Abisko und Kiruna - Europas bester Ort für Polarlichter



Der Nationalpark Abisko in Schweden und nicht weit entfernte Gemeinde Kiruna mit ihrem Erzbergwerk sollen eigentlich noch einmal ein Highlight dieser Reise werden. Die Region ist bekannt dafür, dass man hier sehr gut Polarlichter beobachten kann.

 

Wir starten die nächste Etappe auf den Lofoten und fahren in Richtung Schweden. Kurz hinter Narvik überqueren wir die Grenze.  Es wird uns schnell klar, dass dieses Mal die eigentlich nie wirklich zuverlässige Wettervorhersage Recht hat. Es ist Schnee gemeldet und und in den höheren Lagen sind wir sofort umgeben von dichten Flocken.

Durch den Wetterumschwung scheinen sogar die Rentiere iritiert, suchen sie doch ihr Fressen auf der Straße.

Noch sind die Straßen frei und wir genießen die Fahrt durch eine atemberaubend schöne, aber schneebedeckte Landschaft mit vielen kleinen Seen und noch mehr Wochenendhäusern.


Abisko-Nationalpark


Der Abisko Nationalpark liegt in Schweden nahe der Grenze zu Norwegen in der Provinzs Norrbottens Län. Zentrum des 7.700 Hektar großen Parks ist das Abisko-Tal das von hohen Bergen eingerahmt wird.

 

Die Region um den Park bietet weltweit die höchste Wahrscheinlichkeit Polarlichter zu sehen In der direkten Umgebung gibt es fast keine größeren Orte und so ist die Lichtverschmutzung gering. Außerdem halten die benachbarten Berge die Wolken ab, so dass der Himmel oft klar. Bekannt ist der Park auch für die hoch gelegene Polarlichtstation "Aurora Sky Station", die über eine Gondel zu erreichen ist. Der Park ist aber nicht nur ein beliebtes Ziel für Wanderer und Skifahrer.

 

Wir erwischen bei unserem Besuch nun gerade einen der seltenen Momente, wenn es sogar keine Chance gibt, Polarlichter zu sehen. Es hat sich eingeschneit und es besteht auch in den nächsten Tagen keine Hoffnung auf Wetterbesserung. So parken wir in der Nähe des Besucherzentrums, das natürlich in dieser Zwischensaison wie so vieles andere geschlossen ist, und machen eine kurze Wanderung entlang des Flusses Abiskojåkka der hier in den See Torneträsk mündet.

 

Das Übernachten im Wohnmobil ist im Nationalpark verboten und so verbringen wir die Nacht auf einem Parkplatz direkt hinter der Parkgrenze.

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Tornhamn: einfacher Parkplatz mit Zugang zum See Torneträsk (GPS 68°25'55"N 18°40'14.2"); Ausgangspunkt für Wanderungen

Da der Schneefall auch am nächsten Morgen nicht nachlässt und von Süden eine breite Schneefront auf uns zukommt, beschließen wir den Nationalpark ohne Polarlichter gesehen zu haben nach nur einer Nacht zu verlassen und fahren Richtung Kiruna. Wir hoffen, dass dort die Straßenverhältnisse besser werden.


Kiruna


Wettervorhersage für Kiruna

In der 16.000 Einwohner zählenden Stadt Kiruna schauen wir uns noch einmal die Wettervorhersage an. Es soll in den nächsten Tagen nicht nur weiter schneien, sondern auch kalt werden - richtig kalt, bis -19°C (siehe Foto).

 

Daher entscheiden wir uns mit Lebensmittel einzudecken und die rund 120 km Richtung Gällivare weiter zu fahren. Die Schneeverhältnisse auf der Straße werden immer schlimmer. Es gibt nur noch Spuren für uns und den  Gegenverkehr. Da wir aus unserer Spur nicht mehr herauskamen, wird es bei entgegenkommden LKWs  manchmal schon sehr eng. Das ein oder andere Mal haben wir den Eindruck, gleich ohne Außenspiegel weiterfahren zu müssen.

 

Auf dieser Strecke wurde uns bewußt, warum hier im Noden quasi alle Fahrzeuge Spikes aufgezogen haben. Wird der Schnee durch die Fahrzeuge weiter zusammengepreßt, bildet sich Eis, auf dem es dann kein Halten gibt. Auf Streufahrzeuge wartet man hier vergeblich.

Reifen mit Spikes sind auf den spielgelglatten Straßen in Schwedens Lappland sinnvoll.
Diese Pisten sind für andere Fahrzeuge (siehe Schild) besser geeignet.

In Gällivare ist der Spuk dann glücklicherweise ert einmal vorbei - vorerst zumindest. Ein Blick in die Wetter-App verrätuns, dass auch in den nächsten Tagen mit viel Schnee zu rechnen ist.  Wir versuchen, dem Schnee aus dem Weg zu gehen und fahren Richtung Lulea an die Ostküste. Leider verpassen wir so erneut eine Fahrt entlang des Vildmarksvägen.

 

Da alle kleineren Wege abseits der Hauptstraße tief mit Schnee bedeckt sind, übernachten wir - für uns ganz unüblich - auf einem LKW Parkplatz direkt an der Straße. Es ist Sonntag und wir haben den Parkplatz praktisch für uns alleine.

 

Nachts trauen wir unseren Augen nicht. Der Himmel reisst auf, über uns tausend Sterne und die Polarlichter fangen an für uns an zu tanzen:

An der Küste erwarten am nächsten Tag gemäßigte Temperaturen und leichter Schneefall. Dieser geht schnell in Regen über, so dass wir problemlos weiterfahren können

 

Unser Wohnmobil-Stellplatz:

  • Lansjärv: Rastplatz an der E10 neben der Tankstelle (GPS 66°39'03"N 22°11'02"E)

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