrt mit zugeschaltetem Allrad und Untersetzungsgetriebe über die steilsten Serpentinen (max. 19% Steigung) immer wieder auf über 2000m hinauf und wieder hinunter. Das Untersetzungsgetriebe macht vor allem die Talfahrt deutlich angenehmer, lassen sich doch sogar steile Abschnitte praktisch nur mit Einsatz der Motorbremse meistern. So macht uns nicht nur die geniale Aussicht, sondern auch unser Auto wirklich große Freude.

 

Die Panoramastraße zu den Drei Zinnen, einem Wahrzeichen der zum UNESCO-Welterbe gehörenden Dolomiten, befahren wir allerdings nicht bis ganz nach oben. Nach zwei Kilometern Fahrt blockiert ein Kassenhäuschen den Weg, wo wir als Wohnmobil für die restlichen 4 km und das Parken € 40,-- berappen sollen. Das finden wir dann doch ein wenig übertrieben, zumal sich die Gipfel der Drei Zinnen in Wolken hüllen und für den Fall einer Übernachtung auf dem Parkplatz noch einmal € 15,-- fällig werden würden.

 

Unsere Stellplätze:

  • Buschenschank Schleiß: Parkplatz vor dem Lokal, Einkehr obligatorisch und sehr empfehlenswert, ansonsten € 6,--, keine VE

  • St. Stefan im Rosental: kostenfreier Stellplatz an der Rosenhalle, VE incl. Grauwasser, Strom gegen Gebühr, Müllentsorgung

  • Dolling an der Gail: freies Stehen auf Parkplatz am Fluss
  • Fedaia-Pass: freies Stehen auf der Skipiste oberhalb von Liftstation und Stausee, ohne VE oder ähnliches, dafür aber mit einem atemberaubenden Blick auf das Bergpanorama

 


Über die große Dolomitenstraße ins Etschtal

 

Wir verbringen eine Nacht oberhalb des Fedaia-Pass auf über 2000m und blicken durch unser Dachfenster in den Sternenhimmel an dem sich die Milchstraße abzeichnet. Auf dieser ungewohnten Höhe schläft es sich schlecht, trotzdem verpassen wir, dass es nachts leicht anfängt zu schneien, und schauen beim Aufwachen verwundert auf die wie Puderzucker bestreute Welt um uns herum.

 

Der nur leichte Schneefall beeinträchtigt unsere Weiterfahrt nicht. Die vor uns liegenden Straßen und Pässe sind frei, nur in den Vormittagsstunden sind noch einige Stellen etwas glatt. Vor uns liegt die Sellarunde, eine Strecke um das Sellamassiv, die sich über vier Pässe (Sellajoch 2244m, Pordoi Joch 2239m, Campolognosattel 1875m und das Grödnerjoch 2121m) erstreckt und grob der im Winter bei Skifahrern beliebten Skirunde folgt.

 

Über die große Dolomitenstraße, die 1909 als erste Ferienstraße der Dolomiten eröffnet wurde, geht es vorbei am abflußlosen, tiefgrünen Karersee, in dessen Gran Hotel bereits Kaiserin Sisi und andere Größen ihrer Zeit ihre Sommerfrische verbrachten, hinunter nach Bozen. Die Stadt bietet sich nach den freien Übernachtungen der letzten Tage zur Ver- und Entsorgung an, bevor es für uns über Meran weiter ins Etschtal geht.

 

Das Etschtal im Vinschgau ist geprägt vom Obstanbau und bildet einen großen Kontrast zum hochalpinen Gelände der vergangenen Tage. Hinter den grünen Berghängen kann man aber die das Tal umgebenden hohen Berge erahnen. Wir wollen an der Talstation der Seilbahn von Tarsch am Rande des Nationalparks Stilfersjoch übernachten. Unser Navi führt uns durch enge Straßen mitten durch Obstplantagen. Unverhofft stehen wir kurz vor dem Ort vor einer Straßenbegrenzung auf 2 Meter Breite. Da die Kabine unseres Pauls nur 2 Meter breit ist, wagen wir uns weiter und tatsächlich, wir passen durch die Engstelle im Ort, bevor es durch offenen Weidebetrieb bis zu dem im Wald gelegenen Parkplatz geht.

 

Unser Stellplatz:

 Tarsch: Parkplatz an der Talstation der Seilbahn auf die Tarscher Alm, ohne VE, kostenfrei

 


Alpenpässe und Flüela-Passstraße

Freies Stehen auf Offroad-Parkplatz nach der Passhöhe des Flüela-Passes
Freies Stehen auf Offroad-Parkplatz nach der Passhöhe des Flüela-Passes

Im Nationalpark Stilfersjoch gibt es mehrere Nationalparkhäuser, die über Flora und Fauna informieren, eines davon in Schlanders, dem nächsten Ort in Richtung Westen, soll sich mit der Vogelwelt befassen. Leider müssen wir feststellen, dass die Häuser an Sonn- und Feiertagen geschlossen haben, womit ein Besuch ausfallen muss.

 

Es geht daher erst einmal weiter durch das italienische Etschtal. Gelegen im deutschsprachigen Südtirol, scheint hier aber alles noch deutscher als in der übrigen Region. Nur die zweisprachigen Straßenschilder erinnern daran, wo man sich gerade aufhält. Auch die große Menge deutscher Nummernschilder auf der Straße unterstützt diesen Eindruck; die Italiener scheinen an diesem Morgen in der Minderheit zu sein.

 

Unsere Tour führt in Richtung Schweiz durch den Schweizer Nationalpark. Auf dem Weg nach Davos wollen wir noch einmal einige große Pässe fahren. Zuerst geht es hinauf auf den Ofenpass in 2149 Meter, über den Ova Spin auf 1850 Meter und dann weiter hoch über die Baumgrenze in die alpine Tundra auf den Flüela-Pass in 2383 Meter Höhe. Wieder sind wir begeistert, wie gut Paul die steilen Strecken meistert. Besonders bergab überzeugt das Untersetzungsgetriebe, das es erlaubt, in einem kleinen Gang Gefälle von mehr als 10% ohne oder zumindest mit nur wenig Bremseinsatz zu meistern. Dass das Bremsen für Wohnmobile zum Problem werden kann, zeigt ein Artikel, den wir im Internet gefunden haben:  Link zum Artikel.

 

Wir verbringen eine kalte und windige Nacht auf einem Parkplatz abseits der Flüela-Passstraße, der nur für geländegängige Fahrzeuge zugänglich ist. Unser Paul meistert das kleine Stück über die Piste mit Bravour.

 

Unser Stellplatz:

  • Flüela-Passsraße:
    Freies Stehen auf Offroad-Parkplatz nach der Passhöhe in Richtung Davos – im Sommer soll es hier evtl. Verbotsschilder geben.

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