Portugal (5): Zentralportugal

Entlang der Küste vom Tejo bis nach Nazaré



wir starten im Süden:

Reserva Natural do Estuario do Sado


Reserva Natural do Estuario do Sado an der Sado-Mündung
Reserva Natural do Estuario do Sado an der Sado-Mündung

Wir kommen aus dem Alentejo. Über Alcácer do Sal wollen wir jetzt den Nordteil des Reserva Natural do Estuario do Sado uns anschauen und fahren um die riesige Lagune herum.


Gezeitenmühle Moinho de Marés


Einen Zugang zur Lagune finden wir erst an der Gezeitenmühle "Moinho de Marés"  an der Setubal zugewandten Seite des Naturparks. In der Mühle befindet sich ein Cafe und ein informationszentrum, dessen engagiertes und extrem freundliches Personal uns mit Informationsmaterial überschüttet und zu einem Besuch der Mühle einlädt. Es ist schön hier, die Vogelwelt aber versteckt sich bis auf einige Ohrentaucher, Dunkle Wasserläufer und Stelzenläufer vor uns.

  • Gezeitenmühle GPS 38.528479, -8.804458

Uns wird auch angeboten, über Nacht stehenzubleiben. Wir wollen aber weiter und finden letztlich einen Platz mit Blick auf die Bucht bei Sentubal, wo wir zwischen mehreren portugiesischen Wohnmobilisten bei Sturm und Regen die Nacht verbringen.

 

Unsere Übernachtungsplatz damals:

  • Setubal, Playa Figueirinha
  • Parkplatz am Strand mit Restaurant
  • GPS 38.484440, -8.943492

Es geht weiter in Richtung Norden:


das größte Feuchtgebiet Portugals:

Das Delta des Tejo


Der Tejo ist der längste Fluss Portugals und hat bis zu seiner Mündung bei Lissabon bereits etwa 1.100 Kilometer zurückgelegt. Das riesige Mündungsgebiet wird of t auch als “Mar da Palha”, portugiesische für "Strohmeer", bezeichnet. Hier liegt das größte Feuchtgebiet Portugals und eines der bedeutensten Europas. In der Zeit des Vogelzugs rasten hier mehr als 100.000 Vögel, darunter auch seltene und bedrohte Arten.

 

 

Störche in der Tejo-Mündung
Störche in der Tejo-Mündung

Das Naturreservat Reserva Natural do Estuário do Tejo der Tejomündung ist als Überwinterungsplatz für eine große Zahl von Vögeln bekannt.


Das EVOA Informationszentrum

Das Gebiet ist etwas unübersichtlich. Da wir aber schon mehrfach hier waren, fahren wir das EVOA Informationszentrum direkt an.

  • Informationszentrum: GPS 38.851117, -8.974081
  • Eingang zum Gebiet: GPS 38.950695, -8.971602

Hier werden kostenpflichtig Führungen und diverse Beobachtungshütten angeboten.

 

Von der Hauptstraße führt eine Schotterpiste über 12 km zum Zentrum, wobei die ersten Kilometer sehr holprig sind. Schon aus größerer Entfernung sieht man das imposante Gebäude, dessen moderne Archtektur sich mit seiner Holzfassade gut in die Umgebung einpasst.

 

Aufgrund des schlechten Wetters erkunden wir den während der Öffnungszeiten des Infozentrums frei zugänglichen Teil des Gebiet abseits der Lagunen am Zentrum auf eigene Faust. Hier wird Reis angebaut und in den nassen Feldern stehen Watvögel.

Auf unsere Pirschfahrt begegnet uns neben Weißstörchen, Stelzenläufern und anderen Wasservögel die seltene Kornweihe.

 

Besonders fasziniert uns aber ein Gleitaar, den wir hier das erste Mal auf unseren Reisen beobachten können. Der weiße Vogel mit den schwarzen Flügelspitzen ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen und in Europa außerst selten. Leider ist er sehr weit weg.

Gleitaar
Gleitaar

Das Delta des Tejos ist wirklich ein Paradies für Ornithologen:

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

 

Am Abend fahren wir den nächsten offiziellen Stellplatz an, den wir finden können. Nach rund 20 Kilometer erreichen wir:

  • Salvaterra de Magos:
    kostenfreier Stellplatz mit VE an der Durchgangstraße N118
    GPS 39.023320, -8.792711
    nicht schön, aber praktisch

Lissabon


Von hier bietet es sich an, Lissabon zu besuchen. Wer uns kennt, weiß, dass wir um große Städte meist einen Bogen machen. Obwohl wir mehrfach gehört haben, dass Lissabon wirklich schön sein soll, verschieben wir den Besuch auf das nächste Mal und fahren weiter entlang der Küste Richtung Norden. Das nächste Ziel ist die Halbinsel Peniche.

 

Unser Weg führt uns nun nördlich von Lissabon durch das bergige Hinterland. Erst in der Nähe des Ortes Peniche  kommen wir wieder an die Küste.  Schon kurz hinter Lissabon wird es wieder ländlich. Weinbau, kleine Dörfer, alte Windmühlen aber auch moderne Windräder sind zu sehen. Die Küste nördlich von Lissabon ist allerdings stark vom Tourismus geprägt. Es gibt viele Appartmentanlagen. Manch Küstenort wirkt im Winter ohne Gäste wie ausgestorben.


Fischerstadt Peniche


Peniche selbst zieht auch Touristen an, liegt es doch zu einem großen Teil innerhalb einer alten Stadtmauer auf hohen Klippen.

  • GPS 39.362600, -9.390328

Es beherbergt aber auch einen modernen Fischereihafen und eine Fischkonservenfabrik. Wir verbringen den Nachmittag auf einer vorgelagerten Halbinsel, umtost von den durch die stürmische Wetterlage und die bevorstehende Neumond-Springflug aufgewühlte Brandung.


Obidos - ein Ort wie ein Freilichtmuseum


Óbidos liegt im Landesinneren und gilt als als eine der schönsten Städte Portugals. Es ist hier zwar sehr touristisch; da wir aber außerhalb der Saison unterwergs sind, wirkt der Ort trotzdem sehr beschaulich. Bei unserem Besuch ist hier deutlich weniger los als an der Küste.

Mit dem Wohnmobil in Portugal
Die Kleinstadt Obidos

Der Ort bildet ein Ensemble mit  Elementen aus dem Mittelalter, Gotik, Barock und Renaissance. Fast könnte man denken, man befände sich in einem großen Freilichtmuseum. Der besondere Charme von Obidos ist aber darin begründet, dass in den engen Gassen und zwischen den alten Gebäuden zwar die Zeit stehengeblieben zu sein scheint, der Ort aber auch von Einheimsichen bewohnt und nicht nur von Touristen bevölkert wird. Auf Lokale und Souvenier- bzw. Kunsthandwerkshops muss hier aber niemand verzichten. Diese gibt es reichlich.

 

Wir machen uns auf zu einem Rundgang durch die Stadt. Die Burg innerhalb der Stadtmauer wurde unter maurischer Herrschaft erbaut und nach der Rückeroberung durch die Christen im Jahre 1148 mehrmals umgebaut und vergrößert. Besonders schön ist ein Rundgang auf der Stadtmauer. Diese stammt aus dem 16. Jahrhundert, ist unverändert erhalten geblieben und  auch heute noch vollständig begehbar. Steile Treppen und ein Fehlen jeglicher Art von Geländer zur Innenseite  machen den Weg oberhalb der Häuser aber zu  einer Herausforderung für Menschen mit Höhenangst. Immer wieer trifft man hier auch auf die für Portugal so typischen Azulejos, Mosaiken, zusammengesetzt aus bunten, zumeist im Wesentlichen blauen und quadratischen Kacheln. Die Kirche Santa Maria aus dem 12. Jahrhundert ist mit Azulejos ausgekleidet.

Für uns gibt es nach der Tour zur Belohnung im Anschluß einen Kaffee mit Gebäck in einer Bäckerei, in der direkt  vor unseren Augen in einem holzbefeuerten Ofen Brot gebacken wird.

 

 

 

Unser Stellplatz:

  • Obidos:
    kostenpflichtiger Parkplatz vor der Stadtmauer am Aquädukt,
    fussläufig in die Stadt
    GPS39.357011, -9.156853

 

Kartenmaterial Portugal und Spanien

 

Wer wie wir nicht immer über die großen Straßen fahren möchte, sollte sich Kartenmaterial mit einer Maßstab von 1:400.000, besser sogar 1:300.000 zulegen.

 

Wir empfehlen für die beiden Länder diesen:

MARCO POLO

Reiseatlas Spanien, Portugal

1:300.000

 

bezahlte Werbung


Lagoa die Obidos

Wir machen einen Abstecher an die Lagoa die Obidos, einer Salzwasserlagune. An den die Lagune vom Meer trennenden Dünen arbeiten Bagger. Uns wird erzählt, es handle sich um ein EU-Projekt. Um was es hier aber genau geht, finden wir leider nicht heraus. Da es weiterhin stark windet und dann auch noch anfängt stark zu regnen, suchen wir uns früh eine Bleibe:

 

Unsere Stellplatz:

  • Foz de Arelho:
  • direkt am Strand
  • gebührenpflichtiger Stellplatz mit Ver- und Entsorgung an der Lagoa de Obidos
    Strom kostet extra
  • GPS 39.428292, -9.220440

 


Monsterwellen:

Nazaré - die höchsten Wellen der Welt


Die Küste bei Nazaré ist DER Hotspot der Surferszene Portuglas. Obwohl wir keine Surfer sind, zieht es uns hierher, denn der Ort ist  bekannt für seine Monsterwellen, bei denen es sich um die höchsten surfbaren Wellen der Welt handeln soll. Das müssen wir sehen.

Monsterwellen vor Nazaré
Monsterwellen vor Nazaré

Auf dem Meer vor Nazaré wurde der derzeit gültige Surfrekord auf einer rund 25 Meter Welle aufgestellt. Auch 30 Meter hohe Wellen wurden hier inoffiziell schon bezwungen. Derartige Extremwellen bekommen wir leider nicht zu sehen. (Wer Interesse an den Wellen hat: hier) Diese treten meist nur im Herbst auf, wenn besondere Wetter- und Strömungsbedingungen mit dem der Stadt vorgelagerten Tiefseegraben zusammenwirken können.

 

Doch auch was wir zu sehen bekommen, flößt uns Respekt ein. Der Mann hinter der Kamera hat nach eigenen Angaben ordentlich Angst um sein Motiv, sehen doch die Wellen aus der Ferne noch deutlich imposanter aus, als für die Frau am Strand. Diese kehrt einige Minuten später beeindruckt, aber nicht verängstigt und vor allem LEBEND zum Auto zurück.

 

Der eigentliche Ort Nazaré lebt vom Tourismus, vom Fischfang und der Fischverarbeitung. Die Anfänge des Tourismus liegen dabei weit früher, als es Surfer gibt. Im Ortsteil Sitio findet sich mit dem Santuário de Nossa Senhora da Nazaré (Heiligtum Unserer Lieben Frau von Nazareth) die wichtigste Wallfahrtstätte Portugals, die den Ort schon im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Ziel für Touristen machte.

Tipp:

Von dem der Stadt auf einer Klippe vorgelagerten Leuchtturm am Forte de São Miguel Arcanjo Farolim da Nazaré hat man einen guten Blick auf die Strände der Stadt und auf die heranrollenden Wellen.

 

Achtung: Die Parkplatzsituation kann besonders in der Saison und an Wochenenden schwierig sein. Meist kann man nur mit Glück und früh am Tag einen Parkplatz in der Nähe ergattern. Generell ist die Zufahrt eng.

 

Wir fahren noch etwas 70 Kilometer Richtung Norden und finden unseren Stellplatz für die Nacht hier:

  • Área Sosta Camper - Costa de Lavo
    Stellplatz mit Ver- und Entsorgung auf Strandparkplatz
  • N 40°05'17", W 8°52'32"

Von Nazaré geht es für uns weiter in den Norden:


Alternativ Richtung Osten

über die Grenze nach Spanien in die


Wer allerdings von hier Richtung Extremadura nach Spanien fahren möchte, für den haben wir noch folgenden Tipp:


ein Traum von Stausee

Barragem de Póvoa é Meadas


Barragem de Póvoa é Meadas Stausee Portugal Wohnmobil Reisemobil Stellplatz Wohnmobilstellplatz
Stellplatz am Barragem de Póvoa é Meadas

Heute stehen wir am Stausee Barragem de Póvoa é Meadas, an dem ein befestigter Stellplatz ausgewiesen ist; mit dem richtigen Fahrzeug kann man aber auch über Pisten direkt ans Wasser heranfahren. Die Umgebung bietet sich für ausgedehnte Spaziergänge an, wobei man dabei an Ausgrabungen mittelalterlicher Grablegungen vorbeikommt. Die Reste der dazugehörigen Orte wurde nach dem Bau der Staumauer zur Stromgewinnung in den 1920er Jahren überflutet.

 

Wohnmobil-Stellplatz Barragem de Póvoa é Meadas:

  • Stellplatz Albufeira de Póvoa e Meadas
  • mit VE
  • GPS 39.483716, -7.547717

Bis zu den Weihnachtsfeiertagen gönnen wir uns jetzt einfach mal eine Pause. Die Sonne scheint und wir haben den perfekten Platz gefunden. Nichtstun, Spazierengehen und die Gegend erkunden, das ist das Programm für die nächsten Tage.

 

Kurz nach unserer Ankunft bekommen wir Besuch von einer Hundedame, die uns die nächsten Tage treu bleiben wird. Sie ist gepflegt und sie bettelt nicht. Trotzdem schläft sie nachts unter unserem Auto und begleiitet uns auf unseren Erkundungstouren, wie auch beim Joggen. Uns scheint, dass ihr einfach langweilig ist. Denn wenn wir nichts unternehmen, schliesst sie sich auch gerne anderen Touristen auf ihren Spaziergängen an.

 

Bei der Abfahrt fällt der Abschied schwer, die Hündin springt um unser Auto herum und die Beifahrerin verdrückt ein paar Tränen. Da die Hündin aber ein zuhause zu haben scheint (sie trägt immerhin ein Halsband) und wir ihr ihre Freiheit  an diesem grandiosen See nicht nehmen wollen, lassen wir sie schweren Herzens zurück.

Die Grenze nach Portugal überschreiten wir bei Portoalegre mitten im Parque Natural da Serra de São Mamede, dessen Berge einen echten Kontrast zu der Weite und Kargheit der Extremadura bilden.


über 100 Spots in Portugal und Spanien:

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N23/12.500

 

 

 

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1 Aufgrund des Kleinunternehmerstatus gem. § 19 UStG erheben wir keine Umsatzsteuer und weisen diese daher auch nicht aus.