Naturparadiese in Portugal

Ziele für Naturfreunde mit und ohne Wohnmobil


Naturpark Ria Formosa: einer der beeindruckendsten Orte der Algarve

Portugal Sandalgarve Naturpark Ria Formosa Reisemobil Wohnmobil Reisebericht Stellplätze Wohnmobilstellplätze
Sonnenaufgang am Ria Formosa

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Reserva Natural do Estuário do Tejo

Störche in der Tejo-Mündung
Störche in der Tejo-Mündung
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In der Pseudosteppe bei Castro Verde

Großtrappe Grosstrappe Großtrappen Grosstrappen Steppe Castro Verde Portugal Pseudosteppe Vogelbeobachtung Great Bustard Ornitho Birding
Großtrappe in der Steppe von Castro Verde
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Naturpark Sapal de Castro Marim

Löffler Brücke Portugal Sapa de Castro Marim Naturpark Birding Vogelbeobachtung Ornithologie spoonbill
Löffler vor einer Brücke im Naturpark Sapal de Castro Marim
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Reserva Natural do Estuario do Sado

Reserva Natural do Estuario do Sado an der Sado-Mündung
Reserva Natural do Estuario do Sado an der Sado-Mündung
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Klippenstörche am Cabo Sardao

Weißstörche nisten an den Klippen
Weißstörche nisten an den Klippen
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Alle unsere Highlights in Portugal:


Silves und die Felsalgarve

Silves und die Felsalgarve
Klippenfischer an der Felsgalgarve

Nachdem wir bisher die Küste der Algarve im Wesentlichen gemieden haben, da es uns hier einfach zu voll war, wollen wir der Region in diesem Jahr noch einmal eine Chance geben. Und so begeben wir uns auf Fototour entlang der Felsküste zwischen Carvoeiro und Benagil mit ihren malerischen Klippen.

 

Auch wenn es sich diverse Katzen und auch einige Wohnmobile auf dem Parkplatz der Praia de Benagil gemütlich gemacht haben, fahren wir zur Übernachtung doch lieber ins Hinterland. Obwohl wir bisher noch nie von der Polizei (hier GNR) verjagt wurden, wollen wir es doch nicht auf eine erste negative Erfahrung ankommen lassen.

 

Silves

 

Das kleine Städtchen liegt im Hinterland der Algarve und so etwas abseits der üblichen Sehenswürdigkeiten wie Strand, Steilküste und Ozean. Trotzdem hat es gerade für Wohnmobilfahrer viel zu bieten. War es in der Vergangenheit Anlaufpunkt für viele, die sich wild auf den großen Parkplätzen am Fluß Arade lagerten, hat der Ort mittlerweile 3 offizielle Wohnmobilstellplätze.

 

Diese sind zwar verhältnismässig eng, eigenen sich aber gut für einen Zwischenstopp. Manch einer bleibt sogar länger, denn die Altstadt mit ihren alten Gebäuden, dem maurischen Castelo und den vielen Restaurant sowie Lage der neueren zwei Wohnmobilstellplätze am Fluss bzw. direkt unterhalb der Burg ist attraktiv. Aber auch die Stadtverwaltung gibt sich ersichtlich Mühe und so gibt es ein Hallenbad, eine Laufstrecke mit Trimmdichpfad, öffentlich zugängliche Sportflächen mit Klettermöglichkeiten und Spielplätze.

 

Wir müssen aber erst einmal Wäschewaschen. Glücklicherweise ist diese trocken, bevor in der Nacht der große Regen einsetzt.....und wir den nächsten Tag im Auto mit Arbeiten verbringen.

 

Unsere Stellplätze:

  • Silves: Wohnmobilstellplatz Castelo, mit allem
    (einschließlich Waschmaschine und WiFi), kostenpflichtig
    (N 37°11'37", W 8°26'09")
  • Barragem do Arrade: Parkplatz unterhalb der Staumauer; weiterer Parkplatz am Stausee
    (N 37°14'22", W 8°22'40")

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Fotogalerie: Silves und die Felsalgarve

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Sagres und das Cabo de São Vicente

Sonnenuntergang am Cabo de São Vicente
Sonnenuntergang am Cabo de São Vicente

Sagres

 

Sagres, ein Städtchen mit etwa 2000 Einwohnern, dass aber aufgrund der zahlreichen Ferienappartements deutlich größer erscheint, ist nicht nur im Winter ein Treffpunkt für Surfer und individualistische Wohnmobilfahrer. Über dem ganzen Ort liegt eine surfer-typische Entspanntheit.

 

Einen echten Ortskern gibt es nicht, aber an den Stränden der Umgebung und entlang der Straßen gibt es zahlreiche Geschäfte, Restaurants und Cafès.

 

Im Osten von Sagres liegt geschützt der Fischereihafen des Ortes. Auch wenn die Fischereiflotte Portugals schon bessere Zeiten gesehen hat, wird hier noch regelmäßig fangfrischer Fisch versteigert wird.

 

Unser Tipp:

  • Indisches Restaurant "Holi Dewali" neben den Intermarché an der Straße nach Vila do Bispo.

Vom Tagesparkplatz oberhalb der Praia do Belize hat man einen guten Blick auf das Treiben der Surfer darunter. Über steile Treppen geht es hinunter an den Strand. Hier herrscht eine besondere Atmosphäre und auch ohne Brett haben wir sofort das Gefühl dazuzugehören.

 

Unser Parkplatz

  • Sagres: Tagesparkplatz an der Praia do Belize ((N 37°01'34", W 8°57'44"),
    Übernachtung für Wohnmobile verboten

 

Cabo de São Vicente

 

Ein Abend wie jeder am Cabo de São Vicente nicht weit von Sagres: Der Parkplatz vor dem stärksten Leuchtturm Europas füllt sich mit Autos. Selbst per Bus kommen die Besucher zu dem Ereignis, das heute gegen 17 Uhr 30 statt finden wird. Hier am südwestlichsten Punkt Europas, wo eine heute leider geschlossene Bude die "die letzte Bratwurst vor Amerika" anbietet, passiert es......die Sonne geht unter!!!

 

Es ist ein wirklich schöner Anblick, wenn die Sonne hinter dem auf 70 Meter hohen Klippen gelegenen Leuchtturm im Meer versinkt, aber viel ist wichtiger ist das Wissen, dass zwischen den fotowütigen Menschen und der Neuen Welt nichts liegt als Wasser, viel Wasser.

 

Unser Stellplatz:

  • Sagres: Großparkplatz vor dem Fortaleza de Sagres (N 37°00'19", W 8°56'44")

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Fotogalerie: Sagres und das Cabo de São Vicente

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Cais Palafítico da Carrasqueira

Cais Palafítico da Carrasqueira
Cais Palafítico da Carrasqueira

Weder unser Reiseführer noch unsere Straßenkarte kennt diesen Ort. Nur durch den Tipp eines anderen Wohnmobilfahrers finden wir den Cais Palafítico da Carrasqueira, ein Paradies für Fotografen.

 

Errichtet in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhundert erstrecken sich hier unweit des Ortes Carrasqueira Bootsstege auf Stelzen hinein in das schlammige Delta des Sado. Auch wenn der aus ungleichen Stangen und Brettern errichtete Steg mehr als wacklig wirkt, so ist er doch auch heute noch in Benutzung und bietet den Fischerbooten selbst bei niedrigem Wasserstand die Möglichkeit zum Anlegen. An den Stegen haben die Fischer aus Altholz kleine Hütten zur Aufbewahrung ihrer Ausrüstung und zur Verarbeitung der angelandeten Fische errichtet. Gerade dieses einfache und oft provisorische Ambiente macht die Anlage aus, die man erst auf den zweiten Blick als Sehenswürdigkeit wahr nimmt.

 

Das Mündungsgebiet des sich hier nach 180 Flusskilometern in den Atlantik ergießenden Sado bildet das Naturschutzgebiet Reserva Natural do Estuário do Sado, das einer reichen Vogelwelt eine Heimat bietet.

 

Unser Stellplatz:

  • Playa Alberta Nova: Standparkplatz mit Meerblick; wird auch von Anglern genutzt
    (N 38° 10' 39", W 8° 46' 49")

Update:

Mittlerweile waren wir schon mehrmals an diesem besonderen Ort.

 

Je nach Jahreszeit, Wetterlage, Tageszeit und Tide bieten sich dem Besucher eine andere Optik und Stimmung. Es lohnt, sich Zeit zu nehmen und beispielsweise auf die nächste Flut zu warten. Auch bei Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang ist es hier besonders schön Nur das Wochenende oder Feiertage gilt es zu vermeiden, denn dann machen auch Einheimische gerne einen Ausflug hierher und es wird auf dem schmalen Stegen für Menschen mit großer Kameraausrüstung etwas eng.

 

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Comporta: offizieller Stellplatz der Gemeinde auf einem großen, staubigen Parkplatz, kein Campingverhalten erwünscht, kostenlos, VE (N 38°22'42", W 8°47'08")

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Fotogalerie: Cais Palafítico da Carrasqueira

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Alcácer do Sal

Alcácer do Sal Portugal Alentejo  Sado Wohnmobil Reisemobil
Alcácer do Sal bei Nacht
Alcácer do Sal Alentejo Portugal Sado Wohnmobil Reisemobil

Alcácer do Sal liegt unweit der Küste am Rio Sado am Rande eines Naturreservat und wird, umgeben von Reisfeldern und Salinen, von einer maurischen Burganlage überragt. Schon die Phönizier hatten hier eine Siedlung und auch in späterer Zeit war Alcácer eine wichtige Hafenstadt. Heute ist der Flusslauf allerdings versandet.

 

In der Altstadt laden kleine Cafes und Restaurant zur Einkehr ein.  Ein Rundgang durch die engen Straßen der Altstadt mit ihren kleinen Geschäften und den mal weniger und mal mehr renovierten alten Häusern hat seinen besonderen Charme. Während unseres Besuch kurz nach Weihnachten erwandelt sich die Stadt am Abend in ein Lichtermeer.

 

Unser Parkplatz:

  • Alcácer do Sal: Parkplatz am Fluß
    (N 38°22'09", W 8°30'

 

 Besuche seit dem 10.01.21:


Reserva Natural do Estuário do Tejo

Störche in der Tejo-Mündung
Störche in der Tejo-Mündung

Das Naturreservat Reserva Natural do Estuário do Tejo der Tejomündung ist als Überwinterungsplatz für eine große Zahl von Vögeln bekannt. Um so enttäuschter waren wir, dass wir bei unserem letzten Besuch, dass wir keinen Zugang in das Gebiet finden konnten.

 

EVOA Informationszentrum

 

Dieses Mal sind wir besser vorbereitet und fahren direkt das EVOA Informationszentrum (http://www.evoa.pt/index.php?lang=eng) (N 38°51'03", W 8°58'26") an. Hier werden kostenpflichtig Führungen und diverse Beobachtungshütten angeboten. Von der Hauptstraße führt eine Schotterpiste über 12 km zum Zentrum, wobei die ersten Kilometer sehr holprig sind. Schon aus größerer Entfernung sieht man das imposante Gebäude, dessen moderne Archtektur aufgrund der Holzfassade gut in die Umgebung einpasst.

 

Der Tejo

 

Der Tejo ist der längste Fluss Portugals und hat bis hierher zu seiner Mündung bei Lissabon bereits etwa 1.100 Kilometer zurückgelegt. Das riesige Mündungsgebiet wird of t auch als “Mar da Palha”, portugiesische für "Strohmeer", bezeichnet. Hier liegt das größte Feuchtgebiet Portugals und eines der bedeutensten Europas. In der Zeit des Vogelzugs rasten hier mehr als 100.000 Vögel, darunter auch seltene und bedrohte Arten.

 

Aufgrund des schlechten Wetters erkunden wir den während der Öffnungszeiten des Infozentrums frei zugänglichen Teil des Gebiet abseits der Lagunen am Zentrum auf eigene Faust. Hier wird Reis angebaut und in den nassen Feldern stehen Watvögel. Auf unsere Pirschfahrt begegnet uns neben Weißstörchen, Stelzenläufern und anderen Wasservögelnie die seltene Kornweihe. Besonders fasziniert uns aber ein Gleitaar, den wir hier das erste Mal auf unseren Reisen beobachten können. Der weiße Vogel mit den schwarzen Flügelspitzen ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen und in Europa außerst selten.

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Salvaterra de Magos: kostenfreier Stellplatz mit VE an der Durchgangstraße N118
    (N 39° 1' 25'', W 8° 47' 34'')

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Fotogalerie: Reserva Natural do Estuário do Tejo

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Barragem de Póvoa é Meadas - ein Traum von Stausee

Barragem de Póvoa é Meadas Stausee Portugal Wohnmobil Reisemobil Stellplatz Wohnmobilstellplatz
Stellplatz am Barragem de Póvoa é Meadas

Von Plasencia aus geht es für uns mit einer Zwischenübernachtung in Cáceres (mehr dazu im Blog unserer Reise 2015/2016: weiterlesen) weiter in Richtung Portugal. Bei Alburquerque, einem historischen Städtchen unweit der Grenze, besichtigen wir noch einige Felszeichnungen "Pinturas Rupestres del Risco de San Blas" (N 39°13'20", W 7°00'52"). Die etwa 5000 Jahre alten Darstellungen sind bei unserem Besuch frei zugänglich, aber in keinem guten Zustand. Von der erhöhten Lage bietet sich uns aber ein grandioser Blick auf die Landschaft unter uns.

 

 

Die Grenze nach Portugal überschreiten wir bei Portoalegre mitten im Parque Natural da Serra de São Mamede, dessen Berge einen echten Kontrast zu der Weite und Kargheit der Extremadura bilden.

 

 

Stausee Barragem de Póvoa é Meadas

 

Heute stehen wir am Stausee Barragem de Póvoa é Meadas, an dem ein befestigter Stellplatz ausgewiesen ist; mit dem richtigen Fahrzeug kann man aber auch über Pisten direkt ans Wasser heranfahren. Die Umgebung bietet sich für ausgedehnte Spaziergänge an, wobei man dabei an Ausgrabungen mittelalterlicher Grablegungen vorbeikommt. Die Reste der dazugehörigen Orte wurde nach dem Bau der Staumauer zur Stromgewinnung in den 1920er Jahren überflutet.

 

Bis zu den Weihnachtsfeiertagen gönnen wir uns jetzt einfach mal eine Pause. Die Sonne scheint und wir haben den perfekten Platz gefunden. Nichtstun, Spazierengehen und die Gegend erkunden, das ist das Programm für die nächsten Tage.

 

Kurz nach unserer Ankunft bekommen wir Besuch von einer Hundedame, die uns die nächsten Tage treu bleiben wird. Sie ist gepflegt und sie bettelt nicht. Trotzdem schläft sie nachts unter unserem Auto und begleiitet uns auf unseren Erkundungstouren, wie auch beim Joggen. Uns scheint, dass ihr einfach langweilig ist. Denn wenn wir nichts unternehmen, schliesst sie sich auch gerne anderen Touristen auf ihren Spaziergängen an.

 

Bei der Abfahrt fällt der Abschied schwer, die Hündin springt um unser Auto herum und die Beifahrerin verdrückt ein paar Tränen. Da die Hündin aber ein zuhause zu haben scheint (sie trägt immerhin ein Halsband) und wir ihr ihre Freiheit  an diesem grandiosen See nicht nehmen wollen, lassen wir sie schweren Herzens zurück.

 

Update: Am Stausee in Portugal entstand die Idee, sich einen Hund anzuschaffen. Zu sehr hatten wir uns in die charmante portugiesische Hundedame verliebt. Es hat zwar noch ein bisschen gedauert, mittlerweile ist aber Adi mit uns auf Tour. Mehr zu unserem hündischen Reisebegleiter gibt es hier: weiterlesen.

 

Unsere Wohnmobil-Stellplätze:

  • Cáceres: Stellplatz an der Jugendherberge mit VE (N 39°28'49", W 6°22'08")
  • Barragem de Póvoa é Meadas: Stellplatz mit VE (N 39°29'01" , W 7°32'50")

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Fotogalerie: Barragem de Póvoa é Meadas

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Weinbauregion Alto Duoro und Parque Arqueológico do Vale do Côa

Weingut in der Weinbauregion Alto Duoro
Weingut in der Weinbauregion Alto Duoro - im Vordergrund der Fluss Duoro

Der Duoro ist einer der längsten Flüsse der iberische Halbinsel. Er entspringt in Spanien und mündet in Portugal bei Porto in den Atlantik. Nachdem wir bei unserer letzten Reise das Mündungsgebiet des nur in seinem Unterlauf schiffbaren Duoro durchquert haben, wollen wir in diesem Jahr die Weinbauregion entlang des Stroms erkunden.

 

Portwein

 

Die Region Alto Duoro ist die älteste Weinbauregion der Welt mit geschützter Herkunftsbezeichnung und gehört seit 2001 zum UNESCO Weltkulturerbe. Insbesondere wird hier Portwein hergestellt. Entlang des Flusses und in seinen Nebentälern liegen Weingüter und kleine florierende Orte.

 

Wir wundern uns über die hier praktizierte Art des Weinanbaus, die wir in dieser Form bisher noch nirgends gesehen haben. Die meist steilen Hänge sind terrassiert und zum Teil sogar mit Stützmauern versehen. Jede Terrasse weist zwei Reihen Reben auf, die zwischen sich eine Art Weg einschließen. Eine maschinelle Bearbeitung scheint praktisch unmöglich, zu eng ist das hier für einen Traktor und erst recht für Einsatz eines Traubenvollernters.

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Peso da Régua: Stellplatz am Duoro-Ufer, € 3,-- incl. Strom, Schlüssel für die Schranken vor den Plätzen gibt es im Café am Schwimmbad in der Nähe (N41°09'20.4", W 7°46'49.2"), VE frei zugänglich

 

Parque Arqueológico do Vale do Côa

 

Am Ufer des Côa, einem Nebenfluß des Duoro liegt eine weitere Welterbestätten Portugals: die Ritzzeichnungen des Parque Arqueológico do Vale do Côa. Diese in der Hauptsache Tiere darstellenden Felszeichnungen aus der Altsteinzeit sind im Mittel 17.000 Jahre in Teilen aber bis zu 25.000 Jahre alt. Derartig alte Zeichnungen wurden an anderen Stellen der Welt bisher nur in geschützten Grotten und Höhlen vorgefunden. Für uns sind diese Zeichnungen besonders interessant, da wir auf unserer Nordland-Reise die ebenfalls im Freien liegenden, aber deutlich jüngeren Zeichnungen von ->-Alta (ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbestätte) besucht haben.

 

Da ein Besuch der Originalplätze nur mit Anmeldung im Rahmen einer begleiteten Tour möglich ist, begnügen wir uns mit einem Besuch des interessanten Museums zum Thema in Vila Nova de Foz Côa. Achtung: Entgegen der Darstellung im Internet ist das Museum bei unserem Besuch nicht durchgehend geöffnet. Glücklicherweise sind wir mit unserem Rundgang praktisch fertig, als wir um 12:30 Uhr freundlich aber bestimmt auf Portugiesisch mit der Info hinaus komplementiert werden, dass wir um 14 Uhr wiederkommen dürften und in der Zwischenzeit ja etwas essen gehen könnten.

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Fotogalerie: Alto Duoro und Parque Arqueológico do Vale do Côa

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Im Norden des Alentejo

Oldtimer Wohnmobil an einem einsamen Stausee in Portugal Évora Menhir Weltkulturerbe Naturbeobachtung
Stellplatz an einem einsamen Stausee

Für uns geht es weiter durch den Alentjo. Übersetzt steht Alentejo für "jenseits des Tejo" und so erstreckt sich die Region auch im Wesentliche südlich des Flusses Tejo bis zur Algarve. Wir fahren durch das Hinterland unweit der spanischen Grenze dieses zu den ärmsten Regionen nicht nur Portugals sondern auch Westeuropas gehörenden Gebiets. Es gibt praktisch keine Industrie, die Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Olivenbäume und Korkeichen prägen die karge Landschaft. Nicht nur das schlechte Wetter, sondern auch die uns wenig attraktiv erscheinenden Orte veranlassen uns schnell weiterkommen zu wollen.

 

Évora

 

Trotzdem machen wir eine Abstecher in die Stadt Évora, deren Altstadt bereits 1986 in die UNESCO Weltkulturerbeliste aufgenommen wurde und wo Bauwerke aus römischer Zeit mit späteren Bauwerken fest verwachsen sind.

 

Cromlech von Almendres

 

In der Umgebung von Evora  finden sich diverse Megalithanlagen. Wir erkunden den Cromlech von Almendres, einen Steinkreis in Form einer Acht bestehend aus 92 tonnenförmigen Menhiren, der auf die Zeit von 4000 – 2000 v. Chr. datiert und manchmal als das Stonehenge Portugals bezeichnet wird.

 

Coimbra

 

Auch unser nächster Übernachtungsplatz liegt in einer Welterbe-Stadt. Leider regnet es bei unserer Ankunft in Coimbra immer noch uns so werfen wir nur einen Blick vom gegenüberliegenden Flussufer auf die Stadt mit ihrer Universität, die eine berühmte Bibliothek beherbergt.

 

Unsere Wohnobil-Stellplätze:

  • Santa Susanne: Freifläche am Stausee, bei Regen tiefer Boden: Festfahrgefahr
    (N8°26'46.7", W 8°22'45.2")
  • Évora Monte: Camping Alentejo, kleiner Campingplatz, 9€ ohne Strom, VE, WIFI Waschmaschine, Waschräume, kleiner Pool, Brötchenservice, sehr nett und freundlich
    (N38°47'37.5", W 7°41'10.3")
  • Coimbra: Stellplatz auf Großparkplatz an einem kleinen Park am Ufer des Mondego, gebührenfrei, rudimentäre Entsorgungsmöglichkeit
    (N 40°11'58.3", W 8°25'43.6")

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Fotogalerie: Alentejo

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In der Pseudosteppe bei Castro Verde

Großtrappe Grosstrappe Großtrappen Grosstrappen Steppe Castro Verde Portugal Pseudosteppe Vogelbeobachtung Great Bustard Ornitho Birding
Großtrappe in der Steppe von Castro Verde

Ein Tipp des Rangers Filippe aus Castro Marim lockt uns in die Pseudosteppe der Region Castro Verde. Zur Vorbereitung unseres Aufenthalts, wollen wir das Informationszentrum Centro de Educação Ambiental do Vale Gonçalinho des LNP (Liga para a Protecção da Natureza) besuche. Leider ist das Zentrum für unser Navi auch bei Eingabe der genauen GPS-Daten (N37°44'11.0"N, W 8°01'53.1") nicht ganz einfach zu finden, da die Zufahrt nicht von der Durchgangstraße aus, sondern nur über die nur direkt vom Ort Castro Verde aus zugängliche alte Straße direkt daneben möglich ist. Hat man es aber endlich gefunden, lohnt es sich, die Landschaft auf den von dort abgehenden Wanderwegen zu erkunden.

 

Bei einer Pseudosteppe handelt es sich um eine mediterrane Landschaftsform in der Art eines steppenartigen Graslands, bei der es sich aber nicht um eine Steppe im eigentlichen Sinne handelt. Die Informationstafeln entlang der Wege geben in Englisch einen interessanten Einblick in die Natur der Region. Leider sehen wir bei unserem Besuch aber weder den Rötelfalken noch die Blaurake, die hier beide vorkommen.

 

Großtrappen

 

Besonders empfehlenswert ist es aber entlang der Straße N123 zwischen Mertola und Castro Verde (etwa bei:  N 37°42'28.6", W 7°55'13.2") die Augen aufzuhalten. In diesem Abschnitt sehen wir neben Weißstorch, Kiebitz und Haubenlerchen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen einen Trupp Großtrappen und einen Iberischen Kaiseradler.

 

Wir übernachten auf dem großen Festplatz des kleinen Ortes Castro Verde neben der Windmühle. Diese stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist noch in Betrieb, dient aber auch als Museum. Wir haben Glück und es wird gerade gearbeitet. So können wir auch einen Blick ins Innere erhaschen.

 

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Castro Verde: Großparkplatz an der Mühle in der Stadtmitte (N 37°41'45.4", W 8°05'18.8"); Entsorgungsmöglichkeit am nahegelegenen Intermarché Supermarkt

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Fotogalerie: Pseudosteppe bei Castro Verde

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historischer Bergbauort Mina de São Domingos

historischer Bergbauort Mina de São Domingos

Umweltschäden durch langjährigen Bergbau sind noch heute weithin sichtbar

 

Eine Sehenswürdigkeit der etwas anderen Art begegnet uns im Alentejo in der Nähe der Stadt Mertola unweit der Grenze zwischen Portugal und Spanien. Mitten in geschützter Natur des Pqrque Natural do Vale do Guadiana liegt der 800 Seelen Ort São Domingo, eine alte Bergarbeitersiedlung, die heute durch den Tourismus aber wieder einen gewissen Aufschwung erlebt. Nach der Schließung des angrenzenden Bergwerks, wurde dieses, wie auch Teile der Siedlung dem Verfall preisgeben und stellt heute eine Art frei zugängliches Open-Air-Museum dar.

 

Schon die Phönizier und die Römer betrieben hier Bergbau, auf der Suche nach Kupfer, Gold und Silber. Bis 1966 wurde in der Mine von São Domingo zur Kupfergewinnung im Tagebau Pyrit abgebaut. Nach der Aufgabe des Bergbaus erfolgte erfolgte nur ein Teilrückbau und praktisch keine Sanierung; das gesamte Gelände wurde sich selbst überlassen und rottet vor sich hin. In den Tagebaulöchern sammelt sich Wasser und ergibt mit den Abwässern aus dem Abraumhalden und sich sich aus dem Gestein lösenden Mineralien einen toxischen Cocktail mit dem ph-Wert einer starken Säure.

 

Wir wandern über Holzstege durch nur wenig gesicherte Ruinen vorbei an blutroten Seen mit hochgiftigem Wasser und können uns der morbiden Schönheit des Gebietes nicht entziehen, obwohl die Schäden für Umwelt und Natur nicht absehbar sind. Bei starken Regenfällen gelangen die Abwässer bis in den Guadiana, den Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien.

 

In der Idylle dieser Industrieruine reiht sich ungewöhnliches Fotomotiv an das nächste und so sind die Minas trotz der immensen Umweltschäden ein Paradies für Fotografen, aber auch für Menschen, die sich von derartigen "lost places" faszinieren lassen.

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • São Domingo: offizieller Stellplatz am See am Ortsrand, VE im Ort (N 37°40'18.9", W 7°30'16.4")

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Fotogalerie: Mina de São Domingos

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Naturpark Sapal de Castro Marim

Löffler Brücke Portugal Sapa de Castro Marim Naturpark Birding Vogelbeobachtung Ornithologie spoonbill
Löffler vor einer Brücke im Naturpark Sapal de Castro Marim

Heute geht es für uns weiter nach Portugal. Den portugiesischen Naturpark Sapal de Castro Marim e Vila Real de Santo António direkt hinter der Grenze zu Spanien haben wir bereits auf unsere Reise im Winter 2015/2016 besucht. Der Park im Mündungsgebiet des Rio Guardiana wurde als das erste Schutzgebiet auf dem portugiesischen Festland eingerichtet. Da der Zugang zu einigen Bereichen zum Schutz der Natur nicht oder nur mit Sondergenehmigung gestattet, bietet sich ein Besuch im Informationszentrums (N37°13'50.7", W7°25'35.5") an, um mehr über die aktuell zugänglichen Wege zu erfahren. Hier gibt es auch den Schlüssel zur Beobachtungshütte in der Nähe.

 

Bei unserem Rundgang in letzte Jahr lernten wir in der Nahe des Zentrums Filippe, einen der beiden Ranger des Gebiets kennen, und es entspann sich ein interessantes Gespräch unter Biologen. Filipe gab uns uns in exzellentem Englisch einige gute Tipps zur Erkundung des Parks, für die wir uns jetzt bedanken wollen. Und wir haben Glück: Die Dame am Infoschalter sagt uns, dass der Ranger gerade in der Nähe ist... und noch besser, er erinnert sich an uns, wahrscheinlich doch aber mehr an unser Wohnmobil. Filippe nimmt sich Zeit und uns mit auf eine Tour, auf der wir unter anderem Löffler, Flamingos, mehrere Fischadler und einen großen Trupp Schwarzhalstaucher in ihrem Habitat zu sehen bekommen. Alleine wären wir trotz aller Geduld sicher deutlich weniger erfolgreich gewesen.

 

Restaurant-Tip:

Am Abend gehen wir zusammen in einem typischen Restaurant (D. Rodrigo, Castro Marim) in einer aufgegebenen Bahnstation essen, schwelgen in Vorspeisen wie Ziegenkäse und Conquilhas (kleinen Muscheln) und genießen im Anschluß eine Seezunge mit in Schale gekochten Kartoffeln und selbstgemachten Chips. Ganz nebenbei erfahren wir aus erster Hand mehr über die Arbeit und das Leben eines Rangers in Portugal.

 

Unser Stellplatz:

  • privat bei Filippe

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Fotogalerie: Naturpark Sapal de Castro Marim

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Ria de Aveiro

Moliceiro Boote Fischer Fischerei Ria de Aveiro

Fischer in ihren Moliceiro-Booten in Torreira

 

Am Morgen durchfahren wir Aveiro, dass mit seinen die Stadt durchziehenden Kanälen als das Venedig Portugal gilt. Auf den Kanälen fahren die für die Gegend typischen Moliceiro-Boote Touristen spazieren.

 

Auch wenn das nett aussieht, ist das nicht so ganz unser Ding. Hinter Aveiro im Lagunengebiet des Ria de Aveiro gefällt es uns gleich viel besser. Von Tourismus ist hier außerhalb der Saison wieder nichts zu sehen. Nur die teilweise neu gemachten Bootsanleger deuten darauf hin, dass hier im Sommer deutlich mehr los ist.  An einem dieser Anlager, dem Porto de Abrigo de Bico, sehen wir seit langem wieder ein Wohnmobil aus Deutschland. Und.... es ist schon wieder ein Woelcke. Das Auto von Hanna und Udo aus Berlin ist etwas größer als unser Paul. Trotzdem ist das gleich wieder so eine Art Familientreffen. Wir unterhalten uns bestens, trinken zusammen einen Kaffee im Lokal um die Ecke und bleiben natürlich über Nacht.

 

Am nächsten Morgen ist das Wetter noch schlechter. Es hat jetzt auch noch angefangen zu stürmen. Nach einer ausgebiegen Autobesichtigung und dem Austausch von Reiseinfos entschließen wir uns, dem Sauwetter zu trotzen und auf die Aveiro gegenüberliegende Landzunge nach Torreira zu fahren. Wir werden belohnt, denn hier sehen wir die die Moliceiro-Boote noch im Einsatz. Mehre Fischer sind gerade beim Auslaufen, als wir im Hafen ankommen.

 

Den Rest des Tages machen wir noch einige Kilometer, denn irgendwann müssen wir auch wieder daran denken, die Heimreise anzutreten. Es sind noch über 2000 Kilometer bis nach Hause. So fahren wir auf dem kürzesten Weg durch Porto und Verbringen die Nacht in Via do Conde.

 

Unsere Stellplätze:

  • Porto de Abrigo de Bico: Parkplatz am Ria de Aveiro
  • Vila de Conde: Parkplatz an der nördliche Mündung des Rio Ave -  Avenida Julio Graca

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Zwischen Meer und Urwald - von Figueira de Foz nach Aveiro

Costa Nova Streifenhäuser gestreifte Häuser
auffällig bunt gestreife Häuser in Costa Nova
Eukalyptuswald Eukalyptusbäume Wald
Eukalyptuswald

Das Wetter ist weiterhin schlecht. Wir wollen trotzdem wieder einmal versuchen Vögel zu beobachten. Das Salinengebiet vor dem von Spaniern dominierten Touristenort Figueira de Foz sieht sowohl auf der Karte als auch von der Straße aus interessant aus, man kommt aber mal wieder mit dem Auto nicht rein. Da es sowieso dank des Regens zu dunkel zum Fotografieren ist, ziehen wir weiter. Figueira wartet entlang der Küste mit großen Hotelkomplexen auf und ist sehr städtisch. Um so mehr überrascht uns, dass die direkt an der Küste verlaufende Straße nördlich ausserhalb der Stadt  in eine unbefestige Piste übergeht.

 

Riesige Eukalyptusbäume und flechtenbewachsene Kiefern entführen uns in eine völlig andere Welt, die einem Regen- oder Urwald gleicht, auch wenn die diversen Grillplätze darauf hinweisen, dass das hier ein Naherholungsgebiet der angrenzenden Stadt ist.

 

Bei  Bom Succeso liegt zwischen Wald und kleinen Dörfern eine Reihe idyllischer Seen. Leider hat das den Wasservögeln noch niemand gesagt, denn es sind keine da.

 

Weiter geht es entlang des Rio de Aveiro, der sich kilometerlang parallel zum Strand durch die Dünenlandschaft zieht. Auf beiden Seiten des Flusses liegen kleine Ferienorte. Besonders Costa  Nove fällt aufgrund seiner bunt gestreifen Häuer ins Auge. Wir verbringen die Nacht in Bracca mit Blick auf die in den Hafen von Aveiro ein- und auslaufenden Frachtschiffe. Lotsenboote unterstützen bei der Navigation durch die durch Molen eng begrenzte Flussausfahrt.

 

Unsere Wohnmobil-Stellplatz:

  • Barra vor Aveiro: Ria de Aveiro an der südlichen Mündung in der Nähe des Leuchtturm - Parkplätze entlang der Straße ohne VE

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Obidos

Die Kleinstadt Obidos

 

Óbidos liegt im Landesinneren und gilt als als eine der schönsten Städte Portugals. Es ist hier zwar sehr touristisch; da wir aber außerhalb der Saison unterwergs sind, wirkt das alles trotzdem sehr beschaulich. Bei unserem Besuch ist hier deutlich weniger los als an der Küste.

 

Der Ort bildet ein Ensemble mit  Elementen aus dem Mittelalter, Gotik, Barock und Renaissance. Fast könnte man denken, man befände sich in einem großen Freilichtmuseum. Der besondere Charme von Obidos liegt aber darin, dass in den engen Gasse und zwischen den alten Gebäuden zwar die Zeit stehengeblieben zu sein scheint, der Ort aber auch von Einheimsichen bewohnt und nicht nur von Touristen bevölkert wird.... auch wenn es reichlich Lokale und Souvenier- bzw. Kunsthandwerkshops gibt

 

Wir machen uns auf zu einem Rundgang durch die Stadt. Die Burg innerhalb der Stadtmauer wurde unter der maurischen Herrschaft erbaut und nach der Rückeroberung durch die Christen im Jahre 1148 mehrmals umgebaut und vergrößert. Besonders schön ist ein Rundgang auf der Stadtmauer. Diese stmmt aus dem 16. Jahrhundert, ist unverändert erhalten geblieben und  auch heute noch vollständig begehbar. Steile Treppen und ein Fehlen jeglicher Art von Geländer zur Innenseite  machen den Weg oberhalb der Häuser aber zu  einer Herausforderung für Menschen mit Höhenangst. Immer wieer trifft man hier auch auf die für Portugal so typischen Azulejos, Mosaiken, zusammengesetzt aus bunten, zumeist im Wesentlichen blauen und quadratischen Kacheln. Die Kirche Santa Maria aus dem 12. Jahrhundert ist mit Azulejos ausgekleidet.

 

Für uns gibt es nach der Tour zur Belohnung Anschluß einen Kaffee mit Gebäck in einer Bäckerei, in der direkt  vor unseren Augen in einem holzbefeuerten Ofen Brot gebacken wird.

 

Unser Stellplatz:

  • Obidos: kostenpflichtiger Parkplatz vor der Stadtmauer am Aquädukt, fussläufig in die Stadt (N 39°21'27",  W 9°09'26")

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Fotogalerie: Obidos

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Die perfekte Welle in Nazaré

Monsterwellen vor Nazaré
Monsterwellen vor Nazaré

Die Küste bei Nazaré ist DER Hotspot der Surferszene Portuglas. Obwohl wir keine Sufer sind, zieht es uns nach hierher, denn der Ort ist  bkennat für seine Monsterwellen, bei denen es sich um die höchsten surfbaren Wellen der Welt handeln soll. Das müssen wir sehen.

 

Auf dem Ozean vor Nazaré wurde der derzeit gültige Surfrekord auf einer 20 Meter Welle aufgestellt. Auch 30 Meter hohe Wellen wurden hier inoffiziell schon bezwungen. Derartige Extremwellen bekommen wir leider nicht zu sehen. (Wer Interesse an den Wellen hat: hier) Diese treten meist nur im Herbst auf, wenn besondere Wetter- und Strömungsbedingungen mit dem der Stadt vorgelagerten Tiefseegraben zusammenwirken können.

 

Doch auch was wir zu sehen bekommen, flößt uns Respekt ein. Der Mann hinter der Kamera hat nach eigenen Angaben ordentlich Angst um sein Motiv, sehen doch die Welle aus der Ferne noch deutlich imposanter aus, als für die Frau am Strand. Diese kehrt einige Minuten später beeindruckt, aber nicht verängstigt und vor allem LEBEND zum Auto zurück.

 

Der eigentliche Ort Nazaré lebt vom Tourismus und vom Fischfang und der Fischverarbeitung. Die Anfänge des Tourismus liegen dabei weit früher, als es Surfer gibt. Im Ortsteil Sitio findet sich mit dem Santuário de Nossa Senhora da Nazaré (Heiligtum Unserer Lieben Frau von Nazareth) die wichtigste Wallfahrtstätte Portugals, die den Ort schon im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Ziel für Touristen machte.

 

Tipp:

Von dem der Stadt auf einer Klippe vorgelagerten Leuchtturm am Forte de São Miguel Arcanjo | Farolim da Nazaré hat man einen guten Blick auf die Strände der Stadt und auf die heranrollenden Wellen. Achtung: Die Parkplatzsituation kann besonders in der Saison und an Wochenenden schwierig sein. Meist kann man nur mit Glück und früh am Tag einen Parkplatz in der Nähe ergattern. Generell ist die Zufahrt eng.

 

Unser Stellplatz:

  • Costa de Lavos: Stellplatz mit Ver- und Entsorgung auf Strandparkplatz (N 40°05'17", W 8°52'32")

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Fotogalerie: Die perfekte Welle in Nazaré

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Peniche und Lagoa die Obidos

Der Endspurt des Karnevals steht vor der Tür. Um nicht in einen der in Portugal üblichen Umzüge zu geraten, meiden wir in diesen Tagen die Städte. Das heißt für uns, dass wir auch Lissabon großzügig umfahren. Da wir ohnehin keine wirklichen Stadtfans sind, tut uns das nicht wirklich weh.

 

Mündungsgebiet des Tejo

 

Zuerst durchqueren wir das Mündungsgebiet des Tejo. Wir hatten uns davon in vogelkundlicher Hinsicht ein bisschen was erwartet, werden aber enttäuscht, da die Feuchtgebiete nicht wirklich zugänglich sind. Einerseits ist die Region als Umland von Lissabon stark besiedelt, andererseits dominiert die Landwirtschaft, d. h. meist der Reisanbau das Landschaftsbild. Im Gegensatz zu anderen Regionen sind die landwirtschaftlichen Flächen aber nicht zugänglich, sondern eingezäunt - vor jedem Stichweg steht ein großes Tor. Schade. Wenigstens bekommen wir in einer alten Saline einen Wiedehopf vor die Linse.

 

Update: Doch ein tolles Gebiet für Ornithologen:  -> Reserva Natural do Estuário do Tejo

 

Peniche

 

Unser Weg führt uns nun nördlich von Lissabon durch das bergige Hinterland. Erst in der Nähe des Ortes Peniche  kommen wir wieder an die Küste.  Schon kurz hinter Lissabon wird es wieder ländlich. Weinbau, kleine Dörfer, alte Windmühlen aber auch moderne Windräder sind zu sehen. Die Küste nördlich von Lissabon ist allerdings stark vom Tourismus geprägt. Es gibt viele Appartmentanlagen. Manch Küstenort wirkt im Winter ohne Gäste wie ausgestorben. Peniche selbst zieht auch Touristen an,  liegt es doch zu einem großen Teil innerhalb seiner alten Stadtmauer auf hohen Klippen. Es beherbert aber auch einen modernen Fischereihafen und eine Fischkonservenfabrik. Auch hier wird es heute einen Karnevalsumzug geben. Wir bekommen davon nicht allzuviel mit, denn wir verbringen den Nachmittag auf einer vorgelagerten Halbinsel, umtost von den durch die stürmische Wetterlage und die bevorstehende Neumond-Springflug aufgewühlte Brandung.

 

Lagoa die Obidos

 

Wir beenden den Tag am Lagoa die Obidos, einer Salzwasserlagune. An den die Lagune vom Meer trennenden Dünen arbeiten Bagger. Uns wird erzählt, es handle sich um ein EU-Projekt. Um was es hier geht finden wir aber nicht heraus. Da es weiterhin stark windet und dann auch noch anfängt zu regnen, machen wir nur einen kurzen Spaziergang entlang der am Ufer vertäuten Boote und ziehen uns dann ins Auto zurück.

 

Unsere Stellplätze:

  • Consolacao: Parkplatz am südlichen Strandende hinter den Dünen. Keine Verbote wie am Strandparkplatz. Die Polizei fährt kommentarlos ihre Runde.
  • Foz de Arelho: gebührenpflichtiger Stellplatz (3 Euro) mit Ver- und Entsorgung am Lagoa de Obidos; Wifi vorhanden, aber nicht getestet

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Reserva Natural do Estuario do Sado

Reserva Natural do Estuario do Sado an der Sado-Mündung
Reserva Natural do Estuario do Sado an der Sado-Mündung

Unser nächstes Ziel ist das Reserva Natural do Estuario do Sado an der Sado-Mündung östlich von Lissabon. Wir fahren zuerst auf die Landzunge Richtung Troia auf der Meerseite der zentralen Laguna. Die Gegend entpuppt sich als sehr touristisch, denn sie liegt im Einzugsbereich sowohl von Setubal, der drittgrößten Stadt Portugals, als auch von Lissabon. Appartmentanlagen, Hotels, Golfplätze - um diese Jahreszeit in der Hauptsache verwaist - prägen das Bild. Es gibt eine Fähre von hier nach Setubal, die für unser Wohnmobil etwa 25 Euro kosten soll. Der Preis ist unabhängig davon, ob unser Auto 6 oder 10 Meter lang ist. Das finden wir bezogen auf das sonstige Preisgefüge hier etwas unverschämt. Wir entscheiden daher um die Lagune herumzufahren. In Alcacer de Sol legen wir einen Zwischenstopp ein. Die ehemals stolze Stadt, die in römischer und maurischer Zeit eine wichtige Rolle als Handelszentrum und in der Salzgewinnung innhatte, verbreitet heute einen morbiden Scharm. Neues paart sich mit Altem, zum Teil sehr heruntergekommenen Häusern, darunter auch echte Schätze, und Ruinen, wie oft hier in Portugal.

 

Moinho de Marés

 

Einen Zugang zur Lagune finden wir erst an einer Gezeitenmühle "Moinho de Marés"  an der Setubal zugewandten Seite des Naturparks. In der Mühle befindet sich ein Cafe und ein informationszentrum, dessen engagiertes und extrem freundliches Personal uns mit Informationsmaterial überschüttet und zu einem Besuch der Mühle einlädt. Es ist schön hier, die Vogelwelt aber versteckt sich bis auf einige Ohrentaucher und Stelzenläufer vor uns. Uns wird auch angeboten, über Nacht stehenzubleiben. Wir wollen aber weiter und finden letztlich einen Platz mit Blick auf  die Bucht bei Sentubal, wo wir zwischen mehreren portugisischen Wohnmobilisten bei Sturm und Regen die Nacht verbringen.

 

 

Unsere Wohnmobil-Stellplätze:

  • Comporta: offizieller, kostenloser Stellplatz im Ortskern mit Ver- und Entsorgung, Campingverhalten nicht erwünscht
  • Setubal, Playa Figueirinha: Parkplatz am Strand mit Restaurant, Wohnmobile offenbar geduldet (Wohnwagen über Nacht und Zelten lt. Schild verboten)

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Klippenstörche am Cabo Sardao

Weißstörche nisten an den Klippen
Weißstörche nisten an den Klippen

Üblicherweise bauen Störche ihre ihre Nester auf Pfosten,  Schornsteinen oder Giebeln. In Portugal aber, und auch nur hier, gibt es Störche, die in den Klippen nisten. Vom Parkplatz Cabo Sardao an der Westküste Portugals sind diese gut zugänglich. Die Störche vor tosender Brandung sind ein ungewohnter Anblick. Dass sie der Lärm nicht beim Klappern stört?

 

Das Klippenareal ist offenbar Teil eines EU geförderten Projekts zur Renaturierung der Landschaft. Es wurden neue Wege angelegt, wilde Parkplätze abgesperrt - Informationstafeln sind im Werden. Das Gebiet um den Leuchttum des Kaps macht einen sehr gepflegten Eindruck, auch wenn die neuen Aussichtsplattformen nicht wirklich Ausblicke gewähren. Um wirklich etwas zu sehen, stapfen die Besucher weiterhin direkt an die Klippenkanten. Da glücklicherweise (noch) keine Verbotsschilder zu finden sind, werden wir hier die Nacht verbringen.

 

Auf dem Weg zum Cabo kommen wir durch Odimar, dessen enge und steile Straßen uns vom Parken abhalten, obwohl der Ort eine sehenswerte Altstadt haben soll. Lieber verbringen wir den Nachmittag an einem aufgebenen Schiffsanleger am Rio Miro, genießen die Ruhe und beobachten und fotografieren Singvögel, die sich hier ungestört herumtreiben. Die einzigen Menschen, die wir auf unserem Weg sehen, sind zwei Polizisten, die uns freundlich grüßen. Es sieht so aus, als ob auch hier einmal ein EU gefördertes Naturzentrum entstehen sollte.

Heute sieht dieses aber aufgeben auf. Nur einige kaum lesbare Tafeln erinnern noch an den Zweck des Gebäudes in der Nähe. Hoffentlich wird das noch im Werden befindliche Projekt am Cabo Sardao kein ähnliches Schicksal ereilen.

 

Unsere Stellplätze:

  • Porto Covo: Parkplatz außerhalb von Porto Covo, keine Verbotsschilder wie an anderen Plätzen; kostenloser, offizieller Stellplatz mit Ver- und Entsorgung im Ort
  • Cabo Sardao: Parkplatz am Leuchttumer, (noch) keine Verbotsschilder

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Fotogalerie: Klippenstörche am Cabo Sardao

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Odeceixe

Windmühle von Odexeice
Windmühle von Odexeice

Auf Empfehlung unserer Reisebekanntschaft Ronni steuern wir Odeceixe, eine Kleinstadt an der Westküste der Algarve an. Sie liegt nahe der Mündung des Flusses Ribeira de Seixe im Naturpark Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina . Wir parken oberhalb des Stadtstrands, der Praia de Odeceixe, auf einem einfachen Parkplatz mit einem gigantischen Blick auf die Klippen und die an die Klippen donnernde Brandung. Hier sind wir so hoch über dem Meer, dass Iris heute keine Angst vor einem Tsunami haben muss.

 

Mit dem Fahrrad radeln wir die drei Kilometer ins nahe Städtchen, das idyllisch am Fluss liegt. Diese Lage wurde dem der Ort bei dem schweren Erdbeben von 1755 und dem nachfolgenden Tsunami, der auch Portugals Hauptstadt Lissabon schwer in Mitleidenschaft zog, zum Verhängnis. Das in das Flusstal eindringende Wasser verursachte starke Zerstörungen.

 

Wir unterschätzen bei unserem Ausflug etwas, dass wir die Höhenmeter, die wir von den Klippen hinunter in den Ort auch wieder hinauf müssen. Michael düst mit Motorunterstützung voran, Iris keucht hinterher, aber sie hat es ja nicht anders gewollt. Der Ort ist wirklich nett, viele Häuser kann man als Ferienappartements mieten. Am Ortsrand gibt es sogar eine funktionsfähige Windmühle, die heute ein Museum beherbergt.

 

Unterwegs treffen wir auf ein Wohnmobil aus Deutschland, das am Straßenrand parkt. Die "Besatzung" scheint am Straßenrand zwischen frisch geschnittenen Pinien nach etwas zu suche. Wir sind neugierig und sprechen Marita und Bernd an. Vielleicht können wir ja auch helfen. Die beiden erzählen uns, dass sie geschlossene Pinienzapfen sammeln, um später darauf zu warten, ob diese im Auto auch so schön knacken, wie zuhause zu Weihnachten auf dem Kamin. Wir finden uns gegenseitig sympathisch und so verbringen wir später einen schönen Abend zusammen. Es folgt eine mal wieder zu kurze Nacht.

 

Unsere Stellplatz:

  • Praia de Odeceixe: Großparkplatz oberhalb des Strandes, keine Verbotsschilder, Parkplätze und Straßen ansonsten reglementiert

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Sonne, Sand und Meer - Praia da Cordoama

Playa de Cordoama Strand
Morgens am Playa de Cordoama in der Nähe Vila do Bispo

Praia da Cordoama

 

Die Praia da Cordoama lockt uns zu einem Strandspaziergang. Die letzte Nacht war leider schon wieder viel zu kurz. Wir sind aufgrund der interessanten Diskussionen mit Ronni und Martin wieder erst am frühen Morgen ins Bett gekommen und zu allem Übel schreckt Iris irgendwann hoch und fängt an über die Wahrscheinlichkeit eines Tsunamis in der Art des Erdbebens von 1755 zu philosophieren - wir stehe immerhin direkt am Strand und neben uns ragen die Klippen derart hoch auf, dass es hier noch nicht einmal Handyempfang gibt. Egal, es ist trotzdem wunderschön hier.

 

Das wissen offenbar auch die an diesem Küstenabschnitt allgegenwärtigen Hippies. Am Parkplatzende  steht ein roter PKW aus Marburg, dessen Fahrer hier schon seit längerer Zeit - uns wird gesagt, zumindest seit Monaten - wohnt. Irgendwann fährt er los und wir wundern uns, dass das Gefährt noch irgendwie in Gang zu bringen ist. Kurze Zeit später ist er aber schon wieder zurück und nimmt seinen angestammten Platz ein.

 

Unterwegs trifft man immer wieder auf mehr oder weniger heruntergekommene Wohmobile in skuriler Aufmachung. Hier ist die Gegend Portugals in der sich die Aussteiger Europas schon seit den 1970er Jahren treffen. Die Temperaturen sind mild, das Leben ist günstig, es lässt sich also leicht mit wenig Mitteln über die Runden kommen. Mittlerweile hat aber selbst die große Toleranz der Einheimischen oft ihre Grenze erreicht und es wird gegen wilde Hippie-Siedlungen vorgegangen. Auch direktes und vor allem längerfristiges Stehen bzw. Campen mit dem Wohnmobil am Strand wird nicht gern gesehen und zumindest teilweise geahndet. Dies ist nachzuvollziehen, schadet dies doch der sensiblen Natur unter anderem durch die Ablagerung von Müll und Fäkalien, andererseits hält dies auch zahlende Touristen fern. Um keinen Ärger zu bekommen, heißt es auch für uns, möglichst nur eine oder maximal zwei Nächte am gleichen Ort zu stehen. Die Hippies wissen dies allerdings auch. Oft ist es ihnen aber auch egal. Wo nichts zu holen ist, sind Geldstrafen schwer einzutreiben.

 

Unser Parkplatz:

  • Praia da Cordoama: Strandparkplatz (N 37°06'32", W 8°56'08")

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Fotogalerie:

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Jurrasic Park am Strand - Salema

Blick von der Küstenstraße von Salema
Blick von der Küstenstraße von Salema
Saurierspuren am Strand
Saurierspuren am Strand

Heute wollen wir nach Salema. An diesem kleinen Ort an der Südküste sind wir vor zwei Tage vorbeigefahren, ohne auszusteigen.

 

Erst hinterher viel uns auf, dass unserer Reiseführer darauf hinweist, dass auf Felstafeln am Strand Sauerierspuren zu sehen sind. Diese sind frei zugänglich, aber nicht ausgeschildert. Am westlichen Stranende direkt neben der zum Strand hinunterführenden Treppe finden wir Fussbdrücke (kleines Bild: im Vordergrund) eines Vogelfußsaueriers. Das hat hier was von Jurrasic-Park. Die Spuren am gegenüberliegenden Strandbereich finden wir leider nicht. Trotzdem ist der Strandspaziergang ein Erlebnis. Wir fühlen uns fast wie in der Karibik. Und fast so warm ist es hier heute auch. Die Klippen schützen vor dem doch noch kalten Wind und so sind wir in Fleece-Shirt und Weste etwas overdressed.

 

Von Salema aus, fahren wir zurück zur Praia de Cordoama, wo wir erneut einen netten Abend mit Ronni und Martin, dieses Mal aber auf einem Parkplatz am Strand, verbringen. Dies aber nicht ohne zuvor das Handballwunder 2016 im Fernsehen zu erleben.


Monchique und Praia Monte Clerigo

Serra de Monchique
Serra de Monchique

Nachdem wir in Silves den dringen nötigen Waschtag eingelegt haben, machen wir uns erneut auf den Weg in Richtung Vila de Bisco. Dieses Mal fahren wir allerdings nicht an der Küste entlang, sondern durch die Berge. Wir haben klares Wetter und so gewährt uns unser Weg immer wieder spektakuläre Ausblicke weit über das Land bis zur Küste und auf das Meer.

 

 

Monchique

 

In Monchique machen wir noch einen Abstecher auf den höchsten Berg in der Umgebung und legen auf etwa 800m einen Stopp auf einem Aussichtspunkt ein. Hier gibt es sogar eine Quelle, aus der offenbar Trinkwasser sprudelt. Eine Tafel am Parkplatz erklärt die geologischen Besonderheiten, insbesondere die Kissenverwitterung des Gesteins.

 

Für den Rückweg zur Hauptverkehrsstraße wählen wir eine Nebenstraße und sind plötzlich mit sehr engen Wegen und extremem Gefälle von 20 Prozent konfroniert: Paul ist begeistert. Die Äste der Korkeichen "streicheln" seinen Aufbau und endlich darf das Getriebe einmal zeigen, was es so draufhat. Wir freuen uns, dass er so ein "schmales Hemd" ist. Ansonsten würden wir das hier nicht machen wollen.

 

 

Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicente

 

Wieder auf breiter Straße fahren wir zügig in Richtung Küste, wo wir in Aljezur noch einmal  nach Süden abbiegen. Die Küstenstraße führt an der Grenze des Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicente entlang, der sich von der Küste bis einige Kilometer ins Binnenland erstreckt und die Steilküste mit ihren angrenzenden Dünen schützt. Wir machen einen Abstecher an die Praia Monte Clerigo und schauen den Klippenfischern an den fast senkrecht abfallenen Klippenkanten beim Angeln zu.

 

 

Praia da Cordoama

 

Am späten Nachmittag geht es weiter zur Praia da Cordoama, wo wir verabredet sind. Wir wollen uns hier mit Ronni, Martin und ihrem Woelcke-Mobil "Benz" treffen. Völlig gegen unsere Art bilden wir mit unseren Autos oberhalb des Strands eine Wagenburg. Es wir ein kommunikativer Abend mit einer ruhigen aber zu kurzen  Nacht.

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Silves und die Westalgarve

Aus der Häufigkeit unserer Blogeinträge der letzten Tag kann man es fast erschließen - uns hat es an der sogenannten Sandalgarve zwischen der spanischen Küste und Faro nicht wirklich gefallen. Die Ort haben wenig Charme und es wimmelt nur so von Wohnmobilen. Wir fragen uns wirklich, ob sich in Frankreich derzeit noch ein einziges Wohnmobil auf der Straße befindet oder ob die alle hier sind. Das hat schon etwas von einem Flüchtlingsstrom. Jeder Parkplatz, selbst im Hinterland, ist belagert....und das leider großteils von Dauercampern, das heißt von Rentnern, die hier überwintern und sich wochen- und monatelang nicht bewegen. Für uns bedeutet das, dass wir am frühen Nachmittag einen Stellplatz suchen müssen, damit wir überhaupt noch unterkommen. Das nervt!

 

Silves

 

Wir sprechen schon davon, dass das unser erster und letzter Trip nach Portugal sein könnte, als wir nach Silves kommen, einer wirklich netten kleinen Stadt im Bergland hinter Faro. Beim Einkaufen werden wir von einem Deutschen angesprochen, der uns auf einen neuen Stellplatz in der Nähe des Castello lotst. Dann schleppt er uns auch noch gleich zum örtlichen Metzger und in ein nettes Lokal im Stadtzentrum. Das fühlrt sich hier plötzlich an wie Urlaub mit Reiseführer. Vielleicht wird das mit uns und Portugal doch noch etwas?

 

Der Stellplatz ist super und wir beschließen, unseren Platz für zumindest eine weitere Nacht zu reservieren und von Silves aus die Westalgarve zu erkunden. Ist das schön hier - so haben wir uns die Algarve vorgestellt. Die touristische Infrastruktur ist völlig anders. Kleine Appartmentanlagen, nette Dörfer, Strände, eingerahmt von hohen Klippen, und dazwischen ganz viel Nichts. Auch hier trifft man auf Wohnmobile. Aber das sind in der Hauptsache Individualisten, auch die Hippie und Aussteigerdichte wird größer. Als wir am späten Nachmittag nach auf ein weiteres Woelcke-Wohnmobil treffen, das Pauls Bruder sein könnte, ist der Tag gerettet. Wir stoppen spontan und verbringen einen netten Nachmittag mit dessen Besatzung, Ronnie und Martin aus dem Bergischen Land. Fortsetzung folgt - wir haben Kontaktdaten ausgetauscht und wollen uns in den nächsten Tagen an einem der Strände der Westalgarve zu einem erneuten Woelcke-Erfahrungsaustausch treffen.

 

  • unser Wohnmobilstellplatz am Castello in Silves: Platz mit VE und Waschmaschine. 4,50 € / Nacht.

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Naturpark Ria Formosa: einer der beeindruckendsten Orte der Algarve

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Sonnenaufgang am Ria Formosa

An die Felsalgarve mit ihren imposante Klippen schließt sich die sogenannte Sandalgarve an, die sich bis zur Grenze von Spanien erstreckt. Ein etwa 60 Kilometer langer Abschnitt dieser Küste entlang der Orte Loulé, Faro, Olhão, Tavira und Vila Real de Santo António steht seit 1987 als Naturpark Ria Formosa unter Schutz.

 

Naturpark Ria Formosa

 

Unser Reiseführer empfiehlt einen Abstecher in den Naturpark Ria Formosa und insbesondere in den dem Besucherzentrum angeschlossenen Parkabschnitt.

 

Das Gebiet umfasst eine weitläufige Lagunenlandschaft, die durch mehrere der Küste vorgelagerte Inseln eingeschlossen wird, und bietet diversen Vogelarten eine Heimat. Aber nicht nur Ornithologen kommen hier auf ihre Kosten. An den teilweise idyllisch gelegenen Parkplätzen sind auch für alle anderen lange Strandspaziergänge sowie romantische Sonnenuntergänge und Sonnenaufgänge inklusive.

 

Der Park erweist sich wirklich als idyllische Oase, in der sich die wenigen Besucher verlieren. Er gibt einen Überblick über die Landschaft des Naturparks: Wiesen, Pinienwald, Dünen, Lagunen und Meer. Außerdem sind römische Ruinen zu besichtigen, die die Wurzeln der Fischverarbeitung dokumentieren. Auch eine Gezeitenmühle ist erhalten, wie sie in dieser Art ab dem 13. Jahrhundert entlang der Küste im Betrieb waren.

 

Wir fotografieren, genießen die Ruhe und werden bei einem kurzen Regenschauer ordentlich nass. Trotzdem hat sich der Besuch im Park gelohnt. Hundemüde entscheiden wir uns, auch die nächste Nacht auf der Ranch zu verbringen.

 

Wir landen auf einem ausnahmsweise mal wieder kostenpflichtigen Stellplatz im Hinterland von Ohao. Der Platz ist im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig, da im Stil einer Westernranch gestaltet, und fest in französischer Hand, entpuppt sich aber als sehr gemütlich. Das W-LAN ist außerdem extrem schnell, was wir exzessiv ausnutzen. Mehrere Gigabyte gehen heute durch den Äther. Wir arbeiten und schauen den Handballern dabei zu, wie sie in einem Krimi gegen Russland gewinnen. Was ein Abend!

 

Weitere Wohnmobil-Stellplätze, die wir bei einem anderem Besuch genutzt haben:

  • Moncarapacho: Parkplatz an den Salinen (N 37° 2' 12'', W 7° 47' 47'')
  • Fábrica: Parkplatz am Strandrestaurant (N 37° 9' 13'', W 7° 33' 19'')

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Naturpark bei Castro Marim

Castro Marim Algarve Sandalgarve
Castro Marim

Es hat endlich aufgehört zu regnen. Wir stecken aber immer noch in den Wolken. An der Küste soll das Wetter besser sein. So machen wir uns auf die letzten knapp 30 Kilometer zum Atlantik. Wir müssen auch dringend einkaufen und die nächsten größeren Läden gibt es in Vila Real Santo Antonio. Unser nicht ganz geplanter, dreitägier Stopover hat unsere Vorräte ziemlich heruntergefahren. Und das, bwohl jeden morgen um halb 8 der Bäcker auf unseren Platz kam.

 

Die Wohnmobildichte ist ungeheuerlich. Hinter jeder Ecke steht oder fährt ein Mobil. Und umso näher wir dem Meer kommen, umso schlimmer wird es. Allerdings hatten wir damit gerechnet. Wer als Wohnmobilist an der Algarve mit Einsamkeit rechnet, macht etwas falsch. Wir gehen also einkaufen, inspizieren die örtlichen kostenpflichtigen und kostenlosen Wohnmobilstellplätze und fahren dann erst einmal wieder ins Hinterland. Wir wollen einen Stop im Naturpark bei Castro Marim einlegen, um uns in diesem Vogelschutzgebiet umzuschauen und zu planen, wie es von hier aus weitergeht.

 

Auf einem kurzen Rundgang entlang der dortigen Salinen treffen wir auf einen Mitarbeiter des Parks , der uns erst auf unser Auto anspricht (wir wissen es schon länger, Paul ist einfach ein Hingucker) und uns dann viele Informationen zum Gebiet, der Vogelwelt, weiteren Beobachtungspunkten und zu Parkmöglichkeiten für Wohnmobile außerhalb der Masse gibt. Danke Filippe.

 

Wir verbringen eine ruhige Nacht im Naturpark und beherzigen natürlich wie immer den Grundsatz, in der Natur keine Spuren zu hinterlassen. Am nächsten Morgen drehen wir erneut eine kurze Fotorunde, bevor wir Philippes Empfehlung folgend, auf die sich von Vila Real de Santo Antonio entlang des Rio Guadiano ins Meer streckende Landzunge fahren, um Ausschau nach der dort lebenden Sumpfohreule zu halten. Leider bekommen wir diese zum Teil tagaktive Eule nicht zu sehen, obwohl einige mit Fernglas und Fotoapparat bewaffnete Portugiesen darauf hindeuten,  dass auch andere davon gehört haben, dass diese hier vorkommt.

 

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Naturpark Vale do Guadiana

Naturpark Vale do Guadiana
Naturpark Vale do Guadiana

Von Mértola aus erkunden wir den Naturpark Vale de Guadiana. Sobald wir die Straße verlassen, scheint es uns, als ob wir uns in einer anderen Welt befinden. Man versucht hier, die bäuerliche Tradition zu konservieren und so scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Trotzdem, die kleinen, oft nur über unbefestigte Straßen erreichbaren Dörfer sind bewohnt, wenn auch von hauptsächlich älteren Menschen. Überall muss man darauf achten, keine freilaufenden Hühner oder Schafe zu überfahren. Auch eine Hausschlachtung, bei der die ganze Familie mithilft, sehen wir vom Auto aus.

 

Die Landschaft reicht von Oliven- und Korkplantagen, über versteppte Felder bis hin zu Kiefernwäldern. Auch Weinanbau ist anzutreffen. Wir haben außerdem gelesen, dass hier Großtrappen leben. Diese gehören zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt und sind in Mitteleuropa selten geworden. Leider begegnet uns die Großtrappe, deren Hähne bis zu 16 Kilogramm schwer werden können, wieder einmal nicht. Wir fragen uns langsam, ob es diesen Vogel wirklich gibt. Handelt es sich hier vielleicht um ein Phantasieprodukt à la Wolpertinger, der nur dem Anlocken von Touristen dient?

 

Unser Paul hält sich wacker. Auf dem Weg zu einem steinzeitlichen Menhir, nimmt er steile Anstiege auf holprigen Feldwegen mit links bzw. mit Allrad. Auch durch einen kleinen Bach führt uns der Weg. Von einer Flussdurchfahrt zu sprechen, wäre aber übertrieben. Es handelt sich doch mehr um einen Rinnsal.

 

Am Nachmittag folgen wir dem Tal des Guadiana aus dem Naturpark hinaus und kommen an Fischerbooten, aber auch an kleinen Segelyachten vorbei, die hier vor Anker liegen. Bist zum Meer ist es nicht mehr allzu weit. Wir beschließen den Tag auf einem kleinen, ausnahmsweise kostenpflichtigen Stellplatz mit Wasser, Entsorgung, Strom und W-Lan. Da das Wetter gerade auf neblig trüb umschlägt, werden wir drei Nächte bleiben, um zu arbeiten, zu waschen und um einfach mal nicht zu fahren. Paul hat Urlaub!

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

 

Odeleite: Área de Serviço do Almada D´Ouro Club-Algarve - kostenpflichtiger Wohnmobil-Stellplatz des örtlichen Wohnmobilclubs - auf Anhöhe gelegen mit schöner Aussicht, VE, Strom, einfache Sanitäreinrichtungen (GPS 37°19'54"N 7°28'04"W).

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Mértola und der Naturpark Vale do Guadiana

Mertola bei Nacht

Mertola: Blick auf den Ort vom Wohnmobilstellplatz

 

Wir haben es endlich nach Portugal, dem eigentlichen Ziel unserer Reise, geschafft. Es ist merkwürdig, aber kaum überqueren wir die praktisch nicht mehr als solche erkennbare Grenze, verändert sich die Landschaft und zeigt sich freundlicher. Nach einer halben Stunde Fahrt schauen wir uns an, und stellen fest, dass wir das gleiche Gefühl haben - wir fühlen uns hier irgendwie wohl.

 

Naturpark Vale do Guadiana

 

Unsere erster Stop in Portugal liegt im Naturpark Vale do Guadiana im Städtchen Mértola. Dieses hat eine lange Geschichte, die sich bis in römische Zeiten zurückverfolgen  läßt und ist ausnahmesweise kein Weltkulturerbe. Gekrönt wird die Stadt von einer mittelalterlichen Burg, die auf den Mauern einer maurischen Festung und diese wiederum auf römischen Mauern steht. Alles hier scheint auf einer älteren oder anderen Kultur zu gründen, so war die christliche Stadtkirche früher eine Moschee, einer der Türme der Stadtmauer ursprünglich ein römischer Wehrturm. Mértola war für all diese Kulturen ein wichtiger Handelsplatz, den bis hier ist der Fluss Guadiana schiffbar und Mértola Startpunkt der Handelswege über Land

 

Mertola

 

Mértola nennt sich Museumsstadt. Die Museen und Ausstellungen bilden einen festen Teil des Stadtbilds. An einem Sonntagabend ist die Stadt sehr ruhig, am nächsten Morgen zeigt sich aber, dass man hier auf Touristen eingerichtet ist, wenn auch in einem sehr gepflegten Maßstab. Der Tourismus soll das neue Standbein der Stadt werden, denn die ehemals wichtige Flußfischerei ist völlig zum Erliegen gekommen. Der Fluß soll jahrelang unter der Einleitung von Abwässern, unter anderem aus den am Fluß gelegenen Minen gelitten haben; heute gräbt ihm ein großer Stausee das Wasser ab.  Von all dem sehen wir nichts. Unser Stellplatz auf dem zumindest im Moment von der Schifferei aufgebenen Kai ist idylisch.

 

  • Stellplatz (Parkplatz) in Mertola direkt am Fluss.

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Interne Zählung (16.05.2020)