Naturparadiese in Ostdeutschland

Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.


Naturschutzgebiet Rhäden und der Monte Kali an der Werra

Dankmarshäuser Rhäden Beobachtungsstation gehören zum grünes Band
Aussichtsturm am Dankmarshäuser Rhäden
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Das Vessertal im Thüringer Wald

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Biosphärenreservat Spreewald

Frühmorgens an einem der vielen Kanäle im Spreewald
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Linum und das Linumer Teichland

Revierkampf zwischen Höckerschwänen
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Mecklenburgische Seenplatte und Nationalpark Müritz

Kraniche vor Vollmond im herbstlichen Nationalpark Müritz
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Gülper See - Westhavelland

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Großtrappen in Brandenburg

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Natur erleben in Ostdeutschland in voller Länge


Naturschutzgebiet Rhäden und der Monte Kali an der Werra

Dankmarshäuser Rhäden Beobachtungsstation gehören zum grünes Band
Aussichtsturm am Dankmarshäuser Rhäden

Das Feuchtgebiet Rhäden liegt im hessisch-thüringischen Grenzland an der A4 auf etwa halber Strecke zwischen Bad Hersfeld und Eisenach.

 

Das Naturschutzgebiet ist Teil des "Grünen Bandes" und ein wichtiges Brut- und Rastgebiet für Wasser- und Wiesenvögel. Gleich nebenan erhebt sich der Monte Kali, eine leuchtend weiße Kali-Abraumhalde.



Bei einer Fahrt auf der Autobahn A4 zwischen Eisenach und Bad Hersfeld fällt uns unweit der Straße ein weißer Berg auf. Da wir es mal wieder genauer wissen wollen, fahren wir von der Autobahn ab und machen uns auf, die Gegend zu erkunden.

 

Bergbau im Werratal: der Monte Kali

 

Wir finden heraus, dass es sich bei dem Berg um eine im Volksmund auch "Monte Kali" oder "Kalimandjaro" genannte Abraumhalde des Kalibergwerks Heringen im Bergbaurevier Werra in Hessen handelt. Die strahlend weiße Erhebung dominiert weithin die Landschaft und kann sogar bestiegen werden. Von der Aussichtsplattform hat man einen weiten Blick über die Umgebung.

 

Infobox: Kalisalz

Kalisalz kommt in der Hauptsache als Mineraldünger zum Einsatz. Üblicherweise wird das Material untertage abgebaut. Da es meist zusammen mit Natriumsalz (besser bekannt als Kochsalz) vorkommt, entstehen beim Kaliaubbau große Mengen an Abraum. Die zu 95% aus Kochsalz bestehenden Abraumhalden sind neben den Bergwerken weithin als weiße Berge sichtbar.

 

Naturschutzgebiet Rhäden im Grünen Band

 

Gleich nebenan liegen die Rhäden genannten Feuchtgebiete des Werra-Tals. Die ehemals zur landwirtschaftlichen Nutzung trockengelegten Flächen wurden nach der Wiedervereinigung renaturiert und stellen heute wichtige Brut- und Rastgebiet für Vögel da. Das Naturschutzgebiet Dankmarshäuser Rhäden an der ehemaligen innerdeutschen Grenze bildet zusammen mit den Rhäden bei Obersuhl und Bosserode einen Teil des "Grünen Bandes". Das Gebiet ist sowohl FFH als auch Natura2000 Schutzgebiet.

 

Tier- und Vogelbeobachtungsmöglichkeiten im NSG Rhäden

 

Wir umrunden die Dankmarshäuser Rhäden zu Fuß auf einem gut ausgebauten Weg, an dem mehrere Beobachtungstationen (Hütten und Türme) zu finden sind. Neben einigen Wiesenbrütern und Kleinvögeln können wir dabei auch einen seltenen Schwarzstorch beobachten.

 

Infobox: Schwarzstorch

Der Schwarzstorch ist neben dem Weißstorch die einzige in Europa brütende Storchart und überwintert wie dieser in Afrika. In Gegensatz zum Weißstorch ist er aber scheu und eher im Wald zu finden, als auf der offenen Flur. In Deutschland wird der Bestand laut Angaben des NABU derzeit auf ca. 600 Brutpaare geschätzt.

 

Landschaftspflege durch Beweidung

 

Die Wiesenflächen werden von Exmoor-Pony und Taurus-Rindern beweidet, um sie von Bewuchs frei zu halten. Die mittelgroßen Ponys stammen ursprünglich aus England und wurden hier angesiedelt, da sie stark an Wildpferde erinnern. Die Pony-Herde bewegt sich frei im Gebiet; trotzdem können wir sie vom Weg aus gut bei ihren Rangkämpfen beobachten.  Einige Stunden später sind die Ponys weitergezogen und wir haben einen ebenso guten Blick auf die imposanten Taurus-Rinder. Das Taurus-Rind ist eine Weiterzüchtung des Heckrinds (weitere Infos: >>Heckrinder im Naturpark Drömling) mit dem Ziel eine möglichst große Ähnlichkeit mit dem ausgerotteten Auerochsen zu erreichen. Glücklickerweise trennt uns ein Zaun von der Herde, denn die großen Hörner der Tiere sind doch sehr beeindruckend.

 

Unser Parkplatz an den Dankmarshäuser Rhäden:

  • Wanderparkplatz an der Landstraße (GPS 50°55'55"N 10°00'02"E)

Wohnmobil-Stellplatz in Gerstungen:

  • zwei Plätze für Wohnmobile auf öffentlichem Parkplatz im Ort unweit der Werra und das Werra-Radwegs; keine Einrichtungen (GPS 50°57'51"N 10°04'15"E)

 

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Das Vessertal im Thüringer Wald

Das Vessertal im Thüringer Wald
Das Vessertal im Thüringer Wald

Das Vessertal liegt im Süd-Westen Thüringens und ist Teil des Biosphärenreservats Vessertal-Thüringer Wald.

 

Das Gebiet ist geprägt von reichen Mischwäldern und Wiesenflächen. Immer wieder stößt man aber auch auf Relikte des Bergbaus.



Das Vessertal, das eines der schönsten Täler Mitteldeutschlands sein soll, erstreckt sich südlich von Vesser, einem Ortsteil der Stadt Suhl, und nördlich und nordöstlich von Breitenbach, einem Ortsteil von Schleusingen, entlang der Vesser und liegt unweit des Rennsteigs.

 

Das Tal ist Teil des Biosphärenreservats Vessertal-Thüringer Wald.

Infobox: Biosphärenreservat

 

Ein Biosphärenreservat ist eine von der UNESCO ausgewiesene Region, in der "nachhaltige Wirtschaftsformen, Naturschutz, Forschung und Bildung für nachhaltige Entwicklung ebenso wie internationale Kooperation" gefördert werden sollen. Das Programm der UNESCO, dass dieses Siegel verleiht, wurde1970 ins Leben gerufen

 

Weltweit gibt es etwa 700 Biosphärenreservat verteilt auf 124 Staaten, einige der Reservate überschreiten sogar Grenzen und befinden sich auf dem Gebiet mehrerer Länder. In Deutschland findet man derzeit 16 Biosphärenreservate.

 

Wir beginnenn unsere Erkundung auf dem Wohnmobilstellplatz  "Am Offenstal" in Vesser. Dieser liegt oberhalb des kleinen Ortes und bietet einen schönen Ausblick. Direkt am Rand des gemischten Parkplatzes starten Wander- und Themenwege.

 

Wir folgen dem Bergbauwanderweg, der direkt in den Wald führt. Entlang des Weges informieren Tafeln über die Geschichte des Bergbaus in der Region. Es gibt mehrere ehemalige Abbaugebiet, die hier rund um Vesser "Crux" genannt werden. Je nach abgebautem Gestein wurde diesen unterschiedliche Farben zugeordnet. Der "schwarze Crux" ist ein ehemaliges Eisenbergwerk, das heute als Schaubergwerk dient und besichtigt werden kann. Daneben gibt es den "roten Crux", in dem Hämatit (Roteisenkies), und den "gelben Crux", in dem Pyrit (Schwefelkies) abgebaut wurde. Unsere Tour führt uns über gut gekennzeichnete Waldwege durch alten Mischwaldbestand, vorbei an stillen Waldwiesen und leise gluckernden Bergbächen.

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Eines der schönsten Täler Deutschlands: Vessertal

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Biosphärenreservat Spreewald

Frühmorgens an einem der vielen Kanäle im Spreewald
Frühmorgens an einem der vielen Kanäle im Spreewald

Der Spreewald ist ein weitläufiges Niederungsgebiet im Südosten des Bundeslandes Brandenburg, das von der natürlichen Flusslaufverzweigung der Spree und die zusätzlich künstlich angelegten Kanäle geprägt wird.



Eine Landschaft wie im Märchen

 

Etwa 100 Kilometer südlich von Berlin schützt das Biosphärenreservat Spreewald eine in Mitteleuropa einmalige Landschaft mit einem 1575 Kilometer langen Netz von natürlichen und künstlichen Wasserläufen der Spree umgeben von typischen Feuchtwiesen, kleinen Äckern und naturnahen Niederungswäldern.

 

Obwohl die Region touristisch erschlossen ist, taucht man hier ein in eine Landschaft ein, die mit der nahen Hauptstadt und auch vielen anderen Teilen Deutschlands wenig zu tun hat. Wer Lust hat früh aufzustehen, erlebt hier eine Natur, die ihresgleichen sucht.

 

Natur im Spreewald: Beobachtungstipps

 

Hier finden Schwarzstörche, Kraniche, Wiedehopf, Singschwan, Graureiher und auch Seeadler Möglichkeiten zum Brüten. In den offenen Landschaften findet man Wat- und Sumpfvögel wie Bekassinen und Brachvögel. Über 800 Schmetterlingsarten, 100 verschiedene Muscheln und Schnecken, 50 Libellenarten und knapp 140 Brutvögel haben hier eine Heimat gefunden, darunter Arten wie Fischotter, Mopsfledermaus, Wachtelkönig, Seggenrohrsänger, die auf der Roten Liste als gefährtet gelten. Grund für die Artenvielfalt sind die vielen unterschiedlichen Biotoptypen.

 

Weiter gibt es verschiedene Rad- und Wanderwege, Natur- und Erlebnispfade und natürlich Kahnfahrten durch die Kanäle. Bekannt sind auch die Spreewälder Gurken, die hier angebaut und eingelegt werden. Die kulinarische Spezialität gedeiht hier auf dem humusreichen Boden besonders gut. Wer Lust hat, kann dem rund 250 Kilometer langen Gurken-Radweg folgen.

 

Kurios: Postzustellung per Kahn

 

Von April bis Oktober wird in einigen Teilen des Spreewaldes die Post in gelben Postkähnen ohne Motor stakend auf dem Wasserweg zugestellt.

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

Wir hatten durch Zufall einen schönen Platz direkt an einem See gefunden, an dem Wohnmobile toleriert wurden. Am Abend entfachten mehrere Wohnmobilfahrer ein größeres Lagerfeuer, am nächsten Morgen war die Polizei da und schickte alle Wohnmobile weg. Heute ist hier das Parken für Wohnmobile verboten. Es ist bedauerlich, dass Wohnmobilfahrer durch ihr unüberlegtes, egoistisches Verhalten ihr eigenes Hobby für sich und andere kaputt machen.

 

offizielle Wohnmobil-Stellplätze im Spreewald:

  • Lübbenau: Wohnmobilstellplatz am Bahnhof (51°51'42"N 13°57'47"E)
  • Lübbenau: gebührenpflichtiger Parkplatz, auf dem das Übernachten gegen Gebühr angeblich erlaubt ist (51°51'58"N 13°59'18"E)
  • Luckau: Wohnmobilstellplatz (51°51'0"N 13°42'55"E)

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Linum und das Linumer Teichland

Revierkampf zwischen Höckerschwänen
Revierkampf zwischen Höckerschwänen

Das Linum Teichland liegt nord-westlich von Berlin in Brandenburg. Früher ein riesiges unerschlossenes Moorgebiet ist die Landschaft mit ihren Teichen, kleinen Sümpfen Wiesen und Wäldern ein Paradies für Naturfreunde und Vogelkundler.



Beobachtungshütten säumen den Weg
Beobachtungshütten säumen den Weg

Die aufgrund der großen Zahl von Storchennestern auch als Storchendorf bekannte Gemeinde Linum liegt in der Niederung des Rhinluch im Nord-Westen von Berlin und beherbergt im Teichland Linum etwa 240 Hektar Wasserflächen.

 

Früher war das Teichland ein riesiges, unerschlossenes Moorgebiet. Die Teiche entstanden aus abgetorften Flächen, die sich mit Wasser füllten. Das Gebiet besteht heute aus Teichen, Wiesen, kleinen Sümpfen und Wäldern und ist somit ein Paradies für Naturfreunde, Vogelkundler und Birdwatcher.

 

Zur Zeit des Vogelzugs werden die Teiche von  Zugvögeln als Zwischenstation genutzt. Bekannt ist Linum für die rund 80.000 Kraniche, die hier auf dem Weg in den Süden Rast machen. Die Teiche bieten aber auch vielen anderen Tieren, unter anderm dem Biber und vielen Amphibien, eine Heimat.

 

Obwohl der Großteil der Teiche für Besucher gesperrt sind, gibt es rund um die Teiche eine Menge Beobachtungshütten und Aussichtspunkte.

 

In Linum direkt unterhält der Nabu das Naturschutzzentrum Storchenschmiede. Je nach Jahreszeit bietet der Nabu hier unterschiedliche Veranstaltungen und Ausstellungen.

 

Wir waren bisher zweimal in Linum:

 

Frühjahr:

Bei unserem Besuch im April konnten wir hier für uns erstmals Schwanzmeisen vom nordischen Typ beobachten, die im Gegensatz zum mitteleuropäischen Typ einen komplett weißen Kopf haben. Außerdem "hüpften" uns einige Teichfrösche über den Weg. Auf den Feldern rund um den Seen fanden wir auch einige Kraniche, die wahrscheinlich nicht weiter gen Norden gezogen sind, und hier in Deutschland brüteten. Neben Schwänen, Rohrweihen, Enten und Flussseeschwalben konnten wir noch den seltenen Kleinspecht beobachten.

 

Herbst:

Vor allem im Herbst locken bis zu 80.000 rastende Kraniche auch eine große Zahl von Besuchern hierher. Die beste Besuchszeit ist von Anfang Oktober bis Mitte November. Dann rasten die Kraniche nachts im Teichland, tagsüber nutzen sie die Felder, um sich für den Weiterflug zu stärken.

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Linumer Teichland: Stellplatz an der Fischerhütte (GPS  52°45'57"N 12°52'33"E)

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Beobachtungshütten säumen den Weg

 

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Mecklenburgische Seenplatte und Nationalpark Müritz

Kraniche vor Vollmond im herbstlichen Nationalpark Müritz
Kraniche vor Vollmond im herbstlichen Nationalpark Müritz

Der 1990 gegründete Nationalpark Müritz im Süden-Mecklenburg-Vorpommerns ist nach dem Nationalpark Wattenmeer der flächenmässig größte Nationalpark Deutschlands.



Der Nationalpark

 

Der Nationalpark Müritz ist immer wieder einen Besuch wert. Der Nationalpark befindet sich im Süden Mecklenburg-Vorpommerns. Er teilt sich in zwei räumlich getrennte Räume auf: Die Mecklenburgische Seenplatte und in einen Teil der Feldberger Seenlandschaft.

 

Im Nationalpark darf sich die Natur selbst entwickeln. Die Landschaften sind von der zunehmenden Intensivierung der Landnutzung verschont geblieben und entwickeln sich zu neuer Wildnis. Die Natur ist im stetigen Wandel und es gibt jeden Jahreszeit etwas neues zu entdecken.

 

Wir waren schon mehrere Male und zu verschiedenen Jahreszeiten im Nationalpark Müritz und wurden noch nie enttäuscht:

 

 

Frühjahr / Sommer

 

Zur Brutzeit im Frühjahr / Sommer können in der Nähe des Nationalparkhauses in Federow nistende Fischadler beobachtet werden. Um die Vögel nicht zu stören, wurden eigens Sichtschutzwände eingerichtet.

 

 

Die Frösche werden blau

 

Im April kann man hier auch noch eine echte Besonderheit entdecken:

Der Moorfrosch (rana arvalis) ist eine unserer kleineren Froscharten. Um der Damenwelt zu imponieren, zeigen sich die Männchen zur Laichzeit für wenige Tage in einem intensiven Blau. Bei den Fröschen (und auch NUR bei denen) freuen sich die Weibchen, wenn die "Männer" mal wieder "blau" sind :-). Wir konnten sie ganz in der Nähe des Nationalparkhauses im Wald beobachten.

 

Kraniche im Herbst:

Zur Zugzeit im Herbst starten vom Nationalparkhaus in Federow geführte Touren zur Kranichbeoachtung. Aber nicht nur Kraniche kann man von der Beobachtungshütte sehen, sondern auch Rotwild und Seeadler.

 

Auch ein Rundgang durch den angrenzenden Wald lohnt sich, besonders wenn man die Augen offen hält. Hier haben wir vor allem Grün-, Bunt- und Schwarzspechte beobachten können.

 

 

Unser Stellplatz:

  • Federow: ausgewiesener Parkplatz vor dem Nationalparkhaus
    GPS 53°29'02.1"N 12°45'33.9"E
    Freies Stehen ist im Nationalpark nicht erlaubt.

Wir empfehlen den Abend im kleinen Bauernlokal "Bunte Kuh"  gegenüber dem Nationalparkhaus am bollernden Kaminofen ausklingen zu lassen.

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Gülper See - Westhavelland

Der Gülper See in der Gemeinde Havelaue liegt etwa 70 Kilometer westlich von Berlin am Westrand von Brandenburg. Das Naturschutzgebiet wurde schon 1967 ausgewiesenen und gehört damit zu den ältesten Schutzgebieten Deutschlands.



70 Kilometer westlich von Berlin und 30 Kilomter nordwestlich von Buckow liegt der Gülper See, ein Vogelschutzgebiet von internationalem Rang. Das 1967 ausgewiesene Naturschutzgebiet gehört zu den ältesten Deutschlands. Es liegt mitten im größten zusammenhängenden Binnenfeuchtgebiets Europas, der unteren Havelniederung.

 

Der nur bis zu 1,5 m flache See und seine Verlandungszonen ist für Rast-, Nahrungs- und Brutgebiet und von ornithologischer Bedeutung. Vor allem zum Vogelzug rasten hier Kraniche, Gänse, Enten und andere Wasservögel auf ihrer Durchreise.

 

Seit 2010 setzt sich der NABU für die Erhaltung des Sees ein. Knapp 800 ha Land hat der NABU bereits erworben.

 

Nachdem wir am Gülper See angekommen sind, bauen wir unsere komplette optische Ausrüstung vom Spektiv bis zur Kamera auf und warten darauf, was uns vor die Linse kommt bzw. fliegt: Schafstelzen, Haubenlerchen, Grau- und Silberreiher, Kiebitze, Graugänse und dazwischen Rehe. Über uns kreisen Rohrweihen und Fischadler, ihre Horste sind in Sichtweite. Am Bachlauf sind diverse Biberburgen zu sehen. Immer wieder müssen wir uns daran erinnern, dass das hier kein Tierpark sondern frei Natur ist - und das mitten in Deutschland.

 

Nördlich der Straße L17 entlang des Nordufers Richtung Rhinow gibt es ein von der Straße gut sichtbares Nest eines Fischadlers auf einem Strommasten.

 

Ein Aussichtsturm und zwei Beobachtungsstände liegen am Südufer des Sees, an einer kleinen Straße zwischen Prietzen und Gülpe. Sie bieten einen Blick auf den Flachsee und seine Uferzone. Vor dem Aussichtsurm liegt eine kleine Halbinsel, auf sich viele Wasservögel sammeln. Vögel, die man hier beobachten kann, sind u.a. Alpenstrandläufer, Bruchwasserläufer, diverse Enten und Gänse, Uferschnepfe, Säger, Rohrdommel, Trauer- und Flussseeschwalbe.

 

Im Sommer und im Herbst erfolgt abends der spektakuläre Einfall der bis zu 100.000 Saat- und Blessgänse.

 

Übrigens ist Gülpe auch Anlaufstation vieler Hobbyastronomen. Hier sollen Sterne am dunklen Nachthimmel besonders gut zu sehen sein. Der Naturpark Havelland ist als erster Sternenpark Deutschlands anerkannt.

 

Unser Stellplatz:

  • Kann leider nicht verraten werden, denn er soll so einsam bleiben, wie er ist.

 

Weitere Stellplätze:

  • Gülpe: Stellplatz Pareyer Straße (52°43'27"N 12°13'25"E)
  • Wohnmobilstellplatz vor der Campingplatz Campinginsel in Havelberg
    (52°49'40"N 12°04'08"E) ca. 15 km zum Gülper See

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Großtrappen in Brandenburg

Großtrappe Grosstrappe Großtrappen Grosstrappen Balz Hahn Buckow Deutschland Rathenow Westhavelland
Großtrappe bei der Balz

Die Großtrappe gehört zu den größten flugfähigen Vögeln. In Deutschland kann man die vom Aussterben bedrohten und daher hier auf der roten Liste stehenden Vögel nur noch in Brandenburg beobachten.



Die Großtrappe zählt mit einem Gewicht von bis zu 16 kg zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt. Großtrappen können bis zu 20 Jahre alt werden.

 

Vor 60 Jahre wurden alleine in der Mark Brandenburg noch 3.400 Großtrappen gezählt. Technisierung der Landwirtschaft, Monokultur und die Zunahme von Freßfeinden machten die Kükenaufzucht fast unmöglich. So wurden im Zeitraum von 1970 bis Anfang 1990 im Freiland nachweislich keine Großtrappe mehr flügge. 1996 wurden in Deutschland noch 57 Großtrappen gezählt.

In Brandenburg gibt es drei Plätze, in denen wieder Lebensräume für Trappen geschaffen wurden. Zwei davon haben wir besucht:

 

Großtrappen bei Buckow/ Havelländisches Luch

 

Nachdem wir auf unsere Winterreise auf der Iberischen Halbinsel lange erfolglos versucht haben, den größten Laufvogel Europas , die Grosstrappe, zu Gesicht zu bekommen, nehmen wir nun in Deutschland einen neuen Anlauf.  Im Westhavelland gibt es in der Nähe von Rathenow ein Wiederansiedlungsprojekt, wo man die stolzen Vögel in Freiheit beobachten kann. Lediglich das Brutgeschäft wird durch den Menschen unterstützt, denn Füchse, Seeadler und Raben machen dieses den Trappen schwer. Laut Auskunft einiger freiwilliger Helfer, wäre eine freie Aufzucht wahrscheinlich wenig erfolgreich.

 

Im März und April ist Balzsaison und so kann man die Tiere von den Beobachtungstürmen bei Buckow oft gut bei ihren spektakulären Aufführungen beobachten.

 

Unser Stellplatz:

  • Parkplatz an der Vogelschutzstation bei Buckow.
    Das freie Stehen an den Beobachtungstürmen wird nicht gerne gesehen.

 

Belziger Landschaftswiesen

 

Die Belzinger Landschaftswiesen sind eines von drei Gebieten in Brandenburg mit weiten, offenen Wiesen und Weiden, in denen die vom Aussterben bedrohten Großtrappen noch relativ ungestört leben können.

 

Da Großtrappen sehr scheue Tiere sind, ist es am Besten, sich am frühen Morgen ein geeignetes Versteck zu suchen und abzuwarten, bis sich die ersten Trappen einfinden.

 

Wer Glück hat, entdeckt nicht nur die balzenden Hähne, sondern - wie wir - einen Wolf!

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Hier das Video vom Wolf:

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